Hirnaneurysma - Ursachen, Symptome und Therapie

Grafische Darstellung Blutkreislauf im Gehirn

Ein Aneurysma im Gehirn bleibt oft unbemerkt und kann im Falle eines Gefäßrisses zu einem Schlaganfall führen

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  • von Paradisi-Redaktion

Tritt ein Aneurysma im Gehirn auf, spricht man von einem Hirnaneurysma (zerebrales Aneurysma). Durch die Aussackung eines Blutgefäßes im Gehirn besteht das Risiko für einen Riss des Hirngefäßes und einer daraus folgenden Hirnblutung. Ein Hirnaneurysma wird oftmals erst spät diagnostiziert, da es lange Zeit keine Symptome verursacht. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie sich ein Hirnaneurysma bemerkbar macht und welche Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen.

Von einem Hirnaneurysma oder zerebralen Aneurysma ist die Rede, wenn das Aussacken eines Blutgefäßes vorliegt, von dem Bereiche des Gehirns mit Blut versorgt werden.

In den meisten Fällen ist ein Gehirnaneurysma bereits angeboren. Oftmals wird es gar nicht bemerkt, bis es schließlich zu Druck auf das angrenzende Gewebe kommt. Im schlimmsten Fall reißt das Aneurysma ein und ruft eine lebensbedrohliche Hirnblutung und demzufolge einen Schlaganfall hervor. Rund 10 bis 15 Prozent aller Schlaganfälle entstehen durch Hirnblutungen.

Häufigkeit

Studien über die Häufigkeit von Hirnaneurysmen fallen eher ungenau aus. Grund dafür ist, dass ein Hirnaneurysma meist über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleibt. Nicht selten wird es auch überhaupt nicht festgestellt. Des Weiteren bestehen Einflüsse auf die Entwicklung des Aneurysmas wie genetische Faktoren, das Lebensalter, zu hoher Blutdruck oder der Genuss von Nikotin.

Während Studien an Patienten, bei denen aus verschiedenen Gründen Gefäßdarstellungen erfolgten, einen Hirnaneurysma-Anteil von ein bis zwei Prozent zeigten, ergaben Studien an Leichen, die von der Pathologie untersucht wurden, einen wesentlich höheren Anteil von sieben bis zehn Prozent.

Ursachen

Nicht immer ist die Ursache für ein Hirnaneurysma feststellbar. Es wird angenommen, dass eine genetische Veranlagung von Bedeutung ist, da die Hirnaneurysmen oft innerhalb von Familien gehäuft vorkommen.

Zu den bekanntesten Risikofaktoren von Hirnaneurysmen zählt der Bluthochdruck. Dabei entsteht bei jedem Herzschlag Druck durch das Blut auf die Gefäßwände, was wiederum schwache Stellen innerhalb der Wände zur Folge haben kann. Geben diese Schwachstellen nach, kommt es zu einem Aneurysma. Auf indirekte Weise kann so auch das Rauchen die Bildung eines Hirnaneurysmas fördern, weil es den Blutdruck in die Höhe steigen lässt.

Ebenfalls zu den häufigsten Gefahrenquellen für Hirnaneurysmen gehört die Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Durch das Ablagern von Kalk an den Wänden der Blutgefäße büßen diese an Elastizität ein. Das bedeutet, dass der Druck, der bei jedem Herzschlag entsteht, unzureichender von den Gefäßen abgefedert wird.

Darüber hinaus kommen noch einige seltene Ursachen für ein Gehirnaneurysma in Betracht. Dabei handelt es sich um Erbkrankheiten wie das Ehlers-Danlos-Syndrom sowie das Marfan-Syndrom.

Die häufigsten Auslöser für eine Subarachnoidalblutung beim Hirnaneurysma

Älterer Mann fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Kopf
Portrait d'un homme senior réfléchissant © auremar - www.fotolia.de

Zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter dem intrakraniellen Aneurysma. Bei diesem Personenkreis kann es zu einer gefährlichen Subarachnoidalblutung im Gehirn kommen.

Monique Vlak vom universitären medizinischen Zentrum im holländischen Utrecht hat 250 Menschen, die eine solche Blutung bekamen, nach dem konkreten Auslöser befragt. Das Ergebnis:

Eine Hirnblutung ist äußerst gefährlich. Allerdings kommt sie nur bei den Menschen mit intrakraniellen Aneurysma vor. Risikofaktoren dafür sind weibliches Geschlecht, Rauchen, Alter und Alkohol.

Aneurysma im Gehirn: Tödliche Blutungen durch Risikofaktoren begünstigt

Anatomie - Grafik einer Arterie mit Blutkörperchen
arterie mit fließendem blut © sebastian kaulitzki - www.fotolia.de

Ist im Gehirn die Wand einer Arterie geschwächt, können sich an dieser Stelle gefährliche Ausbuchtungen bilden - sogenannte Gehirnaneurysmen. Da diese Gefäßschwäche zumeist angeboren ist und sogar in einer Familie weitervererbt werden kann, gibt es keine echte Präventionsmaßnahmen.

Allerdings können Aneurysmen durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Arteriosklerose und Rauchen begünstigt werden, so dass ein gesunder Lebensstil viel dazu beitragen kann, eine Entstehung zu verhindern.

In vielen Fällen wissen Menschen gar nicht, dass sie mit einer tickenden Zeitbombe im Kopf leben, da das Aneurysma oft jahrelang unentdeckt bleibt. Forscher der Universität Helsinki stellten nun fest, dass es bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen irgendwann zu einer Ruptur kommt, d.h. das Aneurysma reißt auf und verursacht eine heftige Blutung im Gehirn - die häufig zum Tode führt.

Größe des Aneurysmas entscheidend

Eine große Rolle spielt dabei die Ausgangsgröße des Aneurysmas, stellten die Forscher fest. So wurde bei den finnischen Patienten ein Median-Durchmesser von 4 Millimetern festgestellt. Allerdings gab es auch Aneurysmen mit einem Durchmesser von bis zu 25 Millimetern.

29 Prozent der ingesamt 118 Patienten erlitten eine Ruptur und waren zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 51,3 Jahre halt. Das größte Risiko besaßen dabei Frauen, die rauchten und bei denen das Aneurysma einen Durchmesser von sieben Millimetern oder mehr hatte.

Symptome

In vielen Fällen zeigen sich bei einem Hirnaneurysma gar keine Symptome. Aus diesem Grund findet ihre Entdeckung meist eher zufällig im Rahmen von Untersuchungen wie einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes statt.

Beeinträchtigung der Nerven

Je nachdem, an welcher Stelle des Gehirns sich das Aneurysma befindet und welches Ausmaß es erreicht, kann es jedoch Beschwerden hervorrufen. Dabei drohen Beeinträchtigungen der Gehirnnerven wie des Nervus oculomotorius, zu dessen Aufgaben die Bewegungen der Augen gehören. Wird er durch das Hirnaneurysma geschädigt, besteht die Gefahr von

  • Bewegungsstörungen an den Augen,
  • das Sehen von Doppelbildern oder
  • Lähmungen der Augenmuskeln.

Hirnblutung

Intensive Symptome ergeben sich aus einer Ruptur (Riss) des Hirnaneurysmas. So kommt es dadurch häufig zu einer Subarachnoidalblutung, also einer Blutung in den Bereich zwischen Hirnhaut und Gehirn, auch Arachnoidea (Spinnenhaut) genannt. Weil das Blut wegen der harten Schädeldecke nicht abfließen kann, bildet sich schnell Druck auf das Gehirn. Durch den Hirndruck zeigen sich Symptome wie:

Im weiteren Verlauf droht der Patient ins Koma zu fallen.

Menschen mit einem Hirnaneurysma sind gehäuft von Migräne betroffen

Grafik eines Migräneanfalls, der Vorderkopf gelb-rot leuchtend hervorgehoben, fasst sich an den Kopf
Migräneanfall © psdesign1 - www.fotolia.de

In einer Studie mit 199 Teilnehmern, die wegen einem rupturiertem intrakraniellem Aneurysma (SIA) im Krankenhaus behandelt wurden, stellten Neurologen fest, dass Menschen mit einem solchen Aneurysma gehäuft über Migräne-Kopfschmerzen klagten.

Dafür befragten die Wissenschaftler in Jektarinburg auch eine Kontrollgruppe aus dem vorhergehenden Jahr. Diese klagten zu 32,5 Prozent über Kopfschmerzen.

Von den Studienteilnehmern gaben 62,3 Prozent an, Kopfschmerzen gehabt zu haben. Bei der Befragung bezüglich Migräne stellte sich heraus, dass unter den SIA-Erkrankten 39,2 Prozent darunter litten, während es bei der Kontrollgruppe nur 8,8 Prozent der Befragten waren.

Diagnose

In den meisten Fällen wird ein Hirnaneurysma nur durch Zufall im Rahmen von ärztlichen Untersuchungen entdeckt, sofern die betroffene Person nicht unter Beschwerden leidet. Platzt das Aneurysma, kommt es zwar zu intensiven Symptomen, allerdings besteht zunächst häufig der Verdacht auf ein neurologisches Leiden.

Eine genaue Darstellung des Hirnaneurysmas ist aber durch eine Magnetresonanztomographie oder Computertomographie möglich. Die Computertomographie gilt als Sofortmaßnahme, weil sie sich schneller vornehmen lässt. Dabei stellt der Arzt fest, ob ein Gefäßverschluss oder eine Einblutung vorliegt. Mithilfe einer Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) können die Gefäße jedoch besser dargestellt werden, was eine genauere Diagnose ermöglicht.

Therapie

Zur Behandlung eines Hirnaneurysmas stehen zwei operative Möglichkeiten zur Wahl: das Clipping und das Coiling.

Alternativ auch zudem die Möglichkeit, sich auf das Beobachten des Hirnaneurysmas durch bildgebende Methoden zu beschränken. Diese Methode gelangt vor allem bei kleineren Aneurysmen zum Einsatz, bei denen nur eine geringe Gefahr besteht, dass es zu einem Riss kommt.

Clipping

Beim Clipping öffnet ein Neurochirurg den Schädel des Patienten. Mithilfe eines Clips verschließt er das Hirnaneurysma von außen.

Die Clipping-Methode findet in erster Linie statt, wenn das Gehirnaneurysma eine Größe erreicht, die andere Behandlungsverfahren nicht mehr zulässt. Aber auch bereits eingetretene Blutungen nach dem Aufreißen der Aussackung sind ein Grund für das Clipping.

Clipping Ablauf

Beim Clipping nimmt der Chirurg zunächst einen Hautschnitt an der Haargrenze vor und legt einen Zugang zum Gehirn. Außerdem gilt es, den Sehnerv und wichtige Arterien zu finden, um eine Orientierung zu erhalten.

Hat sich das von der Aussackung betroffene Gefäß angefunden, setzt der Arzt einen Clip vor das Aneurysma. Durch diesen Vorgang lässt sich verhindern, dass das Blut das ausgesackte Gefäß durchströmt. Stattdessen sucht es sich einen Umgehungskreislauf. Durch die Gabe eines Farbstoffes stellt der Neurochirurg sicher, dass das Blut einen anderen Weg nimmt, sodass die Gehirnbereiche auch weiterhin genügend Blut erhalten.

Die Clipping-Operation nimmt zwischen drei und sechs Stunden in Anspruch, was vom Ausmaß des Hirnaneurysmas und dessen Zugang abhängt.

Nach der Operation

Im Anschluss an die Clipping-Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht und mobilisiert. Am Folgetag findet zur Kontrolle eine Computertomographie statt. Eine Woche später wird eine Angiologie vorgenommen, um die Gefäße darzustellen.

Coiling

Eine noch verhältnismäßig neue Methode stellt das Coiling dar. Das Verfahren gelangt zur Anwendung, wenn noch keine Ruptur des Hirnaneurysmas vorliegt.

Coiling Ablauf

Besteht der Verdacht auf ein Hirnaneurysma, wird zuerst eine Gefäßdarstellung durchgeführt. Zu diesem Zweck schiebt der Arzt einen Katheter via Leistenarterie in Richtung gehirnversorgende Arterien. Darüber hinaus erfolgen die Injektion eines Kontrastmittels sowie eine Röntgenaufnahme. Durch die Anreicherung des Kontrastmittels erhält der Mediziner die Möglichkeit, die Aussackungen zu erkennen.

Beim Coling schiebt der Arzt anschließend sehr dünne Spiralen über den Katheter zum ausgesackten Gefäß und setzt sie dort ab. Durch die Spiralen lässt sich die Aussackungsstelle beinahe komplett ausfüllen. Das Blut, das an dieser Stelle vorbeifließt, stellt schon nach kurzer Zeit kleine Gerinnsel her, was Mediziner auch als Gefäßthrombosierung bezeichnen. Infolge der Blutgerinnsel kann die komplette ausgesackte Stelle ausgefüllt und damit abgedichtet werden.

Die Coling-Methode wird als überaus erfolgreich eingestuft. Zu einem Aufreißen des gecoilten Bereiches kommt es nur äußerst selten. Die Colingspiralen müssen jedoch für den Rest des Lebens im Gefäß verbleiben.

Allerdings besteht durch das Coiling auch das Risiko von Komplikationen. Dazu gehören das Ausschwemmen eines Blutgerinnsels, das einen Schlaganfall auslösen kann, sowie das Einreißen der dünnen Gefäßwand, was schwerwiegende Hirnblutungen nach sich zieht.

Ein Hirnaneurysma kann inzwischen auch im hohen Alter gut therapiert werden

Krankenpflegerin grünem Kittel hält die Hand eines alten Mannes
Krankenpflegerin hält Hand eines Senioren © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Aneurysmen können extrem gefährlich werden. Es handelt sich dabei um Ausdehnungen von Gefäßen, die ohne entsprechendes Screening viele Jahre unentdeckt bleiben. Ein Aneurysma sorgt dafür, dass es im betroffenen Gefäß zu einer Art Aussackung kommt. Durch diese krankhafte Erweiterung des Blutgefäßes werden die Wände jedoch dünner und das kann durchaus zu einer Ruptur führen. Mit anderen Worten: Das Gefäß reißt und es kommt zu inneren Blutungen. Das kann lebensbedrohlich werden.

Ist ein Hirngefäß betroffen, besteht auch bei erfolgreicher Rettung die große Gefahr, dass ein Patient Langzeitschäden behält. Gerade die Behandlung von erkannten aber noch nicht gerissenen Hirnaneurysmen war lange Zeit extrem schwierig. Zwar wollte man gern durch einen Eingriff verhindern, dass ein Gefäß reißt und damit eine lebensbedrohende Situation eintritt, doch gerade bei älteren Patienten war das Risiko einer Behandlung oft so groß, dass man sich dies kaum traute.

Dieser Zustand hat sich aber dank der modernen Medizin gewandelt. Inzwischen können auch betagte Senioren erfolgreich therapiert und somit die Gefahr einer Ruptur minimiert werden. Möglich macht dies der Einsatz von hauchdünnen Kathetern. Sie werden über ein Blutgefäß in der Leistengegend eingeführt und bis zum Gehirn befördert.

Haben sie das Gefäß erreicht, in dem die Aussackung vorliegt, werden Coils an die dünnen Gefäßwände gesetzt. Dabei handelt es sich um medizinische Spiralen aus Platin, die das ausgedünnte Gefäß stabilisieren. Das Risiko auf einen späteren Riss wird so entscheidend verkleinert. Gleichzeitig ist der Eingriff so schonend, dass Komplikationen während der OP kaum zu erwarten sind und daher der Nutzen das potenzielle Risiko deutlich überwiegt.

Neuartiger Polymerschaum lässt Hirn-Aneurysma natürlich heilen

Ärztin mit Brille und hellblauer Kappe mit buntem Motiv blickt nach unten, wo sie angestrahlt wird
pediatric surgen woman © beerkoff - www.fotolia.de

Menschen mit einem Aneurysma im Gehirn haben heute verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung. Trotzdem besteht ein hohes Risiko für neurologische Schäden - bis hin zum tödlichem Ausgang. Amerikanische Forscher haben nun einen Schaum entwickelt, mit dem lebensbedrohliche Blutungen auf schonendem Weg verhindert werden können.

Risikoreiche Verfahren

Bisher führen die Mediziner bei einem Aneurysma eine Platin-Spirale in die Gefäßaussackung ein, um dort die Blutgerinnung zu aktivieren. Oder sie klemmen die Aussackung im Rahmen einer Gehirn-OP vom Blutstrom ab. Beide Verfahren sind risikoreich und führen in der Folge häufig zu Komplikationen wie lokalen Entzündungen oder der Bildung von neuen Aneurysmen.

Heilung durch Polymerschaum

Mit dem Polymerschaum wollen die Wissenschaftler diese Risiken vermeiden. Nachdem der Schaum mit Hilfe eines kleinen Katheders in die Gefäßaussackung eingebracht ist, bilden sich zwischen Polymer und geschädigter Gefäßwand neue Zellen. Nach drei Monaten war das Aneurysma im Experiment fast vollständig verheilt.

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    Nachbehandlung

    Verläuft die Operation eines gerissenen Hirnaneurysmas erfolgreich, muss der Patient sich nach seiner Therapie im Krankenhaus für sechs bis acht Wochen in eine anschließende Nachbehandlung begeben, in deren Mittelpunkt ergotherapeutische und physiotherapeutische Maßnahmen stehen. Im Falle von Sprachproblemen wird ein Logopäde hinzugezogen. Des Weiteren ist eine regelmäßig stattfindende Nachsorge beim Neurologen oder Neurochirurgen erforderlich.

    Als wichtig gilt zudem das Ausschalten von Risikofaktoren, die Instabilitäten hervorrufen könnten. Dazu gehört in erster Linie der Verzicht auf das Rauchen. Ebenso ist eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks erforderlich.

    Prognose

    Die Prognose bei einem Hirnaneurysma hängt davon ab, ob die Aussackung frühzeitig entdeckt und entsprechend behandelt wird. In diesem Fall bestehen gute Heilungschancen.

    Reißt das Aneurysma jedoch und führt zu einer Hirnblutung, richtet sich die Prognose nach deren Ausmaß.

    Gefahr der Hirnaneurysmen: In jedem dritten Fall platzt das kranke Gefäß im Gehirn

    Grafische Darstellung Blutkreislauf im Gehirn
    blutkreislauf des gehirns © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

    Aneurysmen werden gern als "tickende Zeitbomben" bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Aussackung eines Gefäßes. Das Blutgefäß verliert seine gesunde Form und die Gefäßwand wird je nach Ausprägung der Aussackung gefährlich dünn. Dies kann dazu führen, dass das Aneurysma irgendwann platzt und es zu inneren Blutungen kommt.

    Ab einer Aneurysma-Größe von 20 Millimeter ist das Risiko im Vergleich zu Aneurysmen mit fünf Millimetern direkt um das 20-Fache vergrößert. Bisher geht man in der Medizin allgemein davon aus, dass die Größe der Aussackung der zentrale Fakt zur Risikoermittlung ist. Ab einer Ausdehnung von 20 Millimetern besteht akuter Handlungsbedarf.

    Tatsächlich hat eine aktuelle Studie aus Finnland bestätigt, wie gefährlich es gerade bei Hirnaneurysmen werden kann. Demzufolge platzt dabei jedes dritte Aneurysma. Es bleibt also ein unumstößlicher Fakt, dass die Größe der Aussackung bedeutend für das Risiko ist. Doch das heißt im Umkehrschluss keineswegs, dass die Gefahr bei kleinen Aneurysmen nicht der Rede wert ist. Gerade die Größe bei der ersten Diagnose hat noch nichts zu sagen, wie die Forscher feststellen mussten.

    Besonders bei Frauen unter 50 und aktiven Rauchern reißt das Aneurysma

    In der finnischen Studie waren die Aussackungen am Anfang sieben Millimeter und dennoch kam es später bei jedem Dritten zu einem Platzen des betroffenen Gefäßes. Die Studie zeigt, dass man neben der Größe auch auf drei weitere Faktoren achten muss: Alter, Geschlecht und Nikotin. Besonders hoch ist die Gefahr laut Studie bei Frauen unter 50 Jahren und bei aktiven Rauchern. Bei der Anfangsgröße von sieben Millimetern platzte das Aneurysma später bei 73 Prozent der Frauen und nur 18 Prozent der Männer. Unabhängig vom Geschlecht lag die Gefahr für Raucher bei 39 Prozent und für Nicht - bzw. Ex-Raucher bei 17 Prozent.

    Das Alter spielt insofern eine Rolle, als das ein Aneurysma in jüngeren Jahren mehr Zeit hat, zu wachsen und damit die Gefahr für eine Ruptur steigt. Menschen unter 50 Jahren hatten daher das 3-fache Risiko von allen Menschen im Alter 50+.

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      • Bildnachweis: blutkreislauf des gehirns © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

      Autor:

      Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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