Analkarzinom - Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Analkarzinom bezeichnet man auch als Analkrebs bzw. Analtumor. Ärzte vermuten verschiedene Ursachen, die zur Entstehung eines Analkarzinoms führen; als Risikofaktoren gelten Erkrankungen im Enddarmbereich. Analkrebs kann in vielen Fällen geheilt werden. Die Diagnostik erfolgt meist beim Internisten. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung eines Analkarzinoms.

Die Entstehung von Analkrebs und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Ein Analkarzinom bezeichnet man auch als Analkrebs oder Analtumor. Es handelt sich dabei um Tumore bösartiger Natur, die sich im Bereich des Anus befinden. Je nachdem, wo diese genau liegen, unterscheidet man zwischen dem Analkanalkarzinom sowie dem Analrandkarzinom.

Beim Analkanalkarzinom, welches in 80 Prozent der Krankheitsfälle vorliegt, befindet sich der Tumor zwischen oder oberen (Linea dentata) sowie der unteren (Linea anocutanea) Grenze des Analkanals, während das Analrandkarzinom unterhalb der Linea anocutanea sowie deren Umkreis von 5cm liegt und bei 20 Prozent der Analkrebs-Erkrankungen vorkommt.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Analkarzinoms sind noch nicht bekannt. Bestehen jedoch Erkrankungen im Enddarmbereich, wie zum Beispiel Fisteln oder Hämorrhoiden, können diese die Entstehung eines bösartigen Tumors begünstigen.

Durch Analverkehr können über die Scheide oder den Penis Viren übertragen werden, die sich im Bereich des Analkanals ausbreiten. Dadurch entstehen gutartige Wucherungen, die mit der Zeit ebenfalls einen Analkrebs fördern können.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Die meisten Patienten sind über fünfzig Jahre alt. In einigen Familien tritt der Analkrebs gehäuft auf, so dass die Erkrankung auch genetisch bedingt sein kann. Rauchen ist ebenfalls ein Risikofaktor.

Zu den Risikofaktoren für ein Analkanalkarzinom zählen zudem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Ursächlich für das Analrandkarzinom können des Weiteren

sein.

Verlauf

Wird der Krebs frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, bestehen sehr gute Heilungschancen. Meist erfolgt eine Kombinationstherapie aus Strahlen- und Chemotherapie.

Die Nachbehandlung nach erfolgreicher Therapie ist jedoch von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf. Häufig bildet sich in den ersten zwei Jahren nach erfolgreicher Behandlung erneut ein Tumor.

Regelmäßige Tumornachsorgen sind daher äußerst wichtig. Nachteil der Kombinationstherapie aus Strahlen- und Chemotherapie ist, dass etwa jeder fünfte Patient eine Stuhlinkontinenz erleidet und somit die Stuhlausscheidung nicht mehr kontrollieren kann. Bei diesen Patienten muss im Rahmen einer Operation ein künstlicher Darmausgang gelegt werden.

Ist die Akutbehandlung abgeschlossen, erfolgt eine mehrwöchige Weiterbehandlung in einer speziellen Fachklinik. Die Behandlung wird Rehabilitationsbehandlung genannt und von den Krankenkassen bzw. Rentenversicherungsträgern erstattet. Hier lernen die Patienten mit ihrer Erkrankung umzugehen und gegebenenfalls auch den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang.

Symptome

Patienten mit einem Analkarzinom bemerken

  • Blut auf dem Stuhlgang
  • ein Jucken im Bereich des Afters und
  • unregelmäßigen Stuhlgang sowie
  • Schmerzen beim Stuhlgang.

Zusätzlich leiden die Betroffenen oft an Stuhlinkontinenz. Sie können die Stuhlausscheidungen nicht mehr willentlich kontrollieren.

Bei einem Analkanalkarzinom kann es zusätzlich zu vergrößerten Lymphknoten im Leistenbereich sowie Gewichtsverlust als Spätfolgen kommen. Liegt ein Analrandkarzinom vor, kommt es zu ekzemartigen Hautveränderungen, die sich mit der Zeit zu nässenden Knoten entwickeln.

Diagnose

Diese Symptome können auch für andere Erkrankungen im Darmbereich sprechen. Um die genaue Diagnose feststellen zu können, erfolgt eine ausführliche Untersuchung beim Internisten.

Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Enddarm aus und kann hier meist den Tumor im Afterkanal ertasten. Zusätzlich erfolgt eine vollständige Darmspiegelung oder auch nur eine Spiegelung des Enddarmes.

Vor der Darmspiegelung (Coloskopie) erhält der Patient eine Beruhigungsspritze. Als Vorbereitung vor der Untersuchung musste der Patient eine spezielle abführende Lösung trinken, um den Darm vollständig von Stuhlresten zu reinigen.

Um den Darm genau betrachten zu können, führt der Arzt einen langen biegsamen Schlauch (das Endoskop) in den After ein und schiebt ihn bis zum Darm vor. Auf dem Weg dorthin kann er einen Tumor im Afterkanal diagnostizieren.

Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, entnimmt der Arzt auch noch eine Gewebeprobe. Dazu wird eine dünne Zange benötigt, die über das Endoskop eingeführt wird. Die Probe wird im Labor unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht.

Bei der Enddarmspiegelung (Rektoskopie) muss der Patient im Vorfeld meist lediglich den Enddarm mit Hilfe eines Einlaufes reinigen. Der Arzt führt dann ein starres Gerät in den After ein und kann auf diese Weise ebenfalls einen Tumor im Afterkanal erkennen.

Oftmals wird zusätzlich auch eine Röntgenaufnahme angefertigt. Bestätigt sich der Krebsverdacht, erfolgt eine umfangreiche Ultraschalluntersuchung.

Zusätzlich wird auch eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie angefertigt, um eventuelle Metastasen feststellen zu können. Auch das Blut des Patienten wird untersucht.

Therapie

Meist wird der Analkrebs in Form einer Kombinationstherapie aus Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Diese zeigt den größten Erfolg.

Das Tumorgebiet wird hier weiträumig bestrahlt. Im Rahmen der Chemotherapie erhält der Patient hochwirksame Medikamente, die so genannten Zytostatika. Neun von zehn Patienten überleben mit dieser Methode die ersten fünf Jahre. Nebenwirkung dieser Behandlung sind oftmals starker Durchfall sowie eine unangenehme Entzündung im Bereich des Afters.

Nach der Behandlung ist oftmals eine Operation notwendig, bei der ein künstlicher Darmausgang gelegt wird, da einige Patienten ihre Stuhlausscheidung nicht mehr kontrollieren können und stuhlinkontinent werden.

Eine Operation bringt meist nur einen geringeren Erfolg als die Strahlen-/Chemotherapie. Daher wird sie kombiniert mit der Strahlentherapie eingesetzt. Zuerst wird der Tumor im Rahmen der Operation entfernt und anschließend das Tumorgebiet bestrahlt.

Nachteil der Operation ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stuhlinkontinenz und somit das Nötigwerden eines künstlichen Darmausganges. Bei der Operation ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher als bei der Strahlen-/Chemotherapie. Auch Verwachsungen oder ein Darmverschluss können Folgeerkrankungen der Operation sein.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die so genannte Hyperthermie. Hier wird die Tumorregion auf über vierzig Grad erwärmt und anschließend (oder auch zuvor) eine Strahlentherapie durchgeführt.

Vorbeugung

Nur bedingt kann man einem Analkarzinom vorbeugen. Da Analverkehr ein Risikofaktor für die Erkrankung ist, sollte man grundsätzlich Kondome verwenden. Auch eine gesunde und vitaminreiche Ernährung trägt zu einer gesunden Darmflora bei.

Sowohl Frauen als auch Männer sollten die Vorsorgeuntersuchungen nutzen. Hier wird der Enddarm abgetastet und auch ein Stuhltest durchgeführt. Der Patient muss dazu eine Stuhlprobe auf das so genannte "Stuhlbriefchen" geben.

In der Arztpraxis wird eine bestimmte Lösung darauf gegeben, die unsichtbares (okkultes) Blut sichtbar machen kann. Der so genannte Haemoccult-Test ist Teil der Krebsvorsorge.

Quellen:

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  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
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