Blutungsanämie - Mangel an roten Blutkörperchen aufgrund von akutem Blutverlust

Bei einer Anämie oder Blutarmut unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen. Dazu gehört auch die Blutungsanämie, die durch Blutungen hervorgerufen wird. Diese wiederum können etwa während eines chirurgischen Eingriffs entstehen. Möglich sind aber beispielsweise auch Gerinnungsstörungen oder Blutungen aufgrund einer starken Menstruation. Lesen Sie alles Wissenswerte zur Blutungsanämie.

Zu den möglichen Symptomen zählen Herzrasen, Atemnot und Bewusstseinsstörungen

Als Anämie oder Blutarmut bezeichnet man einen Mangel an Hämoglobin (rotem Blutfarbstoff) oder Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Die roten Blutkörperchen sind sehr wichtig für den Organismus, da sie sämtliche Körperzellen mit Sauerstoff aus der Lunge versorgen.

Kommt es jedoch zu einer Blutarmut, fällt der Sauerstofftransport geringer aus. Eine Form von Anämie ist die Blutungsanämie.

Spricht man von einer Blutungsanämie, meint man damit eine Blutarmut, die durch Blutungen im Körper entsteht. Während äußere Blutungen leicht zu erkennen sind, ist dies bei so genannten okkulten Blutungen, worunter man Blutungen im Verborgenen versteht, weitaus schwieriger. Häufig treten solche verborgenen Blutungen im Gastrointestinaltrakt auf.

Aufgrund von Blutungen kommt es zu einem Verlust an Eisen im Körper. In den meisten Fällen ist eine Blutungsanämie im Grunde genommen eine Eisenmangelanämie. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Blutungsanämie.

Ursachen

Zu einer akuten Blutungsanämie kommt es zumeist durch einen starken Blutverlust während eines operativen Eingriffs. Da das Knochenmark nicht in der Lage ist, schnell genug ausreichend rote Blutkörperchen herzustellen, tritt ein Blutmangel im Kreislauf ein.

Die Zahl der Erythrozyten pro Volumeneinheit nimmt auch dadurch ab, weil ein kompensatorischer Flüssigkeitseinstrom aus dem Körpergewebe in die Blutbahn einsetzt, der eine Verdünnung des Blutes zur Folge hat. Durch die Nachbildung von Erythrozyten regeneriert der Organismus das Blut. Da es dabei zur Bildung von Hämoglobin kommt, steigt auch der Eisenverbrauch.

Weitere Auslöser einer Blutungsanämie können

sowie bei Frauen Blutungen aus den Geschlechtsorganen aufgrund einer sehr starken Menstruation oder einer Krebserkrankung.

Symptome und Krankheitsverlauf

Bei einer akuten Blutungsanämie kommt es zu Symptomen wie

Sollte der Blutverlust mehr als 60 Prozent des gesamten Blutes betragen, kann dies sogar zum Tod durch Verbluten führen. Von einer chronischen Blutungsanämie spricht man, wenn der Patient ständig Blut verliert. Da bei diesem Vorgang immer wieder Blut nachgebildet wird, hat dies einen erhöhten Eisenverbrauch zur Folge.

Schließlich sinkt der Eisenspeicher des Körpers und die Nachbildung des Bluts wird insuffizient. In diesem Fall entsteht eine Eisenmangelanämie. Durch den Eisenmangel kommt es zu einer Stagnation der Erythrozytennachbildung im Knochenmark.

Diagnose

Während sich äußere Blutungen durch gynäkologische Blutungen oder Wunden leicht diagnostizieren lassen, muss bei einem nicht erkennbaren Blutverlust eine eingehende Untersuchung erfolgen. Zu diesem Zweck durchsucht man den Magen-Darmkanal mithilfe eines Endoskops. In manchen Fällen wird auch eine Szintigraphie oder eine Angiographie vorgenommen.

Frauen werden zu ihrem Menstruationszyklus befragt und gynäkologisch untersucht. Auch Laboruntersuchungen, beispielsweise zur Bestimmung des Eisen- oder Transferrinwertes, sind möglich.

Behandlung

Welche Behandlung bei einer Blutungsanämie durchgeführt wird, hängt davon ab, ob es sich um eine chronische oder akute Blutarmut handelt. Bei akuten Blutungen muss diese zunächst gestillt werden.

Droht ein Blutungsschock, muss rasch eine Bluttransfusion stattfinden. Der Kreislauf wird stabilisiert.

Bei einer chronischen Blutungsanämie sucht man dagegen zunächst nach der Quelle der Blutungen, um diese dann entsprechend behandeln zu können. Darüber hinaus wird eine Eisensubstitution vorgenommen.

Mit der Anwendung einer Bluttransfusion hält man sich bei der chronischen Form eher zurück. Ob eine Bluttransfusion verabreicht werden muss, hängt auch vom Gesamtzustand des Körpers ab.

Quellen:

  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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