Gesundheitliche Folgen eines kritischen Baucumfangs sowie Tipps zum Messen und zur schmalen Taille

Welchen Einfluss der Bauchumfang auf die Gesundheit hat, wie man ihn richtig misst und wie man mit einer Kombination aus Sport und gesunder Ernährung zur schmaleren Taille gelangt

Kennen Sie den Umfang Ihres Bauches? - Wenn Sie in Japan arbeiten müssten, würden Sie ihn wahrscheinlich bereits wissen. Und dann auch Ihr Arbeitgeber. Ein neues Gesetz verlangt im Land der aufgehenden Sonne, dass Firmen und örtliche Behörden den Bauchumfang ihrer Mitarbeiter ermitteln, die zwischen 40 und 74 Jahre alt sein. Jeder mit einem übergroßen Bauch und jeder, der durch Übergewicht gesundheitliche Probleme hat, erhält dann Diätratschläge.

Frau misst ihren Bauchumfang mit einem Maßband

Was auf den ersten Blick etwas nach staatlichen Eingriff in die Privatsphäre anmutet, macht nach nüchterner Überlegung durchaus Sinn. Immerhin gehören durch Übergewicht bedingte Krankheiten zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen der modernen Gesellschaft.

Gesundheitliche Folgen eines kritischen Bauchumfangs

Für eine Frau gilt ein Bauchumfang bis zu 80 cm als gesundheitlich unbedenklich. Bei Männern wird es ab 94 Zentimetern ernst. So lautet die Vorgabe der Internationalen Diabetes Vereinigung.

Wenn Ihr Bauchumfang deutlich mehr als 90 cm beträgt, oder im Falle eines männlichen Lesers deutlich mehr als 100, dann haben Sie ein erhöhtes Risiko zu erkranken und Herzprobleme zu erleiden.

Ein übergroßer Bauchumfang scheint, laut Meinung des Australischen Krebskomitees, außerdem Darmkrebs sowie Prostatakrebs und Gebärmutterkrebs zu begünstigen. In einer Studie wurde zudem jüngst nachgewiesen, dass ein übergroßer Bauch ein eigenes endokrines System bildet, dass Diabetes innerhalb einer kurzen Zeit begünstigen kann.

Gesundheitsrisiken

Der Bauchumfang als Indikator für das Herz-Kreislauf-Risiko

Nahaufnahme Bauch mit Übergewicht, Hemd spannt
Overweight belly © imagesab - www.fotolia.de

Von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität wurde eine Studie mit mehr als 55.000 Patienten durchgeführt, dabei stellten die Experten fest, dass ein großer Bauchumfang ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Männer mit einem durchschnittlichen Bauchumfang von 105,3 Zentimetern und Frauen mit einem Umfang von 97,1 Zentimetern litten an Bluthochdruck. Dagegen waren Männer mit einem Bauchmass von 96,3 Zentimetern und Frauen mit 85,7 Zentimetern nicht von dem erhöhten Blutdruck betroffen.

Die Bedeutung des Bauchumfangs als Maß für Fettgewebe in der Bauchhöhle wird von Experten zunehmend als ein wichtiger Indikator herangezogen.

Stärkere Aufklärung über Bauchfett und den Bauchumfang

Über das Thema „inneres Bauchfett“ will eine neue Initiative, die aus der Deutschen Adipositas Gesellschaft e.V., Sanofi-Aventis und die Lipid-Liga e.V. besteht, eine Kampagne starten.

Eine schnelle Vorhersage über das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung soll mittels Feststellen des Bauchumfangs möglich sein. Der Bauchumfang soll bei Frauen nicht über 88 cm und bei den Männern nicht über 102 cm liegen. Von den Hausärzten messen gerade einmal 10 Prozent bei einer Vorsorgeuntersuchung den Umfang vom Bauch. Ein zu hoher Körperfettanteil kann Krankheiten wie Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen auslösen.

Lebenserwartung durch ein vorhandenes Bauchfett reduziert

Seitenansicht männlicher Oberkörper mit dickem Bauch, Übergewicht
Übergewicht © PeJo - www.fotolia.de

Der berühmte Bierbauch bei den Männern oder der "Restbauch" einer lang zurück liegenden Schwangerschaft, ist immer wieder Gegenstand von liebevollen Frotzeleien.

Oft wird gerade der Bauch als persönlicher Makel betrachtet, der sich dem eigenen ästhetischen Auge nicht gerade wohlgefällig präsentiert. Doch neben einem gestörten Schönheitsempfinden und kneifenden Hosen, stellt ein Zuviel an innerem Bauchfett ein gesundheitliches Risiko dar.

Durch das Freisetzen von Hormonen und bestimmten Botenstoffen werden den Zivilisationskrankheiten, wie etwa Bluthochdruck, Schlaganfall oder auch Diabetes-Typ-2 kräftig Vorschub geleistet. Je nach Umfang und auch Dauerhaftigkeit des Bauchfettes wird die Lebenserwartung deutlich reduziert. Damit man dieses Risiko etwas minimieren kann, sollte man nicht nur seine Ernährungsweise umstellen und das Gewicht reduzieren, sondern vor allem auch für eine ausreichende tägliche (sportliche) Bewegung sorgen.

Besonders bei der Ernährung empfiehlt es sich auf Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Wert zu verzichten, da diese den Blutzuckerspiegel rasch wieder nach oben treiben und zu einem erneuten (frühzeitigen) Hungergefühl verführen.

Unästhetisch und krankmachend - Der Bierbauch und wann man damit zum Arzt gehen sollte

Übergewichtiger Mann in weißem Unterhemd mit Pizza und Flasche Bier
Overweight mature man with pizza © Simone van den Berg - www.fotolia.de

Nicht gleich und sofort, doch mit verlaufender Zeit, bekommen sehr viele Männer den berühmten Bierbauch. Sprüche wie "der war teuer" täuschen dann nicht wirklich über den unästhetischen Anblick hinweg und schon gar nicht über die ungesunden Auswirkungen die ein Bierbauch hervorrufen kann. Gerade Männer unterliegen hier gleich mehreren Risiken, wenn sich ein Bierbauch entwickelt.

Das so genannte viszerale Fett wird inzwischen nachweislich für zahlreiche Beschwerden und Erkrankungen verantwortlich gemacht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Gewebeentzündungen mit einem chronischen Verlauf, Diabetes, Arteriosklerose oder Thrombosen, sowie der Verlust der Libido und Potenz sind nur einige der möglichen Folgen, wenn man nicht nur dem Bier zuviel zuspricht, sondern nichts gegen den wachsenden ungesunden Bauchumfang unternimmt.

Zeigt sich bei einem Mann ein Bauchumfang mit rund 102cm, dann sollte der Gesundheit zur Liebe rasch ein Termin mit einem Andrologen vereinbart werden. Der Verzicht auf das Feierabendbierchen kann zudem ein erster Schritt zur körperlichen, gesundheitlichen und ästhetischen Veränderung sein.

Asthma-Gefahr dank Bauchfett auch bei normalgewichtigen Frauen gegeben

Junge Frau in blauem Shirt steht im Park und inhaliert aus einem Asthma-Inhalator
Woman using asthma inhaler in park © WavebreakmediaMicro - www.fotolia.de

Für Frauen mit einem Bauchumfang von 88cm und mehr, besteht ein erhöhtes Risiko an Asthma zu erkranken. Zu dieser Erkenntnis gelangte Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums in Berkeley/Kalifornien. Dieses Risiko besteht allerdings selbst dann, wenn es sich grundsätzlich um normalgewichtige Frauen handelt.

An der Langzeitstudie, die 1995 begann, nahmen insgesamt 90.000 Lehrkräfte teil, von denen 13% als fettleibig eingestuft wurden. Bei den Auswertungen der gesammelten Daten offenbarte sich, dass fettleibige Frauen doppelt so häufig an Asthma erkrankten als es bei den normalgewichtigen Frauen der Fall war.

Dieses Risiko stieg bei sehr fettleibigen Frauen jedoch nochmals auf den dreifachen Wert an. Grundsätzlich lagert der Mensch am Bauch und an den Hüften am schnellsten Fett an und nach dem vorhandenen Bauchumfang der amerikanischen Frauen zu urteilen, sind 61% davon bereits fettleibig. Allergische und genetische Faktoren waren in dieser Studie zwar nicht von Interesse, allerdings wies bei den meisten der Untersuchten eine derartige Signifikanz darauf hin.

Höheres Risiko für Krankheiten bei einem dicken Bauch

Menschen, die einen dicken Bauch haben, haben ein erhöhtes Risiko Folgekrankheiten zu bekommen, wie beispielsweise erhöhten Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechsel-Störungen wie Diabetes. Deshalb handelt es sich bei dem sogenannten Wohlstandsbauch nicht um einen Schönheitsfehler verursacht durch eine Willensschwäche, sondern um eine Krankheit.

Das größte Risiko liegt an bestimmten Fetten, die man oftmals von außen nicht erkennt und die sich um die inneren Organe ansammeln, was früher als Energiespeicher diente, der aber heutzutage kaum abgebaut wird. Die Folge ist, dass Substanzen frei werden, die zu Entzündungen führen können und dann die obigen Folgeerkrankungen auslösen.

Herz-Kreislauf-Risiko kann man nun berechnen – mit dem Bauch

WHtR-Wert – das ist der Wert, mit dem man sehr gut feststellen kann, wie hoch die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ist. WHtR ist dabei die Abkürzung von Waist to Height Ratio, also der Taillenumfang dividiert durch die Körpergröße.

Die Uni München hat in jahrelangen Studien knapp 11.000 Menschen untersucht. Das Ergebnis war: je höher der Wert von WhtR, desto höher das Risiko. Ein gesunder Wert ist dabei zwischen 0,32 und 0,50. Liegt er bei 0,53, ist die Gefahr schon deutlich höher.

Diese Prognosemethode ist wesentlich präziser als die bisherigen wie BMI oder nur gemessene der Bauchumfang.

Auch bei einem normalen BMI ist ein dicker Bauch ein Gesundheitsrisiko

Beim Gang von der Waage ist man zufrieden. Das Gewicht stimmt und bildet im Zusammenhang mit der Körpergröße einen normalen BMI. Der Blick in den Spiegel zeigt zwar einen dicken Bauch, aber das ist ja egal, oder? Nein, falsch gedacht. Wer einen zu großen Taillenumfang hat, zählt trotz Normalgewicht zu einer Risikogruppe.

In den USA untersuchte man die Todesursachen von knapp 15.000 Menschen und entdeckten einen Zusammengang zwischen dem Sterberisiko und einem dicken Bauch. Gerade Frauen mit einem sonst eigentlich gesunden BMI waren darunter. Der Grund für den Zusammenhang konnten die Wissenschaftler noch nicht finden, aber er bestehe zweifelsfrei. Frauen mit mehr als 110 Zentimetern Umfang und Männern mit mehr als 120 Zentimetern Bauchumfang haben demnach ein doppelt so hohes Risiko, frühzeitig zu versterben.

Der Taillenumfang von übergewichtigen Kindern gibt ihr Gesundheitsrisiko an

Messung des Taillenumfangs gibt genauere Werte als lediglich der BMI

Nahaufnahme grüner Granny-Smith-Apfel mit Maßband um den Korpus
green apple © red2000 - www.fotolia.de

Übergewicht in jungen Jahren kann das junge Leben bereits negativ für die Zukunft prägen. Studien zeigen, dass übergewichtige Kinder im Erwachsenenalter häufiger mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes rechnen müssen, als normalgewichtige Kinder. Bislang hat man gern den BMI (Body-Mass-Index) genommen, um die ungefähre Gefahr zu bestimmen.

BMI kann nicht zwischen Muskel- und Fettgewebe unterscheiden

Ärzte können nun aber auch den Taillienumfang als Index heranziehen. An diesem kann das Risiko recht sicher eingeschätzt werden. Dass die Taille ein gutes Mittel für die Zukunftsprognose ist, stützt sich auf eine australische Studie. Über 2.000 Kinder wurden dort im Alter von sieben Jahren vermessen und dann acht Jahre später noch einmal, wobei ein zusätzlicher Gesundheitscheck durchgeführt wurde.

Die Studie zeigte, dass je größer der Taillienumfang im Alter von sieben war, die Gesundheitsprobleme mit 15 Jahren immer schwerwiegender wurden. Im Durchschnitt war das Risiko der Kinder mit dem höchsten Taillienumfang etwa fünf Mal so hoch, wie das der schlanken Kinder.

Warum ist der Taillienumfang besser als der BMI? Der BMI kann nicht zwischen Fett- und Muskelmassen unterscheiden. Der Taillienumfang dagegen berücksichtigt den Fettgehalt am Körper ganz besonders.

Unsere Hirnmasse schrumpft, wenn wir dicker werden

Grafische Darstellung Blutkreislauf im Gehirn
blutkreislauf des gehirns © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Amerikanische Forscher liefern einen wirklich guten Grund, bei Gewichtsproblemen eine Diät durchzuführen. Sie haben ermittelt, dass die Masse unseres Gehirns abnimmt, wenn wir zu dick werden. Zwischen dem allgemeinen Fettvolumen und dem Hirnvolumen besteht demnach ein nachweisbarer Zusammenhang.

Das Ergebnis basiert auf den Daten von 733 Patienten. Männer und Frauen, die im Durchschnitt 60 Jahre alt wurden, wurden auf ihren BMI hin vermessen und anschließend ihre Hirnmasse mit einem Computertomographen ermittelt. Die Statistiker fanden eine negative Korrelation. Das bedeutet: je größer der Bauchumfang war, desto kleiner war das Gehirn. Die Wissenschaftler waren selbst überrascht und können derzeit noch kein Erklärungsmodel dafür liefern. Bisher vermutet man, dass Entzündungsprozesse eine Rolle spielen. Übergewicht löst häufig Entzündungen im Körper aus. Denkbar wäre, dass auch das Gehirn davon betroffen ist und Hirnzellen dabei absterben.

Das so genannte viszerale Bauchfett kann bei Frauen zu Osteoporose führen

Frauen: Hüftgold ist gesünder als Bauchspeck

Nahaufnahme Frauen kneift sich in den nackten Bauch
Frau kneift sich in den Bauch © Matthias Haas - www.fotolia.de

Bauchfett lässt sich in zwei verschiedene Arten einteilen, zum einen in das subkutane Fett, welches direkt unter der Haut liegt (Unterhautfettgewebe) und zum anderen in das viszerale Fett unter den Bauchmuskeln. Dieses wird durch Bewegung und genetische Faktoren beeinflusst.

Anlässlich der Jahresversammlung der Radiological Society of North America (RSNA) wurde unter der Leitung von Dr. Miriam A. Bredella eine Studie zum Thema Bauchfett und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen durchgeführt.

Viszerales Fett schützt nicht vor Knochenschwund

Ist man bisher davon ausgegangen, dass Übergewicht und Fettleibigkeit vor Knochenschwund (Osteoporose) schützen können, so zeigen die neuesten Untersuchungen, dass genau das Gegenteil der Fall ist - dabei ging es um das oben beschriebene viszerale Fett. Was jedoch weiterhin sicher ist: fettleibige Frauen (BMI über 30) laufen Gefahr, an Diabetes, Gelenkbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma oder Krebs zu erkranken.

Studienergebnisse

Bei der Studie wurden bei betroffenen Frauen deren Bauchfett gemessen. Es fiel auf, dass bei denjenigen, die unter einem hohen Anteil an viszeralem Fett litten, eine verminderte Knochendichte erkennbar war; das Unterhautfettgewebe hingegen hatte keine Auswirkung auf die Knochen.

"Unsere Resultate zeigten klar, dass es für die Knochen schädlicher ist, wenn jemand viel Bauchfett hat, als beispielsweise Fett an den Hüften oder sonst wo unter der Haut", so Bredella. Ob dies bei Männern genau so aussieht, wird momentan in weiteren Studien getestet.

Großer Bauchumfang erhöht Krebs- und Diabetes-Risiko

Professor Hans-Georg Joost ist wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Er weist darauf hin, dass ein großer Bauchumfang sowohl das Krebs- als auch das Diabetes-Typ-2-Risiko erhöht.

Wer abnimmt, könne beide Risiken senken. Auch Diabetiker könnten das Krebsrisiko senken, wenn sie vor allem ihr Bauchfett verringerten. Daher sollte die Kontrolle des Körpergewichts bei Diabetikern immer eine wichtige Rolle spielen, so der Professor aus Potsdam.

Adipositas: Großer Taillen-Umfang erhöht Asthma-Risiko

Auf dem Jahreskongress der "European Respiratory Society" stellte der norwegische Forscher Ben Bumpton eine Langzeitstudie vor, die 23000 Erwachsene zwischen 19 und 55 Jahren über 11 Jahre hinweg beobachtete. Dabei wurden die fettleibigen Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 in zwei Gruppen geteilt.

Nämlich in die normal-fettleibige und in die zentral-fettleibige Gruppe. Von zentraler Fettleibigkeit oder abdomineller Adipositas spricht man, wenn der Taillenumfang bei Frauen mehr als 82 und bei Männern mehr als 102 Zentimeter beträgt, wenn also das Fett vor allem im Bauch gelagert ist. Die Teilnehmer der zentral-fettleibigen Gruppe hatten 1,4-mal häufiger Asthmaprobleme als die normal-fettleibigen Teilnehmer.

Ein dicker Bauch erhöht neben Herzinfarkt und Schlaganfall also auch noch das Risiko für Asthma. Warum das so ist, kann Bumpton bis jetzt noch nicht beantworten. Daran möchte er weiter forschen.

Bauchfett begünstigt Erkrankungen

Dass Übergewicht ein erster Auslöser für viele Erkrankungen sein kann, ist allgemein bekannt. Doch insbesondere zu viel Fett an Bauch und Hüfte stehen in Verdacht vermehrt Hormone zu produzieren, die den Stoffwechsel beeinflussen und so bestimmte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arterienverkalkung und Diabetes begünstigen, warnt der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen.

Bei Frauen sei das Risiko bereits ab einem Bauchumfang von 80 Zentimetern erhöht, bei Männern ab 94 Zentimetern.

Gesundheitliche Risiken durch Bauchfett

Viele Menschen sind der Ansicht, dass wenn sie einen Body Mass Index im Normalbereich haben, eine optimale Figur haben. Doch durch den BMI kann man nur das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße errechnen - der Fettanteil wird hierbei außen vor gelassen. Doch gerade dieser ist wichtig, um zu entscheiden, wie gesund man lebt.

Frauen beschweren sich oftmals über Speck an Hüften und Oberschenkeln, dieser ist zwar nervig, doch weitaus gefährlicher ist das Bauchfett, denn dieses kann durch die schlechten Fettsäuren zu Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes oder Schlaganfällen führen.

So gesehen können auch schlanke Menschen davon betroffen sein, denn das Bauchfett setzt auch bei diesen Personengruppen an. Natürlich ist ein kleiner Bauchumfang nicht dramatisch - nach Angaben des amerikanischen Gesundheitsinstituts sollte er bei Frauen jedoch nicht mehr als 88 Zentimeter und bei Männern nicht mehr als 102 Zentimeter betragen.

Wer über dem Höchstmaß liegt, sollte etwas dagegen tun. In Studien hat man herausgefunden, dass Aerobic am besten geeignet ist, um das Bauchfett zu verbrennen.

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Normalgewicht, aber mit Bauchfett

Die Risiken von zu viel Bauchfett sollten nicht unterschätzt werden

Nahaufnahme weiblicher Bauch mit Cellulite, Fettgewebe
woman checkig her cellulite © id.microstock - www.fotolia.de

Forscher fanden heraus, dass auch Menschen mit einem normalen Gewicht ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und dementsprechend eine niedrigere Lebenserwartung besitzen, wenn sie zu viel Bauchfett haben. So kommt es also nicht auf die gesamte Fettmenge an, sondern darauf, wo sie sich befindet.

Studie zu den Auswirkungen von Bauchfett

Bei der Studie wurden 12.785 amerikanische Bürger in der Altersgruppe ab 18 Jahren untersucht und in drei Gruppen aufgrund ihres Body-Mass-Index (BMI), wobei hier das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht ermittelt wird, eingeteilt. Die erste Gruppe war normal, die zweite hatte Übergewicht und die dritte litt an Fettleibigkeit (Adipositas).

Aber zusätzlich teilte man die einzelnen Gruppen noch bezüglich ihres Bauchumfanges auf, das heißt das Verhältnis von der Taille zur Hüfte.

Nach gut 14 Jahren waren 2.562 Teilnehmer an dieser Studie verstorben, wobei bei 1.138 der Grund eine Herz-Kreislauf-Erkrankung war. Aber die meisten Fälle dabei bezogen sich auf die erste Gruppe bei der Untergruppe mit einem höheren Bauchumfang. So lag die Sterblichkeitsrate bei diesen Menschen sogar höher als bei der Gruppe der Menschen mit Adipositas.

Bisher dachten Mediziner, dass besonders das Übergewicht der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei, doch haben in den letzten Jahren auch andere Studien gezeigt, dass besonders das Bauchfett gefährlich ist. Hier werden Botenstoffe freigesetzt, die zu chronischen Entzündungen führen können und damit den Stoffwechsel und das Herz schädigen. Warum aber gerade dieses Bauchfett so schädlich ist, das ist noch unklar.

Risikofaktor für Koronare Herzkrankheiten ist nicht der BMI, sondern das Bauchfett

Bislang glaubte man, dass der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) auch für die Feststellung eines Risikos einer Herzerkrankung (koronare Herzkrankheiten) eine Rolle spielt. Doch jetzt zeigt eine neue Studie, dass vor allem das Bauchfett hier entscheidend ist, so dass auch Menschen mit einem Normalgewicht, wenn sie zu viel Bauchfett haben, davon sogar noch mehr betroffen wären.

Bei der Studie von der US-amerikanischen Mayo Clinic wurde das sogenannte Verhältnis zwischen Hüft- und Taillenumfang ("Waist-Hip-Ratio" oder "WHR") mit in die Berechnung einbezogen. Als Ergebnis kam heraus, dass die Sterberate bei den Patienten, die einen normalen BMI von "22" aufwiesen, aber einen zu hohen "WHR-Wert" hatten, das Sterberisiko höher lag und sogar das zum Teil von fettleibigen Patienten übertraf.

So sollte zukünftig auch der Anteil des Bauchfetts mit in die Berechnungstabellen für einen BMI einbezogen werden.

Bauchumfang ersetzt BMI

Obwohl bisher immer die Waage und der BMI (Body Mass Index) als zuverlässige Indikatoren für Übergewicht galten, wird in letzter Zeit dem Bauchumfang immer mehr Bedeutung zugebilligt.

Messen des Bauchumfangs wird gegenüber des Wiegens auch deshalb als zuverlässiger eingestuft, weil er weniger durch natürliche Schwankungen des Wasserhaushaltes oder des Stuhlgangs beeinflusst wird.

Bauchumfang richtig messen

Stehen Sie beim Messen ihres Bauchumfangs aufrecht in einer entspannten Haltung. Ziehen Sie den Bauch weder übertrieben ein, noch strecken Sie ihn bewusst heraus. Eine neutrale Haltung gewährleistet, dass Sie immer wieder die gleichen Messbedingungen erhalten und die Werte objektiv vergleichen können. Den Bauchumfang einmal pro Woche zu messen, ist mehr als genug.

Beim Übergewicht spielt die Fettverteilung eine große Rolle

Die Fettverteilung wird folgendermaßen errechnet: Taillenumfang durch Hüftumfang

Maßband auf Waage, Übergewicht, Diät, Abnehmen
scale libra measurement tape diet © picsfive - www.fotolia.de

Um sagen zu können, ob man aufgrund von Übergewicht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck aufweist, kommt es in erster Linie auf die Fettverteilung an, so Dr. Ralf Kirkamm.

Dabei lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Typen unterscheiden - der "Apfeltyp", welcher einen erhöhten Taillenumfang aufweist und damit mehr gefährdet ist - sowie der "Birnentyp", dessen Fettgewebe sich hauptsächlich an Po und Hüften angelegt hat. Dabei geht man von der gleichen Menge an überschüssigen Kilogramm bei beiden Figuren aus.

Androide und gynoide Fettverteilung

Bei der "Apfelform" spricht man von einer androiden Fettverteilung, wovon in 80 Prozent der Fälle Männer betroffen sind. Die andere Variante - die gynoide Fettverteilung - betrifft zu 85 Prozent die Frauen und kann zu Knochen- sowie Gelenkproblemen führen. Generell spricht man von einem erhöhten Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden, wenn der Bauchumfang der Frauen mindestens 80cm und der der Männer mindestens 94cm beträgt.

Die Fettverteilung wird laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgendermaßen errechnet: Taillenumfang geteilt durch Hüftumfang (T/H-Verhältnis). Risikowerte: bei Frauen 0,85, bei Männern 1,0.

Körperfett richtig messen: Die Verteilung macht´s

Fett ist nicht gleich Fett: Manche Fettpölsterchen machen durchaus Sinn - typisches Beispiel hierfür sind zusätzliche Rundungen bei der Frau, zum Beispiel im Hüftbereich. Am Bauch hingegen können Fettdepots fatale Folgen haben: Weil Fettzellen hier nicht nur äußerlich sichtbar, sondern auch im Inneren des Organismus vorhanden sind, kann die Funktion einzelner Organe bis hin zum gesamten Hormonhaushalt gestört sein - was die Entstehung verschiedener Krankheiten begünstigt.

Als Anhaltspunkt für die individuelle Fettverteilung im Körper gilt das Waist-to-height-ratio, kurz WHtR. Dabei wird der Taillenumfang eines Menschen mit dessen Gesamtgröße ins Verhältnis gesetzt. Das WHtR soll sehr viel aussagekräftiger sein als beispielsweise der Body Mass Index (BMI) und wird deshalb inzwischen von vielen Gesundheitsexperten als Maßstab für eine gesunde Körperfettverteilung gewählt.

Wie man den individuellen WHtR ermitteln kann, erklärt jetzt die Krankenversicherung AOK. Dabei soll der Taillenumfang für ein präzises Ergebnis am besten morgens bei nüchternem Magen gemessen werden - im Liegen! Angesetzt wird das Maßband wenige Zentimeter oberhalb des Bauchnabels, also in der Taille. Anschließend dividiert man den gemessenen Taillenumfang durch die Körpergröße in cm. Der nun erhaltene Wert ist der WHtR. Für jüngere Menschen gilt hier ein Wert unter 0,5 als vertretbar, je nach Altersgruppe kann dieser auf bis zu 0,6 ansteigen. Höhere Werte deuten bereits auf eine kritische Fettverteilung hin.

Der Weg zu einer schmalen Taille

Nicht umsonst schnürten sich Frauen im Mittelalter die Taille mit Corsagen in Form: Eine schmale Taille gilt noch heute als Schönheitsideal, als absoluter Blickfang. Ob schlank oder kräftig gebaut - mit diesen Tipps und Tricks modellieren Sie Ihre Körpermitte ganz nach Wunsch.

Natürlich sind die Körperproportionen zu einem nicht unerheblichen Teil auch erblich bedingt. Innerhalb dieser Voraussetzungen aber kann jede Frau etwas dafür tun, um ihre Taille noch schöner zu formen.

Obst und Gemüse: Wie der weibliche Körper geformt ist

Eigentlich ganz schön merkwürdig, dass der weibliche Körper gern mit Begriffen wie "Apfel-Typ" (auf gut deutsch: runde Körpermitte, schlanke Arme und Beine) oder "Birnen-Form" (breite Hüften, schmaler Oberkörper) bezeichnet wird - oder?

Eine britische Studie setzt dem jetzt noch die Krone auf. Rund 3.000 Frauen wurden nach ihrer Selbsteinschätzung befragt - sie sollten ihre Figur typisieren und dabei ausschließlich Obst- und Gemüsesorten zum Vergleich heranziehen. Kein Wunder, dass die Ergebnisse irgendwo zwischen "Kürbis", "Karotte" und "Brokkoli"( schmale Figur, üppige Brustpartie) liegen.

Dabei überprüften die Wissenschaftler auch, ob die Selbsteinschätzung mit der tatsächlichen Figur übereinstimmt. Was längst nicht immer der Fall war - offensichtlich sind die bisher bekannten "Klassiker" wie Birne und Apfel eben doch besonders gut geeignet, einen Großteil der typischen weiblichen Rundungen auf einen Nenner zu bringen...

Feststellen von Übergewicht mittels des Taillenumfangs

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Das eigene Risiko, zu Übergewicht zu neigen, kann man über den Taillenumfang einfach ermitteln. Bei Frauen solle dieser nicht über 85, bei Männern nicht über 105 cm liegen, so dass dann die Verteilung vom Körperfett in Ordnung sei, was aber unabhängig vom Körpergewicht ist.

Das Risiko für Herzinfarkte oder Diabetes liegt vor allem an dem Fett, das sich in der Bauchhöhle befindet. Auch der Body-Mass-Index (BMI) dient zu Risikofeststellung, aber dabei muss man die Berechnung kennen. Grundsätzlich sind der BMI und die Taillenmessung nur ein Hinweis und kein absolutes Kriterium.

Spezielle Gymnastikübungen

Entsprechende Gymnastikübungen empfehlen sich zum Beispiel für Frauen mit sehr gerader Figur, die sich eine weiblich modellierte Körpermitte wünschen.

Und wer im Bereich der Taille noch ein paar Pölsterchen zu verlieren hat, der sollte ebenfalls ein paar Spezialübungen ins individuelle Wort-Out einfließen lassen.

Seitliche Crunches

Eine typische Übung sind beispielsweise die seitlichen Crunches, bei denen man Kopf und Arme statt nach vorn zu den Knien führt.

Seitstütz

Sehr effektiv wirkt auch der Seitstütz: Hierbei wird der gesamte Oberkörper mitsamt den Oberschenkeln seitlich angehoben, die Knie ruhen auf dem Boden. Der angewinkelte Arm sorgt für die nötige Stütze.

Diese Position möglichst lange halten, dann wieder absetzen.

Beide Übungen je Seite mindestens 10 bis 20 Mal wiederholen und regelmäßig trainieren, idealer Weise zusammen mit anderen Kräftigungsübungen.

Gesunde Ernährung

In puncto Ernährung tut der Taille gut, was auch für den übrigen Körper gilt: Ausgewogene Lebensmittel mit viel frischem Obst und Gemüse, komplexen Kohlenhydraten und der nötigen Menge Eiweiß bilden eine wichtige Grundlage für eine schöne Figur.

Auch die so genannten guten Fette dürfen hier nicht fehlen, ebenso wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Kleine Sünden sind selbstverständlich erlaubt - allein schon, um Heißhungerattacken zu vermeiden und sich einfach immer rundum wohlzufühlen!

Hautpflege

Für eine schmale Taille sollte man übrigens auch die äußere Pflege nicht vergessen. Hautstraffende Körperlotion lässt die Taille deutlich fester und besser modelliert wirken. Bei trockener Haut sollte man eher auf reichhaltige Pflegecremes zurückgreifen.

Styling

Um die Taille optisch zu verschlanken, kann man sich ein paar Tricks von den Stylisten dieser Welt abgucken. Die betonen die Körpermitte zum Beispiel durch Gürtel, die insbesondere die heute so angesagten A-Schnitte optimal in Form bringen helfen. Sackartige Kleidung hingegen lässt die Taille regelrecht verschwinden.

Ebenfalls ein guter Trick ist die farbliche Unterteilung: Wer beispielsweise Rock bzw. Hose mit einem schmal geschnittenen, nicht zu langen Oberteil in jeweils verschiedenen Farbtönen kombiniert, der lenkt den Blick ebenfalls auf die Körpermitte.

Der schnellste Weg zum straffen Bauch

Regelmäßiger Sport und eine gezielte Ernährungsumstellung lassen das Bauchfett schmelzen

Gärtnerin mit Strohhut hat Korb mit frischem Gemüse und Obst
au potager © Papirazzi - www.fotolia.de

Wer ein paar Kilogramm zuviel auf den Rippen hat, isst in den meisten Fällen einfach zu fettig, zu süß und vor allem zu viel. Der erste Schritt in Richtung Gewichtsreduktion besteht also darin seine Ernährung drastisch umzustellen.

Was man (nicht) essen sollte

Ideal wäre, wenn man an vier Tagen in der Woche auf kohlenhydratreiche Kost wie Weizenprodukte verzichtet, denn Kohlenhydrate enthalten einen hohen Anteil an Zucker und werden bei einer übermäßigen Zufuhr schnell in neue Fettdepots umgewandelt. Auch Alkohol und Süßigkeiten sollte an diesen Tagen tabu sein. Stattdessen sollte man lieber zu frischem Obst und Gemüse, sowie Fisch, hellem Fleisch und Vollkornprodukten greifen.

Wer sich zusätzlich noch an drei Tagen die Woche jeweils 30 Minuten sportlich betätigt, kann innerhalb von sechs Wochen sechs bis acht Zentimeter an Bauchumfang verlieren.

An den übrigen drei Wochentagen darf man auch schonmal etwas schlemmen. Allerdings sollte man auch dabei ein gesundes Maß einhalten.

Wer nach der gewünschten Gewichtsreduktion jedoch wieder in sein gewohntes Ernährungsmuster zurückfällt, riskiert den typischen JoJo-Effekt und bringt nachher nur noch mehr Gewicht auf die Waage als vorher.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Zu fett? © Kzenon - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: girl measuring her waist © ZM Photography - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: alcohol abuse © Ljupco Smokovski - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Bauchumfang messen © Kzenon - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: slim waist © KeeT - www.fotolia.de

Autor:

Andreas Hadel - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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