Kindern das Abnehmen erleichtern - wie sinnvoll ist das Angebot in Abnehmcamps?

Mädchen sitzt traurig auf Wiese und wird von Mädchen im Hintergrund ausgelacht

Tipps für Eltern zur Unterstützung der Kinder beim schonenden Abnehmen und Wissenswertes rund ums deutsche Abnehmcamp für übergewichtige Kinder und Jugendliche

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  • von Paradisi-Redaktion

Viel zu viele Kinder sind heutzutage übergewichtig. Wenn Eltern das Gewicht ihrer Kinder reduzieren möchten, sollte dies aber nicht durch eine Crash-Diät geschehen. Ein so genanntes Abnehmcamp soll Kindern und Jugendlichen dabei helfen, überflüssige Kilos wieder loszuwerden. Solche Einrichtungen haben sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Übergewichtige Kinder: Wie Eltern ihren Kleinen das Abnehmen erleichtern

Man darf übergewichtigen Kindern nicht plötzlich das Essen verbieten, damit sie abnehmen. Sicher purzeln die Pfunde rasch, wenn man einfach einige Mahlzeiten auslässt, doch dieser Erfolg wird nicht von Dauer sein.

Im Gegenteil: Die Kinder bekommen irgendwann einen derart starken Heißhunger, dass sie alles essen werden, was der Kühlschrank zu bieten hat.

Wie ein paar wenige, gesunde Haushaltsroutinen das kindliche Übergewicht reduzieren können

Mädchen sitzt traurig auf Wiese und wird von Mädchen im Hintergrund ausgelacht
Two young girls bullying other young girl outdoors © Monkey Business - www.fotolia.de

Übergewicht bei Kindern ist ein weit verbreitetes Problem. Zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung und zu viel Zeit vor dem Fernseher. Laut Angaben einer aktuellen Studie aus Boston, kann es schon helfen, wenn Familien ein paar gesunde Haushaltsroutinen einführen. Dazu gehören unter anderem feste Schlafenszeiten, gemeinsame Mahlzeiten und eine Beschränkung im Konsum von Medien.

Grundlage war eine Untersuchung an 121 Familien, in denen Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren lebten. Da das kindliche Übergewicht oftmals in Familien auftritt, die einer sozial schwächeren Bevölkerungsschicht angehören, wurde die Studie anhand von afro- und lateinamerikanischen Familien durchgeführt. Die eine Hälfte der Familien erhielt das übliche Informationsmaterial über die kindliche Entwicklung in Form von Broschüren und Malbüchern.

Die andere Hälfte hingegen wurde vier mal in der Woche von Gesundheitspädagogen besucht, sowie mit informativen Anrufen und Postsendungen versorgt. Dabei zielte die Information ausschließlich darauf ab, gesunde Haushaltsroutinen einzuführen. Das Übergewicht wurde hier überhaupt nicht zur Sprache gebracht. Nach sechs Monaten gab es schließlich von 111 Familien Ergebnisse zu verkünden.

Das Ergebnis war letztendlich eindeutig. Bei der ersten Hälfte der Familien hatten die Kinder sogar etwas an Gewicht zugelegt. Bei der zweiten Hälfte reduzierte sich das Gewicht um ein halbes Kilo. Das sei zwar nicht enorm, aber der eindeutige Beweis dafür, dass gesunde Haushaltsroutinen, wie feste Schlafenszeiten, gemeinsam Mahlzeiten oder weniger TV dazu beitragen, dass kindliche Übergewicht zu reduzieren.

Über gesunde Lebensmittel sprechen

Wenn man das Gewicht von Kindern reduzieren möchte, muss man beim Grundsatz beginnen. Eltern müssen mit den Kindern ausführlich darüber sprechen, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind.

Die Kinder bekommen irgendwann ein Gespür dafür, was ihrem Körper guttut und was einfach nur gut schmeckt, aber keine Energien liefert. Gerade mit kleineren Kindern kann man auch ein buntes Plakat gestalten, auf dem man die "guten" und "schlechten" Lebensmittel notiert oder aufklebt.

Nicht auf kompletten Verzicht setzen

Beim Abnehmen darf man Kindern jedoch die "schlechten" Lebensmittel, die jedoch meist gleichzeitig die Dinge sind, die die Kinder am liebsten mögen, nicht komplett verbieten. Die Kinder würden die Ernährungsumstellung nicht durchhalten, wenn ihnen Pizza oder Süßigkeiten komplett gestrichen werden würden.

Doch kann man durchaus mit den Kindern absprechen, dass sie sich jeden Tag nur eine Süßigkeit aus einer Schale nehmen dürfen. Ob sie diese nach dem Mittagessen, am Nachmittag oder nach dem Abendessen genießen möchten, ist den Kindern selbst überlassen.

Auch beim Essen sollte man die Kinder mitentscheiden lassen. So kann man auch gleich trainieren, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind.

Liebt ein Kind Pizza, so muss es nicht komplett darauf verzichten. Statt einer fettigen Fertigpizza wird dann einfach selbst eine gesunde Pizza gebacken, die mit bunten vitaminreichen und fettarmen Zutaten belegt wird.

Eltern dienen als Vorbild

Natürlich müssen sich auch die Eltern gesund ernähren, damit die Kinder durchhalten. Kein Kind kann dabei zusehen, wie sich Mama und Papa regelmäßig an Burgern satt essen, während sie eine Karotte knabbern können.

Die Ernährung der Familie muss komplett umgestellt werden, wenn man ein übergewichtiges Kind hat. Schließlich sollen die Eltern als gutes Beispiel vorangehen.

Kinder nehmen nur mit den Eltern zusammen ab

Vater mit zwei kleinen Kindern beim Frühstückstisch, im Hintergrund Mutter an Kühlschranktür
Father With Children As They Eat Breakfast And Mother In The Bac © Monkey Business - www.fotolia.de

In Deutschland leiden immer mehr Kinder unter Übergewicht. Um spätere Krankheiten zu vermeiden, sollte so früh wie möglich das Gewicht reduziert werden.

Forscher aus Kiel haben nun festgestellt, dass die Gründe für Übergewicht vor allem in einem niedrigen sozialen Status und im Vorbild der Eltern liegen. Ist die Ernährung der Eltern zu fettreich und ungesund, dann ernähren sich ihre Kinder genau so und nehmen zwangsläufig Gewicht zu.

Die Forscher raten, dass Eltern und Kinder gemeinsam abnehmen und ein gesundes Essverhalten erlernen. Nur so sind langfristig Erfolge möglich.

Kinder: Familiäre Unterstützung wichtig bei Fettreduktion

Mutter mit ihren beiden Kindern in Küche beim Backen, Mädchen probiert Teig
Woman and two children baking and smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

Sowohl in den USA als auch hierzulande entwickelt sich Übergewicht und Fettsucht zu einem immer größeren Problem. Daher hat die Yale School of Medicine eine Untersuchung bei acht- bis 16-jährigen Personen durchgeführt.

Dabei wurde die Gruppen unterteilt, die eine erhielt ein traditionelles Programm zum Abnehmen und die andere ein Programm, bei dem die Familie stark mit eingebunden wird. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmer der Gruppe mit familiärem Hintergrund häufiger in der Klinik erschienen.

Sie erzielten nach einem Jahr bessere Resultate als Mitglieder der traditionellen Gruppe.

Kinder sollen beschenkt werden und gleichzeitig abnehmen

Der Vorschlag des FDP-Politiker Erwin Lotter stößt nicht bei allen Menschen in der Bevölkerung auf Anklang. Seiner Ansicht nach sollten Kinder mit Geschenken dazu gebracht werden, dass sie so schnell wie möglich ihre Pfunde verlieren.

Es könne laut Lotter nicht sein, dass immer mehr Kinder an Altersdiabetes vom Typ 2 leiden, weshalb gehandelt werden müsse. Sobald sich der so genannte Body-Mass-Index der übergewichtigen Kinder einem guten Wert nähert, solle es zur Belohnung neben Mitgliedschaften in Sportvereinen auch Schultaschen oder Fahrradhelme geben.

Während die Hausärzte dabei für ihre Präventionsarbeit bezahlt werden könnten, müssen nach Ansicht des Politikers die Kassen sämtliche Kosten für die Geschenke übernehmen.

Auf regelmäßige Bewegung achten

Neben der Ernährungsumstellung ist aber auch die Bewegung sehr wichtig, um dauerhaft an Gewicht zu verlieren. Viele übergewichtige Kinder sitzen gerne zu Hause vor dem PC, dem Fernseher oder einer Spielekonsole und verbringen so einen Großteil ihrer Freizeit.

Damit ist nun Schluss, Bewegung ist angesagt. Die Kinder sollen sich nachmittags austoben und mit anderen Kindern am Spielplatz spielen.

Es gibt kaum ein Kind, das keinen Spaß daran findet. Vielleicht meldet man die Kinder auch in einem Sportverein an.

Auch hier sollten die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und den Kindern vormachen, wie man die Bewegung in den Alltag integriert. So kann man durchaus einmal das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad einkaufen fahren. Die Kinder fahren sicher gerne mit.

Fazit

Nur mit einer Kombination aus Bewegung und gesunder Ernährung wird ein Kind dauerhaft abnehmen können. Trotzdem muss der Spaß im Vordergrund stehen. Essen und Bewegung sollen Spaß machen.

Und nach einem Nachmittag draußen an der frischen Luft ist auch nichts gegen eine halbe Stunde Fernsehen zu sagen, schließlich müssen die Kinder nicht komplett darauf verzichten.

Übergewicht bei Jugendlichen: Tipps zum Abnehmen

Mit traditionellen Abnehmprogrammen kommen übergewichtige Jugendliche am ehesten zum Ziel

Abnehmen - Füße auf der Waage, umgeben von Obst und Gemüse
Diet © doug Olson - www.fotolia.de

Für eine Studie verglichen Forscher der Universität in Kalifornien nun die Abnehmstrategien von 130 übergewichtigen Teenagern miteinander und kamen zu folgendem Ergebnis.

Nicht zu empfehlen:

Radikale Diäten sind am wenigsten erfolgversprechend, denn extreme Ernährungsumstellungen in zu kurzer Zeit schaden dem Körper, besonders im Wachstum, viel zu sehr. Von dem Gebrauch von Abführmittel wird strengstens abgeraten.

Fasten oder ständiges Erbrechen nach dem Essen, Rauchen, Protein-Getränke und die Atkins-Diät sind nicht von Erfolg gekrönt und schaden dem Körper mehr. Zudem setzt in diesen Fällen meist der Jojo-Effekt ein und die verlorenen Pfunde sind schnell wieder zurück.

Erfolgsversprechend:

Wer ein Ernährungstagebuch führte oder Kalorien zählte konnte schon eher kleine Erfolge für sich verzeichnen. Wer sein Gewicht jedoch langfristig reduzieren möchte, dem raten Ernährungsexperten zu einem sehr traditionellen Programm, welches jedoch im Kampf gegen die Pfunde den großen Erfolg verzeichnen konnte.

Mehr Sport, weniger zuckerhaltige Getränke, so oft es geht Treppensteigen und sich einmal pro Woche wiegen, um durch kleine kontinuierliche Erfolge noch besser motiviert zu werden.

In einigen Fällen schaffen es Eltern nicht, ihre Kinder beim Abnehmen zu unterstützen - doch ist das Abnehmcamp eine sinnvolle Alternative?

Das Angebot in Abnehmcamps

Unter Abnehmcamps oder Diätcamps versteht man Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche ihr Übergewicht reduzieren können.

Eltern müssen jedoch keine Angst haben, dass ihre Kinder dort nach amerikanischem Vorbild gedrillt werden. Stattdessen kommen in deutschen Camps

zum Einsatz, die die Teilnehmer bei der Gewichtsreduktion unterstützen und auf den richtigen Umgang mit Lebensmitteln achten.

In den meisten Abnehmcamps werden Nahrungsmittel in ein Ampelsystem eingeteilt. Außerdem finden Gesprächsrunden statt, in denen man über das Essverhalten der Kinder und Jugendlichen diskutiert.

Auf Verbote wird jedoch meist verzichtet. Vielmehr sucht man nach Lösungen, um das Selbstwertgefühl der übergewichtigen Teilnehmer zu stärken.

Auch Sportprogramme gegen Bewegungsmangel zählen zum Angebot, die meist in der Gruppe absolviert werden. Sportliche Höchstleistungen müssen die Teenager dabei jedoch nicht vollbringen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einkaufen und Zubereiten von gesunden Mahlzeiten. Dabei lernen die Teilnehmer, welche Nahrungsmittel gesund sind und wie man aus ihnen delikate Speisen macht.

Auf diese Weise wird den Teenagern zu mehr Verantwortung und Selbstständigkeit verholfen. Da Jugendliche und Kinder unterschiedliche Bedürfnisse haben, bringt man sie in verschiedenen Zielgruppen unter.

Vorteile eines Abnehmcamps

Der Besuch eines Abnehmcamps kann durchaus Vorteile haben. So kommt das Kind mit Gleichaltrigen zusammen, die ebenfalls unter Übergewicht leiden. Da alle das gleiche Problem haben, wird niemand wegen seines Übergewichts ausgegrenzt. Außerdem ist es oft leichter, gemeinsam abzunehmen.

In vielen Camps findet auch eine psychologische Betreuung des Kindes statt, was nicht zu unterschätzen ist, denn häufig verbergen sich psychische Probleme hinter Übergewicht. Lassen sich die Probleme lösen, fällt das Abnehmen nicht mehr so schwer.

Darüber hinaus lernt das Kind, wie man Stress bewältigt, was später in belastenden Situationen von Vorteil ist. In Kochkursen erhält es wichtige Informationen von Ernährungsberatern über eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung.

Nachteile eines Abnehmcamps

Häufig treten die Nachteile eines Diätcamps erst später auf. So fällt es vielen Kindern schwer, anschließend ihr reduziertes Gewicht beizubehalten. Außerdem fehlt ihnen der Rückhalt der Gruppe, den sie im Camp genossen haben.

Daher ist es wichtig, dass die Eltern ihr Kind unterstützen. Hilfreich dabei kann eine Ernährungsberatung sein. Außerdem sollten die Eltern ihr Kind ruhig einmal etwas kochen lassen, was es im Camp gelernt hat.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Nachteil sind die Kosten. So müssen für einen dreiwöchigen Aufenthalt in einem Abnehmcamp bis zu 1.000 Euro aufgebracht werden. Lediglich in Ausnahmefällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass es sich bei Diätcamps nicht um Kliniken handelt. Die dortigen Maßnahmen sind nur zeitlich begrenzt und mit denen von richtigen Kliniken nicht zu vergleichen.

Außerdem dürfen die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden. So ist bei starkem Übergewicht keineswegs davon auszugehen, dass das Kind nach zwei oder drei Wochen Campaufenthalt rapide an Gewicht verliert.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Two young girls bullying other young girl outdoors © Monkey Business - www.fotolia.de

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