29. Juni 2010
Als Schmecken oder Geschmack bezeichnet man den Sinneseindruck bei der Nahrungsaufnahme. Der Geschmack kann individuell höchst unterschiedlich wahrgenommen werden.
Beim Schmecken oder dem Geschmack handelt es sich um den Sinneseindruck bei der Aufnahme von Nahrung. Hervorgerufen wird der Geschmack durch eine Kombination aus Geschmackssinn, Geruchssinn und Tastsinn. Während ca. 20 Prozent des Geschmacks von der Zunge empfunden werden, erfolgt die Wahrnehmung der restlichen 80 Prozent durch den Geruchssinn.
Zu den fünf Grundgeschmacksqualitäten gehören süß, sauer, salzig, bitter und umami, das für fleischig und herzhaft steht. Alle weiteren Geschmacksqualitäten werden durch den Geruchssinn wahrgenommen. Von Mensch zu Mensch kann das Wahrnehmen von Geschmacksreizen jedoch höchst unterschiedlich sein, was vor allem genetische Gründe hat. Mit zunehmendem Alter nimmt die Sensibilität für die Geschmackswahrnehmung ab.
Unterschiede gibt es vor allem bei der Anzahl der Geschmackszellen. So unterscheidet man bei Menschen zwischen Superschmeckern, Normalschmeckern und Nichtschmeckern. So genannte Superschmecker verfügen über durchschnittlich 425 Geschmacksknospen pro Quadratzentimeter. Bei Normalschmeckern sind es 180 und bei Nichtschmeckern ungefähr 100 Geschmacksknospen pro Quadratzentimeter. Nach Schätzungen von Studien besteht ungefähr die Hälfte der Erdbevölkerung aus Normalschmeckern, 25 Prozent aus Superschmeckern und weitere 25 Prozent aus Nichtschmeckern. Superschmecker haben die Eigenschaft, dass sie Geschmacksreize wie Bitterstoffe oder geschmackliche Schärfe deutlich mehr wahrnehmen als alle anderen.
Eine Präferenz für Geschmacksqualitäten wie süß und umami besteht bereits bei neugeborenen Kindern. Das Gleiche gilt für die Abneigung gegen sauer und bitter, was sich gut an mimischen Abwehrreaktionen und dem Ausspucken von bestimmten Speisen erkennen lässt. Der Salzgeschmack entwickelt sich dagegen erst im Laufe der Jahre. Die Abneigung gegen Bitterstoffe entstand im Verlauf der Evolution und diente als Schutz vor giftigen Pflanzen, die zumeist einen bitteren Geschmack besitzen. Süß signalisiert dagegen eher Unbedenklichkeit und steht für reife Früchte oder Honig.
Neben den angeborenen Geschmackspräferenzen- oder Abneigungen, spielt auch die regionale Esskultur eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des menschlichen Geschmacks. So entstehen höchst unterschiedliche Geschmäcker, die zur Folge haben, dass bestimmte Lebensmittel entweder geschätzt oder abgelehnt werden. Darüber hinaus bildet sich der individuelle Geschmack auch durch Gewöhnungsprozesse, denn je häufiger man in der frühen Kindheit eine bestimmte Speise zu sich nimmt, desto eher ist man bereit deren Geschmack zu akzeptieren.
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