Stresshormone - Funktion, Wirkung und Anwendungsgebiete

Nahaufnahme Hand einer Ärztin hält Spritze

Man unterscheidet Katecholamine und Glukokortikoide - wichtig sind mitunter Adrenalin, Dopamin oder auch Cortisol

Unter Stresshormonen versteht man chemische Botenstoffe, die dafür sorgen, dass sich der Körper bei besonderen Belastungen anpasst. Diese Katecholamine regen das Herz-Kreislaufsystem an.

Stresshormone

Spricht man von Stresshormonen, sind damit bestimmte chemische Botenstoffe gemeint. Sie bewirken Anpassungsreaktionen des Organismus in besonderen Belastungssituationen.

Ursprünglich beruht die Funktion der Stresshormone darauf, dass sie die Energiereserven des Körpers freisetzen, um ihn auf eine mögliche Flucht oder einen Kampf vorzubereiten. Dabei handelt es sich um direkte Reaktionen auf Stresssituationen.

Grob unterscheidet man Katecholamine und Glukokortikoide. Während Katecholamine bei kurzzeitigem Stress überwiegen, kommt es bei Langzeitstress zur Ausschüttung von Glukokortikoiden.

Katecholamine

In bestimmten Stresssituationen wie zum Beispiel körperlichen und geistigen Belastungen wie

kommt es zum Freisetzen von so genannten Katecholaminen. Unter Katecholaminen, auch Brenzcatechinamine genannt, versteht man körpereigene oder synthetische Stoffe, die eine Anregung der sympathischen Alpha- und Betarezeptoren des Herz-Kreislaufsystems bewirken. Zu den Katecholaminen gehören die körpereigenen Hormone

  • Adrenalin
  • Noradrenalin und
  • Dopamin.

Synthetische Katecholamine wie

  • Isoprenalin
  • Dobutamin und
  • Dopexamin

lassen sich aber auch als Arzneistoffe verwenden.

Katecholamine als Arzneimittel

Katecholamine kommen zu verschiedenen medizinischen Zwecken zum Einsatz. So verabreicht man sie in der Notfall- und Intensivmedizin. Zu den Anwendungsgebieten gehören vor allem

Dem Patienten zugeführt werden die stark wirksamen Katecholamine in der Regel auf intravenöse Weise. Im Falle einer Herz-Lungen-Wiederbelebung ist es auch möglich, Adrenalin endotracheal zu verabreichen.

Glukokortikoide

Glukokortikoide werden zu den Steroidhormonen gezählt; die Bildung erfolgt in der Nebennierenrinde. Zu den wichtigsten Vertretern gehört Cortisol, dessen Werte in anhaltenden Stresssituation ansteigen.

Wirkung

Die physiologischen Wirkungen der Glukokortikoide sind vielfältig. Die Hormone sind immunsuppressiv und entzündungshemmend. Zudem nehmen sie Einfluss auf

Glukokortikoide als Arzneimittel

Aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung werden Glukokortikoide zum Beispiel bei Asthma bronchiale oder allergischem Schnupfen eingesetzt. In wirkungsstärkeren Varianten verabreicht man sie auch in akuten Notfällen wie einer Sepsis oder einem Schock.

Die Hormone wirken an der Bronchialschleimhaut entzündungshemmend und abschwellend und an der Bronchialmuskulatur krampflösend. Die Effekte treten frühestens eine halbe Stunde nach Einnahme ein. Droht eine Frühgeburt, kommen Glukokortikoide ebenso zum Einsatz, um die Lungenreifung zu fördern.

Künstliche Stresshormone für Schwangere verändert Hormonhaushalt des Kindes

Glukokortikoide für Schwangere - können Kinder auf lange Sicht in ihrer Entwicklung Schaden nehmen?

Schwangere Frau in blauem Top hält sich den Bauch mit beiden Händen
Pregnant belly © Olivier - www.fotolia.de

Künstliche Stresshormone haben Vor- und Nachteile. Bei Frühgeburten kann die Hormongabe zum Beispiel lebensrettend für das Baby sein. Sie verändert aber auch die Hormonproduktion des Kindes - und das auf lange Sicht. Diese Erkenntnis veröffentlichten unlängst Gunther Meinlschmidt und sein Team von der Universität Zürich.

Empfindliche Reaktion des kindlichen Stresssystems

Künstliche Stresshormone - sogenannte Glukokortikoide - werden gegeben, wenn absehbar ist, dass das Kind zu früh auf die Welt kommt. Sie sollen noch im Mutterleib das Lungenwachstum anregen, damit ein selbstständiges Überleben wahrscheinlicher wird. Die Wissenschaftler werteten 49 Studien aus den letzten 40 Jahren aus und kamen zu dem Schluss, dass die körpereigenen Stresssysteme der Kinder sehr empfindlich auf die Hormongabe reagierten.

Die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse, die eigene Stresshormone ausschüttet, war deutlich weniger aktiv, wenn Kinder vor der Geburt künstliche Hormone bekommen hatten. Die Unterschiede in der späteren Produktion hing dabei von der Dosis der prenatal verabreichten Hormone ab. Generell sind Stresshormone sehr wichtig für den Menschen. Sie schützen vor Gefahr, etwa indem man die Hand von einer heißen Herdplatte wegzieht, noch bevor man wirklich realisiert, dass sie heiß ist.

Gunther Meinlschmidt und sein Team streben jetzt weitere Untersuchungen darüber an, ob auch die Gesundheit der Kinder langfristig leidet.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Stresshormone ein.

Adrenalin

Adrenalin gilt als Stresshormon. So wird es in bestimmten Stresssituationen ins Blut ausgeschüttet und ist in der Lage, den menschlichen Körper innerhalb kürzester Zeit alarmbereit zu machen.

Auf diese Weise kann sich der Organismus rasch auf eine Stresssituation einstellen und leistungsfähiger werden. Dank des Adrenalins sind wir in Extremsituationen zu Kräften und Fähigkeiten im Stande, die sonst undenkbar wären. Doch auch bei

wird das Hormon gebildet.

Adrenalinproduktion

Die Herstellung des Adrenalins erfolgt im Nebennierenmark. Die Biosynthese des Hormons wird von den Aminosäuren L-Phenylalanin oder L-Tyrosin ausgelöst, die zu L-DOPA hydroxyliert werden. Im Anschluss an eine Decarboxylierung zu Dopamin, das biologisch aktiv ist, kommt es zu einer Hydroxylierung zu Noradrenalin.

Auch dessen Freisetzung geschieht im Nebennierenmark. Durch eine N-Methylierung des Noradrenalins kann schließlich das Adrenalin geliefert werden.

Wirkung von Adrenalin

In früheren Zeiten diente Adrenalin dazu, bestimmte Körperfunktionen zu aktivieren, damit der Mensch in einer plötzlichen Gefahrensituation rasch einsatzbereit wurde, um gegen Feinde zu kämpfen oder vor wilden Tieren die Flucht zu ergreifen. Solche Situationen treten zwar heutzutage nur noch selten auf, dennoch kommt es in Angstmomenten zu diesen Reaktionen. Auf diese Weise sind

auf einen Notfall vorbereitet. Kommt es zu körperlichem Stress, wird das Adrenalin vom Nebennierenmark direkt ins Blut freigesetzt. Anschließend verteilt es sich im Organismus und gelangt zu den Organen und den Zellen, die wichtig für eine Fluchtreaktion sind.

Adrenalin hat die Eigenschaft,

Außerdem werden die Bronchien erweitert und die Atmung gesteigert. Auf diese Weise lassen sich die Körperzellen gut mit Sauerstoff versorgen, der zur Gewinnung von Energie gebraucht wird.

Auch Fette und Zucker werden durch Adrenalin freigesetzt, um den gesteigerten Energiebedarf des Organismus zu decken. Organe, die für eine Fluchtreaktion nicht wichtig sind, fährt das Adrenalin dagegen zurück, indem es die Darmdurchblutung reduziert und die Darmbewegungen verlangsamt.

Das Adrenalin hat auch Auswirkungen auf das Gehirn. So sorgt es für eine höhere Aufmerksamkeit und stärkere Erregung, die sich auch in Form von Angst bemerkbar machen kann. Typische Anzeichen eines Adrenalinschubs sind

Adrenalin als Arzneimittel

Im Jahre 1856 entdeckte ein französischer Physiologe erstmals, dass eine Substanz im Nebennierenmark gebildet wird. Nachdem verschiedene Forscher mit dieser Substanz experimentierten, gelangte man zu der Erkenntnis, dass auch die Medizin von diesem Hormon profitieren kann.

Adrenalin lässt sich auch als Arzneistoff verwenden. So kommt es als Notfallmedikament bei einem Herzstillstand oder einem anaphylaktischen Schock zur Wiederbelebung zum Einsatz.

Die Gabe des Mittels erfolgt in der Regel intravenös, mitunter aber auch intraossär oder intrakardial. Bei bestimmten Atemwegserkrankungen wie Pseudo-Krupp kann Adrenalin in Form einer Inhalation verabreicht werden. Weitere Anwendungsgebiete sind

Nebenwirkungen

Durch die Verabreichung von Adrenalin kann es zu unterschiedlichen Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören

  • die Kontraktion von Blutgefäßen
  • Blutdruckanstieg sowie
  • gelegentliche Nekrosen bei lokaler Anwendung.

Im Rahmen einer systemischen Behandlung besteht die Gefahr von kardialen Nebenwirkungen wie

Sogar ein Herzstillstand ist im Bereich des Möglichen. Die systemische Anwendung des Stresshormons ist daher umstritten. Weitere mögliche Nebenwirkungen können

sein. Auch unerwünschte psychische Nebeneffekte wie

können vorkommen. Daher ist es von großer Bedeutung, negative Verstärker wie

zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern. Mit ausreichend Schlaf, Entspannung und regelmäßigem Sport wird ebenfalls Stress abgebaut. Also gibt es keinen Grund ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich das eine oder andere Mal inmitten des täglichen Trubels eine Pause genehmigt.

Noradrenalin

Noradrenalin, das auch als Norepinephrin (INN) bezeichnet wird, ist ein Hormon, das im Nebennierenmark entsteht. Ebenso wie das Adrenalin, mit dem es verwandt ist, wirkt Noradrenalin stimulierend auf das Herz-Kreislauf-System. Im Unterschied zu Adrenalin enthält der Neurotransmitter in seiner Aminogruppe jedoch keine Methylgruppe, sodass die beiden Hormone unterschiedliche physiologische Wirkungen aufweisen.

Produktion und Wirkung von Noradrenalin

Noradrenalin wird in den Nebennieren sowie im Nervensystem aus Dopamin mithilfe des Enzyms Dopaminhydroxylase hergestellt. Ein wichtiger Co-Faktor dabei ist Vitamin C.

Von besonderer Bedeutung ist Noradrenalin als Neurotransmitter im zentralen Nervensystem sowie im sympathischen Nervensystem. Die Ausschüttung des Hormons erfolgt durch sympathische Nervenfasern im peripheren Nervensystem. Dort kommt es zu einer weitgehend identischen Wirkung wie bei Adrenalin.

Noradrenalin als Arzneimittel

Als Notfall-Arzneimittel setzt man Noradrenalin in der Intensivmedizin ein. So eignet es sich gut zur Behandlung

Zugeführt wird das Mittel dem Patienten in der Regel mit einer speziellen Spritzenpumpe. Das Hormon lässt sich aber auch lokal im Rahmen von operativen Eingriffen verwenden, um Blutungen zu unterbinden.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Da Nordadrenalin sich negativ auf die Pumpleistung des Herzens auswirkt, kann es nur in niedrigen Dosen verabreicht werden. Nicht oder nur sehr behutsam zum Einsatz kommen darf Noradrenalin bei

Dopamin

Bei Dopamin handelt es sich um einen Neurotransmitter, der zur Gruppe der Katecholamine zählt. Darüber hinaus bildet das Hormon die Vorstufe für Noradrenalin und Adrenalin. Da Dopamin vor allem bei intensiven Flow-Erlebnissen ausgeschüttet wird, nennt man es auch Glückshormon.

Herstellung von Dopamin

Produziert wird Dopamin in Abschnitten des sympathischen Nervensystems. So bildet sich in den Enden der Nervenfasern Dopamin aus der Aminosäure Tyrosin.

Später kommt es allerdings zur Umwandlung von Dopamin in Noradrenalin. Dieses wandelt sich im weiteren Verlauf im Nebennierenmark sowie im Zentralnervensystem zu Adrenalin um. In der Substantia nigra, einem Bereich des Hirnstamms, bleibt die Umwandlung des Dopamins jedoch aus, sodass es dort selbst als Botenstoff fungiert.

Wirkung von Dopamin

Dopamin ist wichtig für die Abstimmung von Bewegungen. Außerdem sorgt es dafür, dass der Mensch sich über Erfolge freuen kann und Glücksgefühle empfindet. So werden durch erfreuliche Erlebnisse die Nervenzellen des Belohnungssystems aktiviert, die dann das Dopamin freisetzen, das wiederum die freudigen Gefühle auslöst. Weitere Funktionen von Dopamin sind

  • die Weiterleitung von Befehlen vom Nervensystem zur Muskulatur
  • die Förderung der Durchblutung sowie
  • die Hemmung des Hormons Prolaktin.

Kommt es zu einem Absterben der Nervenzellen, die das Dopamin im Gehirn freisetzen, hat dies die Parkinson-Krankheit zur Folge.

Dopamin als Arzneimittel

Dopamin lässt sich als Arzneistoff bei

einsetzen.

Nebenwirkungen

Allerdings hat es in den letzten Jahren als therapeutisches Mittel an Bedeutung verloren, da die Gefahr von erheblichen Nebenwirkungen wie

  • Immunsuppression
  • Herzrhythmusstörungen und
  • endokrinologischen Störungen

besteht. Dies ist vor allem für die Behandlung von schwerkranken Patienten äußerst problematisch. Um die Parkinson-Krankheit zu behandeln, verwendet man ein Prodrug des Dopamin, L-DOPA, da das Hormon selbst nicht in der Lage ist, die Blut-Hirnschranke zu passieren und ins zentrale Nervensystem zu gelangen.

Glücklichsein bewahrt das Gedächtnis - Dopamin hilft gegen Vergesslichkeit

Junges Pärchen, sie umarmt ihn von hinten, beide lachen in Kamera
Couple in love © Kurhan - www.fotolia.de

Dopamin wird gern auch als Glückshormon bezeichnet, denn wir schütten es in großen Mengen aus, wenn uns eine Sache einfach nur glücklich macht. Dopamin ist allerdings nicht nur ein Glücksbote, es bringt das Gehirn auch noch anderweitig in Wallungen.

Bereits bekannt ist es, dass es nötig ist, damit Nervenzellen und Muskeln miteinander kommunizieren können. Daher kommt es auch zu Parkinson, wenn ein Mensch einen chronischen Dopaminmangel aufweist. Doch das Hormon kann noch viel mehr.

Neuesten Erkenntnissen zufolge sorgt es auch dafür, dass unser Gedächtnis intakt bleibt. Dieser Gedanke hat vor allen Dingen Mediziner aufhorchen lassen, die sich mit Alzheimer beschäftigen. Könnte man Dopamin gegen Alzheimer nutzen?

Denkbar wäre dies, wie eine aktuelle Studie zeigt. Dabei wurden Senioren im Alter zwischen 65 und 75 Jahren gebeten, einen Gedächtnistest zu machen. Einigen der Probanden gab man vorher das Mittel „Levodopa“, bei dem es sich um eine Vorstufe von Dopamin handelt.

Dieses wird vom Blut aufgenommen und zum Gehirn transportiert. Vor Ort wird es in Dopamin umgewandelt und wirkt daher auch wie der natürliche Botenstoff.

Die übrigen Teilnehmer erhielten lediglich ein Placebo. Wer mit dem Glückshormon überschwemmt war, dessen Gedächtnis war auffallend besser. Zwei Stunden nach dem erstmaligen Sehen von Gebäudebildern waren beide Gruppen beim Wiedererkennen noch gleich gut, doch nach sechs Stunden lag die Dopamin-Gruppe deutlich vorn. Sie erkannte 20 Prozent mehr Bilder wieder.

Da der Test das Merken von Dingen über einen längeren Zeitraum erhoben hat, kann man aussagen, dass Dopamin das sogenannte episodische Gedächtnis (das Langzeitgedächtntis) auf Trab hält.

Dopamin als Hirn-Doping: Zuviel davon senkt die Hirnleistung wieder ab

Eine künstlich erhöhte Dopaminausschüttung hat sich nur bis zu einer gewissen Schwelle als wirksam erwiesen

Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
gehirn von der seit © fotoflash - www.fotolia.de

Dopamin gehört zu den Hormonen, die im Körper natürlich vorkommen und für das Gehirn eine zentrale Rolle spielen. Dopamin ist als Botenstoff unter anderem dafür zuständig, dass der Mensch aufnahmefähig ist und beispielsweise Schulstoff schneller lernen kann.

Im Allgemeinen sind Kinder und Jugendliche deutlich lernfähiger als Erwachsene, denn ihr Gehirn besitzt im Durchschnitt mehr Dopamin. Die Menge des Hormons nimmt mit den Jahren ab, sodass die Leistung des Hirns messbar schwächer wird. Je weniger Dopamin im Kopf ist, desto schwächer ist die Arbeitsgedächtnisleistung.

"Hirn-Doping" mit Dopamin funktioniert nur bis zu bestimmter Grenze

Aufgrund dieser Fakten war es für die Medizin immer naheliegend, durch die Zufuhr von Dopamin eine Art "Hirn-Doping" herbeizuführen. Durch die Vergabe von D-Amphetamin wird im Körper mehr Dopamin ausgeschüttet und der Kopf kann künstlich auf Touren gebracht werden.

Eine aktuelle Studie zeigt nun aber, dass dieser Effekt nicht beliebig erhöht werden kann. Offenbar gibt es eine Grenze, bis zu der das Hirn-Doping funktioniert. Wird sie überschritten, führt das Mehr an Dopamin nicht mehr zu einer Leistungssteigerung. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, denn die Arbeitsgedächtnisleistung nimmt bei zu viel Dopamin wieder ab.

Studie mit jungen und älteren Erwachsenen

Für die Studie arbeitete ein internationales Team mit jungen und älteren Erwachsenen. Mit jeder Gruppe wurden zwei Durchläufe absolviert; einmal bekamen die Teilnehmer D-Amphetamin und einmal nur ein Placebo. Ob der Wirkstoff im ersten oder zweiten Durchlauf im Spiel war, wussten zu Beginn der Tests weder die Teilnehmer noch die Ärzte.

Bei jedem Probanden wurde während der Übungen mittels MRT die Hirnaktivität überwacht. Es zeigte sich, dass bei jungen Erwachsenen, die von sich aus also bereits einen recht hohen Dopamin-Wert hatten, die künstliche Steigerung nicht etwa die Hirnleistung vergrößerte, sondern im Gegenteil zurückgehen ließ. Die Wirkung zeigte sich nur bei jenen Erwachsenen, deren natürlicher Dopamin-Wert aufgrund des Alters bereits geringer war.

Für das so genannte „Bauchgefühl“ des Menschen ist der Wirkstoff Dopamin verantwortlich

Frau hält Hände auf ihren nackten Bauch
fitness time © Dash - www.fotolia.de

In einer Untersuchung auf die Auswirkungen des Dopaminspiegels auf die Psyche des Menschen haben sich Michael Frank und sein Team von der Universität von Colorado in Boulder beschäftigt und die Ergebnisse sind in der Ausgabe von „Science“ veröffentlicht. Der Abgleich zwischen Tests mit Patienten, die an Parkinson erkrankt sind und einer Computersimulation zeigte, dass ein hoher Dopaminspiegel die Effekte aus positiven Erlebnissen erhöht, bei einem niedrigen verstärken sich die Lerneffekte aus den negativen Erfahrungen.

Damit konnten die Wissenschaftler die Beeinflussung des Wirkstoffs Dopamin auf das Bauchgefühl des Menschen aufzeigen. Sie hoffen jetzt, dass diese Erkenntnisse zum Verständnis weiterer Krankheiten, zum Beispiel der Suchtkrankheiten führen.

Isoprenalin

Bei Isoprenalin handelt es sich um ein Noradrenalin-Derivat. Man verwendet es in der Medizin als Sympathomimetikum.

Anwendungsgebiete von Isoprenalin

Isoprenalin zählt zur Gruppe der nicht-selektiven Beta-Sympathomimetika und ist ein synthetisches Derivat von Noradrenalin. Als Derivate bezeichnet man Stoffe, die eine ähnliche Struktur wie eine bestimmte Grundsubstanz aufweisen.

In früheren Jahren kam Isoprenalin oftmals in Form eines Aerosols zur Behandlung von Asthma bronchiale zur Anwendung. Heutzutage gilt es allerdings als überholt, sodass an seiner Stelle geeignetere Beta-2-Sympathomimetika verabreicht werden.

Gelegentlich dient Isoprenalin als Aerosol noch zur Therapie von Pseudokrupp. Zum Einsatz kommt das Noradrenalin-Derivat vor allem in der Notfallmedizin im Falle von bradykarden Herzrhythmusstörungen oder einem Herzstillstand.

Kontraindikation

Als Kontraindikationen gelten

Wirkung von Isoprenalin

Die Wirkung von Isoprenalin beruht darauf, dass es die Beta-1-Rezeptoren und die Beta-2-Rezeptoren anregt, was sich vor allem auf das kardiopulmonale System auswirkt. So wird eine Entspannung der Bronchialmuskulatur erzielt.

Auch auf das Herz hat das Noradrenalin-Derivat einen positiven Effekt. Mögliche Nebenwirkungen können weiterführende Herzbeschwerden sein.

Dobutamin

Ein anderes synthetisches Katecholamin ist Dobutamin. Zum Einsatz kommt es vor allem in der Notfallmedizin.

Anwendungsgebiete von Dobutamin

Dobutamin dient vor allem als Notfallmedikament und wird bei akuter Herzschwäche oder einem kardiogenen Schock verabreicht. Darüber hinaus kommt es im Rahmen von herzchirurgischen Eingriffen zum Einsatz.

Ein weiteres Anwendungsgebiet des Katecholamins ist die Belastungsechokardiographie. Dabei wird das Herz durch das Medikament gezielt belastet.

Wirkung von Dobutamin

Eine stimulierende Wirkung auf Dopamin-Rezeptoren hat Dobutamin nicht. Stattdessen wirkt es als Agonist an mehreren Adrenozeptoren. Im Vordergrund steht dabei die Stimulation der B1-Adrenozeptoren am Herzen.

Zu den Haupteffekten von Dobutamin gehören die gesteigerte Kontraktilität der Herzmuskelzellen sowie eine geringfügige Beschleunigung der Herzfrequenz. Auf diese Weise lassen sich Herzzeitvolumen und Schlagvolumen erhöhen und die Durchblutung von wichtigen Organen verbessern.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen von Dobutamin können

  • pectangiöse Beschwerden
  • Tachykardie oder
  • Herzrhythmusstörungen

sein.

Dopexamin

Ebenfalls zur Gruppe der Katecholamine zählt Dopexamin. Dabei handelt es sich um ein Dopamin-Derivat.

Anwendungsgebiete von Dopexamin

Dopexamin ist ein Derivat von Dopamin und zählt zu den Beta1-adrenergen und Beta2-adrenergen Rezeptoragonisten. Seine Wirkung erstreckt sich auch auf Dopamin-Rezeptoren. Zur Anwendung kommt es im Rahmen einer Akuttherapie bei einer schweren Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Als Akkuttherapie bei schwerer Herzinsuffizienz eingesetzt
Als Akkuttherapie bei schwerer Herzinsuffizienz eingesetzt

Wirkung von Dopexamin

Die Wirkung des Sympathomimetikums beruht auf der Stimulation der Beta2-Rezeptoren sowie der Dopamin-Rezeptoren. So verfügt Dopexamin über eine stark ausgeprägte adrenerge Rezeptorwirkung, wodurch es zu einer Erweiterung der Blutgefäße kommt. Dies hat wiederum ein gesteigertes Herzminutenvolumen sowie eine verbesserte Versorgung mit Sauerstoff zur Folge.

Außerdem verfügt Dopexamin über eine leicht positive inotrope Wirkung. Die Verabreichung des Mittels erfolgt in der Regel intravenös.

Kontraindikation

Nicht zur Anwendung kommen darf Dopexamin bei

  • Volumenmangel
  • einem Phäochromozytom
  • Auswurfbehinderungen des linken Ventrikels
  • instabiler Angina pectoris
  • Thrombozytopenie oder
  • einer Lungenembolie.

Cortisol

Bei Cortisol, auch Hydrocortiso genannt, handelt es sich um ein lebenswichtiges körpereigenes Hormon, das zu den Glukokortikoiden zählt. Hergestellt wird es in der Nebennierenrinde aus Cholesterin. Seine Anregung erfolgt durch das ardrenocorticotrope Hormon (ACTH).

Da die Werte im Blut einen natürlichen Tagesrhythmus haben, kommt es bei Tage und bei Nacht zu wechselnden Konzentrationen. So erreicht die Cortisolkonzentration in den Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr ihren Höhepunkt, während sie um Mitternacht am niedrigsten ist. Durch die Einnahme von Kortisonpräparaten oder bestimmte Krankheiten kann der Cortisolspiegel im Blut beeinflusst werden.

Das Hormon hat seinerseits Einfluss auf den Fettstoffwechsel sowie den Blutzucker. Darüber hinaus verfügt es über eine entzündungshemmende Wirkung.

In der Medizin setzt man Cortisol daher ein, um Entzündungen zu bekämpfen. Dazu gehören zum Beispiel Gelenkentzündungen oder auch Ekzeme.

Aufgaben von Cortisol

Cortisol übernimmt im Organismus mehrere wichtige Aufgaben. Dies sind vor allem

  • die Neuproduktion von Zucker
  • der Abbau von Eiweiß und
  • die Erhöhung des Blutzuckerspiegels.

Des Weiteren hat es Einfluss auf den Wasser- und Salzhaushalt. Als Stresshormon ist Cortisol für den Menschen von höchster Bedeutung. Eine entscheidende Rolle bei der Ausschüttung des Botenstoffes spielen der Hypothalamus sowie die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

So sorgt der Hypothalamus für die Freisetzung des Corticotropin-releasing Hormons (CRH). Dieser Vorgang führt wiederum im Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse) zur Freisetzung des Adrenocorticotropen Hormons (ACTH).

Britische Studie: Ängstliche Kinder haben höheren Kortisolspiegel im Blut

Kleinkind schaut mit ängstlichen Augen über Laufstall
fear in baby eyes © jeecis - www.fotolia.de

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Development and Psychopathology" berichtet Patrick Davies von der britischen University of Rochester von einem Test, den er mit 201 Zweijährigen aus schwierigen sozialen Verhältnissen gemacht hat.

Zuerst beobachtete er die Kinder in einer ungewohnten Situation. Einige reagierten ängstlich und schüchtern, die anderen neugierig und furchtlos.

Dann simulierten die Eltern der Kinder einen Streit und Davies maß den Kortisolgehalt im Blut der Kinder.

Kortisol ist ein Stresshormon. Bei den ängstlichen Kindern war er höher, bei den mutigen Kindern war er niedriger. Damit weist Davies nach, dass kindliches Verhalten auch biochemische Komponenten hat. Ein hoher Kortisolspiegel kann zu Angst und Depressionen führen, erhöht aber auch die Aufmerksamkeit. Ein niedriger Kortisolspiegel verringert die Angst, kann aber zu riskantem Verhalten und Hyperaktivität führen.

Corticotropon-releasing Hormon (CRH)

Das Corticotropon-releasing Hormon (CRH) trägt auch die Bezeichnungen Corticoliberin oder Corticotropin Releasing Factor (CRF). Gemeint ist damit ein Polypeptid, das im Hypothalamus, genauer gesagt im Nucleus paraventricularis, entsteht. Es setzt sich aus insgesamt 41 Aminosäuren zusammen.

Über die Portalgefäße wird das CRH vom Hypothalamus zum Hypophysenvorderlappen transportiert. Dort aktiviert es die cAMP-abhängige Proteinkinase A.

Auf diese Weise kommt es zur Ausschüttung des adrenokorticotropen Hormons (ACTH). In den Morgenstunden ist die Ausschüttung von CRH stärker als in den Abendstunden. Eine wichtige Rolle bei der Ausschüttung des Hormons spielt auch die negative Rückkopplung der Glukokortikoide, die unter dem Einfluss von ACTH entstehen.

Wirkung

Wichtigste Funktion des CRH ist die Sekretion des ACTH sowie von weiteren verwandten Peptiden. Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler, dass das Hormon auch an anderen zentralen und peripheren Vorgängen des Organismus beteiligt ist. So wird angenommen, dass es Anteil

hat.

Adrenocorticotropin (ACTH)

ACTH ist die Abkürzung von Adrenocorticotropin, das zu den Peptidhormonen zählt. Es entsteht aus der Vorstufe des Proteins und Prohormons POMC (Proopiomelanocortin) in den basilophilen Zellen des Hypophysenvorderlappens. Dabei übt das Hormon CRH wichtigen Einfluss aus.

Da die Proteolyse limitiert ist, wird aus dem Proopiomelanocortin neben ACTH auch das Hormon Lipotropin gebildet. Insgesamt besteht das Adrenocorticotropin aus 39 Aminosäuren, von denen jedoch lediglich 24 physiologische Relevanz besitzen.

Adrenocorticotropoin zählt zu den Stresshormonen, weil es vor allem in Stresssituationen zu seiner Ausschüttung kommt. Dabei kann es sich um Stress durch

handeln.

Funktion

Bei ACTH handelt es sich um einen Agonisten der Melanocortinrezeptoren. Zu seinen Aufgaben gehört die Produktion von Zellen in der Hypophyse, die dann in die Blutbahn abgegeben werden.

Bei der Konzentration des ACTH im Blut kommt es im Tagesverlauf zu erheblichen Schwankungen. So wird am Morgen eine große Menge des Hormons ausgeschüttet. In den Abendstunden ist die Konzentration dagegen deutlich geringer.

Darüber hinaus sorgt ACTH in der Nebennierenrinde dafür, dass bestimmte Hormone hergestellt werden und ins Blut gelangen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Glukokortikoide wie Cortisol.

Für die Regelung der ACTH-Sekretion ist der Hypothalamus zuständig. Durch psychischen oder physischen Stress wird die Sekretion verstärkt.

ACTH-Werte

Durch bestimmte Faktoren kann es zu erhöhten ACTH-Werten im Blut kommen. Dazu gehören zum Beispiel Stress, Kälte oder Krankheiten wie

  • das paraneoplastische Syndrom
  • Morbus Cushing oder
  • Nebenniereninsuffizienz.

Erhöhte Werte entstehen auch bei bestimmten Krebserkrankungen wie Bauchspeicheldrüsenkrebs oder dem kleinzelligen Bronchialkarzinom, da dabei vermehrt ACTH hergestellt wird. Manchmal entstehen aber auch falsche hohe ACTH-Werte. Diese kommen vor allem durch

zustande.

Bilden die Nebennierenrinden zu viel Cortisol, führt dies wiederum zu niedrigeren ACTH-Werten. Da die Cortisol-Werte höher sind, wird als Reaktion darauf von der Hypophyse weniger ACTH ausgeschüttet. Erhöhte Cortisol-Werte entstehen vor allem durch

  • Tumore der Nebennierenrinde
  • Funktionsstörungen der Hirnanhangsdrüse oder im Hypothalamus sowie
  • einer beidseitigen Hyperplasie der Nebennierenrinde.

Kommt es zu einem Mangel an ACTH, hat dies eine Atrophie (Gewebeschwund) der Nebennierenrinde zur Folge.

Verwendung in der Medizin

Adrenocorticotropin wird mitunter auch zu therapeutischen Zwecken verwendet. So behandelt man damit epileptische Anfälle wie beim West-Syndrom. Allerdings besteht dabei ein hohes Risiko durch Nebenwirkungen.

Grundinformationen zu Hormonen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Medical - Nurse holding up a sharp syringe © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: monitoring in operation room © beerkoff - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Nurse prepares IV solution for infusion. © Mediteraneo - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: inhalation © Vladislav Gajic - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: medicine vials and syringe © DIA - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: A medical team performing an operation © JENS SCHMIDT - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: monitoring in operation room © beerkoff - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Vials and Syringe © nikilitov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Junges Mädchen inhaliert © pete pahham - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: herzschlag © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: She prefers to play rather than taking her medicine © Photographee.eu - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Doctor doing heart operation © Africa Studio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Electrocardiograph © nyul - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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