Arten des Fußbodens - Bodenbeläge im Überblick

Möchten Sie ein bestimmtes Zimmer renovieren oder sogar gleich eine ganze Wohnung oder ein Haus mit neuen Böden ausstatten? Dann ist die Wahl des geeigneten Bodenbelags sicher keine leichte Entscheidung. Wissen Sie, welche Bodenbeläge es gibt, und wo deren Vor- und Nachteile liegen? Ein paar Informationen zu den unterschiedlichen Fußbodenarten haben wir hier für Sie zusammen gestellt.

Vor- und Nachteile verschiedener Bodenbeläge

Fußboden - Generelle Merkmale und Funktion

Der Fußboden beschreibt die begehbare Fläche in einem Gebäude bzw. Haus oder in der Wohnung. Er kann aus unterschiedlichen Bodenbelägen bestehen.

Er nimmt diverse Funktionen ein; so dient er als Trittschaldämmung, Kälteschutz und sorgt außerdem für bequemeres Laufen. Und letztlich sorgt er auch für eine schönere Optik. Generell lassen sich innerhalb des Fußbodenaufbaus diverse Schichten unterscheiden. Es bestehen beispielsweise Unterschiede zwischen dem Holzbau sowie dem Stahlbeton- oder Massivbau.

Es gibt einige klassische Bodenbeläge im Sortiment. Teils gelten diese als veraltet, gleichzeitig kommen neue Trends hinzu. Doch die größten Unterschiede bzw. Neuerungen machen sich innerhalb der verschiedenen Arten von Bodenbelägen bemerkbar, so etwa in Form von weiteren Farben, Größen, Mustern oder Maserungen.

Designfußböden spielen dabei eine besondere Rolle: es handelt sich um Bodenbeläge, die den Anschein machen, als wären sie aus einem anderen Material. Zu den Klassikern in Sachen Fußböden zählen beispielsweise Fliesen, die im Fall vom Designboden den Look des Parketts übernehmen.

Unterschiedliche Arten von Bodenbelägen

Die Wahl des passenden Fußbodens spielt in jedem Raum einer Wohnung bzw. eines Hauses eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar die wichtigste. Denn erst, wenn der Boden verlegt worden ist, lässt sich mit Möbeln und Co. darin wohnen. Unterschiede und Auswahlmöglichkeiten gibt es viele.

Fliesenboden

Kühle, glatte Fliesen vermitteln eine edle Optik. In Kombination mit einer Fußbodenheizung sorgen sie auch für ein warmes, angenehmes Raumklima, so dass die Zeiten kalter Füße auf Fliesenboden der Vergangenheit angehören.

Jedoch gehört diese Lösung auch zu den kostspieligsten Varianten. Andererseits hält sie über viele Jahre, da sich Fliesen bei normaler Nutzung lange halten. In manchen Räumen sind Fliesen ein Muss, zum Beispiel in

Auch für den direkten Eingangsbereich sind Fliesen sehr zu empfehlen, da sie sich leicht reinigen lassen.

Fliesenleger bei der Arbeit
Fliesenleger bei der Arbeit

Parkettboden

Sehr wohnlich und durch seine natürliche Optik im Trend ist der Parkettboden. Ein hochwertiges Vollholzparkett lässt sich übrigens auch mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Parkettboden lässt sich hygienisch sauber halten und ist vergleichsweise unempfindlich. Sind jedoch einmal Kratzer und Macken entstanden, so muss man mit diesen leben.

Parkettböden schaffen eine gemütliche Atmosphäre
Parkettböden schaffen eine gemütliche Atmosphäre

Laminatboden

Laminat gibt es in schier endlosen Farben und Musterungen
Laminat gibt es in schier endlosen Farben und Musterungen

Die günstigeren Verwandten von Parketten sind Laminate. In ihrer Optik sind sie heute dem Parkett fast schon zum Verwechseln ähnlich; sie bestehen jedoch aus Kunststoffen, die sich weniger angenehm anfühlen und beim Gehen ein härteres Geräusch machen.

Dafür sind Parkettböden aber noch unempfindlicher. Sie bekommen weniger schnell Macken und nehmen keine Flüssigkeit auf. Laminatböden sind preisgünstig und können einfach selbst verlegt werden.

Teppichboden

Der Klassiker unter den Fußbodenbelägen wird heute von vielen Menschen verschmäht. Er ist vergleichsweise schwer zu reinigen; Schmutz und Staub können sich hervorragend ansammeln. Damit gilt der Teppichboden heute als nicht mehr zeitgemäß und als unhygienisch.

Besonders für Allergiker ist er ungeeignet, da den idealen Unterschlupf für Hausstaubmilben jeder Art bietet. Dennoch hat der Teppichboden auch Vorteile: er fängt die Raumwärme ein und verhindert kalte Füße.

Läuft man barfuß darüber, so empfindet man das als wesentlich angenehmer als man dies bei harten Belägen tut. Teppichboden ist in verschiedenen Preiskategorien zu bekommen, jedoch sollte man davon ausgehen, dass er keine Anschaffung für viele Jahre oder Jahrzehnte ist.

Teppichboden ist vergleichsweise schwer zu reinigen
Teppichboden ist vergleichsweise schwer zu reinigen

Korkböden

Eine ebenfalls nicht unbedingt preisgünstige Alternative sind Korkböden. Sie werden in Platten verlegt und haben eine harte, versiegelte Oberfläche. Inzwischen sind schon gefärbte und modische Varianten erhältlich, die durchaus eine Überlegung wert sind.

Vinylböden (PVC)

Beim Vinylboden bzw. PVC (Polyvinylchlorid) handelt es sich wie beim Laminat um einen künstlichen Bodenbelag. Er zählt zu den elastischen Bodenbelägen und ähnelt dem Parkett.

Vinyl ist besonders pflegeleicht und robust und lässt auch viele Gestaltungsmöglichkeiten zu. Entscheidender Vorteil gegenüber Laminat: er ist feuchtigkeitsresistenter.

Linoleum

Der Linoleumboden besteht aus Leinöl und weiteren natürlichen Stoffen, wie etwa Naturharzen oder Kalkstein. Es handelt sich somit um einen natürlichen Fußbodenbelag.

Diese ökologische und nachhaltige Variante ist pflegeleicht, strapazierfähig, langlebig und bietet ein sehr komfortables Trittgefühl. Beim Verlegen kann man auf Rollen in Form von Meterware sowie Fliesen und Dielen zurückgreifen.

Tadelakt-Böden

Der Begriff "Tadelakt" mag nicht jedem geläufig sein. Es handelt sich um einen natürlichen Kalkputz aus Marokko, welcher sehr vielfältig eingesetzt werden kann - unter anderem eben auch als Fußbodenbelag.

In diesem Zusammenhang lässt er sich als Alternative zur Fliese nutzen und wird beispielsweise dank seiner wasserabweisenden Wirkung im Badezimmer gerne eingesetzt. Dabei trägt man ihn fugenlos auf, was die Reinigung erleichtert und Schimmel vorbeugen kann.

Tadelakt ist in zahlreichen Schattierungen zu haben. Er strahlt eine exotische Atmospähre aus und kann mit vielen anderen Materialien und Farben kombiniert werden. Dabei ist dieser Putz besonders robust und obendrein desinfizierend, was auf seine hohe Alkalität zurück zu führen ist.

Estrich-Böden

Wurde Estrich lange Zeit lediglich in Industriegebäuden oder als Unterboden genutzt, konnte er sich im Laufe der Zeit auch zu einem sehr angesagten Fußboden mausern. Es handelt sich um einen Mörtel, der, mit Bindemitteln angemischt, zu einer halbfesten Masse wird und schließlich aushärtet.

Zu seinen Vorzügen zählt:

  • er lässt sich einfach verlegen bzw. auftragen
  • er ist strapazierfähig
  • er ist pflegeleicht
  • er ist in unterschiedlichen Farben erhältlich

Somit dient er als stylische Alternative zu beispielsweise Fliesen oder Linoleum.

Tipps zur Auswahl

Die Wahl des passenden Fußbodens sollte gut durchdacht werden; schließlich wird der Bodenbelag mit am meisten beansprucht, sodass es sich duchaus lohnt, hier auf Qualität zu setzen. Natürlich sollten dabei aber nicht die eigenen Bedürfnisse außer Acht gelassen werden.

Einige Menschen, die sich nach einem neuen Fußboden umsehen, haben bereits genaue Vorstellungen, sei es bezüglich des Materials oder zumindest, was das Aussehen angeht. Andere wiederum lassen sich von dem vielfältigen Angebot inspirieren und treffen erst dann ihre Wahl.

Die Merkmale bzw. Vor- und Nachteile haben wir in diesem Artikel bereits aufgeführt. Hilfreich ist nun eine Übersicht darüber, welche Beläge sich für welchen Raum am besten eignen:

  • Für den Boden im Badezimmer gilt: er soll pflegeleicht, hygienisch und feuchtigkeitsresistent sein. Geeignete Bodenbeläge: Fliesen, versiegeltes Holz, Tadelakt
  • Für den Boden in der Küche gelten die gleichen Ansprüche und demnach die gleichen Empfehlungen wie für das Badezimmer
  • Für den Boden im Schlafzimmer gilt: er soll möglichst angenehm und warm sein. Geeignete Bodenbeläge: Teppichboden, Laminat, Parkett
  • Für den Boden im Wohnzimmer gilt: er soll möglichst gemütlich, ansehnlich und komfortabel sein. Geeignete Bodenbeläge: Laminat und Parkett
  • Für den Boden im Flur gilt: er soll möglichst robust und pflegeleicht sein. Geeignete Bodenbeläge: Fliesen

Familien mit Kindern sollten bei der Auswahl ein paar besondere Aspekte beachten...

Welcher Fußbodenbelag ist am besten für das Kinderzimmer geeignet?

Braucht eine Familie einen anderen Fußboden als ein Single? Gibt es Fußböden, die für Kinder besonders gut oder besonders wenig geeignet sind? Diese Frage muss sich jeder nach seinen Lebensgewohnheiten und Vorlieben beantworten. Ein paar Denkanstöße und Argumente liefern wir Ihnen aber gerne.

Der Boden im Kinderzimmer wird stärker belastet
Der Boden im Kinderzimmer wird stärker belastet

Teppichboden

Weich und warm ist der Teppichboden nach wie vor sehr beliebt, und für Kinder eine gern genutzte Spielunterlage. Ein weicher Teppichboden hat schon so manchen Sturz abgebremst und glimpflich ausgehen lassen.

Aber mindestens ebenso oft hat er auch in Sekundenschnelle ein verschüttetes Glas Saft aufgesogen. Auch Schmutz von Straßenschuhen und Hausstaubmilben werden von Teppichböden geradezu magisch angezogen, weshalb sie heute - zumindest in Allergikerkreisen - nicht mehr als zeitgemäß gelten.

Parkett

Weiches, natürliches Material, das eine eigene Wärme ausstrahlt und auch die Wärme des Raumes gut aufnimmt. Das Parkett ist härter als der Teppichboden, aber weicher als Laminat und Fliesen.

Es ist pflegeleicht und lässt sich hervorragend reinigen. Viele Kinder lieben die natürliche Haptik von Echtholzparkett und lassen sich gerne zum Spielen nieder. Ein waschbarer Spielteppich rundet das Angebot zur Zufriedenheit der Eltern ab.

Laminat

Mit dem Laminat verhält es sich ganz ähnlich, wenngleich es auch etwas härter und kühler als das Parkett ist. Dafür ist es aber nochmals wesentlich unempfindlicher gegen Stöße. Und sollte es nach ein paar Jahren trotzdem abgenutzt sein, so lässt es sich kostengünstig ersetzen.

Fliesen/Stein

Eine sehr hygienische Alternative ist der Fliesenboden oder auch Steinboden. Kleine Matschfüße können hier keinen Schaden anrichten. Stürze auf dem Fliesenboden sind jedoch vergleichsweise schmerzhaft.

Allerdings stürzen Kinder weitaus weniger häufig als man annimmt, und können zudem die meisten ihrer Stürze sehr gut selbst abfangen. Ein vorsichtiges Kind wird schnell lernen, dass man mit Socken auf dem Fliesenboden leicht ausrutschen kann. Fliesenboden in Kombination mit Fußbodenheizung ist sehr beliebt und vermittelt entgegen aller Vorurteile ein warmes, wohliges Gefühl.

Wer es gerne hochwertig mag, wird sicherlich an Fliesen aus Naturstein gedacht haben. Es gibt verschiedene Arten, wie Granit, Schiefer oder Marmor, die jeden Boden besonders elegant und edel wirken lassen.

Naturstein ist pflegeleicht und langlebig und bietet sich für viele Räume als Bodenbelag an. Erfahren Sie hier mehr über diese Fußbodenvariante.

Läufer und Brücken

Vorsichtig sollten Sie lediglich dann sein, wenn Sie ihre Wohnung mit Teppichläufern oder -brücken ausstatten. Diese können auch für Erwachsene schnell zu Rutsch- und Stolperfallen werden.

Kinder bewegen sich in der Regel etwas unkontrollierter und haben ein geringeres Bewusstsein für drohende Gefahren. Deshalb sollten Sie Brücken und Läufer gut fixieren und mit geeignetem Klebeband an den Rändern gut befestigen.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • umzug © Martin Hochrein - www.fotolia.de
  • Le carreleur © Jacques Ribieff - www.fotolia.de
  • Lounge © Phototom - www.fotolia.de
  • parquet background © .shock - www.fotolia.de
  • Vacuum cleaner in action © Aga & Miko Materne - www.fotolia.de
  • zwei jungen spielen videospiel © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema