15. Januar 2010
Von Viola Reinhardt
Auf einem Portal anmelden, seine Vorstellungen eingeben und sich eventuelle Partner aufzeigen lassen. Diese dann völlig sorglos anschreiben, da durch die virtuelle Umgebung ja eine gewisse Anonymität vorhanden ist. Kurz den Smalltalk ausgeführt und schon kann man sich entscheiden ein Treffen zu vereinbaren oder eben nicht. Einfacher ging es nie. Doch schon beim ersten Augenkontakt kann diese Einfachheit Ihre trügerischen Aspekte ans Tageslicht führen.
So simple es auch erscheinen mag, hat es dennoch seine ganz eigenen Schwierigkeiten. Man versteht sich, empfindet sogar für den anderen ein mehr oder weniger tiefes Gefühl und steckt voller Hoffnung, die dann beim ersten Sehen, aufs gröbste enttäuscht wird. Auch wenn es nach dem von Portalen erstellten Wahrscheinlichkeitsfaktor der optimale Partner sein soll, wird das letztendlich doch vom tatsächlichen Gegenüberstehen leider meist wiederlegt. Denn die visuelle Sympathie kann nun mal nicht übers Internet vermittelt, nicht mal mithilfe einer Webcam, geschweige denn die Ausstrahlung des einzelnen konkret wahrnehmbar gemacht werden. Weil gerade durch die Anonymität das Verhalten der Personen eben nicht derselben entspricht wie es in Natura wäre, ist die Überraschung groß, wenn man plötzlich einer Person gegenübersteht, die mit der im Internet nichts oder doch sehr wenig gemeinsam hat.
All die Mühe und Zeit die man investiert hat, war vollkommen umsonst. Umgehen könnte man dies, indem man auf eine virtuelle Partnersuche verzichtet und eben doch in der wahren Welt die Suche nach seinem Traumpartner startet. So kann schon bei Beginn entschieden werden, ob der Partner einem zusagt oder nicht. Dem wiederum spricht entgegen, dass die Gemeinsamkeiten des Partners eben erst im nachhinein festgestellt werden können, dass dann oftmals ebenfalls in einer scheinbar verschwendenden Zeitinvestition endet. Einen Erfolg kann somit weder die eine noch die andere Methode garantieren. So soll gesagt sein, dass auch hier keine Ultimative Lösung vorhanden ist und es eben nicht so vermeintlich einfach ist einen Partner zu finden, wie es vorgegeben wird. Andererseits soll einen gewahr werden, dass die Suche nach einem Partner fürs Leben eben nicht einem Ausverkauf gleichkommt. Das ganz nebenbei erwähnt, dessen Besonderheit und Individualität einen ganz gewaltigen Abbruch tun würde.
Möglich einen Traumpartner zu finden ist es mit beiden Varianten. Welche davon nun die bessere ist, soll jeder selbst wissen. Nicht allzu viel Hoffnung zu setzen ist dabei aus Gründen der weniger schmerzhaften Erfahrung durchaus ratsam und hebt zudem das Erfolgsgefühl bei einem gegenseitigen Gefallen umso mehr.
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