Die ersten Tage nach der Hochzeit: Wichtige Anlaufstellen und Vermeidung möglicher privater Probleme

Klingel-Schild an Wohnungswand, bei jeder Klingel steht "frei"

Nach der Hochzeit gibt es einiges an Papierkram zu erledigen - gleichzeitig kann es in der Beziehung zu den ersten Problemen kommen; wir geben Ratschläge zum richtigen Umgang

Hat man es erst einmal geschafft, alle für die Trauung erforderlichen Dokumente zu organisieren, bedeutet dies leider noch längst kein Ende des Papierkrams: Auch nach der Hochzeit will hier noch so einiges erledigt sein – vor allem, wenn man sich auf einen gemeinsam geführten Ehenamen geeinigt hat und einer der Partner dafür seinen bisherigen Familiennamen aufgegeben hat. Zu den Behördengängen kommen möglicherweise noch private Probleme, mit denen sich das Paar nach der Heirat auseinandersetzen muss.

Wichtige Behördengänge nach der Hochzeit

Derjenige, der den neuen Namen angenommen hat, muss nun die Behörden von seiner Namensänderung in Kenntnis setzen. Das bedeutet in erster Linie, sich einen neuen Personalausweis und gegebenenfalls Reisepass bzw. Führerschein ausstellen zu lassen.

Bank, Arbeitgeber und Versicherungen

Neben diesen offiziellen Dokumenten muss aber auch die Bank, das Kreditkarteninstitut und ggf. die Bausparkasse über die Namensänderung des Kontoinhabers informiert werden, ebenso der Arbeitgeber. All diese Institutionen möchten eine Kopie der Heiratsurkunde sehen. Dasselbe gilt für Versicherungen.

Hier ist es übrigens gut zu wissen, dass manche Versicherungen gekündigt werden können, da hier ein Ehepartner – beispielsweise bei den Krankenversicherungen – zumeist kostenfrei mitversichert ist. Im Regelfalle wird die jüngere der nun doppelt vorhandenen Versicherungen aufgelöst und die verbleibende über die Heirat informiert.

Finanzamt

Auch das Finanzamt möchte über die Eheschließung informiert werden, denn schließlich können sich mit der Eheschließung im Rahmen des so genannten Ehegattensplittings auch die Lohnsteuerklassen ändern. Hierfür wird neben der Heiratsurkunde auch die Lohnsteuerkarte benötigt.

Straßenverkehrsamt und weitere Änderungsmitteilung

Wer ein auf seinen Namen laufendes Auto besitzt, muss die Fahrzeugpapiere anpassen lassen. Steht man im Telefonbuch, sollte auch dieser Eintrag geändert werden.

Auch das Gas- und/oder Elektrizitätswerk freut sich über eine Änderungsmitteilung, ebenso wie alle Unternehmen, mit denen man Verträge unterhält, also Mobilfunkanbieter, Internetdienstleister etc.

Sonderurlaub bei Hochzeit

Theoretisch muss der Arbeitnehmer nur für die Zeit der Trauung freigestellt werden

Nahaufnahme er steckt ihr Hochzeitsring an
wedding detail © Andrii Oleksiienko - www.fotolia.de

Wenn ein Arbeitnehmer heiratet, so muss er dafür von seinem Arbeitgeber freigestellt werden. Aber diese gesetzliche Regelung gilt im Prinzip nur für die Zeit der Trauung, für eine anschließende eventuelle Hochzeitsfeier dagegen ist der Arbeitgeber nicht zuständig, wie Michael Eckert, ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Heidelberg erläutert.

Der Sonderurlaub ist in vielen Tarifverträgen geregelt

Für die Zeit der standesamtlichen Trauung gilt der Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der dies als sogenannte "vorübergehende Verhinderung" bezeichnet. Doch wie lange diese "Verhinderung", sprich Trauung, dauert, ist nicht festgelegt. So müsste also ein Arbeitnehmer, wenn er um 9.00 Uhr heiratet, theoretisch nachmittags wieder an seinem Arbeitsplatz erscheinen, was aber nicht jeder Arbeitgeber verlangt. Dieser Sonderurlaub ist aber auch in vielen Tarifverträgen geregelt.

Grundsätzlich sollte man aber vorher mit seinem Arbeitgeber über den Sonderurlaub und die eventuell anschließenden Flitterwochen sprechen, damit die Urlaubsplanung im Betrieb rechtzeitig geregelt werden kann, denn eine Sonderbehandlung kann man nicht automatisch erwarten, besonders wenn vielleicht Ferienzeit ist, wo auch andere Kollegen in Urlaub gehen wollen.

Finanzielle Tipps für Frischvermählte

Weiße Braut mit Brautstrauß im Grünen, im Hintergrund der Bräutigam in blauem Anzug
Brautpaar © pure-life-pictures - www.fotolia.de

Romantische Versprechen sind schön. Spätestens nach der Eheschließung sollten Paare jedoch auch an ihre finanzielle Absicherung denken. Das reicht von der Kontoführung über den Abschluss von Versicherungen bis zum Steuer-Check.

Gemeinsam lebt es sich angenehmer. Das gilt auch vor dem Finanzamt. Mit der Heirat können Paare kräftig sparen, etwa wenn sie das Ehegattensplitting nutzen. Je deutlicher die Einkommen der Partner voneinander abweichen, desto profitabler ist die gemeinsame Veranlagung.

Ein gemeinsames Konto?

Wie man mit dem Bankkonto verfährt, hängt von der individuellen Situation ab. Für berufstätige Paare kann es etwa ratsam sein, getrennte Konten für das Gehalt zu führen. Miete, Anschaffungen und der Urlaub werden dann vom gemeinschaftlichen Haushaltskonto bezahlt. Das schafft Transparenz – auch gegenüber dem Finanzamt.

Weit in die Zukunft planen

Ob doppelte Berufstätigkeit oder Alleinverdienerehe, finanzielle Überlegungen sollten bis in das Alter reichen. Ein Kassensturz zeigt, wie viel man sparen kann. Und der Blick auf die jährlichen Schreiben der Rentenkasse informiert über die zu erwartenden Beträge. Wie die Experten von Finanztest betonen, sollten Eheleute bei der Altersvorsorge unbedingt die Abzüge einrechnen. Sozialabgaben und Steuern können die Rente um bis zu 30 Prozent mindern.

Auch an Versicherungen denken

Bis dass der Tod sie scheidet – an das Ende der Beziehung denken Frischvermählte nicht. Um den Partner abzusichern, empfiehlt der Bund der Versicherten jedoch, zügig Lebensversicherungen abzuschließen, in denen jeweils der Ehegatte als Bezugsberechtigter eingetragen ist.

Haben die Partner dagegen bislang getrennte Haftpflichtpolicen besessen, lohnt die Zusammenlegung. Der zuletzt datierte Vertrag kann gekündigt werden. Ebenso bei der Hausrat-Versicherung und dem Rechtsschutz. Je nach Art der Police haben Ehepaare spezielle Kündigungsrechte.

Kosten für Hochzeitsfeier - so zahlt das Finanzamt mit

Mit ein paar Tricks können Verlobte dafür sorgen, dass sich der Staat an ihrem Festtag beteiligt

Gedeckte Tische unter weißem Zelt im Garten für Hochzeitsfeier
Wedding Reception © gviscomi - www.fotolia.de

Nach der Heirat können viele Paare Steuern sparen. Die Hochzeitsfeier ist allerdings reine Privatsache, die Kosten müssen deshalb aus dem eigenen Geldbeutel bezahlt werden. Oder etwa nicht? Mit ein paar Tricks können frisch Vermählte den Staat zumindest an einigen Ausgaben für ihr Fest beteiligen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Das Zauberwort für Brautpaare heißt hier: haushaltsnahe Dienstleistungen. Wer etwa einen Caterer oder professionellen Koch ins Haus bestellt, kann bis zu 20 Prozent der Personalkosten direkt von der Steuerschuld abziehen.

Die Höchstsumme beträgt 4.000 Euro pro Jahr und umfasst sämtliche erforderliche Arbeiten:

  1. vom Zubereiten der Speisen und Getränke
  2. über das Servieren
  3. bis zum Abräumen und Reinigen.

Tipps für den Steuerbonus

Damit die Finanzbeamten den Steuerbonus gewähren, muss das Brautpaar allerdings eine separate Rechnung über die Arbeitsleitung vorlegen. Materialkosten dürfen darin nicht enthalten sein, ebenso wenig wie Leistungen, die außerhalb des Hauses erbracht werden. Die Anlieferung und Abfahrt werden etwa nicht erstattet.

Auch eine Haushaltshilfe auf geringfügiger Basis kann steuerlich berücksichtigt werden – egal, ob sie beim Fest die Häppchen serviert oder nachher alles sauber macht. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro im Jahr.

Tipp: Wer auf Nummer Sicher gehen will, überweist das Geld vom Bankkonto. Barquittungen geben häufig Anlass zu Beanstandungen.

Mehr als Romantik: Heiraten hat auch pragmatische Gründe

Steuerliche und finanzielle Gründe für eine Heirat

Braut in weißem Kleid hält Brautstrauß mit weißen Rosen in Händen
bride's bouquet © Suto Norbert - www.fotolia.de

Das berühmte Ja-Wort ist mit Freudentränen von Verwandten und ganz großen Gefühlen des Brautpaares verbunden. Selbstverständlich spricht überhaupt nichts dagegen und eine Hochzeit sollte der schönste Tag im Leben sein. Das Heiraten in Deutschland hat aber darüber hinaus auch weitere und ganz pragmatische Vorteile.

Viele Paare, die auch ohne Hochzeit glücklich wären, denken über den Gang zum Standesamt nach, um damit rechtliche und steuerliche Vorteile zu haben.

Steuerliche und finanzielle Vorteile einer Heirat

Eine Ehe lohnt sich für alle Lebensgemeinschaften, in denen der eine Partner deutlich weniger als der andere verdient. Hier greift das "Splitting", bei dem dank einer gemeinsamen Steuerveranlagung das Einkommen beider zusammengerechnet wird. Diese Summe wird halbiert und bildet die Grundlage zur gemeinsamen Einkommenssteuer. Diese Steuersumme wird verdoppelt und bringt so für den besser verdienenden Partner einer deutliche Steuererleichterung.

Durch den gemeinsamen Haushalt profitiert das Paar gemeinsam davon. Unabhängig vom Splitting ändert sich durch das Ja-Wort auch die Steuerklasse. Die Steuerklasse I für Singles fällt weg und verschiedene Klassen mit Vergünstigungen kommen infrage.

Auch in Sachen Geldanlagen wird es günstiger, wenn ein Partner viele Finanzgeschäfte tätigt, der andere dagegen wenig macht. Der Sparerfreibetrag von 801 Euro pro Person steigt auf 1.601 Euro für die Ehegemeinschaft und kann vom Partner mit vielen Anlagegeschäften auch allein genutzt werden.

Erbrechtliche Vorteile

Heiraten lohnt sich aber nicht nur aus steuerlicher Sicht, sondern hat Auswirkungen auf die rechtliche Lage. Zwar denkt man in jungen Jahren noch nicht daran, doch stirbt ein Partner ist das Thema Erben bei unverheirateten Lebensgemeinschaften ein Problem.

Gibt es kein Testament, geht der geliebte Mensch leer aus. Doch selbst mit entsprechendem Testament dürfen Partner oder Partnerin nur 20.000 Euro erben, ohne Erbschaftssteuer abgeben zu müssen. Bei Ehepartnern liegt die Grenze mit 500.000 Euro deutlich besser.

Alten Namen vorerst am Briefkasten lassen

Nach und nach wird sich herausstellen, was noch alles unter dem alten Namen läuft, zum Beispiel

  • Zeitungs- bzw. Zeitschriftenabonnements
  • Buchklubs oder
  • Versandhauskataloge.

Anders als bei den Behörden kann man sich hier Zeit lassen und den Namen erst dann anpassen lassen, wenn man durch eine Sendung wieder daran erinnert wurde. Für diesen Fall empfiehlt es sich, auf dem Briefkasten den alten Namen noch für einige Zeit in Klammern stehen zu lassen.

Das Klingelschild an der Tür hingegen kann gleich nach der Hochzeit vereinheitlicht werden, da es dem frischgebackenen Ehepaar auch als Zeichen der neuen gemeinsamen Identität dient. Wer in den sozialen Netzwerken aktiv ist, kann ebenfalls darüber nachdenken, den alten Namen in Klammern weiterzuführen, damit einen beispielsweise alte Schulfreunde schneller wiederfinden können.

Neben den Behördengängen gilt es, auch privat den Überblick zu behalten - mitunter kann es schon nach kurzer Dauer der Ehe zu den ersten Problemen kommen...

Ratschläge für friedliche Tage nach der Hochzeit
Ratschläge für friedliche Tage nach der Hochzeit

Ratschläge für problemfreie erste Tage nach der Hochzeit

Auch wenn die Tage des Verliebtseins bis hin zu einem entspannten Beziehungsleben und der Entscheidung zu Heiraten unglaublich schön sind, so gibt es bereits in dieser Zeit die ersten Auseinandersetzungen, die die Beziehung auf die Probe stellen.

Diese können ganz unterschiedlicher Natur sein und das Eheleben auch immer wieder einholen. Sie gehören dazu und lassen sich in aller Regel auch schnell lösen, wenn man sich klarmacht, dass es in der Ehe nicht nur rosarot zugeht.

Viele Bräute bemerken beispielsweise, dass sie in eine Art depressives Loch fallen, weil mit der Hochzeit auch ein wichtiges Projekt endet. Bis vor kurzem hatte man eine Aufgabe, die Aufgabe: die Planung und Organisation des schönsten Tages im Leben. Letztendlich verging dieser Tag viel zu schnell und nun fühlt man sich leer und ausgebrannt, schlechte Laune vorprogrammiert. Nicht selten lässt man diese am Partner aus.

Oder aber das Paar fängt an, sich über Geld zu streiten, weil es bemerkt, dass es sich mit der Hochzeit übernommen hat und nun finanzielle Probleme auftauchen. Zumindest letztere können immer wieder auftauchen und die Beziehung mehr oder weniger belasten - weniger, je besser man mit Problemen umzugehen weiß.

Eine Hochzeit lässt Frauen glücklicher werden

Soziologen sehen Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit einer Frau und ihrer Hochzeit

Küssendes Brautpaar, im Hintergrund schöne Landschaft
Kissing couple © nikkytok - www.fotolia.de

Das Glück der Frauen scheint eng mit einer Heirat verbunden zu sein. Das zumindest lässt eine Studie vermuten, die von der Universität Köln durchgeführt wurde.

Zusammenhang zwischen Zufriedenheit und Ehe

Soziologen ermittelten den Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit von Frauen, die verheiratet oder unverheiratet mit einem Mann zusammenlebten und den Konventionen ihrer jeweiligen Gesellschaft.

Insgesamt wurden 22.000 Teilnehmer auf der ganzen Welt interviewt.

Es zeigte sich, dass in traditionellen Kulturen die Frauen deutlich unglücklicher waren, die unverheiratet in einer Partnerschaft mit einem Mann lebten.

Erklärungsversuch

In einer konservativen Gesellschaft kämpften die unverheirateten Frauen, laut Aussage der Soziologen, gegen die Ansicht, dass die Männer, mit denen sie zusammen lebten, sie nicht heiraten wollten. Das führe zu weniger Zufriedenheit und weniger Glück.

In liberaleren Systemen, wie beispielsweise den Niederlanden oder Skandinavien fand sich in der Bewertung des eigenen Glücks kein Unterschied zwischen den Frauen, die verheiratet oder unverheiratet mit einem Mann zusammenlebten.

Interessant ist auch, dass es bei Männern keine Differenz gab, weder durch die Art des Zusammenseins, noch durch die Gepflogenheiten in der Gesellschaft.

Warum wir eine Hochzeit immer noch für den ultimativen Liebesbeweis halten

Hochzeitspaar küsst sich unter dem Brautschleier im Grünen
Bridal pair kissing under veil at wedding © Kzenon - www.fotolia.de

Die Scheidungsraten steigen stetig, jede zweite Ehe scheitert und immer weniger Paare lassen sich überhaupt trauen.

Dennoch bleibt das Bild der Ehe ein bestechendes. Viele Paare malen sich zumindest theoretisch aus, wie es wäre, die Liebe auch formal zu besiegeln. Besonders Frauen träumen von dem einen großen Tag, vom weißen Kleid und davon, den Brautstrauß den Freundinnen zuzuwerfen.

Das hat natürlich viel mit den Zeiten zu tun, in denen wir leben. Gerade weil das Thema Ehe scheinbar ausgedient hat und schwierig ist, glauben viele, es vielleicht besser machen zu können. Wer träumt nicht von dem einen Partner, der einen stabilisiert und dem man im Gegenzug Stabilität bietet und die ewige Treue schwört? Da hilft nur der alte Spruch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Vielleicht muss man diesen alten Satz einfach in den heutigen Zeiten noch ein wenig ernster nehmen als früher.

An Alkoholismus erkranken: Gefahr ist nach der Heirat kleiner

Die Verantwortung für den Partner oder eine Familie, nimmt Einfluss auf den Umgang mit Alkohol

Alkoholmissbrauch: frustrierte Frau hält sich Flasche mit Alkohol an den Kopf
Alkohol und Missbrauch - Frau trinkt zu viel Schnaps © Kzenon - www.fotolia.de

Hin und wieder in geselliger Runde etwas Alkohol zu trinken, ist kein Problem; weder für den Körper noch für die Psyche. Wer jedoch oft zum Alkohol greift, riskiert nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern kann sich in eine psychische Abhängigkeit begeben. In diesen Fällen spricht man von Alkoholismus.

Hochzeit gegen Alkoholismus

Wie groß das Risiko bei jedem einzelnen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Heirat verliebter Paare offenbar ein Schutzfaktor ist. Wer verheiratet ist, der wird deutlich seltener zum Alkoholiker.

Die Untersuchung war ein eine Langzeitstudie, bei der das Trinkverhalten über die Jahre beobachtet wurde. Dafür begleitete man Freiwillige, die zwischen 18 Jahren und 40 Jahren alt waren.

Mit den Lebensjahren veränderten sich die privaten Umstände häufig und die Hochzeit stach als Merkmal deutlich hervor. Wer seinem Partner oder seiner Partnerin das Ja-Wort gab, der lief kaum noch Gefahr, Alkoholiker zu werden.

Verantwortungsbewusstsein verschiebt sich

Interessant war in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass die Heirat offenbar auch bei bereits bestehendem Alkoholismus wirkt. Hatte ein Proband in jungen Jahren vor der Hochzeit stark getrunken, besserte sich die Sucht nach der Heirat.

Die Forscher gehen davon aus, dass dies mit der veränderten Rolle in der neuen Familie zusammenhängt. Wer als junger Mensch die "Freiheit" gespürt hat, Alkohol ohne Zügelung zu trinken, der verändert als neuer Ehemann oder neue Ehefrau dieses Verhalten und wird für den Partner (und eventuelle Kinder) verantwortungsbewusster.

Erhöhtes Risiko bei Alkoholismus in der Famile

Eine weitere interessante Beobachtung am Rande: Diejenigen, die Alkoholiker waren oder wurden, hatten in über 50 Prozent der Fälle mindestens ein Elternteil gehabt, das Alkoholiker war.

Probleme lieber ansprechen als aufschieben

Es gibt keine Beziehung und auch keine Ehe, die ohne Probleme auskommt. Wer eine langfristige Partnerschaft in Form einer Ehe führen möchte, sollte sich demnach darüber im Klaren sein, dass man das Handwerk des sich Streitens, aber auch Probleme ansprechen, Versöhnen und annehmen können, lernen und beherrschen muss. Konflikte in einer Ehe sind oftmals notwendig, um die Bedürfnisse des Partners klar zu verstehen und einen gemeinsamen Weg zu finden.

In einer Ehe ist es wichtig, dass man nicht zu lange mit dem Ansprechen von Problemen wartet. Sobald Sie sich im Klaren sind und das Problem immer wiederkehrend ist, wählen oder schaffen Sie einen passenden Moment mit Ihrem Partner und kommen Sie ins Gespräch.

Ein Streit muss nicht immer die Folge des Ansprechens eines Problems sein. Lernen Sie, dass das Ansprechen von Problemen zum Eheleben dazu gehört.

Eigenständigkeit bewahren

Ebenso wichtig wie das Ansprechen von Konflikten ist es, den Überblick darüber zu behalten, dass sich die Konfliktthemen und schwierigen Zeiten mit den schönen und unbeschwerten Zeiten mindestens in der Waage halten, wenn nicht sogar einen deutlich kleineren Anteil einnehmen. Keine Ehe kann lange halten, wenn es überwiegend schwierige als leichte und entspannte Zeiten gibt.

Passen Sie in der Ehe auf sich auf und verbiegen Sie sich nicht, um dem Partner zu gefallen. Bleiben Sie trotz der Nähe zu Ihrem Partner bei sich und leben Sie Ihr Leben.

Bewahren Sie sich Ihre Individualität und wandeln Sie sich durch Ihren Partner oder der Eheverbindung nicht zu einem anderen Menschen. Fühlen Sie regelmäßig nach, wie es um Ihre Gefühle steht und woran es liegt, wenn Sie gerade keine Gefühle zu sich oder Ihrem Partner aufbauen können.

Nähe, Distanz und Schuldfrage

Achten Sie darauf, dass die Phasen der Gefühlsdistanz nicht ausufern und dass die dafür verantwortlichen Probleme mit der Zeit behoben werden. Machen Sie nicht Ihren Partner für alles verantwortlich, sondern sortieren Sie, wer wie zu den Problemen beiträgt und wie zu alle dem noch die Außeneinflüsse einwirken.

Verlieren Sie nie den Überblick und kümmern Sie sich jeden Tag um das Glück Ihrer Ehe. Intervenieren Sie, wenn Ihr Partner zu lange zu schlechte Laune hat und sorgen Sie für den Ausgleich, wenn es zu lange zu wenig Zärtlichkeit zwischen Ihnen gibt oder sich eine Zeit einstellt, in der Sie überwiegend über das Finanzielle reden. Bewahren Sie Ihre Liebe im Alltag und zeigen Sie diese einander so oft wie möglich.

Fazit

Lassen Sie Schwierigkeiten nicht zu groß werden. Sie werden immer auf Probleme stoßen, so dass es nichts bringt, wenn Sie sie stillschweigend hinnehmen.

Viel sinnvoller gestaltet sich eine Ehe von Anfang an, wenn Sie beim Auftreten eines echten Problems damit beginnen, eine zwischen Ihnen funktionierende und produktive Problembehandlung und –lösung zu erarbeiten. Eine problem- und konfliktfreie Ehe gibt es nicht. Daher fangen Sie einfach an und lernen Sie voneinander, reifen Sie und tauchen Sie gemeinsam in ein glückliches und wachstumsfähiges Eheleben.

Grundinformationen und Tipps zur Hochzeit

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Wohnungssuche © DeVIce - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Kissing couple © Alena Ozerova - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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