Tempel und Kultstätten - Merkmale, Funktion und ein Überblick über die berühmtesten Tempel der Welt

Statue Große Sphinx von Gizeh in Ägypten unter blauem Himmel

Kultstätten gelten als heilige Orte - zu den von Menschenhand errichteten Stätten zählen auch Tempel, von denen es weltweit einige besondere gibt

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  • von Paradisi-Redaktion

Zwischen Internet, TV und Jetset vergisst man oft, dass die Welt vor vielen Hundert Jahren noch eine ganz andere war. Für den modernen Menschen ist es meist überaus faszinierend, eine Idee davon zu bekommen, wie es in dieser Welt wohl ausgesehen haben mag. Besonders beim Besuch von historischen Tempeln und Kultstätten kann man die Magie in der Luft fast spüren. Eine Erfahrung, die sich niemand entgehen lassen sollte. Lernen Sie die magische Welt der Tempel und Kultststätten kennen und informieren Sie sich über deren Merkmale und Funktionen.

Tempel und Kultstätten: eine Definition

Bei einer Kultstätte - oder Kultplatz - handelt es sich um einen geheiligten Ort, der für die Ausübung von Kulten gedacht ist. In der Regel hat dieser eine besonders markante geographische Lage und stammt vor häufig aus Epochen der Vor- oder Frühgeschichte.

Auch bauliche Anlagen können zu den Kultstätten gezählt werden, wie zum Beispiel der Tempel. Stammen diese aus einer neueren Zeit, ist die Rede von Sakralbauten.

Formen

Man unterscheidet beispielsweise natürliche Kultstätten. Zu diesen zählen

  • Felsheiligtümer
  • heilige Berge
  • Grottenheiligtümer
  • heilige Steine
  • Gipfelheiligtümer
  • heilige Inseln
  • heilige Quellen
  • Wälder
  • Moore
  • Höhlen oer
  • Seen.

Daneben gibt es Kultstätten gestaltet von Menschenhand, wozu neben den Tempeln auch

  • Gräben
  • Gehege
  • Wälle
  • Steinkreise oder
  • Mauern

gezählt werden können, die von anderen Bezirken abgegrenzt sind. Von Mischformen ist die Rede, wenn natürliche Kultstätten von Menschenhand erweitert wurden.

Tempel: Geschichte und Funktion

Als Tempel bezeichnet man Gebäude, deren Funktion in vielen verschiedenen Religionen im Heiligtum zu finden ist. Zu den ältesten Bauten in diesem Zusammenhang zählen die Tempel von Göbekli Tepe sowie die maltesischen Tempel. Genutzt wurden Tempel je nach Religion unterschiedlich.

So galt er beispielsweise

  • als Beobachtungsort des Vogelfluges
  • als Aufbewahrungsort für das Götterbild
  • als Ort für rituelle Handlungen
  • als Aufenthaltsort der Götter

Heutzutage kommt dem Tempel auch eine wirtschaftliche Bedeutung zu, vor allem in Hochkulturen. Nicht selten sind diese Bauwerke Teil von Bildungseinrichtungen.

Buddhistische Tempel für Zeremonien zu Ehren Buddhas
Buddhistische Tempel für Zeremonien zu Ehren Buddhas
Israelitische Tempel

Die Hebräer besaßen zwar mehrere Heiligtümer, doch gab es nur ein offizielles Heiligtum zur selben Zeit. Typisch für diese Tempel war ein gebäude aus mehreren Etagen und vier Gliedern; zudem gab es große Vorhöfe.

Griechische Tempel

Die Gottesverehrung fand bei den Griechen stets im Freien statt; somit galt der Tempel nicht dem Kult. Jedoch war es möglich, Weihgeschänke aufzunehmen - als notwendigen Teil des griechischen Heiligtums kann man ihn jedoch nicht ansehen.

Dennoch gilt er als der Gebäudetyp, der in der griechischen Architektur am weitesten verbreitet ist und die größte Bedeutung aufweist. Im Laufe der Zeit wurden die Tempel zu prachtvollen Bauten mit zahlreichen Verzierungen.

Römische Tempel

Die Tempel der Römer weisen teilweise auch griechische Merkmale auf. Typisch ist ein hoher Sockel, den man als Unterbau errichtet, damit sich das Gebäude deutlich von der Umgebung absetzten kann.

Das "Tal der Tempel" in Agrigent auf Sizilien, Italien
Das "Tal der Tempel" in Agrigent auf Sizilien, Italien
Christliche Tempel

Zunächst kam dem Tempel im Judenchristentum eine bedeutende Rolle zu. Jedoch verstand Jesus den Menschen selbst als Tempel Gottes, sodass der Israelitische Tempel zerstört und der Tempelkult endete.

Später (ab Konstantin I.) kam es zur Erreichtung neuer Kirchenbauformen: der Basilika. In vielen christlichen Gemeinden werden Kirchenbauten jedoch ebenso als Tempel bezeichnet.

Weitere Tempel:
  • im Buddhismus werden Tempel für diverse Zeremonien zu Ehren Buddhas genutzt
  • Mit Tempeln im Shintō sind religiöse Bauten genannt, die denen des Buddhismus ähneln, mit denen man sich jedoch besser von den buddhistischen Tempeln in Japan unterscheiden wollte
  • Tempel der Bahai sind für alle Menschen zugänglich besitzen die Heiligen Schriften aller Weltreligionen
Antiker asiatischer, chinesischer Tempel
Antiker asiatischer, chinesischer Tempel

Die berühmtesten Tempel der Welt

Überall auf der Welt gibt es sagenumwobene Orte, die einst von Menschen benutzt wurden, um ihren Göttern zu huldigen und sie gütlich zu stimmen. Mit der Zeit verschwanden diese Tempel und Kultstätten nach und nach, wurden zerstört oder von anderen Religionen übernommen. Besonders in Deutschland ist die Spurensuche mehr als schwierig, da das Christentum hier schon sehr früh Fuß fasste.

Um wirklich atemberaubende und beeindruckende Tempelanlagen besichtigen zu können, muss man also weit reisen. Erst im Mittelmeerraum stößt man auf eine Vielzahl religiöser Relikte und Ruinen.

Kaum historische Tempel in Deutschland

In Ländern wie Ägypten oder Italien findet man zahlreiche Überreste heidnischer Tempel. Sie entstanden teilweise vor vielen Tausend Jahren und konnten bis in die Neuzeit erhalten werden. Obwohl meist nur noch Ruinen von den einst prunkvollen Bauten übrig geblieben sind, so bekommt man bei einer Besichtigung doch einen Eindruck davon, wie es hier in früheren Zeiten ausgehen haben mag.

Tatsächlich gehört es fast schon zum guten Ton, während einer Urlaubsreise solche Kultstätten zu besuchen. Kaum ein deutscher Tourist wundert sich jedoch darüber, warum er solche Dinge im eigenen Land noch nie zuvor gesehen hat. Erst bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass es in Deutschland kaum historische Tempelanlagen gibt.

Die Macht der Kirche

Die christliche Kirche fasste in Deutschland schon sehr früh Fuß. Auch im restlichen Mitteleuropa waren heidnische Religionen eher verpönt; ihre Anhänger wurden zum Teil massiv verfolgt. Welche Macht die Kirche tatsächlich hatte, zeigte sich vor allem im Mittelalter. Hexenverfolgungen waren an der Tagesordnung, auf Ketzer wurden hohe Kopfgelder ausgesetzt.

Niemand stellte das Treiben der Geistlichen in Frage, das Aufkommen anderer Religionen wurde damit im Keim erstickt. Wer also in Deutschland nach historischen Kultstätten sucht, der wird hauptsächlich auf prunkvolle, alte Kirchen stoßen.

Zwar weiß man teilweise aus Überlieferungen, wo sich heidnische Gedenkstätten vor langer Zeit einmal befanden, davon übrig ist jedoch nichts mehr. Die einzigen Tempel, die es in Deutschland auch heute noch gibt, sind die der Mormonen.

Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Die Kirche "Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" gehört jedoch, ganz dem Namen nach, ebenfalls dem Christentum an. Die Gemeinschaft hat Tempel in Frankfurt und Freiburg.

Allerdings handelt es sich hierbei nicht um Kultstätten, die einem touristischen Publikum offen stehen. Die Tempel können nur von außen besichtigt werden, das Innere ist den Gemeindemitgliedern vorbehalten. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich zu einer Führung auf dem Tempelplatz anzumelden.

Wer bereit ist, für besondere Tempel weit zu reisen, dem seien die folgenden Kultstätten empfohlen...

Luxor-Tempel in Ägypten

Der berühmteste aller Tempel befindet sich im ägyptischen Luxor. Die Kultstätte in der Nähe des Nils ist deshalb weltbekannt, weil sie sich von den vielen anderen Tempeln des Landes abhebt. Beispielsweise ist der Luxor-Tempel nach Norden ausgerichtet, zudem wurde er völlig anders dekoriert, als es zu Zeiten der Erbauung üblich war.

Beim Betreten des Tempelgeländes lässt man die Außenwelt schnell hinter sich, man wird sofort in die Zeit der Götter und Pharaonen zurückversetzt. Der einzigartige Zauber des Luxor-Tempels ist vor allem der hervorragenden Pflege der Anlage zu verdanken. Man wird auf der Welt wohl keinen anderen Tempel finden, der nach all der Zeit noch so gut erhalten ist.

Parthenon in Griechenland

Auch in Griechenland befindet sich ein berühmter Tempel, der bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Die Rede ist vom Parthenon, dem Athena-Tempel auf der Akropolis. Das Bauwerk mit den massiven weißen Säulen wird nicht selten als das Wahrzeichen Griechenlands verwendet.

Der Parthenonen wurde gebaut, um der Stadtgöttin Athena für den glorreichen Sieg der Griechen gegen die Perser zu danken. Der Tempel fand zeitweise auch als Schatzkammer Verwendung, außerdem wurde er sowohl von den Osmanen als auch von Christen besetzt.

Poseidon Tempel Akropolis in Griechenland
Poseidon Tempel Akropolis in Griechenland

Tempel der Artemis in Ephesos

Der Tempel der Artemis in Ephesos befindet sich heute auf türkischem Gebiet, zu Zeiten seiner Erbauung gehörte er jedoch zu Griechenland. Es wurde in der Antike kein Tempel errichtet, der die Ausmaße des Artemis-Tempels überschreiten konnte.

Die Kultstätte in Ephesos wird daher zu den sieben Weltwundern gezählt. Obwohl heute nicht mehr allzu viel von der Tempelanlage zu sehen ist, gehört sie dennoch zu den größten Touristenattraktionen der Erde.

Weitere berühmte Tempel

Zu den weiteren berühmten Tempelbauten zählen:

  • der runde Tempel der Vesta (Rom)
  • der Tempel von Castor und Pollux auf dem Forum Romanum
  • der Tempel Enraku-ji auf dem Berg Hiei-zan (Japan)
  • der Tempel auf dem Klosterberg Kōya (Japan)
  • der Große Ost-Tempel (Tōdaiji) in Japan
  • der Asakusa Tempel in Tokio
  • der Kiyomizu Tempel in Kyōto

In Ägypten neue Pyramide mit einer Grabkammer einer Königin gefunden

In Ägypten südlich von Kairo in Sakkara haben französische Archäologen eine Pyramide und die Grabkammer einer Königin gefunden. Das Besondere daran ist eine Wand im Totentempel mit Texten, so dass man dieses Grabkammer der Königin Behenu zuordnen kann. Jetzt wollen die Forscher noch herausfinden, wessen Frau diese Königin war, zur Auswahl stehen einmal der Pharao Pepi I oder auch Pepi II.

Die Archäologen haben zwei Jahre nach dieser Pyramide gesucht. Leider ist aber die Mumie, die über 4.000 Jahre alt ist, in einem sehr schlechten Zustand und nicht verwendbar, wie auch der Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, Sahi Hawass, berichtet. In der selben Gegend hat man seit 1988 schon sieben Pyramiden ausgegraben, die alle aus der Zeit der Sechsten Dynastie stammen, aber nur in einer fand man zuvor so viele Inschriften.

Ältester Tempel der Welt steht fest

Bereits seit Mitte der Neunziger Jahren befinden sich Ausgrabungsteams in Şanlıurfa, dort wurde 1986 vom deutschen Archäologen Harald Hauptmann eine etwa 8000 Jahre alte Statue gefunden. Heute sind sich die Wissenschaftler sicher, dass der dazu gehörige Tempel, der auf 10.000 vor Christus datiert werden kann, die älteste Kultstätte der Welt ist.

Zuvor galt eine Tempelruine in Malta als die älteste, diese ist im Jahr 5000 vor Christus erbaut worden. Die Politiker um den Ort Göbeklitepe im Südosten der Türkei wollen die Ausgrabungsstätte schützen, aber gleichzeitig die Region in einen neuen Touristenmagneten verwandeln.

In den Tempelruinen finden sich neben tierischen und menschlichen Kultdarstellungen auch übergroße Phallus-Statuen, die auf eine gefestigte Patriarchie hinweisen. Die gesamte Anlage aus der Jungsteinzeit gibt Aufschluss über die Ursprünge menschlicher Gesellschaft und von Religion.

Inka-Stätte Machu Picchu wurde festlich wiedereröffnet

Die Inka-Stadt Machu Picchu im südlichen Peru war nach heftigen Unwettern bereits Ende Januar geschlossen worden. Nun wurde sie wieder für Besucher geöffnet und ist bereits seit Donnerstag wieder weitestgehend zugänglich. Viele hundert Besucher, darunter Susan Sarandon, kamen zur Wiedereröffnung und nahmen an Ureinwohner-Zeremonien und einem Musikfest teil, die anlässlich der erneuten Eröffnung ausgerichtet wurden.

Machu Picchu liegt in 2500 Metern Höhe und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Jährlich zieht die historisch-kultische Stätte über 400.000 Besucher an; sie macht 90 Prozent der Tourismus-Einnahmen Perus aus. Aufgrund der Unwetter im Januar war die Bahnverbindung zerstört worden, weshalb die Besucher die Stätte nicht erreichen könnten. Die Stadt selbst wurde jedoch nicht beschädigt.

Zwei 4.000 Jahre alte Tempel in Peru gefunden

Im Norden von Peru, zirka 1.100 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt, haben Archäologen zwei über 4.000 Jahre alte Tempel entdeckt. Die beiden Tempel befinden sich in der Nähe der Stadt Jaen. Wie die Archäologen berichten, handelt es sich bei dem Fund um Grabstätten, die aus der Kultur der Bracamoros hervorgingen, und man fand hier auch Knochen von Kindern, so dass es sich auch um Menschenopfer gehandelt haben könnte.

Die Bracamoros lebten seinerzeit im heutigen Grenzgebiet zwischen Peru und Ecuador und wurden durch die spanischen Eroberer ausgerottet. In Peru hat man schon etliche Funde, die zum Teil sogar über 5.500 Jahre alt sind, machen können.

Neue Theorien über Pyramidenbau

Drei Reiter in Wüste, im Hintergrund Pyramiden im Sonnenuntergang
pyramids fantasy © Windowseat - www.fotolia.de

Seit tausenden von Jahren gibt der Bau der alten ägyptischen Pyramiden den Forschern Rätsel auf. Nun hat der Norweger Ole J. Bryn von der University of Science and Technology Pläne der 30 ältesten Pyramiden untersucht, darunter auch den der berühmten Cheops-Pyramide, und ist zu einem bahnbrechenden Ergebnis gekommen.

So behauptet Bryn, die Architekten des alten Ägypten hätten bereits vor Baubeginn Flächenraster mit den geplanten Maßen erstellt. Erst mit diesen ließ sich ein genauer Plan erstellen, um beispielsweise die logistische Kontrolle über die ca. 10.000 Arbeiter an der Cheops-Pyramide zu behalten. Sie besteht aus 2,3 Millionen präzise geschichteten Kalksteinblöcken mit einem Gesamtgewicht von sieben Millionen Tonnen.

Tempelanlage in Thailand aus alten Bierflaschen gebaut

Wer nach Thailand in den Urlaub fliegt, der sollte vielleicht auch einen Besuch in die Stadt Nong Ya Lat, die in der Nähe der Grenze nach Kambodscha liegt, einplanen. Hier findet der Besucher eine besondere Attraktion, den "Wat Pa Maha Chedi Kaew", den man auch "Bierflaschen Tempel" nennt, denn er besteht aus Millionen von recycelten Bierflaschen.

Daneben befinden sich noch weitere Gebäude, so auch ein Krematorium, Unterkünfte und Gebetsräume für die Mönche und für die Touristen eigene Toilettenanlagen. Die Mosaike in dem Tempel sind aus den alten Kronkorken gefertigt.

Sambor Prei Kuk - Verborgene Tempelanlagen in Kambodscha

Tief verborgen im Kambodschanischen Jungle liegen die vergessenen Tempel von Sambor Prei Kuk. Der Ort liegt etwa 50 Kilometer von der Stadt Kampong Thom entfernt und war bis zum 9. Jahrhundert geistiges Zentrum des einstigen Königreichs.

Die Tempelanlage besteht aus hunderten einzelner Tempel, zehn von ihnen sind aus Backstein gemauert und drei riesige Tempelkomplexe befinden sich im Zentrum des Platzes. Da Jungelpflanzen das Mauerwerk der Anlagen mehr und mehr zu überwuchern drohen, sind Archäologen und Einheimische permanent mit der Instandhaltung beschäftigt. Was von Kunsträubern nicht erbeutet werden konnte, steht mittlerweile im Phnom Penh Nationalmuseum, so wie die Statue des Harihara.

Auch wenn die Tempelanlagen bisher vom Massentourismus verschont geblieben sind, hoffen Einheimische auf einen kleinen Zusatzverdienst, da sie sonst nur vom Reisanbau leben.

Diebe und Plünderer verkaufen mexikanische Kulturschätze

Prähispanisches Kulturerbe durch Kriminalität und Unwissenheit gefährdet

Landschaftsbild Palermo, Sizilien
Sizilien / Palermo © mirubi - www.fotolia.de

Mexiko ist reich an archäologischen Fundorten mit ihren Kulturschätzen, wobei aber nur ein kleiner Teil registriert ist. Und nur etwa 160 historische Stätten sind auch für die Öffentlichkeit zu besichtigen und stehen dabei auch unter ständiger Beobachtung, so beispielsweise die Maya-Ruinen in Yucatan oder auch die alten Bauten von Paquime, die sich im Norden von Mexiko befinden.

Aber wegen der vielen anderen Fundorten, die sich zum Teil auf privaten Gelände oder auch in weitaus unzulänglichen Gegenden befinden, machen sich die Verantwortlichen der mexikanischen Regierung echte Sorgen. Denn viele Plünderer oder Diebe verkaufen diese Kostbarkeiten und machen damit ein Vermögen.

Zerstörung durch Unkenntnis

Da man aber nicht alle Fundorte kennt, so ist der Kampf gegen den Schmuggel und illegalen Handel natürlich sehr schwierig. Aber auch das International Council of Museums (ICOM) befürchtet durch diesen Handel einen großen Verlust für das prähispanische und koloniale kulturelle Erbe von Mexiko, beziehungsweise Mittelamerika.

Deshalb wurde jetzt in Zusammenarbeit von Polizei, Museen und auch renommierten Sammlern und Kunsthändler eine sogenannte „Rote Liste“ erstellt, an der man illegale Ware bei einer Ausfuhr feststellen könnte. Aufgrund eines internationalen Abkommens werden Verstöße mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis bestraft. Aber dies schreckt professionelle Schmuggler, besonders in Richtung USA nicht ab.

Manche Kulturstätten werden aus Unwissenheit oder auch aus reiner Unachtsamkeit vernichtet, so hatte ein Besitzer den Erdboden für eine Pferdekoppel gleichgemacht, obwohl dort sich eine 2.300 alte Maya-Stätte befand, sodass mehrere historische Gebäude vernichtet wurden. Als Grund für die Zerstörung gab der Besitzer an, dass er nichts von einer solchen wusste und somit das Land, das er kurz zuvor gekauft hatte, für seine Pferdekoppel benutzte.

Buddhistischer Tempel in Hiraizumi in Japan soll Weltkulturerbe werden

Graue Tempelfigur aus Stein, im Hintergrund Tempel im Buddha Stil
Tempelfigur © seagers - www.fotolia.de

In die Liste der Weltkulturerben der UNESCO soll die Goldene Halle des Chuson-ji, das ist ein bekannter buddhistischer Tempel in Hiraizumi, aufgenommen werden. Die Region um Hiraizumi war vor zwei Monaten stark von dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan betroffen und seitdem bleiben auch die Touristen fern, so dass man sich von der Aufnahme in die Liste der UNESCO einen Aufschwung erhofft.

Im nächsten Monat soll in Paris über die Aufnahme entschieden werden und dann wäre in der Region von Tohoku, im Nordosten von Japan gelegen, Hiraizumi die erste Weltkulturerbestätte. Japan hat bislang 15 Welterbestätten, so unter anderem auch das Friedensdenkmal in Hiroshima, das im Jahr 1996 in die Liste aufgenommen wurde.

Führt der jetzt entdeckte Tunnel zu den Grabkammern der Herrscher von Teotihuacán?

Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko
Teotihuacan Pyramids © f9photos - www.fotolia.de

Archäologen suchen schon seit Jahren in der mexikanischen Pyramidenstadt Teotihuacán nach den Grabkammern der damaligen Herrscher, die zwischen 200 bis 700 nach Christus dort residierten. Jetzt entdeckte man unter dem Tempel der Gefiederten Schlange einen 120 Meter langen Tunnel, der seinerzeit verschlossen wurde und man hofft nun auch die Grabkammern dort zu finden.

Die Entdeckung erfolgte mit Hilfe eines Georadars. Dies wird auch in der Geophysik bei der Untersuchung der oberen Schichten der Erdkruste eingesetzt. Auch zum Aufspüren von Landminen wird das Gerät vom Militär benutzt.

2000 Jahre alte "Garderobenmarke" für den Tempel in Jerusalem gefunden

Zu Zeiten von Jesus und Herodes waren Tempelbesucher in Jerusalem dazu verpflichtet, nur mit rituell gereinigter Bekleidung die Anlage zu betreten. Dazu wurde sie eingehend geprüft. Anscheinend händigte man danach den Gläubigen eine Art "Garderobenmarke" aus.

Das vermuten Ronni Reich und Eli Schukron, Forscher der israelischen, archäologischen Behörde. Im Belag einer alten Straße unweit der Klagemauer fanden sie eine Tonmünze mit der übersetzten Aufschrift "Rein für Gott". So wie es aussieht, wurden solche Belege nach der Kontrolle an Besucher ausgegeben.

Die Straße, in der die Marke gefunden wurde, gehörte vor 2.000 Jahren zu den wichtigsten Verkehrslinien Jerusalems. Damit sie komfortabler zu benutzen war, hatte man sie erst mit Schutt aufgeschüttet und dann mit Granitplatten befestigt. Im Schuttmaterial wurden bereits viele interessante Stücke gefunden, so beispielsweise ein römisches Schwert mit seiner erhaltenen Scheide aus Leder.

Für den Bau der Cheops-Pyramide müsste man heute mit einer Bauzeit von 5 Jahren rechnen

Vor 4.600 Jahren entstand in Ägypten eines der antiken Weltwunder, die Cheops Pyramide. Man schätzt, dass die Bauzeit seinerzeit 20 Jahre dauerte. Die Pyramide hatte seinerzeit eine Höhe von 147 Metern und eine Seitenlänge von 230 Metern. Insgesamt wurden etwa 2,3 Millionen Kalksteinquader mit einem jeweiligen Gewicht von 2,5 Tonnen verbaut.

Nun hat man einmal errechnet, wie viel Jahre man heute für einen solchen Bau benötigen würde und wie der französische Architekt Jean-Pierre Houdin ausgerechnet hat, müssten 1.500 bis 2.000 Arbeiter fünf Jahre lang mit Hilfe der heutigen technischen Hilfsmitteln, wie Kränen und sogar Helikoptern, daran bauen. Die Kosten für einen solchen Bau würden bei 5 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro, liegen.

Noch größer als das Original - Angkor Wat künftig auch in Indien

Die prächtige Tempelanlage Angkor Wat gehört mit zum Beeindruckendsten, was Kambodscha zu bieten hat. In seinen Ausmaßen gleicht der Tempel viel eher einer kleinen Stadt als einem Gotteshaus, der einzigartige Stil machte Angkor Wat 1992 zum offiziellen UNESCO Weltkulturerbe.

Nun möchte auch Indien von der Beliebtheit der weltberühmten Tempelanlage profitieren: In einem einmaligen Großprojekt soll Angkor Wat am Ufer des Ganges nachgebaut werden. Die nötigen Gelder fließen aus dem Hindu Trust, der im ostindischen Bundesstaat Bihar für zahlreiche öffentliche wie auch religiöse Einrichtungen verantwortlich zeichnet. Die Replik steht dabei unter dem Motto Klotzen statt Kleckern: Insgesamt soll die Tempelanlage sogar größer werden als das Original.

Angkor Wat dürfte dem indischen Hindu Trust deshalb so gut gefallen, weil der historische Tempel ursprünglich hinduistischen Gottheiten gewidmet war. Im Laufe der Jahrhunderte gewann auch jedoch auch die buddhistische Religion immer größeren Einfluss in Kambodscha, was sich auch in späteren Bauabschnitten der Tempelanlage widerspiegelt.

Tunnel unter den Pyramiden: Ägyptens Weltkulturerbe bedroht

Seit dem Sturz des Präsidenten, nutzen Plünderer die Unruhen für kriminelle Machenschaften

Statue Große Sphinx von Gizeh in Ägypten unter blauem Himmel
head of sphinx - egypt © Daniel Fleck - www.fotolia.de

Archäologen und Wissenschaftler sorgen sich um die einzigartigen Kulturschätze des Pharaonenreiches am Nil: Seit dem Sturz von Präsident Mubarak machen sich Plünderer im ganzen Land die politischen Unruhen zu Nutze um in der Hoffnung auf Schätze antike Gräber aufzubrechen. Selbst unter den berühmten Pyramiden von Gizeh wurden illegale Tunnel aufgespürt.

Tal der Könige bislang verschont

In Dashur, 30km südlich von Kairo, ist die Landschaft mittlerweile durch die Grabungen so von Erdhügeln übersät als hätten dort Maulwürfe gehaust, beklagt sich die leitende deutsche Archäologin Nicole Alexanien, die an einem Gebiet bei der Knickpyramide des Snofru tätig ist. Auch die Oase Fajum und mehrere historische Stätten im Süden sind betroffen, während Luxor mit dem berühmten Tal der Könige bislang verschont geblieben ist.

Polizei überfordert

Auch in der Innenstadt von Kairo kam es zu Problemen mit Räubern:

  • Schöne alte Dekorationselemente,
  • Schnitzereien und
  • Gitter

wurden von historischen Häusern abmontiert um sie auf den Bazaren zu verkaufen. Die Einheimischen stehen dem Problem machtlos gegenüber, da die ägyptische Polizei mit der instabilen Lage im Land ohnehin überfordert ist. Auch von der Regierung ist wenig Hilfe zu erwarten.

Tempel in der Ausgrabungsstätte El Paraiso in Peru ist zirka 5.000 Jahre alt

Im der peruanischen Ausgrabungsstätte El Paraíso, die etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt ist, haben Archäologen einen Raum entdeckt, der wahrscheinlich vor 5.000 Jahren als Tempel benutzt wurde.

Der Ausgrabungsfundort El Paraíso wurde 1965 von französischen Archäologen entdeckt. Nun sollen weitere Untersuchungen über das Alter der Tempelanlage, wo die damaligen Priester ihre Opfergaben verbrannten, erfolgen.

Wenn sich die Vermutungen bestätigen, so wäre dies die älteste Anlage in Südamerika.

Grausiger Fund aus der Aztekenzeit - Opferstein im Templo Mayor gefunden

Archäologen haben bei Untersuchungen eines alten aus dem Templo Mayor in Tenochtitlán stammenden Opfersteins festgestellt, dass dieser aus der Zeit der Azteken stammt. Tenochtitlán, die heutige Hauptstadt Mexiko-Stadt, war damals auch die Hauptstadt der Azteken.

Den Stein hatte man neben der Mauer des Tempels gefunden, doch ursprünglich muss er an einem anderen Platz gestanden haben, denn diese Opfersteine, die man auch als Otechcatl-Steine bezeichnet, waren normalerweise auf großen Plätzen zu finden. Auf diesen Steinen wurden dann die Menschenopfer dargebracht, wobei die Priester den Opfern das Herz aus dem Leibe schnitten. Danach wurden die Opfer gehäutet und Löcher in die Schädel geschlagen und anschließend diese auf Holzgestellen befestigt, so dass alle Umstehenden diese sehen konnten.

Unter dem Opferstein fand man auch fünf Schädel von den seinerzeit geopferten Menschen, wobei zwei von Männern im Alter zwischen 18 und 30 Jahre und die drei anderen von jungen Frauen stammten.

Ein Wunderwerk aus der Vergangenheit - die Maya-Stadt Tikal

Weit im Norden des Landes Guatemala liegt die Maya-Stadt Tikal. Besucher müssen sich geradewegs in den Dschungel begeben, um dieses Wunder des Regenwaldes zu bewundern. Ein Besuch Tikals bietet sich besonders in den Morgenstunden an, da dort die Natur am unberührtesten und aktivsten ist.

Ausflüge nach Tikal starten meistens in Flores, das ca. 60 km entfernt ist. Besichtigungen sind ab 6 Uhr möglich, das heißt, dass der Tourbus um 5 Uhr losfährt. Allein der Weg zur alten Maya-Stadt ist aufregend, da die kleine Straße durch dichten Dschungel führt.

Der Bus hält an einem Platz für Touristen. Museen, Restaurants, ein Campingplatz und Hotels sind hier zu finden. Dann geht es zu Fuß weiter. Es ist sehr aufregend, den Weg durch den Dschungel anzutreten. Besucher werden davor gewarnt, von Brüllaffen mit Kot beworfen zu werden. Wie im Märchen tauchen dann der Tempel des Großen Jaguar auf, der ganze 45 Meter hoch ist, und der Tempel der Masken.

Oliverio Mateo Sintú ist Fremdenführer und geleitet die Besucher auf die Tempel. Seine Tour dauert vier Stunden. Diese Zeit reiche aber bei weitem nicht aus, denn es gäbe mehr als tausend Sehenswürdigkeiten zu bewundern. Drei Tage seien mindestens notwendig, um die Tempelstadt zu besichtigen.

1979 ernannt die Unesco den Nationalpark Tikal zum Weltnatur- und Weltkulturerbe. Der Park ist 576 Quadratkilometer groß.

Restauratoren versus Touristen: Die kambodschanische Tempelanlage von Angkor ist in Gefahr

Die Tempelanlage von Angkor gehört zu den Top-Tourismuszielen weltweit. 1,6 Millionen Besucher aus aller Welt und nochmal so viele Inländer kamen alleine 2011 hierher. Das Relief, das insgesamt 36 Könige der Khmer von Angkor in den Jahren zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert bauen ließen, leidet darunter erheblich.

Problematisch ist nicht einmal, dass so viele Menschen kommen, sondern dass sie sich nicht selten rücksichtslos verhalten. Restauratorin Emmeline Decker vom "German Apsara Conservation Project" zufolge sind Besucher, die sich in der Anlage anlehnen, die Steinfiguren anfassen oder gar etwas dort einritzen eher die Regel als die Ausnahme. Sie sei mitunter entsetzt über die Rücksichtslosigkeit.

Decker ist Teil eines Restaurationsprojekts, das von dem Kölner Fachhochschulprofessor Hans Leisen initiiert wurde. Seit 1995 kümmern sich diverse Experten hier darum, Schäden von gescheiterten Restaurationen sowie Verfall rückgängig zu machen. Bisher gibt es kein wirklich gutes Konzept, das die Besucherströme regelt.

Das bemängelt auch die Unesco, die sich jedoch nicht mit der kambodschanischen Regierung anlegen will. Aufseher gebe es zwar, doch diese sind oft unterbezahlt, wenig ausgebildet oder gleichgültig und greifen eher selten schützend ein, so Decker.

2.000 Jahre alter Maya-Tempel von Bauarbeitern in Belize zerstört

Ein über 2.000 Jahre alter Tempel der Maya wurde von einer Baugesellschaft im mexikanischen Belize zerstört und nahezu komplett abgerissen. Die Steine der Pyramide nutzen sie, um eine Straße damit zu verfüllen. Auch wenn die Pyramide inzwischen ein bewachsener Hügel war, so ist es selbstverständlich nicht gestattet, derartiges Kulturgut zu zerstören.

Dies hätte den Bauarbeitern klar sein müssen. Nun wird gegen das Bauunternehmen und auch den Grundstücksbesitzer ermittelt, denn die Zerstörung präkolumbianischer Artefakte ist verboten. Ein kleiner Teil des Tempels blieb Berichten zufolge noch stehen.

Der "Tiger Temple" in Thailand - ein Ort, an dem Mönche mit Tigern schmusen

Braune Buddha-Figur neben rosa Blüten
Körper, Geist und Seele © Floydine - www.fotolia.de

Der "Tiger Temple" im thailändischen Kanchanaburi gehört zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Region. Jährlich zieht es zahlreiche Besucher zu diesem Tempel, um beeindruckende Fotos zu machen. Was man dort sieht, würde man vermutlich für unmöglich halten: junge sowie ausgewachsene Tiger spielen und schmusen mit den dort lebenden Mönchen, als wären sie keine Wildtiere, sondern zahme Hauskatzen.

Der "Tiger Temple" wurde im Jahr 1994 gegründet, mit dem Ziel, verletzte und ausgestoßene Tiere aufzunehmen, sie großzuziehen bzw. zu pflegen, um sie dann wieder in die Wildnis zu entlassen. Doch so schön dieses Vorhaben auch klingen mag; die Mönche ernten eine Menge Kritik von den ansässigen Tierschutzvereinen. Diese unterstellen ihnen, die Tiger illegal zu züchten und nicht artgemäß zu versorgen.

Die Buddhisten hingegen, die mit der Zeit ein sehr enges Verhältnis zu den Raubtieren aufbauen konnten, streiten dies ab und versichern, dass es diesen dort gut geht.

Illegaler Tempel auf einer Dachterrasse eines Hochhauses in China

In China kommt es öfters zu Bauskandalen, wobei manche Menschen irgendwelche Richtlinien und Vorschriften einfach ignorieren, weil sie von einflussreichen Politikern dabei gedeckt werden. So hatte ein Mann in Peking auf einem Hochhaus zusätzlich noch eine Felsenvilla gebaut. Doch jetzt muss er nach sechs Jahren Bauzeit seine Villa wieder abreißen.

Aber auch in der Stadt Shenzhen, im Südosten gelegen, soll jetzt auf einem 20-stöckigen Hochhaus eine kleine illegale Tempelanlage, die aber schon seit sieben Jahren dort steht, abgerissen werden, weil die Anwohner jetzt Sicherheitsbedenken angemeldet hatten.

Denn normalerweise sollte die Dachterrasse einmal für alle Bewohner zugänglich und auch im Falle eines Brands als Fluchtweg möglich sein. Aber der Besitzer der Anlage hat den Zugang durch ein spezielles Schloss gesichert, so dass nur über den Fingerabdruck sich die Tür öffnen lässt.

Weiterhin befürchten die Bewohner des Hauses, dass auch die Statik durch den kleinen Tempel beeinträchtigt ist. Doch ob der Abriss erfolgt ist fraglich, denn der Besitzer soll angeblich einflussreiche Freunde bei den Behörden haben.

Archäologen haben in Nepal den weltweit ältesten Buddha-Tempel entdeckt

Bei weiteren Ausgrabungen am Maya Devi Tempel im nepalesischen Lumbini haben Archäologen alte Holzstrukturen gefunden, bei denen es sich um einen uralten Waldschrein handeln soll.

Tempel entstand 550 vor Christus

Bislang hatten Forscher die Entstehung des Buddha-Tempels auf rund 249 v. Chr. datiert. Nach der Untersuchung einiger Kohle-Überreste und der Pfostenlöcher in dem neu entdeckten Schrein mit Hilfe der so genannten Lumineszenz-Datierung konnten die Archäologen nun jedoch herausfinden, dass der Tempel viel älter ist als bislang angenommen. Den Untersuchungsergebnissen zufolge müsste der Tempel bereits um 550 v. Chr. entstanden sein. Damit wäre der Maya Devi Tempel der älteste Buddha-Tempel der Welt.

Historiker entdecken Inka-Tempel auf dem Pachacámac-Gelände in Peru

Rund 25 Kilometer südlich der peruanischen Hauptstadt Lima auf dem 465 Hektar großen Pachacámac-Gelände haben Archäologen der Freien Universität Brüssel einen Inka-Tempel entdeckt, auf dessen Boden wertvolle Opfergaben lagen und dessen Wände mit zahlreichen Malereien versehen waren.

Damals nutzten die Menschen Pachacámac als Verwaltungs- und Pilgerzentrum, bevor es die Inkas zur größten Pilgerstätte an Perus Küste machten. Der jetzt entdeckte Tempel wurde wahrscheinlich im Jahr 1533 nach der Eroberung des Landes durch die Spanier aufgegeben.

Wertvolle Funde aus vergangener Zeit

Die Chef-Archäologin Kusi Colonna-Preti teilte unterdessen mit, dass ihr Team erst einige der vielen Wandmalereien identifizieren konnte. Bei den Opfergaben soll es sich wohl um Keramik der Inkas, Muscheln aus Ecuador, speziell geformte Steine aus den Bergen sowie um Schmuck aus Papageien-Federn handeln.

Zudem belegen die Funde, dass die Pilger aus verschiedenen Regionen der Anden nach Pachacámac gekommen sein mussten.

Neuentdeckter Tempel könnte Jahrtausende alte Inka-Stadt vor Limas Bevölkerungsexplion schützen

Flagge von Peru
Peruanische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Knapp 30 Kilometer südlich von Perus Hauptstadt Lima liegt ein gut 465 Hektar großes Gelände, das aus gleich mehreren Gründen für Archäologen von unschätzbarem Wert ist. Einer dieser Gründe ist, dass auf dem Areal gegen 200 vor Christus noch vor dem Eintreffen der Inkas die Stadt Pachacamac errichtet wurde.

Besagte Stadt, die übrigens nach einer gleichnamigen Gottheit benannt wurde, diente nach Auffassung von Archäologen der Freien Universität von Brüssel als religiöse Stätte. Zudem gehe man aufgrund gefundener Opfergaben, die nachweislich aus verschiedenen Teilen der Anden stammen würden, davon aus, dass die Stadt in der damaligen Zeit eine überaus bedeutsame Pilgerstätte gewesen sein muss.

Pachacamac-Gelände als UNESCO-Weltkulturerbe?

Heute würde das bisher kaum untersuchte Gelände allerdings missbräuchlich als Müllabladeplatz und Sandgrube genutzt. Außerdem sei es zunehmend durch die explosionsartig ansteigende Bevölkerungsdichte der nahegelegenen Landeshauptstadt Lima, die sich zusehends ausweite, bedroht. Versuche, das Pachacamac-Gelände durch die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe zu schützen, seien bislang aber schon alleine daran gescheitert, dass man noch nicht einmal seine tatsächliche Größe kenne.

Dank eines erst vor Kurzem entdeckten Inka-Tempels mit bunten Wandmalereien und zahllosen Opfergaben könnte das geschichtsträchtige Areal nun aber doch unter den verdienten Schutz der UNESCO gestellt werden.

Mörtel für ein schönes Lächeln – ein deutscher Steindoktor verarztet Tänzerinnen von Angkor Wat

Flagge von Kambodscha
Kambodschanische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Als Hans Leisen 1995 zum ersten Mal die Tempelanlage von Angkor Wat erblickte, verliebte er sich sofort in sie – die steinernen Himmelstänzerinnen, die mit ihrem geheimnisvollen Lächeln die Wände der Tempelbauten verzieren. Zugleich hatte der Kölner Geologe Mitleid. Viele der mehr als 1.850 kunstvollen Steinfiguren waren vom Zerfall bedroht. Seitdem reist der Wissenschaftler regelmäßig nach Kambodscha und leitet dort ein Projekt zur Erhaltung der fein ziselierten Reliefs.

Erhaltung des verfallenen Gesteins

Apsaras – so heißen die Tempeltänzerinnen aus dem ehemaligen Khmer-Reich. Und nach ihnen ist auch das "German Apsara Conservation Project" benannt, das sich nun schon fast 20 Jahre um die Konservierung und Restaurierung der Tempelanlage von Angkor kümmert. Neben den deutschen Forschern wurden kambodschanische Mitarbeiter ausgebildet, um das verfallende Gestein fachkundig zu behandeln.

Geister, Götter und Dämonen – in der Phantasie sind diese Geschöpfe unsterblich. In den Sandstein gemeißelt, leiden sie jedoch unter tropischer Witterung, dem Kot von Fledermäusen und achtlosen Touristen. Die "Schalenkrankheit" zersetzt den Stein wie einen wie einen kariöser Zahn.

Spezialmörtel für Oberflächen

Ähnlich wie ein Zahnarzt gehen deshalb auch die Steindoktoren vor. Mit kleinen Bürsten reinigen sie die Oberfläche der Figuren, nehmen Gewebeproben und füllen dann die Hohlräume im bröselnden Gestein.

Für ihre Operationen haben die Tempelärzte an der Kölner Uni extra einen Spezialmörtel entwickelt. Mit Spritzen wird Kieselsäurester direkt in den Stein injiziert – damit die Tänzerinnen auch künftig bezaubernd lächeln.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: head of sphinx - egypt © Daniel Fleck - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Poseidon Temple © David H. Seymour - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: The temple of Juno, in the Valley of the Temples of Agrigento © Roberto Lo Savio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Ancient castle © Igor Kuleshov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Tempelfigur © seagers - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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