Kirchen - Merkmale, Unterscheidungen, Architekturformen und ein Überblick bedeutsamer Kirchen

Luftaufnahme Rathaus Hamburg

Sakralbauten gelten als zentrale Orte des Gottesdienstes - welche typischen Merkmale sie aufweisen und welche berühmte Bauwerke man besichtigen sollte, zeigen wir hier

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  • von Paradisi-Redaktion

Kirchen haben nach wie vor eine große Anziehungskraft auf den Menschen. Während die einen sich für die Architektur interessieren, können andere sich für das prächtige Innenleben begeistern. Wiederum andere Besucher sind von der teils jahrtausendalten Geschichte eines sakralen Bauwerks fasziniert oder möchten den beeindruckenden Klang der Orgel in einem Gottesdienst erleben. Man unterscheidet diverse Gotteshäuser hinsichtlich der ursprünglichen Funktionen, der Größe oder auch der Form. Weltweit gibt es einige berühmte Bauten, die einen Besuch wert sind. Lesen Sie über die Merkmale einer Kirche und deren Aufbau und lernen Sie ein paar geschichtliche Eckpunkte berühmter Gotteshäuser kennen.

Bei einer Kirche - auch Kirchengebäude genannt - handelt es sich um ein Bauwerk, welches von einer Gemeinde des Christentums zum Gottesdienst sowie zum Beten genutzt wird. Kirchen bezeichnet man auch als Gotteshäuser. Gemeinsam mit den Bauwerken der anderen Religionen zählen sie zu den Sakralbauten.

Funktion und Merkmale

Kirchen gelten als zentrale Orte des Gottesdienstes in

  • römisch-katholischen
  • alt-katholischen
  • orthodoxen
  • evangelischen
  • iroschottischen und
  • anglikanischen

Gemeinden. Ihre Funktionen liegen in

  • der glaubensgemeinschaflichen Versammlung
  • der Andacht
  • dem Spenden und Empfangen von Sakramenten
  • dem Verkünden des Wortes Gottes

Während einige Kirchengebäude außerhalb der Gottesdienste geöffnet sind, ist dies bei der Mehrheit nicht der Fall, auch wenn es mittlerweile unterschiedliche Initiativen gibt, dies zu ändern. Viele Gotteshäuser sind Baudenkmäler. Sie zählen zum Kulturgut und bieten häufig auch diverse Events wie Lesungen oder Konzerte an.

In Kirchen finden häufig auch Events wie Orgelkonzerte oder Ähnliches statt
In Kirchen finden häufig auch Events wie Orgelkonzerte oder Ähnliches statt

Aufbau

Zu einer Kirche bzw. deren Aufbau und Inventar gehören unterschiedliche Bereiche. Da wäre zum einen der Altar, der zentrale Bereich in einer Kirche; er ist mit Kerzen und Blumen geschmückt und manchmal sind auch heilige Reliquien zu finden.

Im Tabernakel wird der Leib Christi aufbewahrt. Er besteht in der Regel aus massivem Material und lässt sich abschließen.

Auf dem Gabentischchen befinden sich die Hostien und weitere wichtige Utensilien, die man braucht, um die Gaben zu bereiten. Auf dem Beistelltisch am Altar oder Kredenz finden all die Dinge Platz, die man zur Vorbereitung eines Gottesdienstes benötigt sowie nur kurz braucht.

Vom Ambo aus wird die Heilige Schrift vorgelesen. Die Evangelien befinden sich im Evangeliar, welches auf dem Ambo platziert ist. Das Kreuz in einer Kirche befindet sich in der Regel im Bereich des Altarraums.

In der Nähe des Tabernakels findet man das ewige Licht. Es brennt beinahe ganzjährig - lediglich in der Karwoche löscht man es.

Im Eingang der Kirche steht das Weihwasserbecken, in dem sich Weihwasser befindet. Manche Kirchen haben zusätzliche Taufbecken; bei anderen ist es üblich, für die Taufe spezielle Taufschüsseln zu benutzen.

Zudem gibt es in der Kirche eine Osterkerze. Diese brennt sonntags, an den Feiertagen sowie bei Hochzeiten und Taufen.

An den Altarstufen stehen Ministrantenglocken, die zur Wandlung geläutet werden. In der Sakristei kann man sich auf den Gottesdienst vorbereiten und sich umziehen. Hier stehen auch Schränke für Gewänder sowie wichtige Utensilien des Gottesdienstes.

Natürlich darf auch die Orgel nicht fehlen. Diese befindet sich im hinteren Teil der Kirche eine Etage höher.

Auf den Kirchenbänken finden die Besucher Platz. Auch Bücher und Taschen können darauf abgelegt werden.

Unterscheidungen

Im Bereich der Kirche treten verschiedene Begrifflichkeiten auf:

  • Als Pfarrkirchen gelten die Hauptkirchengebäude einer Kirchengemeinde oder Pfarrei. Des Weiteren gibt es in diesem Bereich, je nach Funktion, weitere Kirchen wie Friedhofskapelle, Filialkirche oder Volkskirche.

  • Die Klosterkirche ist die Kirche, die einem Kloster angehört. Sie wird auch als Abteikirche oder Münster bezeichnet.

  • Im Gegensatz zum Kloster wird ein Stift von Stiftsherren bewohnt. Die dazugehörige Kirche bezeichnet man als Stiftskirche.

  • Bischhofskirchen tragen häufig den Titel Kathedrale.

  • Als bischöfliche Kirchengebäude gelten auch Domkirchen. Sie weisen eine besondere Gestaltung und Größe auf.

  • Das Münster gilt als Dom-, Stifts- oder Klosterkirche.

  • Eine Basilika beschreibt besondere Kirchen aus dem Frühchristentum, stellt jedoch auch ein Kirchengebäude dar, welches einen Ehrentitel erhalten hat.

  • Votivkirchen nannte man solche, die als Zeichen der Rettung in einer Notsituation sowie der Dankbarkeit errichtet worden sind.

Weitere Bezeichnungen

Nach sonstigem Zweck lassen sich zudem weitere Kirchen unterscheiden:

  • Spitalkirchen
  • Wallfahrtskirchen
  • Krankenhauskapellen
  • Anstaltskirchen
  • Autobahnkirchen
  • Meditationskirchen
  • Simultankirchen

Architekturgrundformen und Sonderbauformen

Auch bezüglich der Architekturformen lassen sich Einteilungen vornehmen. Bei der Basilika handelt es sich um die wichtigste Grundform, wenn es um mittelalterliche und frühchristliche Kirchen geht. Im Innenraum erfolgt eine Trennung in mehrere Längsschiffe; drei davon kommen am häufigsten vor.

Bei der Hallenkirche handelt es sich um eine ähnliche Bauform, jedoch sind die Längsschiffe anders angeordnet. Das Mittelschiff weist keien Fenster auf.

Einschiffig ist die Saalkirche. Sie bsteht aus einem saalartigen Raum und ist besonders in ländlichen, fränkischen Kirchen zu finden.

Der Zentralbau beschreibt ein Bauwerk, dessen Hautpachsen gleich lang sind. Auf diese Weise können beispielsweise ovale, kreuzförmige oder quadratische Grundrisse entstehen - häufig in Italien zu finden.

In protestantischen Regionen sind Querkirchen zu finden. Bei diesen ist die Längsseite durch eine Hauptachse, die vom Eingang zum Altar führt, getrennt.

Zu den Sonderbauformen zählen unter anderem:

  • Bettelordenskirchen
  • Doppelkirchen
  • Chorturmkirchen
  • Felsenkirchen
  • Kettenkirchen
  • Ovalkirchen
  • Rundkirchen
  • Stabkirchen
  • Wahlkirchen
  • Wegkirchen

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige berühmte und sehenswerte Kirchen vor...

Bedeutsame Kirchen im Überblick

Hierzulande sowie weltweit gibt es einige bedeutende Kirchen, die einen Besuch wert sind.

Kölner Dom

Eine der bedeutsamsten Kirchen Deutschlands steht mitten in der Kölner Innenstadt. Als drittgrößte gotische Kathedrale weltweit ist die Domkirche St. Peter und Marien das Wahrzeichen der Rheinmetropole und lockt Besucher aus der ganzen Welt an.

Fast tausend Jahre lang wurde am Kölner Dom gebaut. Heute beeindruckt die römisch-katholische Kirche sowohl mit ihren schmuckvollen Fassaden als auch mit ihrem großen und einmalig ausgestatteten Innenraum. Ein Highlight für Besucher ist zudem die Besteigung des Südturms, von dem man einen tollen Ausblick über Köln hat.

Dresdner Frauenkirche

Eine bedeutende protestantische Kirche kann man in Dresden besuchen. Der Wiederaufbau der Frauenkirche, die lange Zeit als Mahnmal gegen den Krieg nur als Ruine in der Stadt stand, wurde im Jahr 2005 beendet. Seither finden hier nicht nur regelmäßige Gottesdienste und Andachten statt, sondern auch Konzerte.

Der Besucheransturm der ersten Wochen nach Neueröffnung hat sich mittlerweile gelegt, so dass jeder Tourist die Möglichkeit hat, den Innenraum mit seinem beeindruckenden Altar und der großen Orgelempore zu besichtigen.

Aachener Kaiserdom

Auch der Aachener Kaiserdom, der seit 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, gehört zu den bedeutendsten Kirchen Deutschlands. Die Bischofskirche besticht vor allem mit seinen verschiedenen Teilbauten. Während der Mittelteil der Kirche im karolingischen Baustil errichtet wurde, ist die ans Westwerk angrenzende Ungarnkapelle im barocken und die Chorhalle im gotischen Stil gebaut. Der Aachener Dom ist u.a. für

  • seinen Glockenturm
  • seinen Königsthron und
  • den Barbarossaleuchter, der einen Durchmesser von rund vier Metern aufweist,

bekannt.

Weitere Kirchen in Deutschland

Weitere bedeutende Kirchen befinden sich u.a. in Hamburg, München und Speyer. Die alte St. Nikolaikirche in Hamburg, die heute nur noch als Ruine steht, besitzt den dritthöchsten Kirchturm Deutschlands und ist Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Als Wahrzeichen von München gilt die Frauenkirche mit ihrem dreischiffigen Backsteinbau und den zwei Türmen. Diese große, spätgotische Hallenkirche bietet rund 20.000 stehenden Besuchern Platz und beeindruckt u.a. mit ihrem fünfeckigen Chor.

Eine bedeutende Kirche im romanischen Baustil befindet sich in Speyer. Die Domkirche St. Maria und St. Stephan ist nicht nur die größte romanische Kirche der Welt, sondern auch Grabstätte mehrerer deutschen Kaiser und Könige.

Ebenso sehenswert ist die katholische Herz-Jesu-Kirche in München sowie das Ulmer Münster.

Kirchen in Maastricht wurden zu Hotels oder Bücherläden umfunktioniert

In Maastricht hat man Kirchen vor dem Verfall gerettet, indem man sie für andere Zwecke nutzt. So wurde in einer Kirche ein Versuchslabor eingerichtet, in einer anderen ein Fahrradlager und ein drittes wurde zum Museum gemacht.

Aus der Kreuzherrenkirche wurde jetzt, nachdem sich zuvor das Versuchslabor hier befand, ein Hotel gemacht, wobei für die Übernachtung im benachbarten Kloster 60 Zimmer eingerichtet wurden. Im eigentlichen Gotteshaus wurde also der Speisesaal und die Rezeption untergebracht, wobei die ursprüngliche Bausubstanz aus Gründen des Denkmalschutz erhalten blieb.

Auch die Dominikanerkirche hat heute eine neue Aufgabe gefunden, hier befindet sich jetzt statt des Fahrradlagers ein Buchladen und die alten Wandmalereien sind erhalten geblieben, so auch ein Bildnis von Thomas von Aquin, dem bekannten Kirchenlehrer.

Aber nicht alle Kirchen in Maastricht werden umgebaut - die romanische Liebfrauenbasilika in der Innenstadt wird täglich von vielen Menschen besucht, die dort vor einer Statue der Maria Kerzen anzünden und beten.

London: aus dieser Kirche wurde eine Luxusvilla

Da dem Bistum in London Geld für zahlreiche Reparaturen an den Gotteshäusern der Stadt fehlte, verkaufte es vor 15 Jahren eines davon - eine Kirche in Knightsbridge, für nur 1 Million Pfund. Alain Boublil, Schöpfer der Werke "Les Misérables" und "Miss Saigon" war der neue Besitzer der Kirche und baute diese im Laufe der Jahre mit einem weiteren Inhaber aus Thailand - einem wohlhabenden Geschäftsmann - komplett um.

Die eigentliche Funktion als Gotteshaus ging dabei jedoch verloren, denn Boublil machte daraus eine vierstöckige Luxusvilla mit eigenem Swimmingpool und Fitnessstudio. Dieses Gebäude steht nun für 50 Millionen Pfund auf dem Verkaufsmarkt; man geht dabei jedoch nicht wirklich davon aus, dass es als Wohnhaus genutzt werden wird.

Um der ansässigen Gemeinde ihre Kirche nicht zu klauen, ist ein kleiner Teil des Bauwerkes nicht verändert worden und ermöglicht den Bewohnern von Knightsbridge weiterhin den Gang in die Kirche.

Wohnen im Betsaal - Fränkisches Ehepaar baut Synagoge zu Wohnhaus um

Reinhard Hüßner ist Leiter der Kirchenburgmuseums Mönchsondheim. Vor acht Jahren hat der 55-Jährige die ehemalige Synagoge von Wiesenbronn gekauft und gemeinsam mit seiner Frau renoviert. Bald zieht das Paar in den detailgenau restaurierten Betsaal - unter einen blauen Nachthimmel mit goldenen Sternen.

Ehemals lebten im unterfränkischen Wiesenbronn bis zu 160 Juden. Als die Gemeinde sich 1938 auflösen musste und das Gebäude an einen Nachbarn verkaufte, wurde das jüdische Erbe jedoch buchstäblich verschüttet. Das rituelle Tauchbad verschwand unter Steinen und Zement, der Sternenhimmel im Betsaal verrottete hinter einer Zwischendecke.

Erst das Ehepaar Hüßner hatte 2005 den Mut, die jüdische Vergangenheit zumindest architektonisch wieder erlebbar zu machen. Dazu investierten sie viel Arbeit und privates Vermögen – auch wenn der neu beantragte Status als Denkmal einige Fördergelder fließen ließ. So haben die Hüßners an den Wänden alte Bemalungen freigelegt und durch originalgetreue Erweiterungen ergänzt. Im Obergeschoss führt vom Betsaal eine Treppe auf die Empore - dem früheren Platz für die Frauen.

Schauen wir einmal, was außerhalb von Deutschland an bedeutenden Kirchenbauten zu finden ist...

Basilius Kathedrale in Moskau

In Russlands Hauptstadt befindet sich die Basilius Kathedrale. Sie ist eines der Wahrzeichen der Stadt und steht am Roten Platz bzw. dessen Ende. Es handelt sich um ein Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert, eine russisch-orthodoxe Kirche mit Zwiebeltürmen. Heute wird sie als Museum genutzt; hin und wieder finden hier aber auch Gottesdienste statt.

Kathedrale von Amiens

In der französischen Stadt Amiens befindet sich eine Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert. Die im Baustil der französischen Gotik erbaute Kirche zählt zu den größten Sakralbauten der Welt und steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Sie war bauliches Vorbild für den Kölner Dom.

Kathedrale Las Lajas

Ein ganz besonderes Highlight ist in Kolumbien zu finden. Die Kathedrale Las Lajas thront über einer Schlucht und zieht jährlich unzählige Besucher an.

Hinter diesem Sakralbau steckt eine Legende: eine Magd wurde an dieser Stelle mit ihrer taubstummen Tochter von einem Gewitter überrascht. Es erschien eine Heilige, die dem Mädchen ihr Gehör zurückbrachte.

Der Stephansdom in Wien

Zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken in Österreich zählt der Stephansdom in Wien. Dieser ist das Wahrzeichen der österreichischen Hauptstadt.

Im Jahr 1147 wurde diese Kirche geweiht. In deren Südturm befindet sich eine freischwingende Glocke, eine der größten Europas. Im Stephansdom werden regelmäßig Gottesdienste abgehalten.

Weitere Sakralbauten weltweit

Ebenso von großer Bedeutung:

  • die Sagrada Família in Barcelona
  • die St. Pauls Kathedrale in London
  • die Isaakskathedrale in St. Petersburg
  • die Rosslyn-Kapelle in Schottland
  • die Santa Maria del Fiore in Florenz
  • die Hagia Sophia in Istanbul
  • die Akropolis in Athen
  • Notre Dame in Paris

Unter dem Magdeburger Dom wurden bei Ausgrabungen Reste der Vorgängerkirche gefunden

Bei Ausgrabungen fand man unter dem Magdeburger Dom Reste des damaligen Kaiserdoms

Archäologen haben unter dem Magdeburger Dom gut erhaltene Funde des Magdeburger Kaiserdoms aus der Zeit Ottos dem Großen gefunden. Dieser Kaiserdom war 90 Meter lang und die massiven Mauern von einer Breite bis zu 1,80 Metern, sowie mächtige Fundamente und mehrere Quadratmeter Fußbodenziegel, Wandputz und zahlreiche Gräber zeigen ein eindrucksvolles Bild des ehemaligen Doms aus dem 10. bis 12. Jahrhundert.

Bau eines neuen Doms nach damaligem Stadtbrand

Damals wurde im Jahr 1207 der Kaiserdom St. Mauritius, der ab 968 der Sitz der Erzbischöfe von Magdeburg war, durch einen Stadtbrand zerstört. Danach wurde an dieser Stelle der heutige Dom (1209-1520) gebaut, der in Deutschland der älteste gotische Dom ist.

Der Leiter der Ausgrabungen, Rainer Kuhn von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, berichtet, dass man im letzten Sommer bereits Teile des Südwestturms fand, jetzt befindet man sich bei dem Nordwestturm der alten Kathedrale, so dass der alte Dom wenigstens 25 Meter breit war, eventuell auch 35 Meter, aber bisher fand man noch nicht die Außenmauern der Westtürme.

Magdeburger Kaiserdom muss einer der größten gewesen sein

Fest steht aber, dass der Dom damals auf jeden Fall eines der größten Gotteshäuser nördlich der Alpen war. Schon in den Jahren 2001 bis 2004 fand man nur 50 Meter entfernt die Reste einer anderen Kirche aus dem gleichen Jahrhundert, so dass es sich um eine riesige Doppelkirchenanlage auf dem Domhügel handelt. Weitere interessante Funde erhofft man sich in den nächsten Monaten.

Nähere Informationen über die bisherigen Ausgrabungen findet man auch im Internet unter www.domgrabungen-md.de.

Der Dom in Aachen ist tatsächlich 1.200 Jahre alt

Jeder weiß, dass die Krönung von Karl dem Großen zum Kaiser im Jahr 800 nach Christus im Dom zu Aachen stattgefunden hat, aber jetzt hat man auch wissenschaftlich beweisen können, dass auch Karl der Große die Erbauung vom Aachener Dom in Auftrag gab, denn man konnte das Alter von verbautem Eichenholz in Fundament und Kuppel auch mit dem bisher angenommene Alter von rund 1.200 Jahren bestätigen.

Der Bau des Domes begann etwa im Jahr 793 und war spätestens im Jahr 813 abgeschlossen, also 13 Jahren nach der Krönung, die ja dann wohl noch in der Baustelle stattfand?

Forschung sucht nach stabilem Glas für kulturhistorische Fenster

Die Glasfenster des Kölner Doms sind ständig von Umwelteinflüssen bedroht und sollen daher geschützt werden. Ein Forschungsprojekt wurde hierzu gestartet, damit die Kunstwerke von Mittelalter bis Neuzeit nicht zerbrechen.

240.000 Euro und 3 Jahre Zeit wurde hierzu erlassen, teilte Baumeisterin Barbara Schock-Werner vor dem Kölner Dom mit. Die gewonnenen Erkenntnisse können ebenso ähnlichen Projekten zugute kommen, so beispielsweise der Peterskirche in Leipzig, die ebenfalls saniert werden soll.

Im Magdeburger Dom werden alte Altäre ausgestellt

Im ehemals vom zweiten Weltkrieg zerstörten Bauwerk werden Altäre ausgestellt

Im Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina, kurz Magdeburger Dom, werden zurzeit alte Altäre ausgestellt. Der Magdeburger Dom ist die ehemalige Kathedrale des Erzbistums Magdeburg, hier liegt auch der Kaiser Otto I. und der Dom ist auch das Wahrzeichen der Stadt.

Ältestes gotisches Bauwerk Deutschlands

Der heutige Dom wurde nach dem großen Brand im Jahr 1207 zwei Jahre danach an gleicher Stelle wieder aufgebaut und ist das älteste gotische Bauwerk in Deutschland. Die Gesamtinnenlänge des Doms beträgt 120 Meter und die Deckenhöhe 32 Meter. Die Südturm ist 99,25 und der Nordturm 104 Meter hoch. Im zweiten Weltkrieg wurde der Dom von einer Bombe getroffen und dabei die Westseite, sowie auch die Orgel zerstört.

Ursprünglich waren 48 Altäre im Dom, heute haben nur noch 16 die schweren Zeiten der Reformation, im Dreißigjährigen Krieg und Zweiten Weltkrieg überstanden.

Extra für die Ausstellung, die bis zum 18. November stattfindet, wurde auch ein Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert, der seinerzeit der Pfarrkirche in Hohenmölsen, südwestlich von Leipzig, geschenkt wurde, von der Stadt ausgeliehen.

Leichtes Erdbeben wenn der "Dicke Pitter" im Kölner Dom läutet

Wenn der "Dicke Pitter" im Kölner Dom mit seinen 24 Tonnen ins Schwingen gerät und bei besonderen Festtagen läutet, so auch jetzt beim Fest der "Heiligen Drei Könige" am 6. Januar, dann bebt die Erde leicht. Das haben jetzt auch wieder Wissenschaftler von der Erdbebenstation in Bensberg festgestellt. Bei den Messungen sah man auf den Monitoren, dass sich der Südturm ein klein wenig (ein halber Millimeter) bewegte.

Bei dem "Dicken Pitter" (Dicker Peter) handelt es sich um die größte freischwingende Glocke der Welt, die im Jahr 1923 von Heinrich Ulrich in Apolda gegossen wurde und im Glockenstuhl des Südturmes aufgehängt ist. Der Durchmesser beträgt 322 Zentimeter und alleine der Klöppel der 24 Tonnen schweren Glocke hat ein Gewicht von etwa 700 Kilogramm.

Über 100 Veranstaltungen zum 1000-jährigen Bestehen der Weltkulturerbe-Kirche St. Michaelis

In Hildesheim steht sie, die Kirche St. Michaelis, die Teil des Weltkulturerbes ist. Sie feiert 2010 ihr 1000-jähriges Bestehen. Gefeiert wird dies mit mehr als 100 Veranstaltungen verteilt auf das Jahr.

Laut Pastorin Nora Steen werden es sicherlich unvergessliche Programmpunkte, unter anderem wegen der 30 hochkarätigen Konzerte, die geplant sind. Als Highlight ist dabei der Auftritt des Elias-Oratoriums mit dem Bariton Thomas Quasthoff am 29. September, zudem sogar Tickets aus den USA vorbestellt wurden. Weiterhin durch das musikalische Programm leiten werden der Dresdner Kreuzchor sowie Genesis-Musiker Ray Wilson.

Dazu werden zahlreiche Vorführungen aus Musical, Zirkus, Theater und Co. präsentiert. Die Eröffnung des Jubiläums findet am 15. Januar mit einem ökumenischen Gottesdienst statt.

Seit Oktober 2005 haben neun Millionen Menschen die Frauenkirche in Dresden besucht

In Dresden wurde in den Jahren 1726 bis 1743 die Frauenkirche errichtet. Nach der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg wurde auch im Februar 1945 die Frauenkirche zerstört und nach dem Mauerfall hat man mit Hilfe von Spenden aus aller Welt sie wieder errichtet, so dass dann im Oktober 2005 die feierliche Einweihung stattfand.

Seitdem wurden mehr als neun Millionen Besucher gezählt, die entweder zu den Gottesdiensten oder auch zu Konzerten kamen. Zusätzlich finden in der Frauenkirche Andachten und Lesungen statt. Man schätzt, dass bis zum Oktober dieses Jahres die Zehn-Millionen-Marke geknackt wird.

Der Kölner Dom ist bekannter und beliebter als der Dom in Aachen, aber jünger

Aachener Dom - Weltkulturerbe der Kaiserstadt weitaus seltener besucht als Kölner Dom

Schon seit Jahren steht auf der Liste der bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland der Kölner Dom auf dem Spitzenplatz. Jährlich kommen in die Domstadt etwa 6 Millionen Besucher aus aller Welt und wollen den Dom sehen und natürlich fotografieren.

Der Dom in der Kaiserstadt

Doch nur etwa 50 Kilometer westlich liegt die Stadt Aachen, die ebenfalls einen Dom hat, den Kaiserdom. Dieser ist zwar kleiner, aber dafür umso älter, denn er ist schon über 1.200 Jahre alt. Er stammt aus der Zeit von Kaiser Karl dem Großen, der dort auch im Jahr 800 n. Chr. zum deutschen Kaiser gekrönt wurde.

In die Kaiserstadt Aachen kommen pro Jahr etwa 1,5 Millionen Besucher, die dann auch den Dom mit der Pfalzkapelle Karls des Großen besichtigen. Diese wurde im Jahr 1978 in das Weltkulturerbe von der Unesco als erstes deutsches Denkmal aufgenommen. Der "kleine" Dom von Aachen hat ungefähr nur ein Drittel der Ausmaße von dem Kölner Dom, aber bietet den Besuchern unter anderem auch den Kaiserthron.

Der Wiederaufbau der St. Georgenkirche in Wismar ist abgeschlossen

Jetzt ist der Wiederaufbau der größten Kirchenruine, nach der Frauenkirche in Dresden, in Wismar, die St. Georgenkirche abgeschlossen und am 8. Mai wird die feierliche Eröffnungsfeier stattfinden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, aber auch in den 45 Jahren danach zur Zeit der DDR wurde daran nichts geändert, so dass die Kirche zur Ruine zerfiel. Aufgrund der Hilfe der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz konnte nun nach 20 Jahren der Wiederaufbau vollendet werden. Die Baukosten, von denen die Stiftung die Hälfte übernahm, betrugen 40 Millionen Euro.

Archäologen finden in Luxor eine Kirche aus dem 5. Jahrhundert nach Christus

Verschiedene Inschriften des Kirchenfunds in Luxor deuten auf Pharaonenzeit hin

Archäologen sind zurzeit mit der Wiederherstellung der Sphinx-Allee in Luxor in Ägypten beschäftigt. Hierbei handelt es sich um einen etwa 2,7 Kilometer langen Weg, der die beiden Tempel in Karnak und Luxor verbunden hatte.

Der Pharao Amenhotep III, der etwa um die Zeit von 1379- 1340 vor Chr. lebte, ließ seinerzeit die Straße mit den Sphinx-Statuen links und rechts, wie bei einer Allee, erbauen. Von diesen Statuen sind heute noch die Hälfte erhalten und die fehlenden sollen auch nicht durch Kopien ersetzt werden.

Inschriften deuten auf Pharaonen- und römisch-griechische Zeit hin

Nun hat man bei den Bauarbeiten eine Kirche, die aus dem 5. Jahrhundert nach Chr. stammt, ausgegraben. Die Christen hatten damals für den Bau ihrer Kirche Steinquader verwendet, die aber aus der Pharaonenzeit und der nachfolgenden römisch-griechischen Zeit stammten, denn man fand in diesen verschiedene Inschriften.

Auch entdeckte man bei den Arbeiten ein sogenanntes "Nilometer", mit dem man früher den Pegelstand des Nils ermittelte, dessen Wasser für die Bewässerung der Felder wichtig war und dementsprechend wurde für die Bauern die Steuer für die Wasserentnahme berechnet. Dieses Bauwerk hat einen Durchmesser von sieben Metern und besitzt eine spiralförmige Steintreppe.

Moslems dürfen katholische Kathedrale von Cordoba nicht benutzen

Bischof von Cordoba ist gegen eine Teilung des katholischen Gotteshauses mit Muslimen

Cordoba ist die drittgrößte Stadt im spanischen Andalusien und wurde im Jahr 711 von den Mauren eingenommen und damals auch das bedeutendste Bauwerk der Stadt die Mezquita de Córdoba als Moschee erbaut. Im Jahr 785 hat der Emir Abd ar-Rahman I. mit dem Bau begonnen und anschließend folgten etliche Erweiterungen, so dass schließlich eine Ausdehnung von 23.000 Quadratmetern entstand, was heute somit die drittgrößte Moschee auf der Welt wäre. Aber im Jahr 1236 wurde die Stadt von den Spaniern wieder zurück erobert und aus der Moschee entstand eine katholische Kathedrale.

Ein Gotteshaus ist nicht teilbar

Nun leben in Cordoba Christen und auch Muslime friedlich nebeneinander, doch ist der Bischof von Cordoba, Demetrio Fernandez Gonzalez, nicht bereit das Gotteshaus auch den Muslimen zur Verfügung zu stellen, denn er befürchtet, dass dann die Katholiken nicht mehr der "Hausherr" sind. Denn ein Gotteshaus teilen, können weder Katholiken aber auch nicht Muslime, wie der Bischof sagt.

A propos Cordoba...

Übrigens, da ja zurzeit auch die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika stattfindet, sollten wir uns bei dem Namen Cordoba besser nicht an die WM in Argentinien erinnern, denn dort gibt es auch eine Stadt mit dem Namen. Hier haben unsere deutschen Kicker im Juni 1978 gegen unsere österreichischen Nachbarn eine blamable Niederlage einstecken müssen und mussten vorzeitig nach der zweiten Runde nach Hause fahren. Der österreichische Stürmer Hans Krankl hatte zwei Treffer beim 3:2, beziehungsweise auch den Siegtreffer erzielt.

Hohes Besucheraufkommen in der Frauenkirche in Dresden

Wann genau die Frauenkirche in Dresden erbaut wurde, weiß man nicht, aber der Zeitpunkt liegt irgendwo zwischen 1726 und 1743. Während dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, aber dank Spenden wieder aufgebaut und zieht soviele Besucher an wie nie zuvor.

Seit ihrer Neueinweihung im Jahre 2005 haben bereits fast 10 Millionen Leute aus aller Welt die Frauenkirche besucht. Am 31. Oktober findet dort das fünfte Kirchweihfest statt und auch dann läutet die Kirche wieder zum Gottesdienst.

Steinforschung: Kölner Dom verwittert schneller

Der Kölner Dom ist nicht nur eine ewige Baustelle, sondern scheint auch schneller zu verwittern als vergleichbare Bauwerke in Xanten und Altenberg. Wissenschaftler rätseln schon längere Zeit, ob das wirklich allein die Schuld von Abgasen und Taubendreck sein kann. Eine neue Theorie besagt, dass auch ein weiterer Faktor den Verfall der Kirche beschleunigt: verschiedene Gesteinssorten könnten einander negativ beeinflussen. Und im Dom sind rund 50 verschiedene Sorten Gestein verbaut.

In einem Pilotprojekt, unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wollen Wissenschaftler dieser Theorie auf den Grund gehen. Es sollen möglicherweise neue Ersatzstoffe für die weitere Sanierung gefunden werden. Die Ergebnisse könnten außerdem weltweit bei der Denkmalpflege nützlich sein.

Es wird doch keine Beschränkung der Besucherzahl in der Sixtinischen Kapelle geben

Antonio Paolucci, der Direktor der Vatikanischen Museen hatte Bedenken zum Besucherandrang in der Sixtinischen Kapelle geäußert, da die Besuchermassen die Luftfeuchtigkeit in den Räumen stark erhöhen, wodurch die künstlerischen Werke Schaden nehmen könnten. Man hatte deshalb überlegt, ob man die Zahl der Besucher beschränken sollte.

Das es eine solche Beschränkung jedoch nicht geben wird, das gab Paolucci jetzt in einem Interview mit dem "Radio Vatikan" bekannt. Seiner Meinung nach wäre es unverantwortlich, wenn man Touristen, die extra aus weit her anreisen nur um die Kapelle zu besichtigen, den Zugang verweigern würde. Es wird also nach wie vor alles beim Alten bleiben.

Berlin - Die Kirchen schließen und die Moscheen kommen

Das Errichten von Gotteshäusern aus verschiedenen Religionen in Deutschland ist ein umstrittenes Thema. Eine Statistik zeigt, dass in Berlin immer mehr christliche Kirchen geschlossen werden, während die Zahl der Moscheen, Tempel und Synagogen wächst.

Seit dem Jahr 1990 wurden in Berlin 20 Kirchen geschlossen. Mittlerweile gibt es noch 300 in ganz Berlin. Die Zahlen der Gotteshäuser anderer Religionen hingegen nimmt stetig zu. Heute stehen in der deutschen Hauptstadt 80 Moscheen, elf Synagogen und fünf buddhistische Tempel.

Friedhof unter dem Hildesheimer Dom gefunden

Hildesheim: Bei Domsanierung findet man Friedhof mit 40 Gräbern - drei Skelette geborgen

Der Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt ist die Kathedrale des Bistums Hildesheim. Im Jahre 815 wurde Hildesheim Bischofssitz und man baute dort eine Marienkapelle und im Jahr 872 entstand dann eine dreischiffige Basilika, die aber 1046 einem schweren Brand zum Opfer fiel.

Aber auf den Mauern der ehemaligen Basilika wurde dann der jetzige Dom erbaut und bis ins 14. Jahrhundert erfolgten noch Bauveränderungen. Nachdem schon 1960 erste Sanierungen durchgeführt wurden, hat man seit Jahresbeginn 2010 mit weiteren Arbeiten begonnen, so soll unter anderem der Fußboden auf das ursprüngliche Niveau abgesenkt werden.

Auch eine Bischofsgruft soll entstehen, in der wahrscheinlich die Bischöfe Joseph Godehard Machens, Heinrich Maria Janssen sowie der kürzlich verstorbene Joseph Homeyer beigesetzt werden.

Bergung drei erhaltener Skelette

Jetzt hat man unter dem Dom einen Friedhof mit 40 Gräbern gefunden, der wahrscheinlich vor dem Bau des Doms dort vorhanden war.

Experten konnten drei vollständig erhaltene Skelette bergen, aber bisher weiß man noch nicht, wer die Toten waren. Das sollen jetzt weitere Laboruntersuchungen ergeben. Weitere archäologische Untersuchungen werden in Kürze gestoppt, damit die geplanten Sanierungsarbeiten, die bis 2014 andauern sollen, fortgesetzt werden können. Der Dom sowie die Kunstschätze gehören auch zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Neben der Siegessäule wird jetzt auch die Gedächtniskirche in Berlin restauriert

Restauration der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird voraussichtlich bis 2012 andauern

Nachdem man zuerst in Berlin die Siegessäule für die Besucher gesperrt hat, wird jetzt auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, den Blicken der Besucher entzogen, denn auch sie soll restauriert werden.

Man rechnet mit Ausgaben von 4,2 Millionen Euro

Zurzeit wird sie also eingerüstet und dann werden Experten auch die Schäden im Innern begutachten können, denn das Dach fehlt ja schon seit langem. Man rechnet mit Kosten von etwa 4,2 Millionen Euro, die zu einem guten Viertel durch Benefizkonzerte, Kabarett, Theater und anderen Veranstaltungen schon sichergestellt sind. Zusätzlich haben Bürger und Sponsoren sogenannte Patenschaften für die Bausteinfugen übernommen, wobei noch etwa 6000 Meter ihren Paten suchen.

Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Kaiser Wilhelm II. zu Ehren seines Großvaters, Kaiser Wilhelms I. erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1943 bei den Bombenangriffen auf Berlin schwer beschädigt, aber anschließend sollte sie als Mahnmal gegen den Krieg als Ruine stehen bleiben. Im Jahr 1961 wurde daneben ein Neubau errichtet.

Dauer der Sanierungsarbeiten und weitere Baumaßnahmen in der Umgebung

Man schätzt nach dem Beginn der Sanierungsarbeiten, die im nächsten Frühjahr beginnen werden, dass im Jahr 2012 die Arbeiten abgeschlossen sind. Bis dahin werden durch durchsichtige Kunststoffplatten, die zur Sicherheit der Arbeiten angebracht werden, nur die Umrisse der Kirche für die Besucher Berlins zu erkennen sein.

Zusätzlich werden aber auch im Umfeld der Gedächtniskirche weitere Baumaßnahmen stattfinden, so wird sich das Bild des gesamten Bereichs zwischen dem Wittenbergplatz und dem Bahnhof Zoo in den nächsten Jahren verändern, so auch beispielsweise das neue Hotel "Waldorf Astoria", das mit seinen 118 Metern Höhe in einem guten Jahr eröffnet werden soll. Richtfest ist am kommenden Freitag, den 22.10.2010.

Frauenkirche in Dresden feiert 5-jähriges Weihefest nach dem Wiederaufbau

Stiftung sucht weiterhin nach finanzieller Unterstützung für die Frauenkirche in Dresden

Wie schnell doch die Zeit vergeht: mittlerweile sind fünf Jahre vergangen seit der feierlichen Weihe am 30. Oktober 2005 zur Wiedereröffnung der Frauenkirche in Dresden, die nach Jahrzehnten als Ruine als Mahnmal für den Zweiten Weltkrieg dort stand, dann aber nach der Wiedervereinigung doch mit Spendengeldern wieder aufgebaut wurde.

So ist die Frauenkirche in Dresden nicht nur ein Gotteshaus, sondern lockt auch viele Touristen in die sächsische Hauptstadt. Mittlerweile wurden 10,5 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland gezählt.

Bauliche Entwicklung

Die barocke Dresdner Frauenkirche wurde von 1726 bis 1743 nach einem Entwurf von George Bähr erbaut und hieß ursprünglich "Kirche Unserer Lieben Frau". Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bei den Luftangriffen der Alliierten auf Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 durch Feuer zerstört. Ab dem Jahr 1994 bis 2005 geschah dann der Wiederaufbau der Frauenkirche. Da aber mittlerweile die Spendenbereitschaft nachgelassen hat - für die Unterhaltung des Bauwerks werden jährlich etwa eine Million Euro benötigt - sucht die Stiftung weiterhin nach finanzieller Unterstützung.

Übrigens, wer die Frauenkirche besucht und auch zur Kuppel aufsteigen will, von wo man einen herrlichen Blick auf die Stadt hat, der muss allerdings dafür auch 8 Euro bezahlen.

Schlosskirche in Wittenberg gehört zum UNESCO-Welterbe und wird somit renoviert

Der Reformator Martin Luther hat der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg veröffentlicht. Da diese Kirche auch zum Kulturgut des UNESCO-Welterbes gehört, ist eine dementsprechende Pflege nötig.

Doch jetzt wurden zusätzlich Gelder für eine Sanierung vom Landtag von Sachsen-Anhalt in Höhe von knapp 22 Millionen Euro bewilligt. Zusätzlich werden noch weitere Millionen für Projekte bereitgestellt, damit im Jahr 2017 zum 500-jährigen Jubiläum des Beginns der Reformation diese durchgeführt werden können. Wie die Kultusministerin Birgitta Wolff berichtet, handelt es sich um insgesamt etwa 75 Millionen Euro.

Kölner Dom bleibt weiterhin auf dem dritten Platz der höchsten Kirchen

Neue Messungen des Kölner Doms ergaben, dass er niedriger ist als bisher angenommen

Bleistift wird auf Holzplatte neben Maßband gehalten
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Neueste Messungen zeigten, dass der Kölner Dom bis zu 20 Zentimeter kleiner ist, als bisher in den offiziellen Dombeschreibungen zu lesen ist. So ist die Höhe des Nordturms nicht 157,38 sondern "nur" 157,18 Meter, der südliche Turm misst statt der 157,31 neun Zentimeter weniger.

Wie Klaus Hardering, der Leiter des Dombauarchivs, mitteilt, beruht die Differenz nicht auf irgendwelche Material-Schrumpfungen, sondern die neue Messung wurde wohl von anderen Punkten vorgenommen.

Neue Messungen bringen keinen Unterschied in Rangliste

Was aber besonders bemerkenswert ist, ist eigentlich die minimale Differenz von nur vier Zentimetern bei den beiden Haupttürmen. Wie es auch sei, die nunmehr 20 Zentimeter weniger fallen nicht ins Gewicht, denn in der Liste der höchsten Kirchen bleibt der Dom in Köln weiterhin auf dem dritten Platz, denn die französische Kathedrale in Rouen misst 6 Meter weniger und liegt auf Rang vier.

Unangefochten bleibt das Ulmer Münster mit seinen 161,53 Metern auf dem ersten Platz, gefolgt von der Basilika Notre-Dame de la Paix an der Elfenbeinküste, die 158 Meter hoch ist. Die wohl größte Kirche der Welt, der Petersdom in Rom hat eine Höhe von 133 Metern und belegt den 10. Platz.

Neue Orgel im Dom zu Speyer wird Ende dieses Sommers fertig sein

Blick auf die große weiße und goldverzierte Orgel in einer Kirche
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Der Dom zu Speyer, der zum Weltkulturerbe gehört, bekommt zurzeit eine neue Orgel und man schätzt, dass man Ende dieses Frühjahres mit dem Stimmen der 5556 Pfeifen beginnen kann. Die neue Orgel wiegt etwa 40 Tonnen und der eigentliche Aufbau wird im Februar fertig sein, so dass dann Besucher schon die Orgel von unten betrachten können.

Anschließend müssen die vielen Orgelpfeifen, die zum Teil aus Holz oder Metall bestehen, noch gestimmt werden, wobei man pro Pfeife etwa 20 Minuten benötigt, aber dies kann erst bei wärmeren Temperaturen geschehen. Für September ist die feierliche Einweihung geplant. Die Orgel wird von der bekannten Orgelbaufirma Seifert aus Kevelaer am Niederrhein aufgebaut, wobei es die erste Domorgel nach dem Zweiten Weltkrieg ist. Die Kosten liegen bei 1,8 Millionen Euro, die von der Familie Quandt gespendet wurde.

Dom in Regensburg wurde mit zwei verschiedenfarbigen Kalksteinen gebaut

Der Regensburger Dom gilt als das bedeutendste Bauwerk der süddeutschen Gotik und wurde 1273 nach einem Großbrand und Zerstörung des alten Doms neu erbaut. Nun haben Studien von der TU München und der Universität in Bamberg ergeben, dass nach der Fertigstellung um das Jahr 1520 der Dom aus zwei farblich verschiedenen Kalksteinen bestand.

Der Südturm und der untere Bereich von dem Hauptportal wurden aus dem weißen Kalkstein gebaut, der dann vermutlich nicht mehr zur Verfügung stand, und der Nordturm und die Westfassade wurden dann aus dem grünen Kalkstein erbaut. Die Wissenschaftler kamen deshalb zu dieser neuen Erkenntnis, weil seit 1985 der Dom innen und auch außen saniert wurde und man so die verwendeten Steine untersuchen konnte. Der Regensburger Dom hat eine Höhe von 105 Metern, die Gesamtlänge innen beträgt 86 Meter und die Breite 34,80 Meter. Neben dem Bauwerk ist aber auch der Chor, die Regensburger Domspatzen, sehr bekannt.

Byzantinische Kirche aus dem 5. Jahrhundert in der Nähe von Jerusalem ausgegraben

Israelische Archäologen haben eine byzantinische Kirche aus dem 5. Jahrhundert in der Nähe von Jerusalem ausgegraben. Auf dem Boden sind gut erhaltene Mosaiken mit Motiven, so Darstellungen von Fischen, Füchsen, Löwen und Pfauen zu sehen.

Bei ihren Ausgrabungen fanden die Archäologen aber unter dieser Kirche noch eine alte Grabkammer, wobei man vermutet, dass dort der Prophet Zacharias begraben wurde, der etwa 520 vor Christus lebte und dessen Schriften auch im Alten Testament geschrieben stehen.

Nachdem man jetzt alles archiviert hat, soll aber die Kirche zum Schutz gegen Umweltschäden wieder zugeschüttet werden und später, wenn man das nötige Geld zusammen hat, eventuell für Touristen zugänglich gemacht werden.

In Israel findet man noch viele Ruinen aus der Zeit des Judentums und Besatzungszeit durch die Römer, später aus der byzantinischen Epoche, sowie auch aus der Zeit der Kreuzzüge.

Die Geburtskirche in Bethlehem soll in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen werden

Jesu Geburtskirche soll als Denkmal erhoben werden

Mittlerweile sind in der UNESCO-Liste des Welterbes aus 151 Ländern 911 Denkmäler aufgenommen worden. Von diesen sind 704 Kulturdenkmäler, 180 Naturdenkmäler und 27, die beide Kategorien umfassen.

In Deutschland sind 33 Denkmäler in der Liste aufgeführt, im Jahr 2009 wurde das Dresdner Elbtal wegen der Waldschlösschenbrücke gestrichen.

Jesu Geburtskirche als Denkmal

Jetzt wollen sich auch die Palästinenser um die Aufnahme der Geburtskirche Jesu in Bethlehem bemühen, denn man verspricht sich davon, dass dann noch mehr Besucher nach Palästina kommen werden.

Die Geburtskirche ist eines der ältesten Gotteshäuser auf der Welt und jährlich kommen etwa 1,5 Millionen in die Stadt Bethlehem, die nur 10 Kilometer von Jerusalem entfernt ist.

Israels und Jordaniens Denkmäler

In Israel gibt es fünf Kulturdenkmäler, so unter anderem auch die Hafenstadt Akko, die im Jahr 2001 als zweites Denkmal in Israel in die Liste aufgenommen wurde. Im Jahr 2005 wurde als vorerst letzter Eintrag die Weihrauchstraße und die Wüstenstädte im Negev vorgenommen.

Aus Jordanien wurde im Jahr 1981 die Altstadt und die Stadtmauer Jerusalems aufgenommen. Die Geburtskirche in Bethlehem wäre für Palästina der erste Eintrag.

Eine etwas außergewöhnliche Führung auf dem Dach des Kölner Doms

Vom Dach des Kölner Doms den Ausblick bis zum Siebengebirge genießen

Wer einmal an einer etwas außergewöhnlichen Führung im Kölner Dom teilnehmen möchte, der sollte sich rechtzeitig anmelden, doch Grundvoraussetzung ist schwindelfrei zu sein, denn es geht hoch hinaus auf das Dach des Kölner Doms in gut 70 Meter Höhe.

Bis ganz nach oben - per Aufzug oder Muskelkraft

So fährt man mit dem Lastenaufzug, den sonst die Steinmetze und Maurer benutzen, an der Nordfassade hoch, vorbei an den verschiedenen Figuren oder Gesichtern und Fratzen.

Oder man muss im Turm hoch steigen, wo man zwischendurch auch in das Innere des Doms blicken kann, wo die Kirchenbesucher wie Spielzeugfiguren ausschauen.

Oben angekommen, kommt man dann durch verwinkelte Gänge auf das Dach. Von dem etwa 12.000 Quadratmeter großen Dach hat der Besucher einen herrlichen Blick auf die Kölner Stadt, der Hauptbahnhof mit der Deutzer-Brücke liegt sofort unter einem, bis hin zum Siebengebirge.

Weltkulturerbestätten in Deutschland

In Deutschland gibt es 33 Weltkulturerbestätten der UNESCO, so gehört auch der Kölner Dom hierzu, der im Jahr 1996 zusammen mit dem Bauhaus in Weimar und Dessau, sowie den Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg in die Liste aufgenommen wurde.

Der Dom zu Aachen wurde als erste deutsche Welterbestätte im Jahr 1978 in die Liste aufgenommen.

Seelische Erbauung in Bayerns erster Radwegekirche

Autobahnkirchen gibt es in Deutschland einige, so an der A2 die Evangelische Kirche Exter, am Rasthof Baden-Baden die katholische St. Christophorus-Kirche und an der A4 in Sachsen die ökumenische Jakobikirche. Aber, was viele nicht wissen, in Deutschland stehen auch etwa 50 Gotteshäuser für Radfahrer. Im fränkischen Bamberg öffnete nun die erste Radwegekirche Bayerns ihre Pforten.

Die evangelische Erlöserkirche wurde von 1930 bis 1933 gebaut und 1934 eingeweiht. Sie steht in der Innenstadt Bambergs am rechten Ufer des Main-Donau-Kanals und soll Radtouristen eine Heimstatt zur körperlichen und seelischen Erholung bieten. Im Angebot von Pastor Günther Schardt, der selbst begeistert Rad fährt, stehen nicht nur Bibeln und Gesangbücher, sondern auch Luftpumpen.

Eine Kirche, die die Bezeichnung Radwegekirche führen möchte, muss einige Anforderungen erfüllen. Sie muss wie eine Autobahnkirche tagsüber geöffnet haben und an einem Radwanderweg liegen. Außerdem muss sie über Toiletten verfügen und Gläubigen die Möglichkeit geben, sich mit Trinkwasser zu versorgen.

Kirche zum Aufblasen

Ein katholischer Priester in Polen wollte in seiner Gemeinde eine Kirche bauen lassen, doch die Behörden hatten seine Pläne ständig abgelehnt. So kam der Pater Krzystof Kowal auf die Idee eine Kirche aus Gummi aufzustellen, ähnlich wie ein aufblasbare Hüpfburg.

Ein Freund vom ihm arbeitet in einem Unternehmen das aufblasbare Planschbecken und Rutschbahnen produziert und so wurde auch eine dementsprechende Kirche hergestellt. Jetzt können also die Gläubigen auch wieder in die Kirche kommen.

Im Bayerischen Wald wird eine Kirche aus Schnee und Eis gebaut

Zur Erinnerung an eine vor 100 Jahren aus Schnee und Eis errichtete Kirche, wird eine ebensolche nun nachgebaut

Grafik hellblaue Schneekristalle auf weißem Hintergrund
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Vor 100 Jahren konnten die Bewohner in dem kleinen Ort Mitterfirmiansreut, das an der tschechischen Grenze liegt, wegen so großer Schneemassen nicht zur im Nachbarort Mauth gelegenen Kirche gehen. So hat man sich kurzerhand, auch aus Protest, entschlossen, eine Kirche aus Eis und Schnee zu bauen.

Kirche wird zur Erinnerung nachgebaut

Jetzt soll in dem mittlerweile als Ski- und Wintersportgebiet bekannten Ort als Erinnerung in diesem Jahr ebenfalls eine solche Kirche gebaut werden. Die Kirche wird die Maße von

  • 26 Metern Länge,
  • 11 Metern Breite und
  • einen Turm von 17 Metern Höhe

haben. Dafür werden 1.100 Tonnen Schnee und Eis verbaut. In der Kirche finden dann etwa 190 Besucher einen Stehplatz.

Auch eine Krippe aus Schnee und Eis ist geplant

Der Förderverein für dieses Projekt will am 17. Dezember auch eine große Eröffnungsfeier veranstalten. Neben der Kirche soll dann für den Heiligen Abend noch eine Krippe aus Schnee und Eis entstehen und im Januar 2012 (22. bis 28. Januar) soll eine Eisskulpturen-Ausstellung stattfinden.

Wie lange die Kirche dann im neuen Jahr stehen bleiben wird, das hängt natürlich vom Wetter ab. Damals stand das Bauwerk von Februar bis zum Mai 1911, bevor es geschmolzen war.

Die Petersglocke im Kölner Dom hat einen neuen Klöppel

Die Petersglocke im Kölner Dom ist die größte frei schwingende Glocke der Welt. Sie wiegt 24 Tonnen. Allerdings läutet sie seit dem 6. Januar 2010 nicht mehr, weil an diesem Dreikönigstag der alte 800 kg schwere Glockenklöppel nach 53 Jahren Einsatz seinen Dienst quittiert hatte und zerbrochen war. Der Aufschlag des abgebrochenen Klöppels wurde im Erdebebenzentrum Bensberg registriert.

Jetzt hat eine niederländische Spezialfirma einen neuen Klöppel für die Petersglocke angefertigt, die im Volksmund "Dicker Pitter" heißt. Der neue Klöppel ist leichter, er wiegt "nur" 600 kg und ist 3,20 Meter lang. Am Freitag hob man ihn in die Glockenstube. Im Moment wird der Klöppel im "Dicken Pitter" befestigt.

Am Abend des 7. Dezembers 2011 soll die Petersglocke wieder normal läuten.

Vor 50 Jahren wurde der Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin eingeweiht

In Berlin wurde zwischen 1891 bis 1895 die neoromanische Kaiser-Wilhelm-Kirche nach den Entwürfen von Franz Schwechten erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1943 fast vollständig zerstört, so blieb auch nur vom ehemals rund 113 Meter hohen Turm die Turmruine mit 68 Metern übrig. Im Jahr 1957 wurde der vom Architekten Egon Eiermann eingereichte Entwurf für den Neubau genehmigt und vier Jahre später im Dezember 1961 eingeweiht, wobei die Turmruine als Wahrzeichen der Stadt Berlin und als Mahnmal bestehen blieb.

Heute gehen viele Berliner und Touristen dorthin in die Nähe vom bekannten Kurfürstendamm, der ein Ort der "Stille und Besinnung" ist. Zur Zeit ist der Turm und die evangelische Kirche von einem Baugerüst umgeben, denn im nächsten Jahr sollen die Sanierungsarbeiten beginnen, denn nicht nur der Turm, sondern auch die Kirche weisen einige Schäden auf.

Die Schneekirche in Mitterfirmiansreut konnte jetzt fertig gestellt werden

Vor 100 Jahren hatten die Bewohner des Ortes Mitterfirmiansreut im Bayrischen Wald aus Protest sich eine Kirche aus Schnee gebaut. Jetzt sollte zur 100-Jahr-Feier wieder eine solche Kirche errichtet werden, die etwa 26 Meter lang ist und zirka 200 Besuchern Platz bietet. Auch ein 17 Meter hoher Kirchturm wurde eingeplant.

Aber das Wetter spielte dieses Jahr nicht mit, denn in dem ansonsten schneereichen Ort fiel bis Mitte Dezember nur wenig Schnee, so dass der ursprüngliche Termin der Einweihung am 17. Dezember abgesagt werden musste. Doch jetzt ist die Kirche fertig und kann auch vom örtlichen Dekan eingeweiht werden. Der Passauer Diözesanbischof Wilhelm Schraml hatte die Weihe abgelehnt.

In dem neuen Gotteshaus sollen nun wöchentlich Gottesdienste stattfinden. Im Rahmen der kulturellen Feierlichkeiten wird Ende Januar (22. bis 28.) auch eine Eisskulpturen-Ausstellung gezeigt werden.

Die damalige Schneekirche war 14 Meter lang, sieben Meter breit und fast vier Meter hoch und hatte an der Vorderseite zwei Türme, wie der Dom zu Passau. Damals hielt die Kirche, die erst Ende März 1911 fertig war, bis Anfang Mai 1991, bevor sie dann schmolz. Mal ist gespannt, wie lange die neue Kirche im Jahr 2012 stehen wird.

Weltweit einzigartig: Eine Kirche ganz aus Schnee

Im kleinen ostbayerischen Ort Mitterfirmiansreut, nahe der tschechischen Grenze gelegen, haben die Einwohner eine alte Tradition aufleben lassen: Wie schon ihre Vorfahren vor über hundert Jahren, erbauten sie eine Kirche, die komplett aus Schnee besteht.

1910 war es in dem Ort zu einer Protestaktion der Einwohner gekommen. Da sich im Ort selbst keine Kirche befand und die Wettervehältnisse es nicht zuließen, konnten die Menschen am Heiligen Abend nicht zur Christmesse in den Nachbarort gehen. So beschlossen sie, selbst eine Kirche zu bauen.

In letzten Jahr war in Mitterfirmiansreut die Idee entstanden, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Der spontan gegründete Förderverein musste noch ein wenig auf ausreichende Schneefälle warten, dann konnte es losgehen. Die 26 Meter lange und 14 Meter breite Kirche ist weltweit das einzige Gebäude, das nur aus Schnee besteht. Die Eingänge sind aus Eis, ebenso der Altar. Durch leichte Verschmutzungen des Schnees wirkt die gewölbte Decke des Bauwerks, als sei sie aus Marmor. Stolze 17 Meter misst der Turm. Bisher haben bereits über 10.000 Menschen den Weg in den kleinen Ort im Bayerischen Wald gefunden, um die Kirche zu bestaunen.

Bau der höchsten Moschee verärgert Algerier

Versprechungen um den Bau der höchsten Moschee Algeriens werden gebrochen

Die Badshahi-Moschee in Pakistan
Badshahi Mosque - Lahore © branchlake - www.fotolia.de

Bis Mitte 2015 soll im algerischen Mohammadia die höchste Moschee der islamischen Welt gebaut werden. Mit 265 Metern Höhe soll das Minarett Dschamaa al-Dschasair sogar Medina und Mekka übertreffen. Auch der berühmte Turm von Casablanca, der den bisheriger Höhenrekord hielt, soll in den Schatten gestellt werden.

Falsche Verprechungen

Insgesamt 120.000 Gläubige sollen in der neuen Moschee Platz finden. Doch obwohl Algerien wie alle islamischen Länder sehr gläubig ist, erfreuen sich nicht alle an dem riesigen Bauprojekt. Der Grund: Zunächst wurde der Bau damit gerechtfertigt, dass man dadurch mehr als 17.000 Arbeitsplätze für junge Algerier schaffen könnte, was bei einer offiziellen Arbeitslosenquote von 10% mehr als willkommen geheißen wurde.

Nun aber wurde für den Bau die chinesische Konstruktionsfirma "China State Construction Engineering Corporation" beauftragt. Rund 10.000 chinesische Arbeiter sollen für den Bau eingeflogen werden. Von den versprochenen Arbeitsplätzen für die algerischen Bürger ist plötzlich keine Rede mehr.

Außerdem wird kritisiert, dass das Land jede Menge andere Probleme hat, die wichtiger seien als der Bau einer neuen Moschee für mehr als eine halbe Milliarde Euro, wie etwa die Arbeitslosigkeit, Wassermangel, Wohnungsnot, fehlende Schulen oder auch das mangelhafte Gesundheitssystem.

Wird Kultstätte in Jerusalem für Christen geschlossen?

Wegen einer nicht bezahlten Wasserrechnung droht der für Christen berühmten Grabeskirche in Jerusalem die Schließung. Die griechisch-orthodoxe Kirche streitet sich dabei mit der Stadt Jerusalem, wer die Wasserrechnungen zu zahlen hat. Die Kirche behauptet von den Kosten für Wasser befreit worden zu sein.

Es geht um einen ausstehenden Betrag von ungefähr 1,8 Millionen Euro. Verlange die Stadt weiterhin das Geld, droht die Kirche damit, die Grabeskirche zu schließen. Dies würde eine große Gefahr für die Situation vor Ort bedeuten: Ein internationaler Konflikt wäre dann nicht auszuschließen.

Nach dem Glauben der Christen wurde Jesus Christus an der Grabeskirche gekreuzigt und ist dort wieder auferstanden.

In Sao Paulo wurde das größte Gotteshaus in Brasilien eingeweiht

Mit einem Prozentanteil von 64 Prozent an der Gesamtbevölkerung - was somit 123 Millionen Menschen entspricht - leben in Brasilien die meisten Katholiken auf der Welt. In Sao Paulo wurde jetzt auf einem ehemaligen Fabrikgelände ein katholisches Gotteshaus eingeweiht, das zu den größten Gotteshäusern auf der Welt mit zurzeit 20.000 Plätzen gehört. Wie der zuständige Pfarrer der Kirche "Mãe de Deus" (Mutter Gottes) berichtet, soll die Kapazität aber noch erweitert werden, so dass schließlich bis zu 100.000 Besucher - einschließlich der Außenbereiche - an einem Gottesdienst teilnehmen können.

Aber dies alles hat auch Pfarrer Marcelo Rossi erst selber möglich gemacht, denn in Brasilien ist er ein gefeierter Pop-Star und seine CDs sind Verkaufsschlager, so dass durch den Erlös und zusätzlichen Spenden der Bau seiner Kirche nach acht Jahren vollendet werden konnte.

brigens: Der Petersdom in Rom ist die größte Kirche der Welt. Die innere Grundfläche beträgt etwa 15.000 Quadratmeter und gut 20.000 Messebesucher (theoretisch aber sogar 60.000) finden hier Platz.

Paris feiert seine Kirche: Notre Dame wird 850 Jahre alt

Eine der berühmtesten Kirchen der Welt feiert im kommenden Jahr Jubiläum: Notre Dame de Paris wird 850 Jahre alt.

Die französische Metropole wird seine Kathedrale mit zahlreichen Sonderveranstaltungen ehren und ihr neue Glocken spendieren: Zuletzt waren vor der französischen Revolution neun Glocken in den Türmen zu hören gewesen. Damit auch die Orgel wieder im alten Glanz erklingen kann, reinigen Spezialisten derzeit ingesamt 12.000 Pfeifen.

Auftakt der Jubiläumsverstaltungen, die sich die Stadt gut 6,5 Millionen Euro kosten lassen wird, bildet eine Messe, die der Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois am heutigen Mittwoch lesen wird.

Der Grundstein für die Kathedrale wurde im Jahr 1163 gelegt als Paris lediglich eine kleine Ansammlung mittelalterlicher Häuser auf der Île de la Cité war. Seit dieser Zeit werden alle Entfernungen in Frankreich ab dem "Punkt Null" gemessen - dem Vorplatz von Notre Dame. Zweihundert Jahre dauerte die Fertigstellung des imposanten Sakralbaus, der später vor allem durch das literarische Meisterwerk "Der Glöckner von Notre Dame" von Victor Hugo berühmt wurde.

Dabei hätte Hugo im 19.Jahrhundert fast nichts mehr zu schreiben gehabt, denn in der französischen Revolution war die Kirche stark beschädigt worden. Nur die beherzte Restaurierung durch den Architekten Eugène Viollet rettete das Pariser Wahrzeichen, das heute von jährlich mehr als 13 Millionen Touristen besucht wird.

In Leipzig wurde vor 100 Jahren mit dem Bau der Russischen Gedächtniskirche begonnen

Im Oktober des Jahres 1813 kam es zur entscheidenden Schlacht der Befreiungskriege gegen die französischen Truppen Napoleons. Damals kämpften die Truppen der Verbündeten Österreich, Preußen, Russisches Kaiserreich und Schweden und schlugen die Truppen Napoleons. An der Schlacht waren insgesamt zirka 600.000 Soldaten beteiligt und 90.000 wurden verletzt oder getötet.

Darunter waren auch 22.000 Soldaten des Russischen Kaiserreichs und den Opfern zu Ehren wurde vor 100 Jahren mit dem Bau einer Kirche in Leipzig begonnen, die heute auch als Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschland und Russland gilt.

Bis zu den Feierlichkeiten im Oktober dieses Jahres zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig vor 200 Jahren soll die Russische Gedächtniskirche, die nach dem Vorbild der Auferstehungskirche in Moskau errichtet wurde, gründlich renoviert werden. Besonders der Zwiebelturm hat in den letzten Jahren gelitten und ist undicht, so dass auch die Goldmosaiksteinchen gefährdet sind.

Die Sanierungskosten werden auf eine Million Euro geschätzt.

Baumängel an Kölner Zentralmoschee - Eröffnungstermin wieder verschoben

Die Fertigstellung der ausstehenden 20% wird voraussichtlich noch eine Weile dauern

Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi, Vereinigten Arabische Emirate
Sheikh Zayed Mosque, Abu Dhabi, United Arab Emirates © luciano mortula - www.fotolia.de

Auf der Großbaustelle der Kölner Zentralmoschee geht es derzeit kaum voran, da sich der Architekt Paul Böhm, die Baufirma Nuha sowie der türkisch-islamische Bauherr Ditib um unzählige Baufehler sowie viel Geld streiten. Die feierliche Eröffnung des größten Moscheekomplex in Deutschland, wo maximal 1200 Gläubige zum Gebet Platz nehmen können, lässt somit weiter auf sich warten.

Gründe für die Verzögerung

Bislang sind zwar knapp 80 Prozent der Zentralmoschee mit seinen zwei 55 Meter hohen Minaretten fertiggestellt, allerdings dürfte sich der Endspurt bis zur Fertigstellung noch eine Weile hinziehen. Dies liegt an zahlreichen Klagen des größten islamischen Dachverband in Deutschland, der sowohl dem Architekten als auch der Baufirma über 2000 Baumängel an dem Gebäude vorwirft. Zudem geht es um etliche Terminverzögerungen sowie eine Verdoppelung der Kosten auf rund 34 Millionen Euro.

Schnelle Einigung erforderlich

Inzwischen sichert ein Gutachter Beweise an der Moschee, weshalb momentan nur dort gebaut werden kann, wo der islamische Dachverband Ditib keine Beanstandungen beklagt. Falls alle Beteiligten sich so schnell wie möglich einigen, könnte die Eröffnung des Bauwerks in Köln-Ehrenfeld doch noch in diesem Sommer gefeiert werden.

Synagoge in Essen feiert 100. Geburtstag

Vor 100 Jahren wurde in Essen die Alte Synagoge, eines der Wahrzeichen im Ruhrgebiet, gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war dies eines der wenigen Gebäude in Essen, die unversehrt geblieben waren, aber man kann noch heute die Spuren der Pogromnacht im Jahr 1938 sehen, wo das Innere der Synagoge weitgehend den Flammen zum Opfer fiel.

Ende des Jahres 1959 erwarb die Stadt Essen das Gebäude und nutzte das Gebäude als Museum "Haus Industrieform". In den Jahren zwischen 1980 und 2008 fanden dann dort auch verschiedene Dauer- und Wechselausstellungen unter dem Thema "deutsch-jüdische Geschichte" statt. Im Jahr 2010 wurde die Synagoge als Haus der jüdischen Kultur eröffnet und seitdem ist es ein Gedenkzentrum, wo auch eine Dauerausstellung über den "Widerstand und die Verfolgung" im Revier informiert, denn in Essen wurden von den damals dort lebenden 4.500 Juden 2.500 umgebracht.

Weiterhin befinden sich dort in verschiedenen Vitrinen Gegenstände der jüdischen Religion und auf Informationstafeln werden auch die jüdischen Feiertage erklärt, wie beispielsweise das Lichterfest Chanukkah. Die "Alte Synagoge" befindet sich auf der Steeler Straße 29, nicht weit vom Hauptbahnhof Essen entfernt. Geöffnet ist das "Haus jüdischer Kultur" dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Notre-Dame de Paris bekam neue Kirchenglocken

Die berühmte Kathedrale Notre-Dame (dt. Unsere-Frau) von Paris hatten nun eine Woche vor den Ostertagen neun völlig neue Kirchenglocken erstmals läuten lassen. Zur Premiere war der seit 2001 amtierende Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, anwesend, während der pariser Erzbischof Andre Vingt-Trois die Zeremonie hielt.

Auch viele hunderte Bürger und Touristen kamen zur Kathedrale und versammelten sich nachmittags auf dem Domvorplatz um die Feierlichkeit zu bejubeln. Die Glocken wurden zum 850. Jubiläum des Bestehens von Notre-Dame in beide Kirchtürme aufgehängt. Die entsprechenden Feierlichkeiten sollen das Jahr 2013 gänzlich anhalten. Das neue Glockengeläut der Kathedrale erinnert jetzt an das Geläut aus den Jahren vor der Französischen Revolution.

Das weltberühmte Pariser Wahrzeichen besaß ursprünglich 20 Glocken wovon ein Großteil gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Französischen Revolution zum Opfer fiel. Danach wurden erst 1856 zunächst vier Glocken auf insgesamt fünf Glocken erneuert. 2011 wurde dann eine Restaurierung auf nun insgesamt 10 Glocken geplant, wozu die vier Glocken aus dem Jahre 1856 eingeschmolzen werden sollten.

Obwohl die Denkmalbehörde der Einschmelzung zustimmte, kam es dazu jedoch nicht, da ein gerichtlicher Beschluss die historischen Glocken beschlagnahmte, um sie schließlich vor der Zerstörung zu schützen. Die neuen Glocken wurden durch Spendengelder in Höhe von zwei Millionen Euro finanziert und getragen.

Die Glocke Marie, die größte und mit sechs Tonnen schwerste unter den neuen Glocken wurde in der königlichen Gießerei Eijsbouts in den Niederlanden produziert. Die Glockengießerei befindet sich in der Gemeinde Asten. Marie hängt neben Emmanuel, der prominenten Großglocke im Südturm und soll diese entlasten. Emmanuel ist nämlich 330 Jahre alt, ganze 13 Tonnen schwer und wurde seit 1685 nicht mehr erneuert. Im Nordturm wurden die anderen neuen Glocken der Kathedrale aufgehängt.

In niederländischer Münsterkirche im Bistum Roermond Reliquien von den Kölner Jungfrauen entdeckt

Restauratoren haben die Reliquien der 11.000 Jungfrauen der heiligen Ursula von Köln im niederländischen Roermond in der Münsterkirche unter dem Altar entdeckt. Bei dem Team mit dabei war auch Frau Professor Dr. Annemarie Stauffer, die Leiterin der Abteilung Textilrestaurierung der Fachhochschule Köln.

Laut einer Legende sollte die heilige Ursula von Köln, eine bretonische Königstochter, im vierten Jahrhundert einen heidnischen Prinzen von England heiraten. Aber als Bedingung für die Einwilligung der Hochzeit sollte der Prinz getauft werden und zusammen mit Ursula und 11.000 Jungfrauen eine Wallfahrt nach Rom unternehmen. Doch zu der Wallfahrt kam es nicht mehr, denn die Hunnen hatten die Stadt Köln belagert und die Pilger ermordet, bis auf Ursula, in die sich der Führer der Hunnen verliebte.

Aber Ursula lehnte eine Hochzeit ab und starb deswegen auf dem Scheiterhaufen. Aus dem Grund sind im Stadtwappen von Köln auch elf Flammen, als Symbol für die 11.000 Jungfrauen, vielleicht waren es aber wirklich nur elf Jungfrauen, noch heute zu sehen. Im Mittelalter wurden viele Reliquien innerhalb von ganz Europa gehandelt und so könnte auch ein Teil in die Münsterkirche gelangt sein.

Jetzt sollen weitere Untersuchungen in Köln stattfinden und vielleicht finden sie auch ihren Platz in der "Goldenen Kammer" von St. Ursula, wo sich auch die Gebeine der Heiligen Ursula und einiger ihrer Jungfrauen schon befinden sollen.

Ausstellung zweier restaurierter Mumien aus der Kirchengruft St. Nikolaus in Nedlitz eröffnet

In der Kirche St. Nikolaus in Nedlitz bei Zerbst in Sachsen Anhalt wurde jetzt eine Ausstellung eröffnet, in dessen Mittelpunkt zwei restaurierte Mumien stehen. Bei den beiden Mumien handelt es sich einmal um Johanna Juliane Pforte, die Frau eines Oberamtmanns, die vor 260 Jahren verstorben war, sowie um den Juristen Robert Christian von Hake, der im Jahr 1720 verstarb.

Beide Tote hatte man zusammen mit fünf weiteren Toten in der Kirchengruft vor einiger Zeit gefunden. Aber nur diese beiden Mumien, die auf natürliche Weise mumifiziert waren, wurden aufwendig von dem Spezialisten Jens Klocke aus Hildesheim für die Ausstellung restauriert.

Gotische Kirchen – Ein französischer Abt brachte Licht in die Gotteshäuser

Mit der Kathedrale von Saint-Denis brachte Abt Suger erstmals Licht und Farbe in ein Gotteshaus. Die nördlich von Paris gelegene Abteikirche beherbergte die Grabstätten zahlreicher französischer Könige. Mit dem Neubau im 12. Jahrhundert legte Suger die Grundsteine für den gotischen Baustil.

Mathematik und Harmonielehre – woher Suger seine Anregungen genau nahm, ist umstritten. Technisch leitete der Bau jedoch eine Wende ein. Statt wuchtiger Mauern, die sich um einen finsteren Innenraum schließen, setzt der Abt bei seinen Planungen auf eine geometrische Struktur aus Pfeilern und Stützen.

Sie tragen das darauf liegende Rippengewölbe ohne weitere Zwischenwände, riesige Fenster aus Glasmosaiken lassen das Licht ungehindert in die Kirche strömen – als Symbol für das Erscheinen des Göttlichen. Je nach dem Stand der Sonne entsteht im Inneren ein anderes Farbenspiel.

Als das Gotteshaus nach dreijähriger Bauzeit 1140 geweiht wird, startet die gotische Architektur ihren Siegeszug durch Europa. Aber es dauert mehr als 100 Jahre bis mit dem Kölner Dom auch in Deutschland die erste rein gotische Kathedrale in Bau geht.

Unterwasserstadt "Nordhusia" in Nordhausen bekommt weltweit erste geweihte Unterwasserkirche

Seit 2011 baut das Nordhausener Tauchsportzentrum an einer Unterwasserstadt im Sundhäuser See. In zwölf Metern Tiefe erstrecken sich in der künstlich angelegten Unterwasserstadt "Nordhusia" unter anderem bereits Fachwerkhäuser, ein Friedhof und eine Stadtmauer auf dem Grund des Sees.

Jetzt soll die Unterwasserstadt auch noch eine Kirche bekommen und zwar die erste geweihte Unterwasserkirche der Welt. Am vergangenen Samstag wurde die Kirche, die zunächst über dem Wasser aufgebaut wurde, in einer traditionellen Zeremonie von einem Pfarrer geweiht. In der kommenden Woche soll die Kirche wieder abgebaut und auf einer Plattform unter Wasser installiert werden.

Schon jetzt ist die Unterwasserstadt "Nordhusia" ein beliebtes Ausflugsziel bei Tauchsportlern in ganz Deutschland. Die neue Unterwasserkirche soll zudem noch weitere Besucher anlocken, zumal sie durch ihre Weihe auch gültige Unterwasserhochzeiten ermöglicht. Bis 2016 soll "Nordhusia" fertiggestellt werden. Auch ein Biotop mit Krebsen, Muscheln, Schwämmen und Fischen soll die Unterwasserstadt noch bekommen.

Kölner Dom soll für knapp 20 Millionen Euro saniert werden

Die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit hierzulande soll nun bis zum Jahr 2015 für 19,5 Millionen Euro saniert werden, nachdem die Neugestaltung des Doms bereits seit über 10 Jahren diskutiert wird.

Inzwischen wurden schon Teile der östlichen Domplatte abgerissen, wo ein neuer Sockel entstehen soll. zudem wird der Dionysoshof wieder seinen Brunnen erhalten, sodass laut der Stadtverwaltung "ein städtischer Boulevard mit Aufenthaltscharakter" entsteht.

Eines der größten Probleme an dem knapp 750 Jahre alten Bauwerk sind jedoch die Außenfassaden des Südturms sowie der Chorkranzkapellen, wo nach starken Regenfällen regelmäßig Gesteinsbrocken mit bis zu 50 Zentimetern Größe herunterfallen.

Da der Dom juristisch gesehen eine Person des öffentlichen Rechts ist und sich somit selbst gehört, ist die Finanzierung der Baukosten eine wahre Herkulesaufgabe. Der unabhängige Zentrale-Dombau-Verein sammelt bei seinen weltweit 14.000 Mitgliedern inzwischen über 60 Prozent der jährlichen Baukosten ein.

Ausstellung über die ungewöhnlichsten deutschen Autobahnkirchen in Münster eröffnet

Seit über 50 Jahren gibt es in Deutschland die Autobahnkirchen, die jährlich von über einer Million Autofahrern besucht werden. In keinem anderen Land gibt es diese Möglichkeit für Autofahrer, eine Pause mit innerer Einkehr und vielleicht einem kurzen Gebet einzulegen. So stehen an den deutschen Autobahnen etwa 40 dieser Kirchen für die Autofahrer täglich für ein kurzes Gebet offen.

Jetzt hat die Kölner Designerin Judith Pappe in Münster eine Ausstellung "Boxenstopp bei Gott – Pilger auf der Autobahn" eröffnet, nachdem sie zuvor die ungewöhnlichsten Kirchen porträtierte. Auslöser für dieses Projekt war, wie Judith Pappe berichtet, ein Hinweisschild auf der A57 zu einer Autobahnkirche. Somit kann es entweder die katholische Autobahnkapelle St. Raphael an der Raststätte Nievenheim, bei Dormagen, oder die evangelische Autobahnkapelle Geismühle, bei Krefeld, gewesen sein.

Archäologen finden in der Mainzer St.Johannis-Kirche Überreste der zweitältesten Kirche Deutschlands

Im Mittelalter war es üblich, dass Bischöfe neue Dome und Kirchen über vorangegangenen Domen, Kirchen oder sogar römischen Tempeln errichten ließen. Folglich scheint es wenig verwunderlich, dass bei Grabungen in der Mainzer St. Johannis Kirche Überreste einer älteren Kirche gefunden wurden.

Uralte Mauerreste aus der Zeit Karl des Großen gefunden?

Wie Untersuchungen zeigten, stammten die Überreste jedoch allem Anschein nach aus der Zeit Karl des Großen, der schon vor 1200 Jahren starb, was einer Sensation gleichkäme.

Die gefundenen Mauerreste, die sich vom Keller bis zum Dach der St. Johannis Kirche zögen, gehörten demzufolge nämlich zur zweiten Kirche, die jemals auf deutschem Boden erbaut wurde. Älter sei nur der Dom in Trier, der im vierten Jahrhundert errichtet wurde. Zudem sei die zweitälteste Kirche Deutschlands der letzte karolingische Dom, den es in Deutschland noch gäbe.

Dass dem so ist, sei alleine dem Tatbestand zu verdanken, dass der einstige Erzbischof Willigis den "Alten Dom von Mainz", wie die seit dem 19. Jahrhundert von der evangelischen Gemeinde genutzte St. Johannis Kirche auch genannt wird, vor gut 1000 Jahren nicht direkt auf, sondern neben dem bereits bestehenden "Uraltdom" errichten ließ.

Abgesehen von den besagten Mauerresten seien bislang auch zwei menschliche Skelette gefunden worden sein. Laut Experten sei es wahrscheinlich, dass man bei weiteren Grabungen im Kirchenschiff, das über die Jahrhunderte viele Meter hoch aufgeschüttet wurde, zudem noch eine spätrömische Kirche oder sogar einen römischen Tempel finden würde.

Kirchenbrand in Nürnberg: Dachstuhl der historischen Kirche St. Martha abgebrannt

Hohe Flammen auf schwarzem Hintergrund
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In der Nürnberger Altstadt ist in der mittelalterlichen Kirche St. Martha ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr wurde um ca. 1:30 alarmiert rückte sofort mit einem Großaufgebot an. Die Feuerwehrleute kühlten die an die Kirche anliegenden Häuser mit Löschwasser.

Ausmaß des Dachstuhlbrands bleibt abzuwarten

Nur so konnte verhindert werden, dass der Brand auf diese Häuser übergriff. Der Dachstuhl der Kirche fiel völlig den Flammen anheim. Ansonsten ist der Brand zwischenzeitlich gelöscht. Der Bayerische Rundfunk berichtete vom Zusammenbruch des Dachstuhls, der sogar ins Innere der Kirche fiel.

Noch ist nicht abzusehen wie hoch das Ausmaß der Schäden sein wird. Es herrscht Einsturzgefahr, so dass noch niemand das Gebäude betreten konnte. Laut dem BR ist mit einem Millionenschaden zu rechnen. Verletzte sind glücklicherweise keine zu beklagen.

Brandursache wird geklärt

Die Ursache, die zum Brand führte, ist noch nicht bekannt. Vor dem Brand waren erst Renovierungsarbeiten an dem im 14. Jahrhundert erstellten Gebäude vorgenommen worden. Auch der Dachstuhl ist stammt aus dieser Zeit. St. Martha ist im kulturhistorischen Stadtrundgang „Historische Meile Nürnberg“ integriert. St. Martha ist seit 1800 das Gotteshaus der evangelisch-reformierten Gemeinde.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Rathaus Hamburg © Harald Bolten - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Interior view of Bach Church in Arnstadt, Thuringia, Germany © tilialucida - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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