Der Filmdreh - Benötigtes Equipment und Tipps zum Umgang mit der Kamera

Filmen mit einer Kamera ist ein beliebtes Hobby. Benötigte man in früheren Zeiten spezielle Filmkameras, genügen heutzutage sogar schon Handys, um einen eigenen Film zu drehen. Die Nacharbeitung ist ebenso einfach und kann beispielsweise mithilfe Schnittprogrammen, die teils auch als Freeware erhältlich sind, durchgeführt werden. Rund um den Filmdreh - Informieren Sie sich über benötigtes Equipment und holen Sie sich Tipps zum Umgang mit der Kamera.

Um etwas zu filmen, ist die Kamera besonders wichtig - doch auch viele andere Hilfsmittel erleichtern die Arbeit

Früher war Filmen ein Hobby, das nur wenigen vorbehalten war. Damals benutzte man Super8-Filmprojektoren, um eigene Filme vorzuführen. Zudem waren zum Schneiden und Mischen kostspielige Ausrüstungen erforderlich.

In der heutigen Zeit ist das Filmen wesentlich leichter geworden. So lassen sich eigens gedrehte Filme mit einer Videokamera oder einer Handykamera anfertigen und auf den heimischen Computer übertragen.

Mithilfe von Schnittprogrammen, die auch als Freeware erhältlich sind, kann das Filmmaterial dann nachbearbeitet werden. Stellt man höhere Ansprüche, benötigt man bessere Programme, die ab ca. 50 Euro angeboten werden.

Ein beliebter Trend ist das Drehen von eigenen kleinen Filmen, die auf dem heimischen Computer oder auf einer Internetplattform gezeigt werden. Einen kleinen Film zu erstellen ist nicht weiter schwer, wenn man sich die passende Ausrüstung verschafft.

Die nötige Ausrüstung

Filme lassen sich heute sogar schon mit einer Handykamera drehen. Besser ist allerdings eine handelsübliche Videokamera. Diese ist für private Familienfilme oder für das Netz ausreichend.

Am einfachsten erwerben lassen sich geeignete Kameras im Internet. Je besser die Ausrüstung, desto leichter wird der Filmdreh.

Die Kamera als wichtigstes Utensil zum Filmen
Die Kamera als wichtigstes Utensil zum Filmen

Legt man Wert auf wackelfreie Aufnahmen, empfiehlt es sich ein Stativ zu benutzen. Geht man mit der Kamera ins Freie, sollte sie durch eine Kameratasche vor Wind und Wetter geschützt werden.

Ebenfalls wichtig ist ein Kabel, mit dem sich der Film von der Kamera zum Computer übertragen lässt. Befindet sich der Film auf dem PC, kann man ihn von dort aus ins Internet einstellen.

Möchte man die Filme vor ihrer Veröffentlichung noch bearbeiten, wird ein gutes Schnittprogramm benötigt. Dieses hat den Vorteil, dass man Passagen, die einem nicht gefallen, aus dem Film herausschneiden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Film nachträglich zu vertonen.

Weitere Möglichkeiten, über die Schnittprogramme verfügen, sind Untertitel oder Blue Screen. Möchte man seinen Film zusätzlich mit Musik unterlegen, wird ein Programm zum Erstellen von eigener Musik benötigt. Diese Programme sind auch für Nichtmusiker gut geeignet.

Die Wahl der Kamera

Die Auswahl an Kameras ist mittlerweile sehr groß. Vor einigen Jahren gab es generell die Camcorder-, die Schulterkamera- sowie die digitale Kinokamera-Klasse. Dank technischen Fortschritten zählen heutzutage auch

  • System-Digitalkameras
  • videofähige Spiegelreflexkameras
  • Bridge-Kameras
  • Pocket- / Traveller-Kameras
  • Action-Kameras sowie
  • Smartphone-Kameras

zu den Angeboten. Was die Bildqualität angeht, können schon günstige Modelle mit 1280 x 720 oder 1440 x 1080 Bildpunkten aufwarten; höherpreisige Kameras punkten mit bis zu 1920 x 1080 Pixeln. Eine Bildauflösung von 4900 x 2580 ist mit Modellen für die digitale Kinoproduktion möglich.

Viele Menschen drehen kleine Filme mit ihren Handykameras; diese kommen mittlerweile je nach Modell mit einer soliden Qualität daher. Ein Nachteil ist die kleine Blende, durch die man in Sachen Tiefenschärfe einige Abstriche machen muss. Um dieses Problem zu lösen, gibt es jedoch so genannte Depth-Of-Field (DoF) Calculator-Apps.

Es müssen nicht immer die teuersten Modelle erworben werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Oft nutzen auch Profis günstigere Kameras.

Ebenfalls beliebt sind Actionkameras, mit denen man verschiedene Outdoor-Aktivitäten festhalten kann. Es gibt dabei auch stoßfeste und wasserdichte Modelle, die besonders handlich und leicht sind - die Anwendung ist daher auf vielfältige Weise möglich. Je nach Kameratyp stehen auch hierfür Apps zur Verfügung, die die Steuerung der Cam über das Handy möglich machen.

Weitere Ausrüstungsgegenstände

Neben der Kamera gibt es weitere Hilfsmittel, auf die man beim Filmdreh nicht verzichten sollte. Zu den Basics gehört zum Beispiel ein Stativ - dies gibt es als Standardausführung mit drei Beinen; bei aktuellen, spontanen Berichten nutzt man aber auch gern das einbeinige Stativ.

Es sollte

  • leicht
  • stabil
  • schnell auf- und abbaubar und
  • effizient und schnell in der Gesamtanwendung

sein. Zum letzten Punkt zählen ein ausreichend langer Schwenkarm, eine schnelle Verbindung mit der Kamera, ein vertikaler Schwenkradius von 360° sowie die Möglichkeit, das Stativ auch sehr niedrig einsetzen zu können.

Um ein ruckelfreies Bild zu erhalten und sich dabei dennoch bewegen zu können, ist eine Schulterstütze von Vorteil. Soll die Kamera an einer glatten Oberfläche, z.B. an einem Fenster, montiert werden, benötigt man Saugstative.

Ebenfalls zu den Hilfsmitteln gehört der Steadybag. Dabei handelt es sich um einen Sack, der mit Sand oder Reis gefüllt ist. Hierauf kann die Kamera platziert werden, was auch schwierige Aufnahmen möglich macht. So ein Steadybag kann auch selbst hergestellt werden, indem man beispielsweise ein Lederkissen mit Reißverschluss mit Sand befüllt.

Weiteres wichtiges Zubehör:

  • eine Mikrofonangel, um auch über weite Distanzen eine Tonaufnahme möglich zu machen
  • ein Belichtungsmesser für optimale Lichtverhältnisse
  • das Gaffer-Band zur Fixierung diverser Kabel sowie für Markierungen
  • eine Klappe, wenn Bild und Ton getrennt voneinander aufgenommen werden sollen
  • ausreichende Lichtquellen und Mikrofone
Weitere Utensilien erleictern den Filmdreh
Weitere Utensilien erleictern den Filmdreh

Die richtige Vorbereitung

Wer das Filmemachen wie ein Profi durchführen möchte, sollte nach bestimmten Phasen vorgehen. Dazu gehören

  • vor dem Dreh das Schreiben eines Drehbuchs
  • die Auswahl von geeigneten Drehorten und Requisiten sowie
  • ein Casting mit Freunden und Familienmitgliedern.

Detailliertere Informationen zu den Phasen eines Filmdrehs erhalten Sie hier.

Die Kamera ist das wichtigste Utensil zum Filmen - Tipps zum Umgang erhalten Sie im Folgenden.

Tipps und Tricks zur richtigen Kamerahaltung

Das Filmen mit einer Videokamera ist ein beliebtes Hobby. Damit die Filmaufnahmen auch gelingen, sollte die richtige Kamerahaltung eingenommen werden.

Eine Probeaufnahme hilft

Im Gegensatz zum Fotografieren ist beim Filmen wesentlich mehr Bewegung im Spiel. Viele Hobbyfilmer lieben es, mit ihrer Kamera zu zoomen und zu schwenken. Dabei ist es jedoch ratsam, zunächst einmal eine Probeaufnahme zu machen, um auf diese Weise die richtige Höhe festzustellen.

Auch mögliche störende Objekte, die es nötig machen, die Kamera hochzuziehen, können so berücksichtigt werden. Eine Probeaufnahme hilft zudem dabei, die richtige Körper- und Kamerahaltung einzustudieren.

Die richtige Haltung

Von vielen Hobbyfilmern wird die Kamera auf die gleiche Art und Weise benutzt. Das heißt, die Kamera wird in die rechte Hand genommen, dann wird in den Sucher geschaut und anschließend mit dem Drehen begonnen.

Für bestimmte Bildeinstellungen ist diese Kamerahaltung durchaus sinnvoll, allerdings ist auch das Risiko, dass die Bilder bei der Aufnahme verwackeln, größer. Mit bestimmten Haltepositionen kann man jedoch dafür sorgen, dass die Bilder weniger verwackeln und die Filme besser werden.

Die richtige Kamerahaltung für gute Filmaufnahmen
Die richtige Kamerahaltung für gute Filmaufnahmen

Mögliche Hilfsmittel

Vor allem beim Zoomen kommt es häufig zu Bildbeeinträchtigungen, was meist daran liegt, dass die Kamera zu leicht und zu klein ist. Besser lässt sie sich halten, wenn man sich beim Filmen an etwas anlehnt, zum Beispiel an

  • eine Häuserwand,
  • ein Auto
  • einen Zaun oder
  • einen Baum.

Wichtig ist, dass der Gegenstand einen festen Stand hat und sich nicht bewegt. Beim Filmen sollte man sich fest an den Gegenstand anlehnen und das Handgelenk daran pressen. Auf diese Weise wird das Risiko von verwackelten Bildern reduziert.

Die beste Möglichkeit, die Kamera ruhig zu halten, ist die Verwendung eines Stativs. Hat man dieses Hilfsmittel jedoch einmal nicht dabei, kann man alternativ eine feste Unterlage benutzen.

Dazu eignen sich beispielsweise ein Tisch oder ein breites Geländer. Eine solche Unterlage hat den Vorteil, dass man die Kamera nicht festhalten muss und dadurch ruhige Aufnahmen machen kann. Für den Fall, dass die Kamera zu tief liegt und den zu filmenden Ausschnitt nicht vollständig zeigen kann, empfiehlt es sich eine Jacke, eine Kassettenhülle oder etwas Ähnliches unter die Kamera zu schieben, um den Bildausschnitt weiter nach oben zu positionieren.

Quellen:

  • Ralf Biebeler: Bildgestaltung, Schnitt und Musikauswahl. Das Praxisbuch für bessere Filme, Mediabook-Verlag Reil, 2007, ISBN 3937708065
  • Axel Rogge: Die Videoschnitt-Schule: Tipps und Tricks für spannendere und überzeugendere Filme, Galileo Press, 2006, ISBN 3898428338
  • Arnold Heinrich Müller: Geheimnisse der Filmgestaltung: Von der Aufnahme zum Schnitt, Schiele & Schoen, 2003, ISBN 3794907116
  • Wilfried Strauß: Videomotive sehen und gestalten: Einfach besser filmen, Schiele & Schoen, 2006, ISBN 3794907507

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  • young man filming with a Super 8 camera © nito - www.fotolia.de

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