23. Mai 2008
Von Maria Hochbaum
Mit dieser ironischen Redensart wird ausgedrückt, dass der Schaden Anderer oft besondere Freude erweckt.

Schadenfreude ist ein Gefühl der Freude am Leid oder Unglück Anderer und kann sich entweder versteckt als heimliche Freude äußern oder als offene Schadenfreude mittels Hohn, Spott, Ironie oder Sarkasmus. In diesem Fall wird die Emotion dem Verursacher direkt mitgeteilt.
In einer psychoanalytischen Theorie ist die Schadenfreude neben der Vorfreude das einzige Gefühl, dass unmittelbare Entspannung gibt. Sie funktioniert ohne jeden weiteren Energieaufwand. Schadenfreude ist ein gesellschaftlicher Gleichmacher, denn in diesen Momenten kann auch ein sozial schwächerer Mensch für einen Augenblick auf dem Niveau des vermeintlich Besseren, Schöneren oder Stärkeren sein.
Vor allem im Mittelalter war das kollektive Lachen über Fehlleistungen oder das Fehlverhalten anderer Mitmenschen ausgeprägt. Öffentliche Treffen, bei denen über den, auf der Bühne positionierten, Menschen gelacht wurde, sind verboten worden. Auch in der Bibel findet man Passagen, welche die Schadenfreude verpönen. Heutzutage verbietet das sittliche Ideal es, sich über Andere lustig zu machen.
Allerdings braucht der Mensch dieses Ventil und daher entwickeln sich immer mehr Fernsehshows, in denen öffentlich über Missgeschicke und Pannen gelacht wird. Die Gesellschaft sucht sich Stellvertreter, wie Harald Schmidt oder Stefan Raab. Auch Sendungen, in denen unendlich viele Videos von Missgeschicken gezeigt werden, gewinnen an Beliebtheit und der Zuschauer muss sich nicht einmal schlecht dabei fühlen, denn es wird ja quasi von ihm abverlangt, wenn er das Fernsehgerät einschaltet.
Untersuchungen ergaben, dass rund 79% der Deutschen schadenfroh sind. Dabei sind es vor allem die jüngeren Menschen. Dies leuchtet ein, denn ein junger Mensch steht unter höherem Druck und versucht, sich bestimmten Normen unterzuordnen, ohne bereits seinen Platz in der Gesellschaft gefunden zu haben. Das macht ihn anfälliger für Spott als es ein älterer Mensch ist, der seinen Platz gefunden und zusätzlich schon ein gesünderes Selbstwertgefühl hat.
Inwieweit die Freude am Schaden Anderer nun wirklich lustig ist und ob die Schicksale und Verhaltensweisen wirklich vermarktet werden müssen, muss jeder selbst für sich entscheiden. Jemandem mit einem Lächeln zu beschenken, bringt dem Freude, der das Lächeln empfängt und dem, der lächelt, denn Lachen erzeugt Glückshormone.
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