Intimsphäre - Gesellschaftliche Bedeutung, Schutz und Folgen des Verletzens

Links brünetter junger Mann mit kurzem Haar, rechts blonde Frau mit lockigen Haaren, schlafen in weißer Bettwäsche

Die Achtung der Privatsphäre eines Menschen ist in allen Lebensbereichen wichtig - warum und wo man sie wahren sollte

Jeder Mensch braucht seine Intimsphäre und dies in allen Lebensbereichen. Wird die Intimsphäre verletzt, wird auch häufig die Psyche des Betroffenen verletzt und dies kann tiefe Wunden hinterlassen.

Die Intimsphäre eines Menschen ist sein Heiligtum. Wenn andere Menschen versuchen in die Intimsphäre einzudringen, kann dies eine schmerzhafte Erfahrung sein.

Jeder setzt andere Grenzen

Jeder Mensch hat unterschiedliche Bereiche, die er vor der Allgemeinheit schützen möchte, und so kommt es oft zu Überschreitungen der Grenzen, denn offene Menschen verstehen häufig nicht, warum jemand viel früher seine Grenzen zieht. Wie weit man seine persönlichen Grenzen setzt, muss jedem letztlich selbst überlassen werden und das Umfeld hat diese zu akzeptieren, auch wenn sie häufig unverständlich sind.

Wenn Menschen aus dem beruflichen oder privaten Umfeld ungefragt in die Intimsphäre eindringen, kann dies für den Betroffenen sehr schmerzhaft sein; die zwischenmenschliche Beziehung zu der Person wird auf eine harte Probe gestellt. Das Vertrauen wird durch ein Eindringen in die Privatsphäre missbraucht und gerade in sich gekehrte Menschen verkraften dies nur sehr schwer.

Privatsphäre in der Beziehung

Selbst in der intimsten Liebesbeziehung zweier Menschen sollte die Privatsphäre eine Rolle spielen. Ein Paar besteht aus zwei Individuen und diese gilt es, zu bewahren. Denn wenn man Teile seiner Individualität für den anderen aufgibt, ist es die Partnerschaft, die diese Bürde auf sich nehmen muss - sie muss "funktionieren" und damit sind die Partner einem Druck ausgesetzt, der die Beziehung im Laufe der Zeit zerstören kann.

Gemeinsamkeiten sind wichtig, zu viel davon kann aber schädlich wirken. Jeder braucht auch seinen eigenen Bereich mit eigenen Interessen. Hier ist Vertrauen natürlich von großer Bedeutung.

Die 2 Individien müssen in einer Beziehung bewahrt werden
Die 2 Individien müssen in einer Beziehung bewahrt werden

Grenzen im Privat- und Arbeitsleben respektieren

Gerade im Arbeitsumfeld sollten Grenzen immer ganz klar gesteckt und auch eingehalten werden. Doch ebenso wichtig ist dies auch im privaten Bereich.

Das Empfinden, wo die Intimsphäre anfängt, ist sehr unterschiedlich und auch die Reaktionen wenn jemand ungefragt in die Intimsphäre eindringt. Gerade in Beziehungen ist es häufig schwierig, dem Partner klar zu machen, dass auch in einer Beziehung die Intimsphäre geachtet werden muss.

Je näher man einem anderen Menschen steht, umso schwieriger ist es, die Grenzen des Gegenübers einzuhalten. Denn wo Nähe herrscht, ist es schwierig, auch Abstand zu halten.

Doch für die meisten Menschen ist eine gewisse Distanz in Freundschaften und auch in Beziehungen wichtig, denn die Intimsphäre ist wichtig um für sich selbst einen geschützten Raum zu haben auf den man sich innerlich immer wieder zurück ziehen kann.

Eine Partnerschaft, zwei individuelle Partner

Wie bereits erwähnt, spielt Privatsphäre auch in einer Partnerschaft eine wichtige Rolle. Und hierzu zählten auch Kleinigkeiten.

In vielen Beziehungen gibt es einen mehr oder minder ausgeprägten Kontrollzwang, zumindest hin und wieder ein ungutes Gefühl, wenn er oder sie SMS schreibt, und man nicht weiß, mit wem. So kommt es nicht selten vor, dass man mal eben einen Blick in das Handy des anderen riskiert.

Auch wenn man es selbst nicht als schlimm ansehen mag - hier handelt es sich bereits um einen deutlichen Vertrauensbruch. Besonders auch im Laufe einer Beziehung kommt es zu mehr und mehr Zweifeln und Unsicherheiten à la "Liebt er/mich noch?".

Solche Unsicherheiten zu verdrängen, funktioniert in der Regel nicht, ganz im Gegenteil: bei jeder neuen SMS oder einem getrennten Abend können diese Gefühle schlimmer werden. Ein offenes Wort ist hier die Lösung, auch wenn das unangenehm sein mag.

Jeder Mensch hat seine Geheimnisse, und die braucht er auch. Und damit sind natürlich keine Affären etc. gemeint. Man sollte so viel Offenheit wie möglich mitbringen und so verschlossen wie nötig sein; mit dieser Faustformel kann man seinem Ziel einer glücklichen Beziehung deutlich näher kommen.

Es ist wichtig, gemeinsam zu klären, welche Bedeutung Privatsphäre für den anderen hat. Letztendlich ist es wichtig, zusammen glücklich zu sein - und dazu zählt auch, auch mal alleine loszuziehen oder sich seinen Hobbys widmen zu können, ohne von seinem Partner kontrolliert zu werden.

Mails der Frau gelesen - Misstrauen bringen Ehemann 5 Jahre Gefängnis ein

Fünf Jahre Haft für das Lesen fremder Mails - Hohes Strafmaß aufgrund von bekanntem Passwort

Blaues @-Zeichen mit vorbeifliegendem Briefumschlag
email icon © carmen meiring - www.fotolia.de

Im US-Bundesstaat Michigan ist ein Gesetz gegen Identitätsdiebstahl einem Mann zum Verhängnis geworden. Die sogenannten "Anti-Hacking"-Statute kamen nämlich bisher nur zur Anwendung, wenn etwa Firmendaten unrechtmäßig verbreitet worden waren. Doch nun wurden die Statute erstmals im privaten Umfeld als Grundlage für ein Urteil verwendet und bringen dem 33-Jährigen John Walker 5 Jahre Gefängnis ein.

Walker möchte Kind aus erster Ehe schützen

Dieser hatte heimlich die Mails seiner Ehefrau gelesen, welche zuvor schon zweimal verheiratet gewesen war. Aus den Mails erfuhr er, dass seine Frau eine Affäre mit seinem Vorgänger hatte.

Problematisch erschien dies dem Amerikaner deswegen, weil eben jener zweite Ehemann gegenüber dem Kind der Frau - welches sie mit ihrem ersten Ehemann gezeugt hatte - bereits aktenkundig gewalttätig geworden war.

Walker war besorgt und wollte das Kind schützen. Deswegen leitete er die Mails an den ersten Ehemann seiner Frau weiter. In dem vorliegenden Fall ist das Strafmaß nicht nur deswegen besonders hoch, weil Walker sich nicht in den Account seiner Frau hackte, sondern das Passwort kannte.

Auch innerhalb der Familie sollte die Intimsphäre gewahrt werden

Die Intimsphäre eines Menschen ist ein sehr privater Bereich, der nur ihn allein etwas angeht. Dies gilt jedoch nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder.

Mit zunehmendem Alter nabeln sich Kinder mehr und mehr von ihren Eltern ab. Das kann allerdings auch zur Folge haben, dass Eltern weniger über die Gedanken oder Probleme ihrer Sprösslinge wissen.

Vor allem ab der Pubertät weihen Kinder ihre Eltern nicht mehr in all ihre Geheimnisse ein. Auch die Türen werden immer häufiger verschlossen, um die Intimsphäre zu wahren.

Viele Eltern werden dann neugierig und möchten in Erfahrung bringen, was ihre Kinder tun. Doch auch innerhalb der Familie gibt es eine Intimsphäre, die man unbedingt wahren sollte.

Auch Kindern und Jugendlichen muss die Privatsphäre respektiert werden
Auch Kindern und Jugendlichen muss die Privatsphäre respektiert werden
Respekt als Vertrauensbasis

Manchmal haben Kinder gute Gründe dafür, ihren Eltern nicht alles zu erzählen. Aber auch Angst vor der Reaktion der Erwachsenen spielt eine große Rolle.

Eine Atmosphäre der Offenheit ist in einer Familie natürlich sehr wichtig. Das Kind sollte daher das Gefühl haben, dass es sich seinen Eltern jederzeit anvertrauen kann. Ist das Klima der Familie intakt, öffnen sich Kinder und Jugendliche auch leichter.

Dennoch gibt es intime Bereiche, die von den Erwachsenen stets respektiert werden sollten. So gelten für Kinder und Jugendliche grundsätzlich dieselben Regeln wie für erwachsene Menschen. Da sich bei Kindern eine natürliche Schamgrenze entwickelt, möchten sie sich, wenn sie älter werden, nicht nackt oder in Unterwäsche zeigen, was auf jeden Fall von den Eltern zu respektieren ist.

Dazu gehört auch die Benutzung des Badezimmers. So sollten auch Kinder, wenn sie sich im Badezimmer aufhalten, nicht gestört werden. Betritt man ein Zimmer und die Tür ist geschlossen, ist es höflich, vorher anzuklopfen.

Auch bei Kindern ist das Briefgeheimnis zu wahren, daher sollten Briefe, die an das Kind adressiert sind, nicht geöffnet werden. Das Gleiche gilt für E-Mails oder den Inhalt von SMS auf dem Handy.

Umgekehrt müssen Kinder natürlich auch die Intimsphäre ihrer Eltern beachten. So sollten sie lernen zu akzeptieren, dass es Momente gibt, in denen ihre Eltern einmal ungestört für sich sein möchten.

Die Privatsphäre im Beruf wahren

Und schließlich sollte die Privatsphäre auch am Arbeitsplatz gewahrt werden. Es gibt einige Punkte, die den Arbeitgeber nichts angehen. Im beruflichen Umfeld sollte man strikt darauf achten, die Grenzen zwischen der Zusammenarbeit sowie der Privatsphäre einzuhalten. Mögliche Beispiele:

  • Eine Liebesaffäre mit einem Kollegen sollte den Chef nicht kümmern - es sei denn, es kommt aufgrunddessen zu beruflichen Schwierigkeiten - verbieten kann der Arbeitgeber die Beziehung aber auch nicht.
  • Über persönliche finanzielle Schwierigkeiten muss man mit dem Arbeitgeber ebenso wenig sprechen. Wer jedoch mit der Verwaltung des Unternehmensvermögens beauftragt ist oder eine andere besondere Vertrauensposition einnimmt, sollte diesbezüglich offen und ehrlich sein.
  • Krankheiten muss der Chef nicht im Detail kennen. Wenn es aufgrund häufiger Untersuchungen zu Fehlzeiten kommt, wird jedoch dazu geraten, mit dem Chef darüber zu sprechen; ebenso, wenn man aufgrund der Krankheit seinen Job nicht wie gewohnt ausführen kann.

Themen, in die der Arbeitgeber sich jedoch durchaus einmischen darf, sind:

  • das Rauchen bzw. Rauchverbote (Raucherpausen müssen mitunter nachgearbeitet werden)
  • die Internetnutzung (Privates gehört nicht an den Arbeitsplatz)
  • die Dienstreise (soweit diese für die Ausführung des Jobs erforderlich ist, kann der Chef sie durchaus verlangen)
  • die Berufskleidung (eine Kleiderordnung kann besonders bei Kundenkontakt vorgeschrieben sein)

Betriebsratsmitglieder dürfen nicht in Personalinformationssystemen stöbern

Mitarbeiterinformationen, die in elektronischen Personalinformationssystemen gespeichert sind, unterliegen dem Bundesdatenschutzgesetz. Sie dürfen laut einem aktuellen Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg auch nicht von Mitgliedern des Betriebsrates eingesehen werden.

Ein Krankenpfleger hatte über mehrere Monate hinweg auf das Personalinformationssystem seines Arbeitgebers zugegriffen. Der Mann war im Betriebsrat und wollte für diesen Informationen sammeln. In den Augen seines Arbeitgebers war dieser Zugriff unberechtigt. Vor Gericht beantragte der Arbeitgeber einen Ausschluss des Krankenpflegers aus dem Betriebsrat. Zudem war dem Mann außerordentlich gekündigt worden.

Das Gericht bestätigte den Ausschluss aus dem Betriebsrat, der Beklagte habe seine Pflichten und die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten verletzt. Für eine außerordentliche Kündigung sahen die Richter allerdings keine Veranlassung, da der Krankenpfleger nicht aus privaten Gründen an die Daten gelangen wollte, sondern wegen seiner Betriebsratszugehörigkeit.

Fristlose Kündigung wegen Verstoßes gegen das Persönlichkeitsrecht

Eine Frau wurde fristlos gekündigt, nachdem sie drohte, eine Aufzeichnung, die sie heimlich während eines Personalgesprächs mit ihrem Vorgesetzten machte, zu veröffentlichen.

Da die Frau das Gespräch ohne Einverständnis ihres Gesprächspartners mit ihrem Handy aufgezeichnet habe und somit klar gegen dessen Persönlichkeitsrecht verstoßen hätte, sei der Rauswurf nach Auffassung des Gerichts rechtskräftig. Dass es im Gespräch um Mobbingvorwürfe gegen Mitarbeiter der Frau ging und sie nach eigenem Empfinden aus reiner Notwehr gehandelt habe, sei in Bezug auf den Urteilsspruch irrelevant.

Hätte die Frau anstatt eines Aufnahmegeräts einen Anwalt oder ein Mitglied des Betriebsrats zu dem Gespräch mitgenommen, was Arbeitgeber per Gesetz zulassen müssen, wäre der Rauswurf unberechtigt gewesen.

Natürlich sollte man die Intimsphäre seiner Mitmenschen wahren, doch ebenso wichtig ist es, seine eigene Privatsphäre zu schützen...

Seine eigene Privatsphäre schützen

Was die eigene Person angeht, passiert es in vielen Situationen, dass man in seiner Intimsphäre verletzt wird.

Gefahr aus dem Internet

Seine Intimsphäre oder Privatsphäre zu schützen ist heutzutage nicht immer leicht. Vor allem beim Surfen im Internet sollten einige Sicherheitsregeln beachtet werden.

In der modernen Zeit ist das Internet als Mittel zur Information oder Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Wer das Internet nutzt, sollte jedoch auch an den Schutz seiner Intimsphäre denken.

Fast täglich weisen Verbraucherschutzorganisationen auf den Schutz der Privatsphäre im Internet hin. Dort sammeln zahlreiche Webportale persönliche Daten von Usern, um diese anschließend zu analysieren und zu verwenden.

Vor allem

leben von der Preisgabe persönlicher Dinge der Anwender. Wer diese Einrichtungen nutzen will, ist also gut beraten, wenn er sich an einige Spielregeln zum Schutz seiner Privatsphäre hält.

Einmal online - immer online

Zunächst einmal sollte bedacht werden, dass das Internet ein langes Gedächtnis hat. Das bedeutet, dass Inhalte, die online sind, meist nur schwer kontrolliert oder wieder gelöscht werden können. Daher wird empfohlen, sich gut zu überlegen, was man von sich preisgeben will.

Keineswegs angegeben werden sollten persönliche Daten wie der volle Name, die Telefonnummer, der Wohnort oder die Adresse, damit Fremde nicht die Möglichkeit erhalten, einen auch außerhalb des Internets aufzuspüren.

Falsche Daten und komplizierte Passwörter verwenden

Meldet man sich bei einer Social Media Plattform an, ist es besser, falsche Angaben zu machen. Das heißt, man gibt bei der Registrierung Daten ein, die es gar nicht gibt. Auf diese Weise schützt man seine Privatsphäre am besten, denn Daten von einer imaginären Person können ruhig veröffentlicht werden.

Bei der Anmeldung sollte man stets schwierige Passwörter verwenden. Hält man sich in mehreren Communitys auf, wird empfohlen, nie dieselben Passwörter zu verwenden, sondern stets andere, auch wenn dies komplizierter ist. Auch das Verwenden von verschiedenen Nutzernamen ist hilfreich.

Einstellung der Privatsphäre

Ist man häufig in einem sozialen Netzwerk unterwegs, empfiehlt es sich, die Einstellung der Privatsphäre so hoch wie möglich vorzunehmen, um das Risiko der Weitergabe der Daten an unberechtigte Personen zu reduzieren. Erstellt man ein Profil, sollte man sich gut überlegen, welche Inhalte und Fotos man dort veröffentlicht.

So ist es besser, nur Profilfotos auszuwählen, bei denen man keine Bedenken hat, dass sie von unbekannten Personen gesehen werden. Ganz wichtig ist es, keine peinlichen oder intimen Fotos bzw. Videos zu veröffentlichen oder auszutauschen, denn diese könnten für Cyber-Mobbing missbraucht werden.

18 Prozent der Deutschen stellen private Daten ins Internet

Einer Studie des Branchenverbandes Bitkom zufolge geben 18% der Deutschen im Internet Privates von sich preis.

Auf Platz 1 liegen dabei Communities, in denen 12% der Befragten angeben, Daten zu veröffentlichen. Auf eigenen Webseiten veröffentlichen 4% private Daten, und in Blogs und Singlebörsen sind Informationen von 2% der Befragten zu finden.

Kriminalität im Internet - Vor allem die Deutschen lügen aus Angst bei ihren persönlichen Angaben

Mehr als die Hälfte der Deutschen lügt bei persönlichen Daten zum Schutz vor Internetkriminalität

Weiße Computer Tastatur, darüber Schatten der rechten Hand
Data security © Hans-Joachim Roy - www.fotolia.de

Kriminelle Machenschaften im Internet nehmen immer weiter zu und Betroffene können sich nur schwer davor schützen. Aus Angst irgendwann einmal selbst zum Opfer zu werden, lügen die meisten Internetuser bei der Angabe ihrer persönlichen Daten.

Symantec, ein Anbieter für Sicherheitssoftware, stellte im Rahmen des jährlichen internationalen Cybercrime-Reports fest, dass vor allem die Deutschen Angst vor Übergriffen im Internet zu haben scheinen.

Insgesamt wurden 7.000 Internetnutzer aus 14 Ländern zur Befragung herangezogen. Ganze 53% der deutschen Teilnehmer gab dabei an, dass sie bei persönlichen Angaben im Internet meist lügen. Der internationale Durchschnitt lag gerade einmal bei 33%.

Hauptsächlich tun die Befragten dies, weil sie keine andere Möglichkeit sehen sich vor Kriminalität im Internet zu schützen. Deshalb hat auch ein Viertel der Befragten überhaupt keine Bedenken falsche Angaben zu machen.

Von einer Anzeige abzusehen ist der falsche Weg

Fast die Hälfte der Befragten, die bereits einmal Opfer von Internetkriminalität waren, sehen auch von einer Anzeige bei der Polizei ab, weil sie der Überzeugung sind, dass ohnehin kein Strafverfahren eingeleitet werden würde. Doch genau das ist die falsche Annahme, meint Adam Palmer, Experte für Online-Kriminalität bei Symantec. Denn erst durch das Melden der Vorfälle können sich die Behörden überhaupt einschalten und die Täter strafrechtlich verfolgen.

Verfallsdatum für digitale Inhalte

Party-Fotos, peinliche Liebeserklärungen oder Lästereien über den Chef - all das ist einmal im Internet veröffentlicht nicht mehr so leicht zu entfernen. Im WWW hinterlässt man einfach überall seine Spuren für die Ewigkeit.

Dagegen will ein Professor nun vorgehen. Er fordert ein automatisches Verfallsdatum für digitale Inhalte und will so verhindern, dass Daten automatisch gespeichert werden. Es solle künftig die Möglichkeit geben, dass jeder Internet-User einen Zeitraum festlegen kann, wie lange seine Fotos oder sein Blogpost im Internet gezeigt werden soll. Dafür sei lediglich ein Plug-In auf dem Computer erforderlich, das mit einem Ablaufdatum gekennzeichnete Daten nach diesem dann sofort unkenntlich macht.

Das Ganze könnte dann nicht nur Jobanwärtern, sondern auch besorgten Eltern das Leben leichter machen. Einziger Nachteil: Der Datenschutz sei damit nicht gesichert. Fremde sind immer noch in der Lage, vor Ablaufsdatum Gepostetes oder Fotos auf ihrem PC zu speichern und weiter zu verbreiten.

Digtaler Radiergummi löscht Bilder im Internet

Blaues Wappenschild schwebt über einem schwarzen Laptop und zwei Smartphones
Mobile Security © psdesign1 - www.fotolia.de

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte bei einer Veranstaltung zum Thema "Verbaucher im Netz", dass es "ein Recht auf Vergessen" geben müsse.

Damit empfahl sie, die neue Software X-pire des Saarbrücker Informatik-Professors Michael Backes zu nutzen. Diese Software ist ein Plug-in für den Internet-Browser Firefox und funktioniert wie ein "digitaler Radiergummi". Sie versieht Fotos, die Nutzer in ein soziales Netz stellen, mit einem Verfallsdatum, das heißt, diese Fotos werden dann gelöscht und sind im Netz nicht mehr auffindbar.

Der Grund für eine solche Erfindung ist die Tatsache, dass viele Menschen peinliche Fotos ins Netz stellen, die einer späteren Karriere im Weg stehen könnten. Der einzige Nachteil dieser neuen Software: Sie ist nicht gratis. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Bilder, die man später gelöscht haben möchte und nach der Nutzungsdauer. Der X-Pire kommt in diesen Tagen auf den deutschen Markt.

Nicht jedem gefallen korrekte Angaben bei Facebook & Co.

In sozialen Netzwerken ein Pseudonym zu verwenden, kann nicht schaden

Weibliche Hände tippen auf Computer Tastatur
A business lady's hands on the keys typing documents © pressmaster - www.fotolia.de

Im Internet nehmen es viele Deutsche mit der Wahrheit nicht so genau. Aus gutem Grund, sagt August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbandes der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom. Ein Pseudonym könne beispielsweise nicht schaden, wenn man sich im Internet bewegt, ergänzt Scheer. Manche Angaben zur eigenen Person sollten Nutzer ruhig zurückhalten.

Elf Prozent der Befragten wählte einen falschen Namen

Jedes vierte Mitglied eines sozialen Netzwerkes wie Facebook oder StudiVZ ist diesem Ratschlag schon gefolgt und hat bei dem eigenen Profil geschwindelt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Bitkom. Um anonym zu bleiben, wählten elf Prozent bei der Anmeldung einen falschen Namen. Sieben Prozent gaben einen nicht korrekten Beziehungsstatus an. Über die Gründe, warum Internetnutzer ihre Ehefrau oder -mann verschweigen, gibt die Forsa-Umfrage allerdings keine Auskunft.

Innerhalb des letzten Jahres, so Bitkom, stieg die Mitgliederzahl der Online-Netzwerke in Deutschland von zehn auf vierzig Millionen an. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat sich hierzulande bereits in einem Netzwerk organisiert. Bei den Internetnutzern unter 30 Jahren sind es sogar 96 Prozent.

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    Bundesbürger sehen sich bei Datenschutz vor allem selbst in der Verantwortung

    Besonders ablehnend stehen Deutsche der Herausgabe ihrer eigenen Bankverbindung gegenüber

    Sicherheit im Internet: Bild eines geöffneten Schlosses, im Hintergrund Zahlen und Buchstaben (Code)
    geöffnetes virtuelles Schloss © fotogestoeber - www.fotolia.de

    Fast drei Viertel der Deutschen sind der Meinung, dass sie sich vor allem selbst um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten kümmern müssten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. So meinen 70 Prozent der Befragten, dass sie selbst dafür verantwortlich seien, dass Angaben über die eigene Person nicht Unbefugten in die Hände fallen.

    Schutz persönlicher Daten

    Lediglich 17 Prozent sehen den Gesetzgeber in der Pflicht, für den Schutz persönlicher Daten zu sorgen. Nach Ansicht nur weniger Bundesbürger sind auch

    dafür zuständig. Bei

    haben die meisten Befragten bei der Weitergabe persönlicher Daten große Bedenken.

    • Krankenkassen und Versicherungen (27 Prozent) sowie
    • Banken (44 Prozent)

    genießen dagegen größeres Vertrauen bei den Verbrauchern.

    Welche Daten werden herausgegeben?

    Besonders ablehnend stehen Bundesbürger der Herausgabe ihrer eigenen Bankverbindung gegenüber. 83 Prozent der Befragten äußerten in diesem Fall große Zweifel. Auch persönliche Fotos (77 Prozent) behalten die meisten lieber für sich, sogar noch eher als Krankenblätter oder die persönliche Krankengeschichte (73 Prozent). Weniger problematisch sehen fast alle Befragten die Weitergabe von

    • Vor- und Zuname (42 Prozent),
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    • Einkaufsdaten (46 Prozent).

    Datenschutz unzureichend - EU legt sich mit Google an

    Die EU geht gegen den Suchmaschinenriesen Google vor. Dem Unternehmen drohen in Europa aufgrund seiner neuen Datenschutzregeln Sanktionen. Innerhalb eines Zeitraumes von vier Monaten sollte Google den Schutz seiner Nutzer verbessern.

    Nach Meinung der nationalen Datenschutzbehörde Frankreichs (CNIL) sei dies jedoch nicht geschehen. So seien weder die europäischen Datenschutzbestimmungen erfüllt worden noch habe das Unternehmen die Vorschläge der EU wirkungsvoll umgesetzt.

    Noch vor dem Sommer soll es daher repressive Maßnahmen geben, teilte CNIL mit. Genaueres wurde jedoch noch nicht bekannt. In Kürze wollen sich alle beteiligten europäischen Staaten zusammensetzten, um einen Aktionsplan zu beschließen.

    Der weltweit größte Suchmaschinenbetreiber hatte im März 2012 seine Datenschutzbestimmungen gelockert. Demnach darf Google aus verschiedenen Diensten wie Youtube oder Gmail Daten sammeln und auswerten.

    Dies missfällt auch dem deutschen Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Peter Schaar. Er teilte mit, dass die Verknüpfung von Nutzerdaten aus verschiedenen Google-Diensten zu einem umfassenden Metaprofil aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht akzeptabel sei. Zumal die Nutzer nicht um Einwilligung gebeten worden seien.

    Google wies die Anschuldigungen zurück. Die neue Datenschutzvereinbarung berücksichtige europäisches Recht und ermögliche es lediglich, einfachere und effektivere Dienste zu entwickeln.

    Behörden dürfen Angaben überprüfen - Kontoabfragen von Privatpersonen keine Seltenheit

    Im Jahr 2005 hat es der Gesetzgeber Behörden ermöglicht, an Kontoinformationen von Privatpersonen zu kommen. Wenn Arbeitsagenturen, Finanzämter oder andere Behörden an Angaben von Kunden objektiv zweifeln, können sie sich seitdem an das Bundeszentralamt für Steuern wenden. Dieses stellt dann eine Kontenabfrage an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Im vergangenen Jahr haben Behörden etwa 70.700 Konten von Privatpersonen abgefragt.

    Finanzämter interessierten sich dabei vor allem für die finanziellen Verhältnisse von Personen, die ihre Steuerschuld nicht beglichen hatten. Die Arbeitsagenturen sind besonders bei der Bewilligung von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe penibel. Aber auch BaFöG-Ämter, Wohngeldstellen und Gerichtsvollzieher (seit 2013) dürfen Privatpersonen nachspionieren. Kontoauszüge erhalten neugierige Beamte aber zunächst nicht, sondern nur die Stammdaten (Kontonummer, Eröffnungszeitpunkt, Inhaber).

    Stoßen die Behörden allerdings auf Gelddepots, Sparbücher, Spar- oder Kreditkonten, die der Überprüfte nicht angegeben hat, dann können sie bei der abgefragten Person nachhaken. Kommt es dann zu keiner Klärung, dann steht den Behörden in letzter Konsequenz der Gang zu den Banken offen, um an gewünschte Auskünfte zu gelangen.

    Immerhin bleiben derartige Nachforschungen nicht unverborgen. Hat es eine Kontenabfrage gegeben, dann sind Behörden dazu verpflichtet, den Betroffenen darüber zu informieren.

    Googles Testamentsfunktion "Inactive Account Manager" geht an den Start

    Die Google-Nutzer können ihren digitalen Nachlass ab sofort selbst regeln, wofür der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber den so genannten "Inactive Account Manager" eingeführt hat. Hiermit lässt sich beispielsweise im Voraus einstellen, dass sämtliche Daten gelöscht werden, wenn sich der Nutzer über einen längeren Zeitraum nicht angemeldet hat.

    Außerdem lassen sich die Daten auch an vorher ausgewählte Vertrauenspersonen oder E-Mail-Konten schicken. Neben Google+ sowie Gmail, Picasa und Youtube gehört auch der Cloud-Service Google Drive zu den Diensten, für die man den "Inactive Account Manager" einsetzen kann.

    Inzwischen haben die zahlreichen Online-Dienste unterschiedliche Regelungen bei Todesfällen. Die Seite bei Facebook lässt sich nach dem Ableben beispielsweise als virtuelles Denkmal weiter betreiben.

    Datenschutz: So werden Daten vor dem Verkauf oder der Entsorgung von Computer, Handy o.ä. geschützt

    Obere Gesichtshälfte eines jungen Mannes, starrt auf Computerbildschirm
    Screen © lassedesignen - www.fotolia.de

    Wer Datenträger oder Geräte mit integrierten Speichermedien, wie etwa PCs, Notebooks und Smartphones verkaufen oder entsorgen möchte, sollte die darauf befindlichen Daten zuvor sicher entfernen.

    Wie Experten immer wieder betonen, reichen die herkömmlichen Löschfunktionen der jeweils genutzten Betriebssysteme dafür nicht aus. Diese dienen lediglich dazu, dass das Betriebssystem weiß, dass es die "gelöschten" Daten überschreiben darf. Die Daten selbst befinden sich jedoch noch immer unverändert auf dem jeweiligen Speichermedium und können somit mit entsprechender Software problemlos wieder hergestellt respektive angezeigt werden.

    Das gilt auch dann, wenn der Massenspeicher formatiert wurde. Um Daten dauerhaft zu löschen, bedarf es spezieller Programme, die die Dateien nicht nur einfach löschen, sondern sie zudem mehrfach mit neuen Inhalten überschreiben. Bei diesen Inhalten handelt es sich zumeist um nichtssagende Zahlenkombinationen, die auf Basis hochkomplexer Algorithmen bei jedem Schreibvorgang individuell erstellt werden. Während es für Computer zahllose Löschprogramme gibt, die zumindest im privaten Sektor sogar völlig kostenfrei genutzt werden dürfen, verhält es sich in Bezug auf Smartphones noch etwas anders. Zwar sind bereits einige Apps für die sichere Datenlöschung erhältlich. Allerdings ist nicht gewährleistet, dass diese mit allen Smartphones kompatibel sind. Daher kann es erforderlich sein, den Datenspeicher vor dem Verkauf oder dem Entsorgen zu entfernen.

    Sollte die Datenlöschung aufgrund eines technischen Defekts nicht möglich sein, empfiehlt es sich, das Gerät respektive den Datenspeicher irreparabel zu zerstören. Problematisch ist, wenn man seine Daten nicht nur lokal, sondern auch online in einer sogenannten Cloud archiviert, da das sichere Entfernen von Daten dann Aufgabe des Dienstleiters ist.

    Datensammeln über den Wolken – Airlines entdecken kommerzielles Potenzial der Fluggast-Daten

    Junge dunkelhaarige Frau mit Flugangst hält Modellflugzeug in Hand und schaut ängstlich
    fly fear © Mitarart - www.fotolia.de

    Fluggesellschaften haben es besonders leicht, die Daten ihrer Kunden zu sammeln. Kaum eine Reise verläuft heute, ohne eine elektronische Spur zu hinterlassen. Doch erst jetzt scheinen die Airlines das kommerzielle Potenzial ihrer Fluggast-Infos richtig zu erkennen und die Datensätze zu verknüpfen.

    Welche Daten werden gesammelt?

    Die meisten Airlines wissen, wie häufig jemand fliegt, wohin er gern reist und von wem er sich begleiten lässt. Sie analysieren, wie er bucht und auf welchem Weg er eincheckt.

    Selbst die Kaufgewohnheiten an Bord der Maschinen bleibt nicht unbeobachtet. Manche Gesellschaften fügen dem digitalen Profil ihrer Kunden sogar Angaben zum Jahreseinkommen hinzu.

    Wozu werden die Daten genutzt?

    So lässt sich leicht erkennen, bei wem die Werbung für ein First Class-Ticket lohnt oder wen man besser mit Niedrigtarifen lockt. Fluggäste, die sich am liebsten auf einen Platz neben der Notfalltür setzen, kann man schon bei der Flugauswahl auf freie Sitze hinweisen. Familien bekommen spezielle Angebote für Reisen mit Kindern.

    Kundenfreundlichkeit ist grundsätzlich eine gute Idee. Manche Airlines schießen jedoch über das Ziel hinaus. So wie British Airways, deren Mitarbeiter Fotos von Passagieren gegoogelt haben - angeblich um diese beim Einsteigen mit Namen zu begrüßen. Und auch die Trinkgewohnheiten an Bord sollten nach Meinung der meisten Fluggesellschaften privat bleiben.

    Hausdurchsuchung – das sind Ihre Rechte

    Nahaufnahme offener Tresor, daraus scheint es in goldenem Licht
    tresor © jufo - www.fotolia.de

    Wenn es um früh um fünf klingelt, muss das nicht der Wecker sein. Auch die Polizei erscheint gern im Morgengrauen, um Beweismaterial für Straftaten zu sammeln. Der Überraschungseffekt ist dabei beabsichtigt: Wer sich bei einer Hausdurchsuchung nicht selbst belasten will, sollte deshalb wissen, was zu tun ist.

    Ob Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit oder Drogendelikt – beim begründeten Verdacht auf eine Straftat darf der Staatsanwalt die Betroffenen zu Hause überrumpeln. In den Sommermonaten können die Fahnder schon ab vier Uhr früh anklopfen. Nach 21 Uhr ist der ungebetene Besuch aber nur bei Flucht- oder Verdunkelungsgefahr gestattet – und diese muss ein Amtsrichter zuvor bestätigen.

    Verstecken bringt nichts

    Wenn der Staatsanwalt vor der Tür steht, ist Verstecken sinnlos. Öffnet der Bewohner nicht von allein, darf die Polizei sich gewaltsam Zutritt verschaffen. Die Reparaturkosten gehen zu Lasten des Beklagten.

    Das gilt auch für aufgebrochene Schränke oder Tresore. Schadenersatz bekommt er nur, wenn er den Prozess gewinnt oder der Richter das Verfahren einstellt.

    Durchsuchungsbefehl lesen

    Im Durchsuchungsbeschluss ist festgelegt, welche Beweismittel die Polizisten mitnehmen und wo sie danach suchen dürfen. Wenn nur bestimmte Gegenstände gesucht werden, kann man diese aushändigen und sich dadurch eine Verwüstung der gesamten Wohnung ersparen.

    Kooperativ sein oder mauern?

    Kooperatives Verhalten kommt bei der Staatsanwaltschaft gut an. Aber niemand ist verpflichtet, die Polizei bei ihrer Suche zu unterstützen. Betroffene können frei telefonieren, etwa mit ihrem Anwalt oder Personen, die sie als Zeugen hinzuziehen möchten. Auch wichtige Dokumente sollten sie kopieren.

    Außerdem: Anders als im Krimi dürfen die Beamten nicht gleichzeitig in alle Räume ausschwärmen. Der Beklagte hat das Recht die Fahnder zu beaufsichtigen. Die Kopie des Durchsuchungsbeschlusses sollte direkt zum Anwalt gehen, damit dieser Widerspruch einlegen kann.

    Unter Umständen erklärt der Richter die Durchsuchung nachträglich für unrechtmäßig, und die gefundenen Beweismittel dürfen im Verfahren nicht verwendet werden.

    Was die Fahnder alles mitgenommen haben, wird am Schluss in einem Protokoll festgehalten. Unterschreiben müssen Beschuldigte die Liste allerdings nicht. Das könnte als Zustimmung zur Mitnahme ausgelegt werden. Stattdessen schreiben sie "Widerspruch" auf das Formular.

    Doch auch in der realen Welt wird die Privatsphäre eines Menschen hier und da angegriffen...

    RFID - gehöre ich schon zu den "gläsernen Menschen"?

    Seit George Orwells Literatur-Klassiker "1984" sind schon einige Jahrzehnte vergangen, aber eine Vision daraus bleibt unser ständiger Begleiter: Die Vision vom "gläsernen Menschen"!

    Handelte es sich dabei bei Orwell noch um reine Fiktion, so ist der gläserne Mensch heute zu einem großen Teil bereits zur Realität geworden. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der RFID-Technologie zu. Radio Frequenzy Identification (RFID) bedeutet zu gut Deutsch: "Identifikation mittels elektromagnetischer Wellen" und gehört heute, vor allem in der Industrie, bereits zum alltäglichen Standard.

    Bestandteile und Funktion

    Ein RFID-System besteht aus einem Chip, der "Transponder" genannt wird, und auf dem Daten über eine Person oder einen Gegenstand gespeichert sind, und einer Empfänger-, bzw. Leseeinheit, die die auf dem Chip gespeicherten Daten über ein bestehendes Funknetz auslesen kann.

    In der Industrie werden beispielsweise einzelne Bauteile mit solchen Transpondern versehen, um sie dann im fortschreitenden Produktionsprozess jederzeit auffinden und entsprechend ihrer Bestimmung verwenden zu können. Dabei sind moderne Transponder inzwischen kleiner und vor allem flacher als ein Reiskorn, sodass man sie geradezu beliebig einsetzen kann.

    Zudem kosten diese Transponder in der Produktion nur Cent-Beträge und gehören daher heute in der industriellen Praxis bereits zu den Wegwerfartikeln. Eine eigene Energieversorgung, zum Beispiel durch einen Akku, braucht ein moderner Transponder nicht: Er bezieht die für die Freigabe der auf ihm gespeicherten Daten erforderliche Energiemenge einfach über das Funknetz.

    Zusammen mit der durch die Mobilfunknetze und Navigationssysteme bekannten GPS-Technologie kann also heute ein Transponder nahezu überall auf der Welt geortet, identifiziert und die auf ihm befindlichen Daten ausgelesen werden.

    Bezug zum alltäglichen Leben

    "Was hat das mit mir und mit dem gläsernen Menschen zu tun?", werden Sie sich jetzt vielleicht fragen: Nun, dann schauen Sie doch mal auf Ihren neuen Reisepass. Bereits seit dem Jahr 2005 ist der Deutsche Reisepass mit einem solchen RFID-Transponder ausgestattet. Er befindet sich etwa in der Mitte des Einbandes unter dem entsprechenden Symbol.

    Sobald Sie mit Ihrem Reisepass unterwegs sind, sind Sie an nahezu jedem Ort der Welt auffindbar und identifizierbar. Geschockt? Dann seien Sie mal froh, dass Sie immer noch ein Mensch und kein Haustier sind, denn Haustiere bekommen solche Transponder, beispielsweise bei der Einreise in die USA, bereits heute unter die Haut implantiert. Gott sei Dank gelten solche Vorschriften, jedenfalls im Moment noch, nicht für den Menschen, aber der Blick in die Zukunft verheißt da allenfalls nichts Gutes.

    Auch die Nacktscanner stellen einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen dar...

    Die Diskussion um Nacktscanner

    Nacktscanner werden auch als

    • Bodyscanner
    • Körperscanner oder
    • Ganzkörperscanner

    bezeichnet. Doch egal, wie man diese Geräte auch nennt, sie dienen dazu, den Körper eines Menschen sowie Gegenstände, die er unter seiner Kleidung trägt, bildlich darzustellen. Zweck dieser Geräte ist das Sichtbarmachen von Waffen oder Sprengstoff; vorwiegend eingesetzt werden Nacktscanner im Rahmen der Flughafensicherheit.

    Körperscanner kommen vor allem in den USA zum Einsatz. Bis Ende 2010 fanden dort über 310 dieser Geräte bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen Verwendung.

    Dagegen ist in der EU bislang noch keine Zulassung erfolgt. Auf einigen Flughäfen werden die Geräte jedoch bereits getestet.

    Die Auflagen sind allerdings streng. So muss der betroffene Passagier der Durchführung eines Scans zustimmen. In Deutschland wurde auf dem Flughafen Hamburg im Herbst 2010 mit ersten Tests begonnen. Die dort zum Einsatz kommenden Geräte wurden als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

    Pro und Contra

    Politiker und Sicherheitsbeamte versprechen sich von dem Einsatz von Nacktscannern mehr Sicherheit. Die meisten Geräte operieren auf der Grundlage von Terahertzstrahlung oder Röntgenstrahlung.

    Kritiker befürchten, dass durch die energiereiche Röntgenstrahlung gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen sind. Bei Terahertz-Scannern hat man sogar noch überhaupt keine Ahnung, ob die Strahlung Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

    Doch nicht nur die Gesundheitsgefahren werden diskutiert, sondern auch der Eingriff in die Intimsphäre. Besonders umstritten ist, dass ein Mensch durch den Einsatz eines Körperscanners nackt zu sehen ist.

    Ein großes Problem besteht vor allem für Menschen mit versteckten Behinderungen wie Inkontinenz. So werden Personen, die zum Beispiel Windeln, Urinbeutel, künstliche Darmausgänge oder Insulinporte bei sich tragen, leicht zu Verdächtigen.

    Da sich die Betroffenen dann vor den Sicherheitsbeamten rechtfertigen müssen, ist dies natürlich ein bedeutender Eingriff in die Intimsphäre. Verschiedene Vertreter aus Politik, Gewerkschaften und Kirchen sehen darin sogar einen Verstoß gegen die Menschenwürde.

    Kritiker bezweifeln auch den Sicherheitsgewinn durch die Nacktscanner. So sind die Geräte nicht in der Lage, eine Analyse des Körperinneren oder von Körperöffnungen zu erstellen. Dort versteckte Gegenstände lassen sich nur durch andere Methoden aufspüren.

    Unter diesen Umständen erscheint der Einsatz von Körperscannern fragwürdig. Die Diskussion um die Geräte dürfte also weitergehen.

    Nacktscanner an Flughäfen - Gummiaufkleber könnten den Intimbereich schützen

    Videoüberwachung - Überwachungskamera an Wand eines Gebäudes
    Überwachungskamera - Hochhaus - Alarmanlage © Tiberius Gracchus - www.fotolia.de

    Die Einführung von Nacktscannern an Flughäfen war lange Zeit umstritten, immerhin bedeutet dies für alle Fluggäste ein Einbruch in ihre Intimsphäre. Dennoch hat sich die Idee realisiert und das Flughafenpersonal kann bei den Fluggästen beispielsweise sehen, wer sich seinen Intimbereich piercen lassen hat oder welche Dame Silikon in ihren Brüsten trägt.

    Damit man zumindest seine Geschlechtsteile vor fremden Blicken schützen kann, vertreibt der Onlineshop flyingpasties.com Aufleber, die man sich vor dem Abflug auf die entsprechenden Körperregionen kleben kann. Sie bestehen aus Gummi und sollen die intimsten Bereiche für die Strahlen des Scanners undurchsichtig machen. Man kann sich seine Aufkleber auf der Seite individuell mit Bildern oder Texten gestalten oder bereits vorgegebene Varianten wählen. Ob dies allerdings im Sinne der Flugsicherheit ist, wird sich erst noch herausstellen müssen.

    Fernerkundung auf Vormarsch: Terahertz-Scanner scannt Menschen auf 100 Meter

    Die Debatte um die Nacktscanner an Flughäfen kann vielleicht bald auf eine höhere Level gehoben werden – mit dem Terahertz-Scanner. Mit ihm können nämlich Menschen auf bis zu 100 Meter Entfernung auf unerlaubte Materialien gescannt werden, wie Sprengstoff oder Waffen. Eine Gefahr für die Gesundheit geht durch den Scanner nicht aus, jedoch für die Privatsphäre.

    Mit dem Terahertz-Scanner kann nicht nur Kleidung, sondern sogar Verpackungen und Wände durchleuchtet werden, so erklärte der Leiter des News Yorker Renesselaer Polytechnic Institute. Die Bilder stellen dann die Silhouetten der Menschen dar. Vor allem für militärische Einrichtungen, Verteidigungsministerien und die innere Sicherheit könnte dieser Scanner eine hilfreiche Entwicklung sein.

    Die Folgen für Menschen, deren Intimsphäre verletzt wurde

    Menschen, deren Intimsphäre verletzt wurde, haben es oft schwer, anderen Vertrauen entgegen zu bringen. Häufig ist die Seele durch das Eindringen in die Intimsphäre so verletzt, dass Betroffene langfristig darunter leiden und ihrem gesamten Umfeld nur noch misstrauisch gegenüber treten.

    Immer wieder begeben sich Betroffene in psychologische Behandlung, um mit den seelischen Folgen, die durch die Verletzung der Intimsphäre entstanden sind, klar zu kommen und wieder zu lernen Vertrauen zu ihren Mitmenschen fassen zu können. Gerade labile Menschen kommen über diese Art von Vertrauensmissbrauch oft über Jahre nicht hinweg und ziehen sich häufig von der Umwelt dauerhaft zurück.

    Grundsätzlich sollte sich jeder selbst fragen, wie es ihm mit diesem Vertrauensmissbrauch gehen würde, denn dann fällt es leichter, die Grenzen der Mitmenschen zu akzeptieren. Erschreckend ist häufig, dass die eigene Intimsphäre vehement verteidigt wird und gleichzeitig die Intimsphäre der Mitmenschen nicht geachtet wird. Rücksicht und Einfühlungsvermögen helfen dabei, die Grenzen der Mitmenschen zu erkennen und diese auch problemlos zu achten.

    Der erneute Vertrauensaufbau ist sehr schwierig und langwierig
    Der erneute Vertrauensaufbau ist sehr schwierig und langwierig

    In vielen Fällen sind es schlechte Erfahrungen, die sich auch auf zukünftige Beziehungen negativ auswirken...

    Überwinden Sie die Furcht vor zu großer Nähe

    Nicht für jeden Menschen ist es eine Wohltat, in seinem Inneren erkannt zu werden. Menschen haben aufgrund des Wachsens ihrer Persönlichkeit und der eingegangenen Beziehungen im Laufe ihres Lebens Verschiedenes erlernt und unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

    Beziehungsnähe kann somit für den einen schwerer und für den anderen leichter anzunehmen und zu geben sein. Ein entscheidender Begriff, der hier zu nennen ist, ist der Begriff Vertrauen.

    Enttäuschungen schüren Ängste

    Oft sind es Enttäuschungen und schlechte Erfahrungen, die eine Nähe als Gefahr erscheinen lassen und demnach ein freier Umgang verwehrt wird. Wenn ein Mensch das Problem der Nähe in der Partnerschaft hat, dann liegt es einerseits an dem Menschen selbst, sich diesem Problem zu stellen und sich nicht damit abzufinden, indem es dann heißt: Ich bin eben so.

    Andererseits kann der Partner, der dieses Problem sehen und verstehen kann, mit diesem Menschen zusammenarbeiten, so dass die Nähe mehr und mehr möglich ist beziehungsweise klar wird, wie viel Nähe in der Beziehung zwischen diesen beiden Partnern überhaupt möglich sein kann.

    Innere und äußere Kämpfe vergiften die Beziehung

    Persönliche Einschränkungen und Unsicherheiten werden in nahezu jeder nahen Beziehung offengelegt und stets getriggert. Bauen Sie sich keinen goldenen Käfig, in dem Sie sich im Laufe der Beziehung Mechanismen antrainiert haben, mit denen Sie sich vor zu viel Nähe schützen können oder Ihrem Partner vormachen, dass Sie ein anderer sind.

    Kämpfen Sie nicht gegen Ihren Partner, durch den Sie selbst immer wieder an Ihre Grenzen geführt werden oder der Sie vermeintlich immer wieder schafft zu provozieren, nicht erkennt und Sie offensichtlich nicht zu verstehen vermag. Mit der Zeit sammelt die eigene Wahrnehmung alle Fehler des Partners, greift die Defizite auf und kehrt mit der Zeit die einstige Bewunderung in erodierenden Zynismus um.

    Grenzsituationen ansprechen und bearbeiten

    Im Laufe einer Partnerschaft kommt man relativ schnell an die Grenzen des anderen Partners und an seine eigenen, so dass es relativ schnell unangenehm werden kann. Dadurch wird man vorerst auf eine eher schmerzhafte und konfliktreiche Weise mit dem Partner verbunden sein, die sich später – so denn die Grenzen überwunden und weiter nach hinten gesetzt werden konnten - zu einer stärkeren Verbindung zu Ihrem Partner entwickelt.

    In Konfliktsituationen kann der Partner als schwach oder anhänglich wahrgenommen werden und bei Ihnen eine wütende oder aufweichende Reaktion zur Folge haben. Wichtig ist, dass Sie Ihren Partner nicht immer wieder auf der gleichen Art begegnen, sondern mit der Zeit einen Weg finden, um mit der Eigenart Ihres Partners auszukommen.

    Nutzen Sie die Momente, in denen Sie beide konfliktfrei sind und reden Sie über Ihre gemeinsamen Probleme. Bringen Sie einander Verständnis entgegen. Auf diese Weise können Sie sich den Raum für Verhaltensveränderungen geben, einander Nähe zeigen und Vertrauen wiedererlangen und stärken.

    Stellen Sie sich den Problemen

    Wir scheitern an unseren Partnern, sehen sie wie sie wirklich sind, sehen die Stärken und die Schwächen am anderen und dadurch auch unsere eigenen. Daher sind die Auseinandersetzungen mit dem Partner zusätzlich erschwert.

    Wenn sich zu viele Konflikte in Ihre Beziehung einschleichen, dann ist es ratsam, sich den Rat eines Paartherapeuten einzuholen. Entweder erhalten Sie die Erfahrung, dass Sie aufgrund unverarbeiteter Erlebnisse aus Ihrer Vergangenheit so agieren und reagieren oder Sie finden heraus, dass nicht Sie die Quelle der Probleme sind, sondern Ihr Partner.

    In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie sich den Themen in Ihrer Beziehung stellen. Wenn Sie aufhören, vor Ihren Problemen davon zu laufen, werden Sie bereits in kurzer Zeit bemerken, dass sich etwas in Ihrer Beziehung und auch in Ihnen positiv verändert.

    Unter Beobachtung: Privatsphäre der Tiere soll zukünftig mehr geachtet werden

    Filmwissenschaft und Politik setzt sich für Persönlichkeitsrechte von Tieren ein

    Liegende Löwen Familie in der Savanne
    Löwen Familie © Dirk Oesterreich - www.fotolia.de

    Haben Tiere ein Recht auf Privatsphäre? Der Filmwissenschaftler Brett Mills sagt "ja" und kritisiert einschlägige Tier-Dokumentarfilme, in welchen Tiere bei Aktionen gefilmt werden, die dem deutschen Privat-Bürger von nebenan alles andere als recht wären, würden er dabei gefilmt werden.

    Hierzulande sorgt Google Street View für Empörung, doch Tiere dürfen immer und überall gefilmt, belästigt und mit Kameras verfolgt werden. Damit soll jetzt Schluss sein. Denn auch Tiere haben ein Recht auf Privates, sei es die Geburt des Nachwuchses oder der Fortpflanzungsakt an sich. Sie flüchten nicht grundlos in Höhlen, sondern weil die Anwesenheit des Menschen Stress für sie bedeutet und sie in ihrem natürlichen Lebensraum behindert, auch wenn dies niemand bisher so recht respektieren wollte.

    Schutz der Persönlichkeitsrechte von Tieren auch seitens der Politik gefordert

    Auch die deutsche CSU-Politikerin Ilse Aigner möchte die Persönlichkeitsrechte von Tieren geschützter wissen und unterstützt daher die Einteilung von Tierfilmen nach privaten und öffentlichen Inhalten, je nach Sendezeit.

    Dabei stellt sich aber natürlich die Frage, inwiefern es sich bei den politischen Bestrebungen wirklich um Fragen des Tierrechts handelt, oder ob einfach veraltete Moralvorstellungen unter dem Deckmantel des Tierrechts durchgesetzt werden sollen, um beispielsweise Filmaufzeichnungen kopulierender Tiere nicht tagsüber senden zu dürfen.

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: sleeping young couple © Doreen Salcher - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Young couple hugging © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Female hand writing in notebook, close-up © Africa Studio - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: misunderstanding © pressmaster - www.fotolia.de

    Autor:

    Tanja Tasci - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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