28. September 2011
Das Saatgut zu beizen ist eine altbewährte Technik und war schon in der Antike bekannt. Damit will man erreichen, dass die Samenkörner besser keimen.
Unter Beizen versteht man in der Landwirtschaft und im Gartenbau aber auch die Behandlung des Saatguts mit Pflanzenschutzmitteln, um es vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Mit antibakteriellen Mitteln will man Fäulnis des Saatguts verhindern. Der Hobbygärtner, welcher biologisch gärtnert, wird aber auf Pflanzenschutzmittel verzichten und biologische Beize verwenden. Dafür hat so mancher Gärtner ein Geheimrezept. Bekannt sind beispielsweise verdünnte Extrakte aus Kamille oder Baldrian. Manche Samenarten vertragen auch ein ganz kurzes Einlegen in Alkohol, dann werden sie sorgfältig abgespült, diese Methode verhindert keimhemmende Einflüsse.
Die Saatbeize dient also dazu, die Keimfähigkeit zu steigern und die Samenkörner vor schädlichen Organismen zu schützen. Diese Methode wird sowohl in der konventionellen, als auch in der biologischen Landwirtschaft angewendet - nur mit unterschiedlichen Mitteln. Wer biologisch gärtnern will, nimmt Kräuterbeize, in welche die Samen unterschiedlich lange eingelegt werden. Radieschensamen beispielsweise kommen 15–30 Minuten in das Kamillenbad. Bohnen hingegen fast eine Stunde. Auch ein Sud aus Eichenrinde hat sich bewährt, er eignet sich besonders für Salat und die Samen bleiben 60 Minuten im Bad. Kürbisgewächse wie Melone, Gurke, Zucchini und Kürbis, können 20 Minuten in Milch eingelegt werden. Für Porree, Zwiebeln und Kartoffeln eignet sich ein 15-minütiges Baldrianbad. Auch eine Schachtelhalm- und Knoblauchbrühe können erfolgreich eingesetzt werden. Der Knoblauch schützt vor allen Dingen vor Bakterien- und Pilzkrankheiten. Bohnen lässt man eine Stunde in Kamillentee quellen und Erbsen zwei Stunden lang. Man kennt auch eine Meerrettichbeize, die aus zerhackten Meerrettichwurzeln und Wasser hergestellt wird.
Das biologische Beizen ist schon eine Wissenschaft für sich und braucht ein bisschen Erfahrung. Dafür hat man dann ein ökologisch wertvolles Saatgut. Biologisch behandeltes Saatgut ist gesund, qualitativ hochwertig und eine optimale Voraussetzung für eine gute Ernte.
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