Dünger für ein optimales Pflanzenwachstum - Tipps zur Auswahl, Anwendung und Lagerung

Wenn man ein Gartencenter besucht, ist die Auswahl an unterschiedlichen Düngemitteln riesig. Für nahezu jede Pflanzenart und jeden Bodentyp gibt es ein Produkt. Pflanzen benötigen zwar keine Vitamine, da sie die Fähigkeit haben, ihre Vitamine selber zu synthetisieren; auf bestimmte chemische Elemente wie Stickstoff oder Nitrat sind sie jedoch angewiesen. Deshalb ist eine ausreichende Düngung für ein prachtvolles Pflanzenwachstum von großer Bedeutung. Informieren Sie sich über Auswahl, Anwendung und Lagerung des richtigen Düngers für ein optimales Pflanzenwachstum.

Es gibt unterschiedliche Arten von Düngemitteln - wir erklären, wie sie wirken und worauf bei der Verwendung zu achten ist

Welchen Dünger sollte man bevorzugen?

Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl von geeigneten Düngemitteln zuerst überlegen, ob damit Zierpflanzen, -blumen oder -sträucher gedüngt werden sollen, oder ob man sie zur Düngung von Gemüse oder Obst verwenden möchte. Werden Pflanzen gedüngt, die zum Verzehr bestimmt sind, so müssen die Düngemittel ganz besonders sorgfältig ausgewählt werden.

Ebenso sind nicht alle biologischen Düngemittel auch unbedingt umweltfreundlich. Wie bei vielen anderen Dingen hängt die Verträglichkeit auch hier häufig von der Dosierung ab. Viele künstlich hergestellte Düngemittel dagegen sind an natürlichen Düngestoffen orientiert und weisen eine vergleichbare chemische Struktur auf, so dass sie trotz der industriellen Herstellung ökologisch einwandfrei sind.

Im Groben kann man zwischen organischen Düngern und Mineraldüngern unterscheiden. Organische Düngemittel werden zum Großteil aus tierischen und pflanzlichen Abfällen gewonnen. Mineraldünger werden chemisch hergestellt oder können im Bergbau gewonnen werden.

Organische Dünger haben einen hohen Anteil an verrottendem Material (so genanntem Humus), deshalb können sie den Boden gut mit vielen Nährstoffen versorgen. Allerdings beträgt der Anteil an Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium nur 1/3 dessen, was in dem Mineraldünger enthalten ist. Doch auch im Bereich der organischen Dünger gibt es Stickstoff- und Kaliumlieferanten, beispielsweise Guano (Vogelexkremente) oder Knochenmehl.

Wenn möglich, sollte man den organischen Düngern immer den Vorzug geben, da sie für die Natur wesentlich besser verträglich sind als die künstlichen Dünger. Durch eine übermäßige Mineraldüngung, gelangt vermehrt Stickstoff in Form von Nitrat ins Grundwasser. Auch die gedüngten Pflanzen können dann übermäßig viel Nitrat aufweisen.

Nitrat kann im menschlichen Körper zu schädlichem Nitrit umgewandelt werden. Doch Nitrit ist nicht nur in seiner Urform schädlich; es ist auch an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt.

Umweltschonende Naturdüngemittel

Wer die Umwelt und den Geldbeutel schonen möchte, kann auch auf fast kostenlose Düngemittel zurückgreifen. Wer einen Teil seines Abfalls kompostiert, spart nicht nur das Geld für den Dünger; meist kann auch eine kleinere Mülltonne bestellt werden, da ein Großteil der Nahrungsabfälle kompostierbar ist. So geben

einen hervorragenden Dünger ab. Besonders der Kaffeesatz gilt als beliebter, weil einfacher und effektiver Dünger - detailliertere Informationen dazu finden Sie hier.

Ein weiterer natürlicher Dünger ist Heilerde. Einfach 1-2 TL unter das Gießwasser mischen. Wer möchte, kann das Gießwasser auch durch einen Sud aus Ackerschachtelhalm (hoher Kieselsäuregehalt) ersetzen.

Bei regelmäßiger Düngung mit natürlichen Substanzen tun Sie ihren Pflanzen etwas Gutes, ohne der Umwelt dabei zu schaden.

Kompost als einfacher natürlicher Dünger
Kompost als einfacher natürlicher Dünger

Guano Dünger

Ein im Bereich der Zierpflanzen sehr bekannter und stark nachgefragter Dünger ist der so genannte Guano Dünger. Er wird aus den Ausscheidungen von Pinguinen gewonnen.

Vor der Verwendung muss er in Wasser gelöst werden und verursacht einen eher unangenehmen Geruch, der aber schnell verfliegt. Der Guano Dünger ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Umwelt sehr gut verträglich, da er nur natürliche Stoffe an den Boden und das Grundwasser abgibt.

Kalk und organische Abfälle

Weitere Naturdünger funktionieren häufig auf Kalkbasis. In den Kalkträgern werden wertvolle Nährstoffe eigelagert, die dann über Regen oder Gießwasser ausgeschwemmt und er Pflanze zugeführt werden.

Auch hier ist die Dosierung gut und umweltverträglich möglich. Andere Dünger werden zu Pellets zusammengepresst, die eine holzähnliche Struktur aufweisen.

Viele natürliche Dünger bestehen aus den direkten organischen Abfällen von Pflanzen. Schon unsere Großväter wussten, dass es dem Obstbaum gut tut, wenn man im Winter die gefallenen Blätter und restlichen Früchte an seinem Stamm sammelt, und er über den Winter neue Nährstoffe daraus ziehen kann.

Auch Viehdung kann bei vielen Pflanzen verwendet werden. Bei der Anwendung von Viehdung bei Nutzpflanzen sollte man jedoch aus nahe liegenden Gründen vorsichtig sein.

Erfahrene Gärtner bereiten ihre umweltschonenden Düngemittel selbst zu. Meist setzen sie dazu einen Sud aus mehreren Bestandteilen an, der über Tage, manchmal sogar über Wochen ziehen und gepflegt werden muss, damit er seine volle Wirkung entfalten kann.

Hat man sich für einen Dünger entschieden, sollte man auch wissen, wofür, wann und wie man diesen anwenden muss...

Welche Pflanzen gedüngt werden müssen

Im Grunde genommen, können alle Pflanzen gedüngt werden. Dabei kommt es aber auf die Bodenbeschaffenheit, die Muttererde und die Pflanze an. Pflanzen und Böden haben unterschiedliche Bedürfnisse. Ein Zuviel an Dünger kann auch schaden.

Das Angebot ist groß und deshalb auch ein bisschen unübersichtlich. Unerfahrene Gärtner müssen sich erst ein bisschen in die Thematik einarbeiten. In der freien Natur gedeihen Pflanzen auch hervorragend ohne Düngung.

Organische Stoffe verrotten und führen den Pflanzen Nährstoffe zu. Dies will auch ein Dünger leisten, nämlich die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen versorgen.

Ausschlaggebend für das Gedeihen der Pflanze sind aber auch noch andere Faktoren. So spielen auch die Wässerung, der Standort und damit die Lichtverhältnisse und eben die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle. Unter Umständen muss man für den Boden auch einen pH-Test machen, dann muss er eventuell aufgekalkt werden. Dies geschieht am besten im Frühjahr oder im Herbst.

Dünger für den Garten

Im Garten werden oft Pflanzen als Nahrungsmittel angepflanzt. Bei einem gesunden Boden reicht es normalerweise, wenn man Küchenabfälle kompostiert und diese als natürlichen Dünger verwendet.

Blühpflanzen kommen normalerweise auch ohne Dünger aus, je nachdem wie der Boden beschaffen ist. Jeder Rosengärtner, weiß aber zum Beispiel, dass er mit dem entsprechenden Dünger der Blütenpracht nachhelfen kann.

Es gibt ganz spezielle Dünger für entsprechende Pflanzenarten, so beispielsweise einen ausgesprochenen Rosendünger, der den Bedürfnissen der Rosen entspricht. Aber auch hier sollte man auf organischen Dünger zurückgreifen und auf Kunstdünger verzichten. Auch Hornspäne, Kompost oder Mist können als Dünger Verwendung finden.

Dünger fürs Haus und den Balkon

Ganz anders jedoch ist es bei Kübel- und Topfpflanzen oder Balkonpflanzen; sie sind von dem natürlichen Kreislauf abgeschnitten und werden vom Boden nicht mit den nötigen Mikroorganismen versorgt. Hier muss der Gärtner nachhelfen und die Pflanzen mit Dünger versorgen.

Es gibt Flüssigdünger und Langzeitdünger sowie Dünger für spezielle Pflanzenarten. Mit Flüssigdünger muss man regelmäßig gießen, bei Langzeitdünger hat man weniger Arbeit. In der Regel ist der Dünger in Dünger für Blüh- und Grünpflanzen unterteilt und dann gibt es eben noch den Spezialdünger.

Der richtige Zeitpunkt zum Düngen

Das Geheimnis vieler Hobbygärtner ist ein ausgeklügeltes Düngekonzept. Denn wer seine Pflanzen regelmäßig düngt, versorgt sie mit allen wichtigen Mineralstoffen. Nur so kann eine Pflanze ihre vollkommene Schönheit entfalten.

Doch beim Düngen kann man auch einige Fehler machen. Zu wenig Dünger nützt nicht, zu viel Dünger dagegen kann die Pflanzen und ihr Wurzelwerk verbrennen. Auch eine Düngung zum falschen Zeitpunkt oder in zu kurzen Abständen kann fatale Folgen haben.

Generell ist zu beachten, dass eine zu starke Düngung der Pflanze immer mehr schadet als nützt. Je nach Pflanzensorte sollte man sich also vor der Verabreichung von Düngemitteln im Fachhandel oder vom Gärtner beraten lassen. Wer unsicher ist, der sollte lieber mit einer niedrigeren Düngerkonzentration beginnen, und die Ergebnisse über einige Wochen hinweg beobachten.

Im Frühjahr

Bei sehr vielen Pflanzen und Gewächsen wird eine Düngung im Frühjahr empfohlen. Sie gibt der Pflanze die nötige Kraft, um üppig auszutreiben und Knospen oder Früchte zu bilden. Wird der Dünger im Frühjahr aufgebracht, so kann er über längere Zeit seine Wirkung entfalten.

Wichtig beim Düngen ist auch, dass keinesfalls auf einen trockenen Boden gedüngt wird. Die Wurzeln würden sonst beim nächsten Gießen oder dem nächsten Regen mit einer zu starken Düngerkonzentration in Berührung kommen. Düngen Sie also stets auf einen gut angefeuchteten Boden, im Freien am besten nach einem langen Regentag.

Im Frühjahr und Herbst

Grünflächen und Rasen sollten regelmäßig im Frühjahr und im Herbst gedüngt werden. Die Düngervarianten unterscheiden sich nach Jahreszeit.

  • Obstbäume sollte man in ausreichendem zeitlichen Abstand zur Blütezeit düngen, um einer zu hohe Düngemittelkonzentration in den Früchten vorzubeugen.
  • Bei Zimmerpflanzen ist eine regelmäßige Düngung wichtig. Sie sind nicht den Jahreszeiten ausgesetzt und fristen häufig ein langes Leben in ein und derselben Blumenerde, die irgendwann arm an Nährstoffen sein wird. Folgen Sie hier den Düngeempfehlungen des Herstellers, sie liegen meist bei einem Rhythmus von 3 bis 6 Wochen.
Bei Mineraldünger unbedingt die Anwendungshinweise einhalten
Bei Mineraldünger unbedingt die Anwendungshinweise einhalten

Tipps zur Anschaffung und Anwendung

Generell sollten Dünger und Düngemittel immer nach den vorgeschriebenen Methoden verwendet werden. In den meisten Fällen wird dafür eine bestimmte Menge Dünger in Wasser gegeben oder aufgelöst und damit die Pflanze gegossen. Dabei sollte das Wasser nicht eiskalt sein.

Achten Sie beim Kauf von Düngemitteln auch auf den Preis. Bei vermeintlich höherpreisigen Produkten handelt es sich häufig um Konzentrate, die verdünnt werden müssen, und in der Anwendung größere Mengen ergeben, also in Wirklichkeit preisgünstiger sind.

Die meisten Produkte sind auf eine spezielle Pflanzenart ausgerichtet, bei der sie die optimale Wirkung entfalten. Bei der falschen Pflanze angewendet, können Düngemittel auch wie Giftstoffe wirken, und die Pflanze zerstören.

Um Schäden an den Pflanzen zu vermeiden, sollten einige Regeln beachtet werden.

  • Man sollte den Dünger weder öfter anwenden, als vom Hersteller angegeben, noch überdosieren.
  • Am besten düngt man früh morgens oder spät nachmittags - bei starker Sonneneinstrahlung sollte es vermieden werden.
  • Man sollte niemals bei trockenem Substrad düngen.
  • Abgesehen von einer speziellen Blattdüngung sollten die Blätter nie mit Dünger in Berührung kommen.
  • Besser ist, man düngt öfter und schwächer, als selten und hoch.
  • Hat man das Düngen ein Mal vergessen, sollte man keinesfalls beim nächsten Mal in doppelter Menge nachdüngen.

Generell sollte man die Dosierung im frühen Herbst reduzieren, im weiteren Verlauf langsam einstellen und während der Überwinterung der Pflanzen komplett darauf verzichten. Als Ausnahme gelten Pflanzen, die auch im Winter einen hellen und warmen Standort benötigen, um weiter zu wachsen.

Häufig kommt es während dieser Zeit aufgrund von Lichtmangel, trotz bestehender Wärme, zum Vergeilen der Pflanzen. Das heißt, dass diese ein beschleunigtes Längenwachstum aufweisen, um eine mögliche Lichtquelle zu erschließen; die Blätter bleiben häufig klein und zudem verfärben sie sich bräunlich oder gelblich. Um dies zu vermeiden, sollte auf einen stark stickstoffreduzierten Dünger zurückgegriffen werden.

Düngemittel eignen sich in der Regel für den mehrmaligen Gebrauch; um diesen zu gewährleisten, kommt es auf die richtige Lagerung an...

Optimale Lagerung von Düngemitteln

Die meisten Düngemittel enthalten Pestizide, die zum Teil schon in kleinen Mengen gesundheitsschädlich sind. Deshalb sollten Sie es sich gut überlegen, ob Sie Düngemittel in größeren Mengen in Ihren Privaträumen einlagern.

Flüssiger Blumendünger für Zierpflanzen wird meist in Flaschen zu 0,5 Litern oder 1 Liter angeboten. Diese Flaschen haben einen kindersicheren Schraubverschluss. Es spricht nichts dagegen, sie im Haushaltsschrank aufzubewahren, jedoch sollte man darauf achten, dass sie sich außerhalb der Reichweite von Kindern befinden.

Düngemittel für den Garten

Düngemittel für den Gartenbereich lagert man am sichersten

  • im Geräteschuppen
  • im Gartenhaus oder in der Garage. Eine Einlagerung im Keller nimmt nicht nur unnötig Platz weg, sondern ermöglicht auch, dass Ausdünstungen der Düngemittel in die Wohnräume gelangen. Selbst wenn diese nicht unmittelbar gesundheitsschädlich sind, so verbreiten sie doch häufig einen unangenehmen Geruch.

Naturdünger

Naturdünger, die eingelagert werden, sollten immer gut verschlossen sein. Sie ziehen Mäuse, Ratten und andere Nager an, die gerne Löcher in die Umverpackungen nagen.

Manche Dünger sind auch so komprimiert, dass sie der Luft Feuchtigkeit entziehen und dadurch selbst feucht werden. Feucht gewordener Dünger klumpt oder klebt; nicht selten schimmelt er auch.

Wenn die Düngemittel also über einen längeren Zeitraum hinweg gelagert werden sollen, dann müssen sie vor Feuchtigkeit gut geschützt werden. Dazu gehört auch, Behältnisse mit Düngemitteln nicht unmittelbar an Außenwänden aufzustapeln. Lassen Sie immer mindestens 10 cm Abstand zur Wand, so dass die Verpackung gut hinterlüftet werden kann.

Allgemeine Tipps

Auch sollten sie keinen allzu extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Manche Düngemittel verlieren ihre Funktionalität, wenn sie Temperaturen unter Null Grad erreichen und gefrieren.

Andere vertragen keine Hitze, sondern trocknen bei zu großer Wärme aus. Besonders bei chemisch angereicherten Düngemitteln ist dies häufig der Fall.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Düngemittel nicht über Jahre lagern. Am besten sollte innerhalb derselben Saison verbraucht werden, was eingekauft wurde, spätestens aber in der darauffolgenden Saison. Großpackungen sind in der Anschaffung proportional günstiger als Kleinpackungen.

Bevor Sie sich aber einen privaten Lagerbestand anlegen, planen und kaufen Sie lieber mit einem oder mehreren Nachbarn gemeinsam ein. So lässt sich gleichzeitig Geld sparen und das Thema des Einlagerns umgehen.

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  • junge Pflanze © blacksock - www.fotolia.de
  • Mineraldünger - mineral fertilizer 10 © Lianem - www.fotolia.de
  • Friedhofsmüll © Martina Berg - www.fotolia.de

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