Patchworkfamilien - Entstehung, Formen, Funktionsweise, mögliche Probleme und Infos zur Rechtslage

Eine Patchworkfamilie entsteht dann, wenn nach einer Trennung, einer Scheidung oder dem Tod eines Lebens- oder Ehepartners, eine neue Partnerschaft eingegangen wird und Kinder aus der früheren Beziehung mitgebracht werden. Dabei können nur ein Partner oder auch beide Seiten Kinder mit in die neue Partnerschaft bringen. Ein nicht ganz leichter Alltag begleitet die meisten Patchworkfamilien. Lesen Sie über die Formen der Patchworkfamilien und erfahren Sie außerdem etwas über die Rechtslage.

Wie man als Patchworkfamilie erfolgreich zusammenwachsen und mögliche Startschwierigkeiten meistern kann - Infos zur rechtlichen Lage und Pflicht

Entstehung und Formen einer Patchworkfamilie

"Patchwork" kommt aus dem englischen Sprachraum von "Flickenteppich", also eine zusammengeflickte Familie oder auch Stieffamilie genannt. Oft wird die Familie noch durch die Geburt gemeinsamer Kinder der aktuellen Partner erweitert. Es gibt dann unter Umständen in der Familie

  • leibliche Geschwister
  • Halbgeschwister und
  • Stiefgeschwister.

Eine Patchworkfamilie weicht vom klassischen Vater-Mutter-Kind-Ideal ab und hat daher viele Gesichter. So ist

ebenso eine Patchworkfamilie, wie die Familie, in der ein Mann mit einer Frau, welche bereits eine gescheiterte Beziehung hinter sich haben, eine neue Beziehung eingeht und jeder eigene Kinder in die neue Beziehung mit einbringt. Das ist wohl die Konstellation, die die meisten mit dem Begriff "Patchworkfamilie" zusammenbringen. In Deutschland lebt etwa jede sechste Familie in einer solchen Beziehung.

Für Abwechslung ist in Patchwork-Familien immer gesorgt. Im Idealfall erleben Eltern und Kinder das bunte Miteinander als Bereicherung: Sie lernen, ihre Bedürfnisse klar zu formulieren und Kompromisse einzugehen.

Verschwägert, aber nicht verwandt

Die Stiefangehörigen unter sich sind in den meisten Fällen lediglich verschwägert, aber nicht verwandt. Das weitere Familiennetzwerk gestaltet sich oft ein bisschen kompliziert, weil noch weitere, zum Beispiel nicht leibliche Großeltern oder andere, nicht biologische Verwandte hinzukommen. Durch höhere Scheidungsraten gibt es auch immer mehr Patchworkfamilien.

Traumatische Vergangenheit belastet Beziehungen

Bis auf den Anteil der allein Erziehenden, die bis zur Gründung einer neuen Partnerschaft die Kinder schon ohne Partner erzogen haben, haben die meisten Patchworkfamilien einen Verlust erlebt - den des Partners oder eines Elternteils.

Dies kennzeichnet die erst einmal schwierige Konstellation. Oft kommen für die Kinder dann auch noch neue Partner und eventuell deren Kinder des nicht im Haushalt lebenden Elternteils hinzu. Die Lebensumstände müssen neu organisiert werden und die Verwandtschaftsverhältnisse werden umfangreicher, wobei es sich nicht um Verwandtschaft im biologischen oder rechtlichen Sinne handelt.

Neues Beziehungsgeflecht in unterschiedlichen Patchwork-Modellen

Patchworkfamilien werden im Gegensatz zur Herkunftsfamilie unter Umständen um einige Personen erweitert; wie sich dieses neue Beziehungsgeflecht gestaltet, muss erprobt werden.

Bei der Patchworkfamilie gibt es unterschiedliche Modelle:

  • Die Familie eines Mannes und seiner Kinder kann durch eine Stiefmutter erweitert werden.

  • Die Familie einer Frau und ihrer Kinder kann durch einen Stiefvater erweitert werden.

  • Beide, Frau und Mann können Kinder aus vorangegangenen Partnerschaften mit in die Beziehung bringen.

  • Zu allen drei Modellen können die Partner auch noch einmal mindestes ein gemeinsames Kind bekommen.

  • Es kann auch sein, dass ein nicht leibliches Kind im Haushalt lebt und mit aufgezogen wird.

Die meisten rechtlichen Regelungen sind auf die klassische Familie ausgelegt. Deshalb kann es bei Patchworkfamilien unter Umständen zu rechtlichen Schwierigkeiten kommen.

Damit das neue Familienkonstrukt für alle Beteiligten funktioniert, müssen die Eltern jedoch besondere Hürden meistern. Was sind typische Probleme – und wie lassen sie sich lösen?

Konfliktpotential

Eine Patchworkfamilie hat oft nicht nur mit den normalen Alltagsproblemen einer Familie zu kämpfen. Besonders die Kinder haben innere und äußere Konflikte zu lösen.

Zum einen mussten sie erst die Trennung vom anderen leiblichen Elternteil miterleben, welche bei ihnen eine tiefe Wunde hinterlassen hat. Zum anderen erleben sie nun, wie sich der verbliebene Elternteil einer neuen Liebe zuwendet.

Dies kann zu großen Konflikten führen. Auch eventuell vorhandene Kinder des neuen Partners lösen einen großen Zwiespalt aus. Das Zusammenwachsen zu einer Familie stellt an alle Beteiligten große Anforderungen. Die Mühe lohnt sich aber, denn auch eine Patchworkfamilie kann ein stabiles Familiengefüge erhalten.

Wärmende Decke oder löchriges Flickwerk

Die Frau hat bereits zwei Kinder, der Mann bringt ebenfalls seinen Nachwuchs in die neue Beziehung mit, hinzu kommt ein gemeinsames Baby – das ist allein logistisch eine riesige Herausforderung. Wer macht wann was? Der Kalender von Patchwork-Familien gleicht dem Dienstplan eines mittleren Unternehmens.

Wenn Kinder aus mehreren Beziehungen unter ein gemeinsames Dach ziehen, treffen aber auch unterschiedliche Persönlichkeiten und Bedürfnisse aufeinander. Konflikte bleiben da nicht aus.

Oft fühlen sich einzelne Mitglieder des Flickenteppichs zu wenig beachtet oder ausgegrenzt. Speziell die Kinder stehen unter dem Druck, sich mit fremden Geschwistern zu arrangieren und zugleich loyal gegenüber beiden Eltern zu sein. Das erfordert Flexibilität und die Fähigkeit zu konstruktiver Kommunikation bei allen Beteiligten.

Konkurrenzdenken und Überforderung

Menschen mit unterschiedlichen Charakterzügen, Vorlieben und Abneigungen müssen sich erst kennen lernen und auch gegenseitig annehmen. Gerade für Kinder stellt der neue Partner des Elternteils oft eine Bedrohung dar, sie empfinden ihn als Konkurrenz zum von der Familie getrennten Elternteil.

Eine Trennung und Scheidung ist für Kinder schon schwer genug, sich dann noch auf eine Stiefmutter, Stiefvater oder auch Stiefgeschwister einzulassen, überfordert oft ihre psychische Kapazität. Die neuen Familienmitglieder haben dann erst einmal mit Ablehnung und auch Kämpfen zu rechnen. Der neue Familienverband fordert viel Verständnis, Flexibilität und Einfühlungsvermögen; für die Kinder ist er oft ein emotionaler Spagat zwischen der Herkunftsfamilie und der neu gegründeten.

Lösungsstrategien

Trennungsschmerz will aufgearbeitet werden und Konflikte und Spannungen sind eigentlich schon vorprogrammiert. Ein Gerangel um die Liebe und die Gunst der Eltern ist wahrscheinlich.

Da müssen alle Beteiligten zu Kompromissen bereit sein. Auf der anderen Seite kann aber das zwischenmenschliche Miteinander gefördert und die soziale Kompetenz geschult werden.

Wichtig in einer solchen Familie ist es zu erst einmal, dass jeder seine Rolle kennt und in diese hineinwächst. Dafür ist Geduld und Ausdauer gefragt. Experten schätzen diese "Platzfindung" auf eine Dauer von bis zu sieben Jahren. Da sich die Kinder oft am schwersten tun, sollte jedes Kind ernst genommen werden.

Gespräche über die Ängste und Erwartungen aller Familienmitglieder sollten öfters auf der Tagesordnung stehen und alle sollten daran teilhaben. Dies hilft zum einen, den Zusammenhalt zu stärken und zum anderen, Verständnis für die anderen Familienmitglieder zu erlangen. Andererseits ist es aber auch wichtig, dass jedes Kind auch einzeln die Möglichkeit hat, mit Vater oder Mutter Zeit zu verbringen, um nicht zu vereinsamen.

Mit der alten Beziehung abschließen

Patchwork-Eltern können für die Eltern ein wichtige Funktion übernehmen. Ein Ersatz für den leiblichen Vater oder die leibliche Mutter sind sie aber nicht.

Beide Partner sollten deshalb mit der vorherigen Beziehung abgeschlossen haben und keine Schuldfragen mehr stellen. Das sorgt für einen gleichberechtigten Umgang und erspart den Kindern das Gefühl, auf ein Elternteil Rücksicht nehmen oder Partei ergreifen zu müssen.

Viel Zeit, wenig Druck

Mann und Frau sind sich einig: Wir wollen unsere Familien zusammentun und einen neuen Anlauf wagen. Die Liebe lässt diesen Schritt ganz einfach erscheinen.

Für die Kinder ist an der neuen Konstellation aber nichts selbstverständlich. Erst recht nicht, wenn ihre Eltern bereits feste Vorstellungen haben, wie das Patchwork aussehen soll.

Familientherapeuten empfehlend deshalb, sich mit dem Zusammenziehen viel Zeit zu lassen. Nach zwei oder drei gemeinsamen Urlauben kann man zunächst zur Probe zusammen wohnen.

Auch für die Eltern ist diese Phase wertvoll. Denn auch sie müssen zu den fremden Kindern erst eine tragfähige Beziehung aufbauen. Mutter- oder Vaterliebe stellen sich nicht sofort ein, eventuell nie. Dann sollten Stiefeltern sich keinen Druck machen: Ihre Beziehung zum Kind darf anders sein als bei den leiblichen Eltern.

Umgangstipps - wenn der Partner mit Anhang kommt

Wie ein Blick in die städtischen Parks und in die Statistiken des Bundesamtes zeigen, gibt es immer mehr alleinerziehende Elternteile. Für Singles bedeutet das, dass ihr künftiger Partner womöglich bereits mit Anhang – entweder Vollzeit oder Teilzeit – in ihr Leben tritt. Es kann schon ziemlich kompliziert sein, mit einen Mann oder einer Frau auszugehen, die mit jemand anderen eine Familie gegründet haben.

Streng genommen gehen Sie nämlich nicht nur mit dem Vater (oder der Mutter) der Kinder aus, sondern auch mit den Kindern selbst. Es geht also nicht nur darum, einen guten Eindruck auf den Kandidaten ihres Herzens zu machen, sondern – sofern sie Ihnen vorgestellt werden – auch seine Kinder von Ihren Qualitäten zu überzeugen.

Richtiger Umgang mit den Kindern

Unter Garantie wird es Situationen geben, in denen Sie sich fehl am Platze fühlen. Und das ist vollkommen okay.

Schließlich können Sie nicht kontrollieren, wie seine Kinder auf Sie als neuen Partner im Leben des Elternteils ansprechen. Aber Sie können auf die Reaktionen der Kinder reagieren und Sie zu Verbündeten machen oder zumindest in Schach halten.

Eine neue Art der Beziehung

Eine Beziehung mit einem Elternteil ist nicht mit anderen Beziehungen zu vergleichen, in Ihr Partner kinderlos war.

Und wenn Ihnen dieser Gedanke Sorgen bereitet, sollten Sie sich rechtzeitig fragen, ob die Konstellation wirklich das bieten kann, was Sie von einer Beziehung erwarten:

  • Mögen Sie Kinder?

  • Möchten Sie vielleicht später selbst einmal welche haben?

  • Wird Ihr Partner mit Ihnen eine Familie gründen wollen, obwohl er schon Kinder in die Welt gesetzt hat?

Es ist wichtig, dass Sie diese Fragen so früh wie möglich mit den neuen Menschen an ihrer Seite abklären, um später schmerzhafte Enttäuschungen zu vermeiden.

Machen Sie sich bewusst, dass die Kinder für Ihren Partner das Wichtigste in seinem Leben sind und Sie sich diesen Umstand für immer und ewig unterordnen müssen. Wenn Ihnen die Vorstellung nicht gefällt, dass Sie ihren neuen Partner mit seinen Kindern teilen müssen, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Beziehung zu beenden.

Große Verantwortung tragen

Kinder brauchen Geborgenheit und Sicherheit. Sie sind keine emotionslosen Zimmerpflanzen. Je länger Sie mit ihren Partner zusammen sind und je besser Sie seine Kinder kennen lernen und diese sich an Sie gewöhnen und idealerweise sogar ins Herz schließen, um so mehr Verantwortung kommt Ihnen auch zuteil.

Wenn es in der Beziehung einmal etwas holperig wird, sollten Sie dies niemals vergessen und einfach so die Trennung einläuten. Sie mögen zwar für die Kinder ihres Partners keine Ersatzmutter sein, aber möglicherweise doch so etwas wie die große Schwester.

Damit gehören Sie also zur Familie. Und der Verlust eines Familienmitgliedes ist für Kinder immer ein traumatische Erfahrung.

Erziehungsfragen klären

Um mit allen Kindern klar zu kommen, sollten sich auch beide Partner von Anfang an über die Erziehung einig sein. Hier stellt sich im Allgemeinen die Frage "Wer erzieht wen?".

Für die Kinder ist es meist genug verwirrend, dass sie eine Bezugsperson verloren haben oder nur noch selten sehen. Kommt nun plötzlich eine "Ersatzmama" oder ein "Ersatzpapa" und will miterziehen, sind Konflikte oft vorprogrammiert und es kommt sogar vor, dass sich verhärtete Fronten bilden, die sehr schwer oder manchmal auch gar nicht mehr einzureißen sind. Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten sich beide Partner über die künftige Erziehung der eigenen Kinder und der des neuen Partners absprechen.

Wichtig in der neuen Familie ist die Akzeptanz untereinander. Wenn sich alle Familienmitglieder gegenseitig akzeptieren, ist das der beste Weg zu einer harmonischen Familie.

Genau hinschauen, gut absprechen

Die Trennung der Eltern ist für alle Kinder belastend. Meist fühlen sie sich enttäuscht und verraten.

In einer neuen Beziehung ist es deshalb besonders wichtig, die Kinder zu sehen und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Natürlich lassen sich nicht alle Wünsche erfüllen, Eltern und Kinder können jedoch gemeinsam nach Kompromissen suchen.

Flexibel sein

Die Kinder müssen sich immer wieder auf neue Regeln, Gewohnheiten und Verhaltensweisen einlassen. Dafür braucht es vor allen Dingen eine gehörige Portion an Flexibilität. Oft trauern die Kinder noch um ihre Herkunftsfamilie und brauchen Zeit, um die Trennung oder den Tod eines Elternteils zu verarbeiten.

Zwischen den Stiefgeschwistern kann es oft zu Rivalitäten kommen, aber dies kann auch bei leiblichen Geschwistern passieren und es ist die Frage, wie alle Beteiligten damit umgehen.

  • Die Kinder sollten im leiblichen Elternteil einen zuverlässigen Partner finden, der zu ihnen hält und immer ein offenes Ohr hat.
  • Der leibliche Elternteil muss genügend Aufmerksamkeit und Zuwendung geben, damit sich die Kinder nicht verloren fühlen.

Die Partner, die sich neu gefunden haben, haben meist sehr hohe Erwartungen an die neue Partnerschaft, aber mit Kindern sollten von vorneherein Tiefpunkte mit eingeplant werden. Der nicht im Haushalt lebende Elternteil muss akzeptiert werden, dies ist für Kinder sehr wichtig, denn sie lieben beide Elternteile.

Wie eine Mutter-Kind-Kur Patchworkfamilien helfen kann

Mutter-Kind-Kuren stellen eine hilfreiche Möglichkeit dar, sich als Elternteil auf die neue Situation mit einem Kind einzustellen. Man bekommt Unterstützung beim richtigen Umgang sowie nützliche Tipps und Hinweise. Auch soll man sich während der Kur vom Stress der Geburt erholen.

Doch nicht nur in dieser Situation werden Mutter-Kind-Kuren gerne in Anspruch genommen. Auch wenn es um das Einleben in einer Patchwork-Familie geht, kann ein Aufenthalt in so einer Kurklinik nützlich sein.

Es ist nicht immer von vorneherein einfach, sich mit dieser Gegebenheit auseinander zu setzen. In vielen Fällen braucht es Jahre, bis sich ein stimmiges Familienleben etabliert hat. Durch so eine Kur kann sowohl dem betroffenen Elternteil als auch den Kindern dabei geholfen werden, sich auf das Leben in einer Patchwork-Familie einzustellen und damit klar zu kommen.

Fazit

Die Kinder haben dabei meist kein großes Mitspracherecht und sind gezwungen, in diesem neuen Familienverband zu leben, ob sie sich wohlfühlen oder nicht. Trotzdem sind die Prognosen gar nicht so schlecht, wenn sie etwas finden, was sie verbindet. Vor allen Dingen brauchen Patchworkfamilien Geduld.

Konflikte sind in Familien unvermeidbar. Schließlich haben alle Beteiligten unterschiedliche Interessen. Im Patchwork-Konstrukt potenzieren sich die Unterschiede und damit auch die Konfliktbereiche.

Wenn Eltern und Kinder respektvoll miteinander umgehen und einen konstruktiven Kommunikationsstil pflegen, lassen sich für viele Konflikte jedoch Lösungen finden.

Auf lange Sicht werden die Familienmitglieder dadurch sozial kompetenter: Sie lernen, flexibel auf verschiedene Situationen zu reagieren und gemeinsam Lösungen zu suchen. Das Ergebnis mag zwar nicht immer einem akkurat genähten Patchwork entsprechen, aber auch krumme Nähte halten eine Decke zusammen.

Die Rechtslage bei Patchworkfamilien

Die Anzahl an Patchworkfamilien wächst stetig. Diese neue Lebensform wirft viele Fragen auf; da ist es auch wichtig, sich über rechtliche Fragen Gedanken zu machen.

Sorgerecht, Bildungs- und Gesundheitsfragen

In den meisten Fällen haben bei einer Scheidung die Eltern ein gemeinsames Sorgerecht. In eheähnlichen Gemeinschaften kann dieses beantragt werden, oft hat aber auch die Mutter das alleinige Sorgerecht.

In Alltagsfragen ist meist allein der Partner zuständig, bei dem das Kind lebt.

  • Medienkonsum
  • Schlafenszeiten und
  • Erziehungsstil

werden von dem Elternteil bestimmt, in dessen Haushalt das Kind lebt. Natürlich kann der andere Elternteil seine Wünsche anmelden; ob diese berücksichtig werden, ist die Frage.

Geht es dann allerdings um Fragen nach

müssen beide Elternteile entscheiden. Der Stiefelternteil hat kein Mitspracherecht und kann für das Kind keine wichtigen Entscheidungen treffen, außer man hat ihm eine Vollmacht gegeben.

Umgangsrecht

Das Umgangsrecht sieht vor, dass zuerst die leiblichen Eltern, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, das Kind sehen dürfen, dann nahe Verwandte wie die Großeltern. Stiefeltern haben keine Pflichten, aber ein Anrecht das Kind zu besuchen.

Unterhalt, Namensänderung, Hochzeit und Hartz IV

Für den Unterhalt der Kinder, die in eine Patchworkfamilie mitgebracht werden, kommen die leiblichen Eltern auf. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel die Stiefeltern verdienen; der Unterhaltsanspruch bleibt bestehen. Die Stiefeltern sind auch nach einer Eheschließung nicht zum Unterhalt für die Kinder verpflichtet.

Anders verhält es sich mit dem Unterhaltsanspruch des Partners - dieser erlischt normalerweise, wenn er eine neue Partnerschaft eingeht. Dies ist aber etwas komplexer und man sollte sich ausführlich informieren.

Bei der Namensführung gibt es unterschiedliche Modelle. Grundsätzlich behält jedes Kind seinen Namen aus der Geburtsurkunde. Auf Antragstellung, wenn es zum Beispiel aus psychischen Gründen wichtig ist einen gemeinsamen Namen zu führen, kann eine Namensänderung mit und ohne Einverständnis des leiblichen Elternteils beantragt werden.

Der Name kann dann geändert werden oder es kann auch Doppelnamen geben. Dies ist dann eine gerichtliche Entscheidung. Bei Krankenkassen können nur die leiblichen Kinder beitragsfrei familienversichert werden.

Der Lebenspartner kann nur nach einer Heirat mitversichert werden. Wird in einer Patchworkfamilie kein Ehevertrag gemacht, gilt die Zugewinngemeinschaft. Mit Hartz IV kann es bei Patchworkfamilien problematisch werden.

Quellen:

  • Monika Kiel-Hinrichsen: Die Patchworkfamilie: Vom Beziehungschaos zur intakten Lebensgemeinschaft, Urachhaus, 2003, ISBN 3825173895
  • Natascha Becker: Leben in der Patchwork-Familie: So gelingt der Familienmix, Egmont Vgs, 2001, ISBN 3802514556
  • Gerhard Bliersbach: Leben in Patchwork-Familien. Halbschwestern, Stiefväter und wer sonst noch dazugehört, Psychosozial-Verlag, 2007, ISBN 3898067432

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