Kutschfahrten - Merkmale, Anlässe und Planungstipps

Pferde vor weiße Kutsche gespannt, im Hintergrund Riesenrad unter blauem Himmel

Kutschfahrten für jeden Anlass

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  • von Paradisi-Redaktion

In längst vergangenen Jahren noch das wichtigste Fortbewegungsmittel, werden Kutschfahrten heute nur noch zu bestimmten Anlässen gebucht. Sie eignen sich sehr gut als Geschenk und werden häufig auch in einem besonders romantischen Rahmen gebucht. Doch auch zu anderen Gelegenheiten bieten sich Kutschfahrten an. Lesen Sie über Merkmale und Anlässe für Kutschfahrten und holen Sie sich Tipps zur Planung.

Kutschfahrten - Generelle Merkmale und Anlässe

Kutschfahrten zählen zu den beliebtesten Geschenkideen, wenn es darum geht, seinen Liebsten eine Freude zu machen. Galten sie damals noch als Fortbewegungsmittel und ebenso Statussymbol, werden sie heute eher für das Vergnügen und Erlebnis gebucht.

Im Allgemeinen werden Kutschfahrten auch als Kremserfahrten bezeichnet. Alles was es braucht, ist ein Wagen sowie ein Gespann von Pferden.

Je nach Personenzahl kann die Anzahl der im Gespann befindlichen Pferde angehoben werden. Gerade bei Ausflügen mit der Familie, Stadtfesten oder Betriebsausflügen finden Kremser Anwendung.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Ob schlicht oder festlich geschmückt - schon der Anblick von Pferden und einer imposanten Kutsche inmitten eines Stadtfestes zieht alle Blicke auf sich. Nostalgisch wird es bei einer Fahrt in

  • der Postkutsche
  • einem Jagdwagen oder
  • einem Landauer.
Die Hofburg zu Wien, Österreich, davor Fiaker (Kutsche) mit Pferden
Die Hofburg zu Wien, Österreich, davor Fiaker (Kutsche) mit Pferden

Dabei handelt es sich um detailgetreue und liebevoll gestaltete Nachbauten zahlreicher Modelle aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Heute mit modernen Scheibenbremsen und doch recht komfortablen Sitzmöglichkeiten ausgestattet, fühlt man sich dennoch wie Prinz und Prinzessin.

Gerade für eine Hochzeit werden Postkutschen oder Landauer sehr gern genommen. Das historische Erscheinungsbild und die Dekorationsmöglichkeiten, lassen die Hochzeit wie in einem Märchen erscheinen und den Tag unvergesslich werden.

Warum bis zu Hochzeit warten? Ein Heiratsantrag während einer romantischen Kutschfahrt mit einem anschließenden Picknick wird garantiert nicht abgelehnt.

Planwagenfahrten erfreuen sich bei einer größeren Menge von Personen großer Beliebtheit, aber auch Kinder wissen dieses Abenteuer zu schätzen, ist doch ein Hauch von Wildem Westen zu spüren. Planwagen sind überdachte Kutschen und bieten den Vorteil, auch plötzlichen Regeneinbrüchen bzw. unstetigem Wetter die Stirn bieten zu können.

Kutschfahrten lassen sich selber planen oder etwa als Gutschein verschenken. Letztere Variante erweist sich als praktisch, wenn man nicht genau weiß, wann der oder die Beschenkte Zeit dafür finden könnte - so kann die Person sich in Ruhe einen Termin aussuchen.

In erster Linie mögen einem bei einer Kutschfahrt romantische Momente zu zweit in den Sinn kommen. Doch auch für Freundinnen oder Freunde sowie mit der ganzen Familie finden sich passende Angebote: so kann man sie etwa zum Junggesellenabschied oder einen Kindergeburtstag buchen.

Besonders schön sind solche Fahrten etwa im Sommer, aber auch im Winter, wenn die Landschaft mit Schnee bedeckt ist. Je nach Region werden in diesem Zusammenhang auch Pferdeschlittenfahrten angeboten.

Wer eine Kutschfahrt bucht, bekommt den Kutscher dazu. Häufig hat er auch besondere Angebote, wie etwa einen beheizten Wagen oder Musik. Manchmal kann man auch Verpflegung sowie Getränke hinzubuchen.

Besonders romantische Kutschfahrten werden häufig gebucht...

Eine romantische Fahrt in der Kutsche: Tipps zur Planung

Sich einmal wie eine Prinzessin fühlen – dazu gehören natürlich auch eine prunkvolle Pferdekutsche und der perfekte Traumprinz. Wer seinen Prinzen schon gefunden hat oder seiner Prinzessin eine kleine Freude machen möchte, kann sich schon einmal nach einem Anbieter für Kutschfahrten in der Umgebung umsehen. Es gibt wohl kaum ein romantischeres Fortbewegungsmittel und keinen besser Weg, um jemandem seine tiefe Zuneigung zu zeigen.

Zu einer richtigen Märchenhochzeit passt einfach kein Auto, so schön es auch geschmückt sein mag. Einzig und allein eine Pferdekutsche kann das Bild entsprechend abrunden.

Ausschnitt einer weißen Hochzeitskutsche mit roten Rosen, weißes Pferd
Ausschnitt einer weißen Hochzeitskutsche mit roten Rosen, weißes Pferd

Der passende Anbieter

Zuerst einmal muss natürlich eine Kutsche her. Hierbei sollte man stets gut aufpassen und niemals sein Ziel aus den Augen verlieren.

Kutschfahrt ist nämlich nicht gleich Kutschfahrt. Neben der romantischen Variante gibt es auch Ausflüge für Kinder und echte Westernfans. Da rollt man nicht langsam und gemütlich über eine schöne Allee, sondern prescht im schlimmsten Fall über einen abgeernteten Acker.

Es lohnt sich daher, bei mehreren Anbietern nachzufragen und sich genau zu erkundigen, in welchem Rahmen die Kutschfahrt gehalten wird. Außerdem sollte man schon bei der Anmeldung deutlich machen, dass man zu zweit unterwegs sein möchte. Das kostet zwar in der Regel mehr, man läuft jedoch nicht Gefahr, sich seinen romantischen Ausflug von einer lärmenden Meute kaputt machen zu lassen.

Adressen von passenden Anbietern holt man sich entweder in einem Brautmodengeschäft oder bei einem Fachhandel für Pferdesportartikel. Auch Annoncen in der Zeitung können hilfreich sein. Am besten ist es jedoch, direkt den Kutscher anzusprechen, wenn man zufällig ein Gespann sieht, dass den eigenen Erwartungen ganz genau entspricht.

Die richtigen Kontakte knüpfen

Bei der Suche nach einem passenden Kutscher fragt man am besten solche Leute, die sich beruflich mit Hochzeiten beschäftigen. Sie haben die richtigen Kontakte, so dass es am Ende keine große Enttäuschung gibt.

Man sollte darüber hinaus nur bei solchen Anbietern nachfragen, die regelmäßig Hochzeiten bedienen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Pferde den Trubel gewöhnt sind und nicht vor lauter Angst durchgehen.

Frühzeitige Organisation

Damit auch alles glatt geht, sollte man sich bereits dann um die Kutsche kümmern, wenn der Hochzeitstermin feststeht. Viele Paare möchten unbedingt von weißen Schimmeln zu ihrem großen Tag gefahren werden, weshalb die Nachfrage entsprechend groß ist. Außerdem muss frühzeitig bekannt sein, welche Art von Kutsche verwendet wird, damit man mit dem Floristen den passenden Blumenschmuck absprechen kann.

Den Ablauf planen

Hat man einen passenden Anbieter gefunden, der am Wunschtermin noch nicht anderweitig gebucht ist, geht es an die Feinabstimmung. Schließlich möchte man sich am großen Tag selbst entspannen und nicht noch in letzter Minute den Schaden kitten müssen, weil etwas schief gegangen ist.

Zwischen Abholung durch den Kutscher und Sektempfang sollte zum Beispiel ein großzügiges Polster sein, da man in der Regel sowieso nie pünktlich fertig wird. Möchte man nicht gleich heiraten, sondern nur mit seinem Partner ein paar romantische Stunden verleben, braucht man sich um Termine und Dekoration nicht weiter zu kümmern. Alles was man tun muss, ist mit dem Kutscher eine bestimmte Route und einen festen Termin zu vereinbaren.

Wichtige Utensilien

Damit die romantische Geste auch ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte man zeigen, dass man nicht nur zum Telefonhörer gegriffen, sondern sich wirklich angestrengt hat. Dazu braucht man in der Regel nur ein paar Blumen, eine warme Decke und die richtigen Worte.

Besonders, wenn die Kutschfahrt bei kühlem Wetter stattfinden soll, gehört neben der Decke auch eine Thermoskanne mit warmen Getränken ins Gepäck. Ansonsten dürfen eine Flasche Champagner und ausgewählte Früchte nicht fehlen.

In der Regel wird eine romantische Kutschfahrt als Überraschung geplant. Damit die Person, die man einlädt, nicht in Highheels oder einer ähnlich ungünstigen Garderobe auftaucht, sollte man sich eine kleine Ausrede einfallen lassen, warum gerade diese Kleidung eher ungünstig ist.

Mehrere Highlights

Besonders schön wird der Ausflug, wenn die Kutschfahrt nicht das einzige Highlight bleibt. So kann man beispielsweise einen Tisch in einem schönen Restaurant reservieren oder aber ein rustikales Lagerfeuer planen. Für solche Zusatzevents braucht man in der Regel einen kleinen Helfer, der die benötigten Sachen pünktlich an Ort und Stelle schafft und sie auch wieder abholt, ohne dabei die Zweisamkeit zu stören.

Urlaub mit Entschleunigung: Mit Pferd und Planwagen durch die Uckermark

Ruhiger Urlaub für Natur- und Pferdeliebhaber

Feldweg an Feld mit gelben Blumen im Steigerwald
steigerwald7 © WernerHilpert - www.fotolia.de

Eine neue Art, die fast menschenleere ruhige Uckermark kennenzulernen, bietet Celine Native Caravan nun an: Hier kann sich jeder für eine Woche einen Planwagen samt Pferd ausleihen und damit gemütlich über ruhige Nebenstraßen und Feldwege zuckeln und dabei ganz entspannt die Natur genießen.

Ausstattung des Planwagens

Im Planwagen ist genug Platz für vier Personen, so dass sich der Planwagen-Urlaub auch hervorragend für Familien eignet: Neben einem fest installierten Stockbett lässt sich auch der Tisch mit zwei Bänken zu einem Doppelbett umbauen. Eine Zwölf-Volt-Batterie liefert Strom für die Beleuchtung und auf dem Gasherd kann warm gekocht werden. Auch ein Wassertank ist mit an Bord und Kartenmaterial für die einwöchige Tour gibt es zusätzlich.

Einführungskurs ist Pflicht

Angst vor Pferden sollten die Urlauber natürlich nicht haben: Schließlich müssen sie sich auch um den gutmütigen Kaltblütler kümmern, der sie eine Woche lang durchs Land zieht. Ehe die Fahrt losgehen kann, muss jeder Teilnehmer einen kurzen Einführungskurs absolvieren, bei dem das Ein- und Ausspannen des Pferdes und das Lenken geübt wird. Erst dann kann es losgehen.

Lohnenswerte Angebote

Kutschfahrten werden in ganz Deutschland angeboten. Empfehlenswert ist eine Kremserfahrt auf jeden Fall in der Lüneburger Heide. Die wild romantischen und unberührten Naturschönheiten können entspannend entdeckt werden.

Auch

  • der Ammesee in Bayern
  • Mecklenburg-Vorpommern und
  • die Holsteinische Schweiz

sind aufgrund ihrer Naturbegebenheiten ideal für eine Kutschfahrt. Auch in Österreich, beispielsweise im Salzburger Land, finden Kutschfahrten großen Anklang. Das weitläufige Areal kann ohne Verkehr- und Parkstress erkundet werden, so dass der Urlaub einen guten, entspannenden und bleibenden Eindruck hinterlässt.

Linienkutsche statt Linienbus - So kommen Touristen ins Naturschutzgebiet der Lüneburger Heide

Jetzt in der Feriensaison ist auch die Lüneburger Heide wieder ein beliebtes Ausflugsziel unter Touristen. Vor allem das Naturschutzgebiet mit zahlreichen einheimischen Tierarten und unberührter Natur möchte sich kaum einer entgehen lassen, doch wie gelangt man dorthin, wenn keine Autos fahren dürfen.

Dafür hat man sich etwas ganz besonderes einfallen lassen, denn während der Hauptferiensaison, bis zum 3. Oktober, werden den Touristen dort Kutschen zur Verfügung gestellt, die die Urlauber in Abständen von zwei Stunden, zwischen 10 und 17 Uhr, vom Undeloher Hof bis zum Naturschutzgebiet bringen und wieder zurück. Eine einfache Fahrt kostet sechs, Hin- und Rückfahrt neun Euro.

Tierschützer wollen Pferdekutschen in Rom abschaffen

Gestern gingen beim Bürgermeister der Stadt Rom, Gianni Alemanno, 5.000 gesammelte Unterschriften von vier Tierschutzverbänden ein. Die Unterzeichner möchten damit bewirken, dass die noch 50 Pferde, die in Rom für Kutschfahrten eingesetzt werden, entlassen werden. Vor allem der chaotische Straßenverkehr sei laut Tierschutz untragbar für die Pferde.

Zu dem Verkehrsproblem kommen noch Gründe der Hitze sowie der schlechten Behandlung der Tiere. Tourismusministerin Michela Brambilla dazu: "Misshandlung von Tieren schadet dem Image der Stadt". Noch sei die Entscheidung des Bürgermeisters unklar, da dieser die Reaktion der Tierschützer vor der Unterschriftenaktion als "verbissen" bezeichnete und die Kutschfahrten bei Touristen sehr beliebt sind.

Die Kutschfahrer selbst sind von dem Vorschlag, auf elektrische Kutschen umzusteigen, ganz und gar nicht begeistert. Sie sehen in ihrem Familiennachwuchs ebenfalls Kutschfahrer und sind sind zudem der Meinung, die Pferde würden ohne ihren "Job" auf dem Schlachthof landen.

Eine Kutschfahrt durch die Lüneburger Heidelandschaft

Wer seinen Urlaub in Niedersachsen in der Lüneburger Heide auf einem der zahlreichen Bauernhöfen verbringt, der muss auch unbedingt einmal eine Kutschfahrt dort unternehmen. So stehen über 150 geprüfte und zertifizierte Kutscher für die Urlauber in dieser Region zur Verfügung.

Bei einer Fahrt durch die Heide zeigt sie sich besonders dieses Jahr schon eher in ihrer ganzen Blütenpracht dem Auge der Touristen. Die Fahrten führen über sandige Wege und altes Kopfsteinpflaster durch das Naturschutzgebiet, das für jeden Autoverkehr gesperrt ist, und die Urlauber erfahren bei der Fahrt einiges von ihrem Kutscher über Land und Leute. Wer nicht mit der Kutsche fahren möchte, der kann auch selber mit dem Pferd durch die Landschaft reiten oder sich auf den Drahtesel setzen oder sich auch auf "Schusters Rappen" bewegen.

Urlaubstrend: Kutsche fahren im Osten Deutschlands

In Zeiten des Massentourismus, wo man für wenig Geld und in kürzester Zeit in die Welt fliegen kann, erscheint dieser Urlaubstrend ganz schön ungewöhnlich: Im Osten Deutschlands können Urlauber mit nur einem PS durch die Landschaft zockeln - und dabei alle Hektik des Alltags vergessen.

Planwagenurlaub heißt das Zauberwort, welches sich unter anderem bereits in Irland großer Beliebtheit erfreut. Seit einigen Jahren ist das Abenteuer auch in Deutschland zu haben, beispielsweise in der Uckermark oder in der Altmark. Allesamt herrliche Landschaften, in denen es sich stundenlang durch Wälder, Wiesen und kleine Dörfer ziehen lässt. Das erfahrene, menschenfreundliche und absolut nervenstarke Zugpferd mietet man sich gleich mit. Eine Einweisung für die Fahrt mit dem Planwagen und den Umgang mit dem Pferd gibt´s selbstverständlich ebenfalls dazu - schon kann man die Sachen packen und losziehen.

Damit der Urlaub auch für Laien problemlos möglich ist, haben die Anbieter von Planwagenreisen fertige Routen bzw. Tourenvorschläge ausgearbeitet. Je nach Wetterlage und Geschmack kann man die Route meist noch individuell abwandeln. Abends kehrt man dann in einer Station ein, wo Pferd und Reiter versorgt werden - wer möchte, der kann statt Gasthofzimmer aber auch Zelt oder den urgemütlichen Planwagen wählen. Je nach Anbieter ist das Abenteuer dann nach etwa 5 bis 8 Tagen wieder vorbei - spätestens jetzt fällt den frischgebackenen Pferdefreunden der Abschied von Kutsche und Zugtier bestimmt nicht leicht...

Berlin will Kutschpferde mit Windeln ausstatten

Eine Kutschfahrt durch die Hauptstadt ist für viele Berlin-Touristen ein Muss. Die Hinterlassenschaften der Huftiere auf den Straßen sind der Stadt allerdings schon lange ein Dorn im Auge. Das Ordnungsamt und die Prüforganisation Dekra fordern daher nun eine Windelpflicht für Kutschpferde. Die Pferdeäpfel seien vor allem für Fahrradfahrer eine große Gefahrenquelle, findet Mario Schwarz von der Dekra.

Tierschützer sehen das jedoch anders. Die Windeln könnten für die Pferde zu einer gefährlichen Stolperfalle werden, etwa wenn sie sich mit ihren Hinterbeinen oder Teilen ihres Geschirrs darin verheddern, so Berlins Tierschutzbeauftragter Klaus Lüdcke. Zudem sei es schwer die Tiere an die Windeln zu gewöhnen, da sie von Natur aus Fluchttiere sind und womöglich mit Panik reagieren könnten, erklärt der Berliner Tierschutzverein. Sie raten dagegen die Kutscher ähnlich wie Hundehalter dazu zu verpflichten den Kot ihrer Tiere von den Straßen zu entfernen und Verstößen verstärkt nachzugehen.

Ob und wann eine Windelpflicht für Berlins Kutschpferde eingeführt wird, bleibt nach wie vor unklar.

Keine Kutschen mehr in den Straßen von New York City

Rund 85.000 Bürger aus New York haben sich bei einer Unterschriftenaktion gegen das Fahren von Pferdekutschen in der Stadt ausgesprochen. Grund dafür sind die ständigen Probleme mit den Kutschen. Immer wieder kommt es zu Verkehrsbehinderungen und gefährlichen Situationen zwischen den altertümlichen Fortbewegungsmitteln und anderen Verkehrsteilnehmern.

Erst letzte Woche kam es zu einem verhängnisvollen Unfall. Ein Jeep und ein Motorrad sind mit einer Kutsche zusammengestoßen. Ein Tier wurde dabei sehr stark verletzt. Auch viele Tierschützer sind für die Abschaffung der Kutschen auf den Straßen von New York. Es gilt abzuwarten, ob die Unterschriftenaktion Erfolg zeigt.

Tierquälerei - New Yorks Bürgermeister will Pferdekutschen verbieten lassen

Ausschnitt einer weißen Hochzeitskutsche mit roten Rosen, weißes Pferd
Hochzeit, Hochzeitskutsche © R.-Andreas Klein - www.fotolia.de

Früher, vor den Zeiten von Autos, Bussen und Bahnen, waren Pferdekutschen das Fortbewegungsmittel der Wahl. Heutzutage sind Kutschen nur noch vereinzelt anzutreffen, gehören in bestimmten Städten und Vierteln aber gewissermaßen noch zur Tradition. So zum Beispiel in Wien, in Berlin oder auch im Central Park in New York.

Kritik von Tierschützern und vom Bürgermeister

Im Big Apple sollen die Pferdekutschen aber bald schon der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach Tierschützern und Bürgermeister Bill de Blasio geht. Zwar ist das Regelwerk für Kutschfahrer in New York bezüglich der Arbeit mit den Pferden schon jetzt sehr streng, sind Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen für die Pferde doch genau vorgeschrieben, doch de Blasio ist das offenbar nicht genug.

Um zum Central Park zu gelangen, müssten die Pferde von ihren Ställen am Hudson River mitten durch die Straßen von Manhattan geleitet werden. Für die schreckhaften Tiere sei das eine Zumutung, so die Kritik.

Zusammen mit der Tierschutzorganisation NYClass will de Blasio daher nun den Stadtrat von einem Verbot überzeugen. In Berlin stehen die Pferdekutschen auch auf der Abschussliste. Dort setzt sich die Tierschutzorganisation Peta für ein Verbot ein.

Schwere Unfälle in der Vergangenheit

Im vergangenen Jahr habe es deutschlandweit rund 50 Kutschen-Unfälle gegeben, bei denen nicht nur mehrere Pferde, sondern auch Menschen ums Leben kamen. Pferde seien eben keine Maschinen und hätten damit auch nichts im modernen Straßenverkehr zu suchen, so Peta.

Streit um Pferdekutschen in Palma de Mallorca spitzt sich zu

Durch den Ersatz ihrer Kutschen durch Elektroautos, fürchten Palmas Kutscher um ihre Existenz

Rechte Hand einer Frau an Rumpf oder Körper eines braunen Pferdes mit Halfter und Mähne
touch © Kai Koehler - www.fotolia.de

Die Rundfahrten durch die Altstadt von Palma de Mallorca und an der Playa de Palma per Pferdekutsche sorgen immer wieder für heftige Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern.

Erschöpfte Tiere unter tropischen Temperaturen

Nachdem im April dieses Jahres ein Kutschpferd gestürzt war, begann im Internet eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, die Touristen-Attraktion zu verbieten. Rund 100.000 Menschen unterstützen die Petition.

verbieten solche Pferdetouren bereits. Nun möchte das Linksbündnis, das die Inselhauptstadt sei Mai 2015 regiert, den Kutschbetrieb ebenfalls untersagen. Erschöpfte Pferde in der prallen Sonne und bei tropischen Temperaturen seien schlecht für das Image der Insel, erklärte die Dezernentin für Tiergesundheit Neus Truyol. Stattdessen sollten Elektroautos die Transportaufgaben übernehmen.

Kutscher fürchten um ihre Existenzgrundlage

Die Kutscher selbst wehren sich jedoch gegen das Verbot. Sie fürchten um ihre Existenzgrundlage und werfen Truyol Rassismus vor. Die meisten Kutscher zählen zur Volksgruppe der Roma. Zudem gefielen Familien und Rentnern die Rundfahrten durch Palmas historische Altstadt. Im Falle eines Kutschenverbots müsste die Stadt die Kutscherlizenzen zurückkaufen oder Schadenersatz leisten, was beides Summen im sechsstelligen Bereich kosten könnte.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: fiaker mit riesenrad © Erhard Gaube - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Hochzeit, Hochzeitskutsche © R.-Andreas Klein - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Fiaker vor der Alten Hofburg, Wien © pure-life-pictures - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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