19. August 2010
Die Interpunktionsregeln für Kommas und Punkte beherrschen die meisten Menschen ganz gut. Schwierig wird es jedoch dann, wenn es um Satzzeichen geht, die eher selten vorkommen. Bestes Beispiel hierfür ist das Semikolon oder auch Strichpunkt genannt. Meistens wird das Zeichen aus Unsicherheit überhaupt nicht verwendet, dabei kann es sehr hilfreich dabei sein, Texten den richtigen Schliff zu verleihen.
Strichpunkte werden immer dann verwendet, wenn man zwei Hauptsätze trennen möchte, sich jedoch nicht zwischen Punkt und Komma entscheiden kann. Ein Punkt trennt zwei Sätze um einiges stärker als ein Komma, manchmal möchte man sich jedoch eben in der Nuance dazwischen aufhalten. Zu diesem Zweck eignet sich das Semikolon ganz hervorragend.
Beispiel:
Sie wandte sich von ihm ab; man konnte hören wie sein Herz brach.
An diesem Satz bemerkt man sehr gut, zu welchen Feinjustierungen ein Strichpunkt verwendet werden kann. Würde man an seiner Stelle bei diesem Beispiel einen Punkt setzen, so würde sich der Text zu kalt für seinen Inhalt anhören. Ein Komma wiederum würde "den Ernst der Lage" nicht entsprechend widerspiegeln.
Ansonsten wird das Semikolon meist in Aufzählungen verwendet, wenn man mehrere Kategorien von Dingen inklusive der entsprechenden Vertreter aufzählen möchte.
Beispiel:
Auf ihrem Einkaufszettel standen Orangen, Kirschen und Nektarinen; Butter, Milch und Brot; Bier, Wasser und Wein.
Durch den Strichpunkt bekommt die Liste in diesem Fall eine klarere Struktur und der Leser kann sich die einzelnen Elemente besser merken, da sie zu einprägsamen Gruppen zusammengefasst wurden.
Auch der Gedankenstrich gehört zu den Satzzeichen, die häufig falsch oder gar nicht verwendet werden. Dabei ist seine Verwendung eigentlich schon durch die Bezeichnung an sich mehr als deutlich.
Gedankenstriche werden immer dann verwendet, wenn man einen Einschub machen und den Leser zum Nachdenken anregen möchte.
Beispiel:
Der Hirnstamm - der sich im hinteren Teil des Gehirns befindet - reguliert alle lebenserhaltenden Funktionen des Körpers.
Zwar könnte man an dieser Stelle auch Kommas setzen, durch die Gedankenstriche wird die Subinformation jedoch besonders hervorgehoben.
Der Gedankenstrich wird aber auch gerne verwendet, wenn der Autor eine gegensätzliche Position oder ein Wechsel unterstreichen möchte.
Beispiel:
Dir gefällt das vielleicht - mir aber nicht.
Beispiel:
Sie ging fort - kehrte jedoch nach kurzer Zeit wieder zurück.
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