3. August 2010
Angst vor der Schule kann verschiedene Auslöser haben und führt schlimmstenfalls zur totalen Schulverweigerung und inneren Blockade. Um das zu vermeiden, muss Schulangst immer ernst genommen und die Ursachen ergründet und bekämpft werden. Hier sind Schüler, Eltern, Klassenkameraden und Lehrer gleichermaßen gefragt.
Die häufigsten Ursachen von Schulangst sind die Angst vorm Versagen, soziale Ängste oder Angst vor Gewalt in der Schule. Abhängig vom Auslöser müssen so schnell wie möglich Maßnahmen ergriffen werden, die dem Schüler die Angst nehmen.
Bei Versagensangst sind in erster Linie die Eltern gefordert. Denn meist liegen die Gründe darin, dass an die Kinder zu hohe Erwartungen gestellt werden. Wenn diese aus Sicht des Kindes aber nicht erfüllt werden können, geht nicht nur der Spaß am Lernen verloren, sondern es entwickeln sich im schlimmsten Fall sogar Ängste.
Eltern sollten ihren Kindern nur das zumuten, was ihren Fähigkeiten entspricht. Schlechte Schulnoten sollten nicht bestraft und gute nicht etwa mit Geld belohnt werden. So wird vermieden, dass das Kind die Einstellung entwickelt, es sei nur bei guten Leistungen etwas wert. Zudem ist es ganz wichtig, dass Eltern ihren Kindern klarmachen, dass es nicht darum geht, der Klassenbeste zu sein. Wenn in der Schule die Leistungen nicht zufriedenstellend sind, sollte das Kind die Chance bekommen, sein Selbstbewusstsein durch gute Leistungen im außerschulischen Bereich – z.B. im Sportverein oder an der Musikschule – zu stärken. Viele Kinder verlieren auf diesem Weg ihre Angst vor dem Leistungsdruck in der Schule und damit auch ihre Schulangst.
Soziale Ängste äußern sich nicht nur in der Schule, sondern auch in anderen Bereichen des Alltags. In der Schule sind sie dann von Bedeutung, wenn Kinder neue Lehrer bekommen oder in eine andere Klasse wechseln. Um den Betroffenen diese Art der Angst zu nehmen, ist in vielen Fällen eine Psychotherapie der letzte Ausweg.
Immer bedeutender wird die Schulangst, die aufgrund von Gewaltandrohungen und -erfahrungen auftritt. Bereits in der Grundschule werden Kinder systematisch gemobbt und erpresst. In solchen Fällen gilt: Sobald das Problem bekannt ist, müssen Eltern das Gespräch mit dem Klassenlehrer und der Schulleitung suchen. Wer Mitschülern Gewalt antut, wird ermahnt oder der Schule verwiesen. Es ist sinnvoll, dass die Eltern der Opfer sich auch an Klassenkameraden und Schulfreunde des Kindes wenden. Feste Freunde und ältere Geschwister, die das eigene Kind auf dem Schulweg begleiten bzw. in der Pause mit ihm spielen, erwirken Wunder bei der Bekämpfung von Mobbing oder anderer Gewalt. Die Kinder können mit einem Gefühl der Sicherheit in die Schule gehen und ihre Schulangst ablegen.
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