Unterschiedliche Segelarten und wichtige Segelbegriffe kurz erklärt

Mann mit Kappe und Sonnenbrille am Lenkrad eines Segelboots

Bevor man lossegelt, muss man sich Einiges an theoretischem Wissen aneignen - einige wichtige Segelbegriffe haben wir im Folgenden erläutert

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  • von Paradisi-Redaktion

Seit Jahrhunderten gilt das Segeln als eine faszinierende Form des Fortbewegens auf dem Wasser. Wer hierbei aber sicher unterwegs sein möchte, muss alle Einzelheiten und Begriffe kennen. Den praktischen Erfahrungen eilt also das theoretische Wissen voraus. Den Spaß schmälert es indes nicht.

Unter Einfluss des Windes

Die erheblichste Kraft, mit der beim Segeln gerechnet werden muss, stellt der Wind dar. Er beeinflusst nicht alleine den Wellengang des Wassers, sondern wirkt sich auch auf die Geschwindigkeit und den Kurs des Bootes aus. Je besser der Kapitän durch das Setzen der Segel in der Lage ist, möglichst das Optimum an Luftmassen einzufangen, desto eher gelingt es ihm, das Schiff auf idealem Kurs zu halten.

Speziell bei längeren Törns kann sich damit ein Zeitunterschied mehrerer Stunden oder Tage ergeben. Werden die Segel falsch gesetzt, erweist sich der Wind indes als gefährliche Kraft, die risikoreich auf Mensch und Material einwirken kann.

Nicht nur im Wasser tauglich

Natürlich dient das Segelboot vorrangig dazu, sich im Wasser fortzubewegen. Das kann der kleine See sein, ist ebenso indes auf dem offenen Meer möglich. In den letzten Jahren haben sich aber diverse Unterarten des Segelns etabliert.

  • So kann im Winter das Eis genutzt werden, um mit einem Boot auf Kufen darüber hinwegzugleiten. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch mit rasanten Geschwindigkeiten verbunden.
  • Gleiches gilt für das Strandsegeln, bei dem das Boot auf Rädern über den sandigen Untergrund rauscht.

In jedem Fall erfolgt der Antrieb aufgrund des Windes, der sich in den Segeln fängt.

Diverse Klassen und Typen

Allerdings darf auch nicht die Ausformung des Bootes unbeachtet bleiben. Vom kleinsten Kanu bis zur luxuriösen Yacht lässt sich ein Schiff mit Segeln versehen. Unterschiedlich gestaltet sich damit natürlich die Frage, wie viele Personen sich an Bord aufhalten können und wie sich die Verteilung der Aufgaben gestaltet.

Selbst der Einhandsegler kann aber alle Annehmlichkeiten des Segelns genießen, wenn er demgegenüber in der Lage ist, sämtliche Tätigkeiten alleine zu verrichten. Die Freiheit dieses Zeitvertreibs kennt somit keine Grenzen und es lohnt sich, die Welt einmal über die Wasserwege zu erkunden.

Im Folgenden haben wir einige wichtige Segelbegriffe sowie verschiedene Segelarten für Sie zusammengestellt.

Das Absegeln

Auch das Sportjahr auf dem Wasser kennt feste Termine, an denen gesegelt wird. Dabei beginnt die Saison in der Regel im Frühjahr und endet im späten Herbst. Am letzten Tag dieses Kalenders findet das Absegeln statt. Hierbei treffen sich alle Mitglieder

  • eines Vereines
  • eines Dachverbandes oder
  • einer maritimen Ausbildungsstätte

und begeben sich gemeinsam auf eine längere Ausfahrt. Ob dabei der Spaß im Vordergrund steht oder eine Konkurrenz – die Regatta – ausgetragen wird, obliegt den Organisatoren. Gleiches gilt für die genaue Ausformung des Absegelns. Natürlich hat sich gerade in den kleineren Klubs dabei eine bierselige Stimmung durchgesetzt, die nach dem Segeln in einem Grillabend mit guter Laune mündet.

Demgegenüber veranstalten einige Vereine aber auch einen mehrtätigen Segelurlaub in meist wärmeren Gefilden, um dort die alte Saison ausklingen zu lassen. In der Gestaltung sind die Mitglieder also frei – und je schöner das Absegeln, desto größer ist die Vorfreude auf das kommende Jahr.

Das Anbrassen

Ein Segelschiff gilt nicht alleine als optisches Wunderwerk. Meist beeindrucken den Betrachter bereits die großen Segel, die möglichst viel Wind einfangen und damit eine schnelle Fahrt gewährleisten sollen.

Diese Segel hängen an den so genannten Rahen. Dabei handelt es sich um runde Stangen, die quer zur Fahrtrichtung angeordnet und mit den Segelrollen behangen werden.

Allerdings lassen sich diese Rahen auch bewegen und vor allem in ihrer Stellung verändern. Sie können also gleichfalls in Längshaltung zum Schiff gebracht werden – das so genannte Anbrassen. Hierfür werden die Taue angezogen und in gewünschter Position befestigt.

Der Sinn dieses Manövers liegt in der Option,

  • höher am Wind zu segeln und somit
  • gewissermaßen auf den Wind zuzufahren und dabei lediglich einen geringen Winkel zu diesem einzunehmen.

Hierbei kann die Fahrt ohne erhebliche Verluste an Geschwindigkeit fortgesetzt werden. Befinden sich die Segel dagegen weiterhin quer zum Schiff stehend, würde mehr Wind eingefangen und das Tempo könnte absinken.

Das Anholen

Das Segel lässt sich in unterschiedlichen Positionen fixieren. Dies geschieht in der Regel mit einem einfachen System, bei dem das Tau, das die große Stofffläche hält, durch Ösen geführt wird. Damit kann es

  • eingeholt
  • verlängert oder
  • in der Ausrichtung verändert

werden. Das Anholen bezeichnet insofern das Einziehen der Schnur und damit das Gegenteil des sprichwörtlichen Leinegebens. Das geschieht, um die Haltung des Segels neu festzulegen. Solche Manöver werden immer dann vorgenommen, wenn das Schiff einen Richtungswechsel absolvieren oder seine Geschwindigkeit reduzieren soll.

So einfach die Tätigkeit aussehen mag, so viel Kompetenz und Verständnis für die sich daraus ergebenden Einflüsse erfordert sie. Das Anholen sollte daher nur solchen Personen überlassen bleiben, die um die richtigen Handgriffe wissen.

Im Übrigen wird der Begriff des Anholens auch gerne einmal für das Einziehen des Ankers verwendet, bezieht sich daher also nicht alleine auf ein Tau, sondern durchaus ebenfalls auf eine Stahlkette.

Das Anluven

Grundsätzlich werden zwei Seiten betrachtet.

  • Einerseits handelt es sich dabei um Luv, womit die dem Wind zugewandte Bootsseite bezeichnet wird.
  • Andererseits wird mit Lee das Gegenteil und insofern die dem Wind abgewandte Seite definiert.

Das Anluven liegt folglich in einer Tätigkeit, in der das Ruder und die Segel derart ausgerichtet sind, dass sich das Schiff auf den Wind zubewegt oder zumindest doch einen geringen Winkel zu diesem einnimmt. Damit kann der Wind geschickt für eine höhere Geschwindigkeit genutzt werden, wobei das Finden des idealen Winkels meist etwas Übung verlangt.

Allerdings erfordert diese Handlung damit auch ein hohes Maß an Wissen und Fingerspitzengefühl. Nehmen die Segel zu viel Wind auf, knattern sie also förmlich unter der Einwirkung der entgegenkommenden Luftmassen, so kann der Kurs meist nicht mehr gehalten werden.

In solchen Fällen kommt es vielfach zu unerwünschten Wenden, nicht selten sogar zu Unfällen. Wer beim Anluven Fehler begeht, riskiert zudem das so genannte Abfallen.

Das Abfallen

Das Gegenteil des Anluvens bezeichnet das Abfallen. Hierbei wird das Boot also nicht dem Wind zugewandt, sondern dreht sich von diesem ab. Die Luft wird somit seitlich auf das Gefährt eintreffen oder je nach Winkel zu diesem auch von hinten kommen.

Im Gegensatz zum Anluven wird der Winkel zum Wind also nicht verringert, sondern vergrößert. Das Boot kann daher nicht mehr spitz auf die entgegenkommenden Luftmengen zulaufen. Den Segeln wird dabei mehr Leine gegeben, es kommt zum so genannten Fieren.

Meist ergibt sich durch das Abfallen und die damit verbundene Kursänderung in Richtung Lee auch ein Absinken des Tempos. Geschickten Bootsführern ist es indes möglich, auch seitlich oder von hinten eintreffende Winde kompetent zu nutzen und damit eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Insofern gilt es auch hier, den idealen Winkel zum Wind zu finden, bei dem sich das aktuelle Ziel am einfachsten erreichen lässt.

Der Aufschießer

Die Kraft des Windes kann ebenso positive wie nachteilige Wirkungen auf das Boot zeitigen – sie kann die Fahrt verlangsamen, ebenso aber auch das Tempo erhöhen. Beim so genannten Aufschießer handelt es sich dabei um ein spontanes Manöver, um die Geschwindigkeit drastisch zu senken und damit ein Anhalten zu bewirken.

Das geschieht, indem das Schiff, das sich seitlich zum Wind befindet, eine Drehung von 90 Grad einlegt und somit frontal den Wind von vorne auf sich zukommen lässt. Sind die Segel entsprechend ausgerichtet, reicht diese natürliche Kraft bereits aus, um die Fahrt binnen weniger Schiffslängen zu stoppen.

Sinnvoll sind solche Manöver immer dann, wenn das ohne jedwede Form einer Bremse auskommende Boot angehalten werden muss – etwa, wenn ein Mann über Bord geht oder ein Hindernis nicht getroffen werden soll. Hierbei wird erneut viel Fingerspitzengefühl erfordert, doch gehört diese Übung zum Grundwissen eines jeden Bootsführers.

Das Ausreiten

Der Winkel, in dem sich das Boot zum Wind befindet, entscheidet maßgeblich darüber, wie gut dieses vorankommt. Je mehr Luftmassen die Segel einfangen, desto deutlicher sinkt die Geschwindigkeit der Fahrt. Für den Bootsführer ist es daher wichtig, den Idealfall der Positionierung zu finden. Dabei können indes auch kleine Tricks helfen.

Wer den Wind bestmöglich nutzen möchte, riskiert stets ein Umfallen des Schiffes. In einem bestimmten Winkel kann das Gefährt nämlich nur noch schwer den einwirkenden Mengen der Luft trotzen. In diesen Fällen werden sich einige Mitglieder der Besatzung auf der dem Wind zugewandten Seite auf die Kante des Bootes setzen und damit gewissermaßen ein stabilisierendes Gegengewicht darstellen.

Je mehr Kraft dort benötigt wird, desto mehr Personen nehmen an diesem Manöver teil. Das Ausreiten kann zudem gesteigert werden, indem die Sitzposition mit kleinen Verlängerungen noch etwas weiter außerhalb des Schiffes eingerichtet wird. Ein ebenso schnelles wie risikofreies Fahren ist damit möglich.

Das Backbordbug

Nicht alleine der Wind stellt einen elementaren Einfluss auf das Boot dar. Dieser kann vielmehr erst dann genutzt werden, wenn die Segel nicht nur qualitativ hochwertig geformt wurden, sondern auch ihre optimale Position finden.

Im Regelfall wird das Gefährt über wenigstens ein großes Segel verfügen. Nicht selten sind aber auch solche Ausformungen, bei denen mehrere kleinere Segel mit einem großen kombiniert werden. Die Ausgangslage bildet dabei die Quer- oder Längsstellung zum Gefährt.

Das Schiff kann in seiner Fahrt nun reguliert werden, indem das große Segel eine Veränderung seiner Position erhält. Dabei wird es vornehmlich über die linke oder rechte Seite des Boots hinausragen.

Erfolgt dieses Manöver auf der linken Seite, dem so genannten Backbord, so trifft der Wind auf der rechten Seite des Gefährts ein. Die Richtung beim Backbordbug ist folglich nach links gewandt.

Das Steuerbordbug

Das genaue Gegenteil vom Backbordbug stellt das Steuerbordbug dar. Hierbei wird das große Segel nach rechts ausgerichtet und ragt dabei über die Seite des Schiffes hinaus. Der Wind kommt folglich von der linken Seite, dem Backbord. Das Boot fährt nach rechts.

Raumschot

Etwas Anderes kann sich erst beim so genannten Raumschot ergeben. Hierbei trifft der Wind nicht von vorne kommend auf das Gefährt ein, sondern erreicht dieses von schräg hinten. In diesen Fällen befindet sich das große Segel nicht auf der dem Wind abgewandten Seite, sondern ist diesem zugewandt.

Zeichnet sich das Steuerbordbug normalerweise also dadurch aus, dass das Segel gen Steuerbord ausgerichtet ist, der Wind aber von Backbord strömt, so wäre es im Falle des Raumschots anders: Das Segel wäre erneut in Richtung Steuerbord verlagert – der Wind käme aber ebenfalls von dort.

Auch damit ist ein Segeln nach Steuerbord und somit nach rechts möglich. Gleiches gilt natürlich für das Backbordbug, bei dem der Wind ebenso von hinten eintreffen kann, sich das Segel also in seine Richtung begibt.

Das Backbrassen

Insbesondere solche Boote, die in einem engen Verbund segeln und dabei eine strategische Formation halten wollen, müssen eingedenk

  • des Windes
  • der eigenen Fahrtleistung und
  • des Gewichtes

in etwa ein vergleichbares Tempo erreichen. Das kann jedoch ohne die Unterstützung technischer Geräte schwierig bis unmöglich sein, verlangt dem Bootsführer also ein Höchstmaß an Können ab.

Nicht immer gelingt es ihm jedoch tatsächlich, in Reihe und Glied zu bleiben. Er könnte zu langsam sein und damit abreißen lassen. Ebenso kann seine Geschwindigkeit aber auch den anderen Schiffen überlegen sein und ihn somit in Führung gehen lassen. Ist das nicht erwünscht, so wird der Erstpositionierte nicht einfach eine Bremse einlegen – darüber verfügt das Segelboot nämlich nicht.

Vielmehr wird das Tempo alleine über die Stellung der Segel reguliert. Beim Bachbrassen werden diese gegen den Wind ausgerichtet, können folglich sehr hohe Mengen an Luft einfangen. Die Fahrt wird damit verlangsamt, die anderen Boote können die Distanz aufholen.

Die Bahnmarke

Kein Sport kommt ohne ein Spielfeld aus. Mag das beim Fußball noch der Rasen sein, der sich durch die Linienführung in unterschiedliche Bereiche gliedern lässt, so kommt bei einer Regatta natürlich das Wasser zum Einsatz. Hier ist es aber nur bedingt möglich, Markierungen einzurichten, da diese unter der Kraft der Wellen meist ohnehin abdriften.

Etwas anders sieht es dagegen bei der Bahnmarke aus. Sie stellt während eines Rennens den Wendepunkt dar. So wird vielen Booten nicht alleine das Fahren in eine Richtung abverlangt – gerade der Richtungswechsel an diesem Punkt kann eine besondere Spannung hervorrufen und das Zünglein an der Waage bezüglich Sieg und Niederlage darstellen.

Die Bahnmarke wird zumeist eine Boje oder Tonne sein, die mit einem auffälligen Merkmal versehen ist. In der Regel handelt es sich dabei um eine auch aus größeren Distanzen sichtbare Fahne. Die Boje wird dabei derart im Wasser verankert, dass sie selbst bei hohem Wellengang oder einer Berührung mit den Schiffen nicht abdriften kann.

Der Barber Hauler

Die Stellung eines Segels lässt sich vor allem über das Einholen oder Zugeben der Leine verändern. Auf diese Weise sind unterschiedliche Positionierungen und Größen des Tuches möglich, womit sich der Wind entweder stärker oder sachter einfangen lässt und die Eigenschaften der Fahrt folglich verändert werden. Diese Prozedur ist jedoch aufwendig und vor allem zeitintensiv.

Etwas schneller geht es demgegenüber mit dem Barber Hauler. Das Segel lässt sich damit nicht nur längs zum Schiff fixieren, sondern kann auch quer zu diesem zum Stehen kommen. Dabei stellt der Barber Hauler meist nur eine kleine Öse dar, durch die die Leine geführt wird.

Der Aufwand des Einsatzes verringert sich, der Nutzen steigt an. Dem Bootsführer werden damit in jedem Falle weitere Möglichkeiten gegeben,

  • die Eigenschaften der Fahrt zu beeinflussen
  • das Tempo zu regulieren und
  • Unfälle zu vermeiden.

Die Beaufortskala

Der Wind stellt beim Segeln den größten Faktor dar. Er muss von dem Bootsführer folglich bestimmt werden, um anschließend seine Vorteile zu nutzen. Allerdings besteht der Wind aus vielen Parametern wie

  • der Kraft
  • dem Druck oder
  • seiner Geschwindigkeit.

Letztgenanntes Kriterium wird in der Beaufortskala erfasst.

Hierbei werden insgesamt 12 Stufen unterteilt, die sich

  • von der Windstille als Minimum
  • bis hin zum Orkan als Maximum

erstrecken. Die Einwirkungen gelten dabei sowohl an Land als auch auf dem Meer, können aber zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Das Tempo des Windes wird dabei in Kilometern pro Stunde gemessen und kann in der höchsten Stufe des Orkans stärker als 117 Km/h wehen.

Im Vergleich dazu wird die Windstille als niedrigste Kategorie mit lediglich 0-2 Km/h beinahe nicht zu spüren sein. Anhand der Beaufortskala weiß der Bootsführer folglich, mit welchen Bedingungen er auf dem Wasser zu rechnen hat, ob eine Ausfahrt empfehlenswert ist oder eine Gefahr für Mensch und Material besteht.

Der Bergeschlauch

Ein Segelboot verfügt in der Regel über wenigstens ein bis zwei Segel. Nicht jedes davon wird aber fortwährend verwendet. Jene, die nicht zum Einsatz kommen, müssen dabei geschützt werden.

  • Einerseits könnten sie durch äußere Einflüsse beschädigt werden.
  • Andererseits stellen sie selbst im lockeren Zustand ein Hindernis dar, könnten Wind fangen und damit die Fahrt verlangsamen.

Durchgesetzt hat sich daher der Einsatz des Bergeschlauchs. Bei diesem handelt es sich um eine längliche Röhre, die ebenfalls aus Tuch gefertigt wurde und in der sich das Segel möglichst eng eingerollt verstauen lässt. Die Bedienung erfolgt dabei vom Deck des Schiffes, wobei die schützende Hülle mit Seilen gelockert und nach unten oder oben hin abgestreift wird.

Das Segel liegt nun also frei und kann sich durch das Zugeben der Leine entfalten und verwendet werden. Ebenso ist es mit einfachen Handgriffen anschließend auch wieder möglich, das Segel einzuholen und in der Röhre zu bergen.

Der Blackbird

Beim Segeln ist es grundsätzlich möglich, am Wind oder vor dem Wind zu fahren.

  • Wer sich am Wind befindet, fährt den auf ihm zukommenden Luftmassen entgegen.
  • Wer vor dem Wind fährt, hat diese also im Rücken von sich.

Bereits seit Jahrzehnten stellte sich dabei die Frage, ob es möglich ist, sich schneller als der Wind zu bewegen, diesem also gewissermaßen zu entkommen. Zu dieser Überprüfung wurde das Blackbird erbaut. Dabei handelt es sich um ein propellergetriebenes Fahrzeug, das nicht im Wasser, sondern an Land zum Einsatz kommt und durch die Einwirkung des Windes seine Kraft erhält. Im Spitzenergebnis gelang es dem Experiment dabei, nahezu die dreifache Geschwindigkeit des Windes zu erreichen.

Aber auch in umgekehrter Richtung war ein Test möglich: Blackbird konnte gleichfalls auf den Wind zufahren. Der Propeller fungierte dabei als Turbine und erreichte immerhin noch die doppelte Geschwindigkeit der Luftmassen.

Das Blauwassersegeln

Vielfach wird ein Segeltörn nur wenige Stunden andauern. Vielleicht fährt der Bootsführer mit Freunden und der Familie am Nachmittag auf das Wasser hinaus oder er nimmt sich einen freien Tag, um das nahe Umland zu erkunden.

Allerdings ist es auch möglich, mehrere Tage oder sogar Wochen auf dem Schiff zu verbringen. Hierbei werden im Regelfall größere Distanzen überwunden und längere Reisen unternommen.

Befindet sich das Gefährt einmal nicht in Bewegung, so bezieht es eine Stellung in landnahen Gebieten. Der Name leitet sich aus der Farbe des Wassers ab: Je weiter sich das Boot auf das offene Meer bewegt, desto blauer wird dieses erscheinen. Regionen, die eher an der Küste gelegen sind, wirken dagegen grünlich bis bräunlich.

Beim Blauwassersegeln

  • verbringt die Crew also längere Aufenthalte an Bord
  • nimmt weitere Fahrten vor
  • geht zuweilen vor Anker und
  • nutzt das Wasser als Plattform aller Erlebnisse und Erkundungen.

Sofern genügend Proviant eingeplant wurde, ist ein Landgang nicht nötig.

Das Breitensegeln

In der heutigen Zeit kommt das Segelboot ohne eine Vielzahl an technischer Ausstattung nicht mehr aus. Das Schiff selber mag dabei noch immer in nahezu traditioneller Weise entworfen werden. Aber gerade die Navigation erfolgt gegenwärtig mit modernen Vorrichtungen, die eine genaue Angabe ermöglichen.

Diesen Luxus, den heute kein Kapitän mehr missen möchte, kannten die Weltumsegler früherer Jahrhunderte freilich noch nicht. Sie mussten sich mittels weniger Parameter zu helfen wissen und daraus ihren Kurs ableiten. Insbesondere der Sonne kam tagsüber eine besondere Bedeutung zu.

Nachts orientierte sich die Crew dagegen am Polarstern, um möglichst schnell und gefahrlos das Ziel zu erreichen. Bis heute hat sich daraus die Tradition erhalten, ohne technische Hilfsmittel auszukommen. Das Breitensegeln stellt insofern eine Variante des Sports dar, bei der die geografische Lage mittels geringer Faktoren erkannt wird und sich aus den nachfolgenden Berechnungen die Route ergibt.

Der Bullenstander

Beim Segeln kommt es nicht selten zu Unfällen. Allerdings ergeben sich diese nicht immer aus den Fehlern des Bootsführers oder der Besatzung. Der so genannte Baum, an dem sich die Segel befinden, kann relativ leicht zu den Seiten umschlagen und dabei natürlich für Verletzte sorgen, Anwesende über Bord gehen lassen oder wertvolles Material beschädigen.

Meist kommt es zu solchen Zwischenfällen durch

  • abrupte Manöver
  • einen hohen Wellengang oder
  • die Einwirkungen des Windes.

Zur Vermeidung solcher Irritationen wird der Bullenstander eingesetzt. Bei ihm handelt es sich um eine sichernde Leine, die sowohl an dem Baum als auch einem Teil des Bootes – meist die vordere Spitze – befestigt ist. Das Seil wird den Baum in seiner Position halten und ein Umschlagen folglich verhindern.

Allerdings wird gegen die Verwendung des Bullenstanders argumentiert, dass dieser bei komplexen Manövern selbst ein Hindernis darstellen könne und das Gelingen somit nicht immer gewährleistet wäre. Indes lässt er sich vor solchen Handlungen natürlich lösen.

Das Einhandsegeln

Ein Boot bietet mehreren Personen Platz. Das ist vor allem immer dann notwendig, wenn die Arbeiten an die Besatzung delegiert werden und jeder seine Aufgabe übernimmt. Allerdings kann auch ein Segler alleine das Schiff bewegen. Alle Tätigkeiten führt er dabei selbst aus, weswegen er über ein hohes Maß an Wissen und praktischen Fähigkeiten verfügen muss. Zumeist wird dabei ein relativ kleines Boot gesteuert, das über ein oder zwei Segel verfügt.

Der Name dieser Ausformung kommt im Übrigen nur bedingt daher, dass der Bootsführer eine Hand zur Arbeit einsetzt. Dem war zwar in den vergangenen Jahrhunderten tatsächlich so – eine Hand verrichtete die anfallenden Aufgaben, mit der anderen hielt sich der Kapitän fest.

Jedoch wird im englischen Sprachraum jedes Mitglied als "Hand" bezeichnet. Der Einhandsegler verfügt also per Definition lediglich über einen Passagier.

Ratsam ist es allerdings, nicht spontan alleine eine solche Tour durchzuführen, sondern die eigene Person und das Schiff entsprechend den erhöhten Anforderungen auszustatten und zu trainieren.

Die Einheitsklasse (One Design)

Nicht nur in der Freizeit fährt mancher Kapitän mit seinem Boot auf das Meer hinaus. Beliebt ist auch der sportliche Wettkampf, der in Form einer Regatta ausgetragen wird.

Allerdings hat es sich in den letzten Jahrzehnten immer dann als schwierig erwiesen, wenn die Schiffe über unterschiedliche Eigenschaften verfügten und somit nicht das Können des Bootsführers im Mittelgrund stand, sondern die Gefährte bereits einen bautechnischen Vorteil besaßen.

Dank der Einheitsklasse ist das jedoch nicht mehr möglich. Alle bei dem Rennen antretenden Boote sind nach einem einheitlichen Muster gefertigt worden. Dabei ist es im Übrigen nicht nötig, stets auf die gleiche Manufaktur zurückzugreifen.

Es können gleichfalls unterschiedliche Produzenten die Arbeit aufnehmen – doch sind sie verpflichtet, das Endprodukt nicht von den vorgegebenen Maßen und Konstruktionen hinsichtlich

  • des Materials
  • der Größe
  • des Gewichtes oder
  • der Ausrüstung

abweichen zu lassen. Kommt es dennoch zu einem Verstoß, kann der Bootsführer von dem Rennen ausgeschlossen werden.

Das Eissegeln

Gesegelt wird nach allgemeinem Dafürhalten auf dem Wasser. Doch dessen Aggregatzustand kann sich von flüssig nach fest verändern. Zu beobachten ist das immer, wenn die Temperaturen absinken und das kühle Nass gefriert. Jetzt schlägt die Stunde des Eissegelns.

Die Boote sind dabei fast deckungsgleich den herkömmlichen Formen nachempfunden, verfügen an ihrem Boden aber über Kufen, mit denen sie über die feste und glatte Materie gleiten. Dabei werden im Regelfall unter Ausnutzung des Windes in den Segeln deutlich höhere Geschwindigkeiten als im Wasser erreicht.

Bereits im 17. Jahrhundert war diese Technik bekannt, um Transportgüter an ihr Ziel zu bringen. Daraus hat sich zuletzt ein beliebter Zeitvertreib entwickelt, in dem auch sportliche Wettkämpfe ausgetragen werden.

Die Boote erfahren dabei eine Einordnung in unterschiedliche Klassen und müssen insofern einem bestimmten Plan entsprechen. Allerdings sind diese Konkurrenzen nur in wenigen Wochen des Winters möglich, da das Eis das Gewicht der vielen Boote auch tragen können muss.

Das Fahrtensegeln

Im Regelfall wird der Ausflug mit dem Boot nur für wenige Stunden geplant sein. Ausnahmen davon bilden jedoch das Blauwassersegeln und das Fahrtensegeln. Beim Letztgenannten wird eine Strecke vom Start bis ans Ziel bewältigt. Das kann binnen einiger

  • Stunden
  • Tage
  • Wochen oder sogar
  • Jahre

geschehen. Die Dauer ist nicht entscheidend – der Bootsführer steht mit etwaigen anderen Teilnehmern in keinerlei Konkurrenz. Wichtig ist alleine das Erlebnis an sich,

  • das Genießen der Natur
  • das Nutzen all ihrer Einflüsse sowie
  • die Regeneration von Körper und Geist.

Das Fahrtensegeln stellt mithin einen Urlaub auf dem Wasser dar. Gerade das Einbeziehen der natürlichen Einflüsse bildet ein Alleinstellungsmerkmal im Gegensatz zu anderen Segeltörns.

So muss keine umfangreiche Verpflegung eingeplant werden: Gegessen wird, was die Natur bereithält. Das Fahrtensegeln kann insofern auch über eine lange Zeit vorgenommen werden, ohne dass Landgänge zu absolvieren sind. Weltreisen oder mehrwöchige Ausflüge sind daher keine Seltenheit unter den Fahrtenseglern.

Das Fall (Tau)

Betrachtet man sich das Segelschiff einmal genauer, so wird dort unter allen Masten, Segeln und sonstigem Zubehör die Vielzahl an Seilen überraschen. Eine wichtige Funktion übernimmt dabei das sogenannte Fall, das vornehmlich zum Setzen und Herablassen der Segel eingesetzt wird.

Das Tau ist insofern in doppelter Hinsicht bemerkenswert.

  • Einerseits kann es meist stärkere Lasten tragen, als es den herkömmlichen Seilen möglich ist.
  • Andererseits ist es nicht selten noch mit einer Schutzhülle versehen, die alle äußeren Einflüsse – Reibung, der Wind oder das Salzwasser – von dem eigentlichen Kern des Taus fernhalten soll.

Hochwertige Falle können daher mehrere Jahrzehnte halten. Allerdings wird immer häufiger dazu übergegangen, das Seil nicht außen an einem Mast, sondern in seinem Inneren verlaufen zu lassen. Damit ist das Tau allen Widrigkeiten entzogen und auf diese Weise nahezu unkaputtbar.

Kommt es dennoch einmal zu Beschädigungen, sollte für Ersatz gesorgt sein: Kann der Bootsführer auf offener See nicht das Segel setzen, könnten sich daraus dramatische Folgen ergeben.

Der Gewichtstrimm

Ein guter Bootsführer zeichnet sich dadurch aus, dass er alle Einflüsse der Natur für sich zu nutzen weiß. Dazu gehört sogar der Wind, der ebenso zum Fluch wie auch zum Segen reifen kann. Je stärker er auf das Segel einbläst, desto eher wird das Boot unter der Last des Drucks zur Schräglage neigen oder sogar auf die Seite fallen.

Im letztgenannten Falle wäre das schlimmste Szenario innerhalb einer Regatta erreicht: Die Konkurrenz könnte nicht beendet werden. Aber auch die Schräglage erweist sich als negativ, besitzt das Schiff doch nun nur noch einen geringeren Kontakt zur Wasseroberfläche und kann daher nicht mehr schnellstmöglich vorankommen.

Durch den Gewichtstrimm soll dieses Manko kompensiert werden: Ein Teil der Besatzung setzt sich auf jenen Rand des Bootes, der sich in der Richtung befindet, aus der der Wind kommt. Damit wird ein Abneigen des Schiffes vermieden – Tempo und Sicherheit bleiben gewahrt.

Das Gatt

Ein Segelboot könnte sich nicht derart konstant auf dem Wasser halten, wenn es nicht über eine Vielzahl an Löchern verfügen würde. Von ihnen gibt es meist Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte. Diese werden als Gatt bezeichnet. Nennenswert sind dabei etwa die Ösen innerhalb eines Segels, durch die das Tau geführt wird, um das Tuch zu setzen oder es einzuholen.

Dieses Prinzip setzt sich auf dem Schiff stetig fort:

  • Das Seil wiederum läuft durch einen mit Ösen versehenen Zug.
  • Auch der Anker könnte nicht in das Wasser gelassen werden, wenn für dessen Kette nicht ein Loch in der Seitenwand des Bootes vorhanden wäre.

Insofern bezeichnet das Gatt nicht nur kleinere Löcher am Zubehör, sondern auch größere am Schiff selbst. Darunter fallen folglich sogar jene, durch die die Gischt abläuft und solche, in denen Zubehör und Tauwerk verstaut werden können. Eine etwas andere Bedeutung kommt dem Gatt umgangssprachlich zu. So wird es auch als Hinterteil des Schiffes, also dessen Heck, bezeichnet.

Die Halse

Das Segelboot kann sich vom Wind abwenden oder auf diesen zubewegen. Im erstgenannten Fall trifft die Luft also auf dessen Heck – das Schiff geht dabei sprichwörtlich durch den Wind. Soll in dieser Situation ein Richtungswechsel vorgenommen werden, so wird er als Halse bezeichnet. Das Gegenteil davon wäre die Wende. Hierbei ginge das Schiff mit dem Bug voran durch den Wind.

Bei der Halse werden die Segel von der dem Wind zugewandten auf die dem Wind abgeneigte Seite verlagert. Damit ist ein Kurswechsel verbunden, der Einfluss der Luft wurde also geschickt genutzt. Allerdings erfordern diese Manöver ein hohes Maß an Kenntnis der Materie und an Fingerspitzengefühl.

Wird die Halse falsch ausgeführt oder kommt es selbst zu kleineren Unsauberkeiten, so droht ein Kentern des Bootes. Der Vorgang sollte daher jenen Personen vorbehalten bleiben, die über einen routinierten Umgang mit solchen Richtungsänderungen verfügen.

Der Holepunkt

Ohne die Segel könnte sich ein Segelboot nicht voranbewegen. Doch deren Stellung ergibt sich je nach Situation. So kann sich die Position des Tuches verändern, es kann

  • eingeholt und gehisst,
  • zu den Seiten verlagert oder in der Höhe verstellt

werden. Alle diese Maßnahmen haben einen direkten Einfluss auf die Fahrt, indem sie etwa das Tempo erhöhen oder es drosseln, vielleicht aber sogar einen Kurswechsel auf dem Wasser herbeiführen. Das Segel ist dabei mit einem Tau versehen, das wiederum durch ein Laufsystem führt.

Dieses verfügt über ein kleines Öhr, um das Seil umzulenken und damit einen Zug in unterschiedlichen Positionen und Stellungen vorzunehmen. Jenes Öhr, das meist aus Metall oder Kunststoff gefertigt ist, wird als Holepunkt bezeichnet.

Hochwertige Boote verfügen darüber hinaus über Schienen, auf denen sich sogar der Holepunkt frei bewegen lässt – eine noch bessere Einstellung der Segel wird erlaubt, selbst schnelle und spontane Manöver können sicher angegangen werden.

Das Jollensegeln

In den letzten Jahrzehnten haben sich diverse Bootsklassen zum Segeln etabliert. Eine Besonderheit stellt jedoch nach wie vor das Jollensegeln dar. Hierbei kommt ein so genanntes Schwertboot zum Einsatz.

Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass sich an seinem Bauch eine Art zusätzliches Ruder befindet – das Schwert übernimmt indes lediglich die Funktion, das Schiff stabil im Wasser zu halten.

Daneben ist der Boden des Bootes flacher als bei anderen Bootsformen erschaffen worden. Aus allen diesen Merkmalen ergeben sich die speziellen Eigenschaften der Jolle.

Diese kann auf dem Wasser gleiten und bei einem bestimmten Tempo sogar eine Anhebung des vorderen Teiles bewirken. Meist sind damit auch höhere Geschwindigkeiten verbunden, als es herkömmlichen Segelbooten möglich ist.

Allerdings kann die Jolle auch kentern, lässt sich in solchen Fällen aber relativ einfach aufrichten. Je nach Windlage kann das Schiff dazu sogar selbst in der Lage sein. Im sportlichen Wettkampf werden Jollen meist für eine oder zwei Personen ausgelegt.

Der Känguru-Start

Segelboote können über unterschiedliche Größen, Formen, Gewichte und weitere Eigenschaften verfügen. Das mag ihnen einen individuellen Charakter verleihen, gestaltet aber einen Kräftevergleich innerhalb einer Regatta als sehr schwierig. Gerade das so genannte Yardstickrennen macht davon indes eine Ausnahme.

Hier können auch solche Schiffe gegeneinander antreten, die sich in allen ihren Merkmalen unterscheiden und daher mit diversen Vor- oder Nachteilen gegenüber der Konkurrenz ausgestattet sind. Sie starten in nach einem speziellen Verfahren berechneten Zeiten.

Das schnellste Boot geht dabei als Letztes, das langsamste als Erstes an den Start. Diese Methode hat sich zwar in den letzten Jahren weltumspannend etabliert, doch besitzt sie erhebliche Tücken, die das Endresultat beeinflussen dürften.

So kann sich der Wind nach der Berechnung und vor dem Start der einzelnen Teilnehmer verändern und damit die augenblickliche Berechnung der jeweiligen Stärken konterkarieren. Insofern sind die Startaufstellung und die dabei verwendeten Zeitabstände lediglich als Anhaltspunkt zu betrachten.

Das Kanusegeln

Neben dem Segelboot gilt das Kanu als eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel auf dem Wasser. Dieses unterscheidet sich von herkömmlichen Booten durch seine lange und schmale Form, die an beiden Enden spitz zuläuft. Damit kann das Kanu höhere Geschwindigkeiten erreichen, liegt aber nicht so stabil im Wasser wie die Jolle.

Angetrieben wird das Kanu dabei von dem Bootsführer, der es mit Rudern bewegt. Allerdings kann dem Kanu auch ein Segel verliehen und somit die Kraft des Windes genutzt werden. Daraus hat sich das Kanusegeln entwickelt, das eine sportliche Disziplin für Einhandboote darstellt.

Schwierig gestaltet es sich jedoch, das Kanu eingedenk der auf das Segel einwirkenden Winde stabil in der Spur zu halten und es vor dem Kentern zu bewahren. Der Bootsführer wird daher im Regelfall seitliche Ausleger einsetzen, um

  • das Gefährt vor Unfällen zu schützen,
  • damit aber auch die Luftmassen geschickt für sich zu nutzen und
  • auf diese Weise das Rennen für sich zu entscheiden.

Das Killen

Der Wind stellt für den Bootsführer eine mächtige Naturgewalt dar, mit der sich manches Manöver besser umsetzen lässt. Allerdings können die Luftmassen auch zu einem Hemmschuh oder sogar einer echten Gefahr für Menschen und Material verkommen. Meist ist das beim so genannten Killen der Segel zu beobachten.

Sollten diese eigentlich in fester Position stehen und den Wind einfangen, so kommt es beim Killen zum Flattern eines Teils der Segel, der meist nicht ordnungsgemäß fixiert war. Je größer der Umfang des sich bewegenden Tuches ist, desto mehr sind davon auch die Fahreigenschaften des Bootes betroffen.

Das Tempo kann sich also verlangsamen, ein Kurswechsel eventuell nur mit spürbarem Mehraufwand bewältigt werden. Das Tuch des Segels, die Öhre oder die Leinen werden durch das Killen aber auch einer erhöhten Abnutzung ausgesetzt sein oder sogar reißen. In diesen Fällen wäre das unkontrollierte Umherschlagen des Segels oder der Taue für alle anwesenden Personen gefährlich.

Das Kreuzen

Nicht immer ist der Bootsführer in der glücklichen Lage, dass der Wind von hinten oder seitlich auf das Schiff einwirkt. Steuert er einen Hafen oder ein festes Ziel an, bei dem sich die Luftmassen von vorne auf ihn zubewegen, so kann das die Fahrt verlangsamen oder sogar zu einem unerwünschten Abdriften führen.

Immerhin steht das Segel quer zur Fahrtrichtung, wird also ein hohes Maß der Winde einfangen und damit ein schnelles Vorankommen nicht ermöglichen. In diesen Fällen erlaubt es aber das Kreuzen, dennoch relativ zügig den Zielpunkt zu erreichen. Dabei bewegt sich das Boot in einem Zickzack-Kurs voran, versucht mithin also, den Wind eher seitlich einwirken zu lassen.

Dieses Manöver ist jedoch nur geübten Bootsführern zu überlassen, da insbesondere die Berechnung der Linien und einzelnen Kurswechsel nur schwer und in der Betrachtung des Einzelfalls zu bewältigen ist, sich daraus gleichermaßen aber eine Vielzahl an Gefahren ergeben kann.

Der Legerwall

Wie wichtig die Kenntnis des Kreuzens ist, zeigt sich immer dann, wenn der Wind, die Wellen oder eine starke Strömung das Schiff in Richtung Küste drücken und sich dieses aus einer solchen Umklammerung nicht mehr befreien kann. In diesen Fällen liegt die Gefahr darin, dass das Boot

  • auf Land läuft
  • Beschädigungen abbekommt oder
  • je nach Windlage sogar kentert.

Das gleiche Schicksal droht auch solchen Schiffen, die etwas entfernt vor der Küste vor Anker gehen, dabei aber an Halt verlieren und ebenso unkontrolliert auf das Land zubewegt werden. Diese gefährlichen Situationen werden als Legerwall bezeichnet. Im Idealfalle sollte der Bootsführer durch das Kreuzen versuchen, die Gefahrenlage zu vermeiden.

Je großräumiger er das Schiff dabei bewegt, desto riskanter ist das Manöver. Er muss also die Balance in seinem Fahrstil finden, um den Winden zu trotzen, gleichzeitig aber nicht auf Land oder ein Riff zu laufen.

Luv

Der Wind kann von unterschiedlichen Seiten auf ein Boot einwirken. Dieses kennt folglich die Unterscheidung zwischen Luv und Lee. Luv bezeichnet damit jene Seite, die dem Wind zugewandt ist – die Luftmassen strömen also auf sie zu. Das Großsegel wendet sich davon ab, stellt sich mithin gegensätzlich ein.

Somit wird auch ein Fahren an der Windkante ermöglicht, ohne dass das Boot an Tempo verliert oder zu kentern droht. Gleichermaßen kann die einströmende Luft für eine Vielzahl an Manövern verwendet werden, zu denen etwa der Kurswechsel zählt. Die ideale Ausrichtung nach Luv obliegt dabei dem Bootsführer, kann aber etwa durch das Ausreiten ebenso von den Mitgliedern der Crew übernommen werden.

Aber selbst für eine Regatta ist die Luv-Stellung bedeutsam. Das ist immer dann der Fall, wenn diverse Boote auf engem Raum manövrieren müssen und sich dabei für einige besonders gut gestellte ein Vorteil, für andere hingegen ein Nachteil ergibt.

Lee

Das exakte Gegenteil des Luv bildet das Lee. Hierbei handelt es sich also um jene Seite, die dem Wind abgewandt ist und auf der sich das große Segel befindet. Auch dieser Windschatten lässt sich taktisch einsetzen. Das ist meist dann der Fall, wenn Personen oder Güter geborgen werden müssen, die sich im Wasser aufhalten.

Dabei wird das Boot so positioniert, dass das Manöver auf der Lee-Seite abgehalten wird, sich das Bergen folglich nicht durch einwirkende Winde erschwert. Allerdings ist dabei auch die Ausrichtung des Bootes nicht immer leicht vorzunehmen, könnten sich doch gerade durch die auf die Luv-Seite strömenden Luftmassen unkontrollierte Bewegungen des Schiffes einstellen und daraus manches Gefahrenpotenzial erwachsen.

Läuft der Kurs weder nach Luv noch nach Lee, so fährt das Boot übrigens mittschiffs auf den Wind zu und wird diesen in seinen vollen Segeln sammeln. Die Unterscheidung zwischen beiden Seiten gehört für einen Bootsführer daher zum Grundwissen und muss routiniert beherrscht werden.

Der Mitsegler

Nicht jedem Teilnehmer eines Segeltörns ist es möglich, eigene Anweisungen zu geben, die Fahrt zu beeinflussen oder doch zumindest als Helfer tätig zu sein. Wer nicht über das dafür erforderliche Wissen und die Fingerfertigkeiten verfügt, wird als Mitsegler angesehen. Damit sind solche Personen gemeint, die gewissermaßen als Lehrling – im englischen Sprachgebrauch als Trainee bezeichnet – an Bord gehen.

Nicht selten zahlen sie für diesen in Anspruch genommenen Dienst sogar einen geldwerten Obolus an den Bootsführer. Ob und welche Dienste ein solcher Mitsegler während der Fahrt übernimmt, obliegt dabei dem Kapitän sowie dem Personal der Crew. Meist wird der Aufstieg über geringfügige Arbeiten bis hin zum ersten eigenen Tragen von Verantwortung gestaltet, ähnelt insofern also dem herkömmlichen Ausbildungsverhältnis.

Der Trainee erlernt wichtige Handgriffe, aber auch ein hohes Maß an Wissen

  • über das Boot
  • seine Eigenschaften und
  • die unterschiedlichen anfallenden Tätigkeiten.

Für einige Berufe auf einem Schiff sind solche Aufenthalte als Mitsegler sogar notwendig, um erste praktische Erfahrungen vorzuweisen.

Over the top

Die Schiffsfahrt folgt zuweilen ganz eigenen Regeln. Solchen also, die nicht zwingend schriftlich fixiert sind, sondern die sich traditionell über die Jahrhunderte hinweg erhalten haben. Dazu zählt auch eine Vielzahl an Mutproben und Eignungsprüfungen, zu denen wiederum das "Over the top" gehört.

  • Eine Person, die sich auf einem Segelboot verdingen möchte, muss dafür den höchsten Punkt des höchsten Mastes auf dem Boot erklimmen.

Meist geschieht das über das Entern der so genannten Wanten: ein Netz aus Seilen, das der Sicherheit des Mastes dient. Im Regelfall wird der Rekrut also die Wante auf einer Seite des Mastes hinaufsteigen, den höchsten Punkt – "Over the top" – erreichen und anschließend auf der Wante der andere Seite hinabklettern.

In anderen Fällen wird der Mast an sich erklommen, indem sich der Proband mit der Kraft seines Körpers an diesem hochzieht. Symbolisch soll damit der Kampf um das Überleben in schwierigen Lagen dargestellt werden, aus dem sich der künftige Teil der Crew also erfolgreich gerettet hat.

Das Querschlagen

Für eine sichere Fahrt ist es unabdingbar, das Boot stets auf Kurs zu halten und dabei den Wind nicht seitlich aufprallen zu lassen – es sei denn, eine solche Wende ist gewollt. Durch

  • Fehler des Steuermanns
  • ein Ausfallen der Segel oder
  • ähnliche unerwünschte Einflüsse

kann sich der Kurs aber auch von selbst verändern. Beim Querschlagen dreht sich das Schiff folglich um 90 Grad.

Der Wind, der zuvor von hinten oder von vorne auf das Gefährt einwirkte, trifft dieses nun seitlich. Je nach Stärke der Luftmassen sowie der allgemeinen Lage auf dem Meer – etwa der Höhe der Wellen – können sich daraus unterschiedliche Gefahren für die Crew ergeben.

Das Boot kann

  • eine hohe Menge an Wasser aufnehmen
  • kentern oder
  • Teile der Besatzung verlieren.

Wichtig ist es daher, den unkontrolliert eingenommenen Kurs schnellstmöglich zu verlassen und eine sichere Fahrt zu gewährleisten.

Das Reffen

Je stärker der Wind auf ein Boot einwirkt, je mehr Luft sich also in den Segeln fängt, desto schlechter lässt sich das Gefährt kontrollieren. Mag das bei einer allgemeinen Ausfahrt auf einem kleinen See noch nicht als Problem verstanden werden, so kann sich der Wind auf dem offenen Meer zu einer echten Gefahr für Mensch und Material erweisen.

Hierbei ist es teilweise notwendig,

  • die Segel zu verkleinern
  • die Angriffsfläche für den Wind somit zu reduzieren und
  • damit das Risiko einer Schräglage oder des Kenterns zu vermeiden.

Das Segel wird dabei meist zusammengerollt und befestigt, sodass von ihm keine Gefahr ausgehen kann.

Allerdings erweist sich dieser Vorgang bei voller Windstärke als schwierig, weswegen das Reffen auch vorausschauend vorgenommen wird – idealerweise also vor Auftreten der großen Luftmassen. Damit wird gleichermaßen eine schnellere Weiterfahrt ermöglicht – befänden sich die Segel in voller Ausbreitung, würde damit mehr Wind gefangen, das Boot würde sich schräg stellen und an Tempo verlieren.

Das Schiften

Beim Segeln kommt es zu einer Vielzahl an Manövern, die sich auf die Geschwindigkeit oder den Kurs des Bootes beziehen. Je abrupter diese erfolgen, desto gefährlicher gestalten sie sich. Wichtig ist es daher, etwaige Veränderungen behutsam und im Voraus zu planen. Dazu gehört auch das Schiften.

Hierbei befindet sich das Boot vor dem Wind – er trifft also auf das Heck des Schiffes, dieses fährt vor den Luftmassen. Das Schiften stellt ein Manöver dar, bei dem das Segel von einer Seite auf eine andere geschlagen wird. Dieser Vorgang ähnelt insofern dem Halsen, unterscheidet sich aber dadurch, dass keinerlei direkte Kursänderung damit verbunden ist.

Das Schiften dient somit eher der Vorbereitung eines Richtungswechsels und kann insofern sehr langsam oder sehr schnell vollzogen werden.

Je besser sich die Crew auf die Feinheiten des Windes abstimmen kann, desto besser gelingt das Schiften auch. Kommt es zu unerwünschten Kurswechseln, wäre das Manöver indes gescheitert.

Der Schmetterling

Ein Grund für das Schiften kann auch im Schmetterlingssegeln zu sehen sein. Das ist auf Booten möglich, die über zwei Segel verfügen. Das eine davon wird nach links, das andere nach rechts ausgerichtet. Auf beiden Seiten des Schiffes befindet sich somit ein Ausleger der Segel.

Sinnvoll ist dieses Manöver vor allem immer dann, wenn vor dem Wind gefahren wird, dieser sich also auf das Heck des Bootes zubewegt. Dank des Schmetterlings wird die größtmögliche Fläche beider Segel genutzt, entsprechend viel Luft können diese einfangen.

Ein schnelles und meist sehr angenehmes – weil kraftsparendes – Vorankommen wird damit ermöglicht. Allerdings erfordert diese Handhabung auch ein hohes Maß an Wissen.

Verändert sich der Wind, können sich daraus diverse Gefahren ergeben, die vorausschauend zu vermeiden sind. Im schlimmsten Falle könnte das Boot unter vollem Wind unkontrolliert abdriften oder nur noch schwer auf Kurs zu halten zu sein. Gänzlich ungefährlich ist der Schmetterling somit nicht.

Der Segeldruckpunkt

Trifft der Wind auf das Segel ein, wird er sich dort nicht gleichmäßig ausbreiten und auf alle Teile des Tuches in gleicher Kraft einwirken. Vielmehr bildet sich ein Zentrum des Drucks – auf dem Segeldruckpunkt ist die Kraft also am größten.

Je nach Boot, der Ausformung und Anbringung der Segel sowie der Fahrt an sich kann jenes Zentrum variieren. Es ist also nicht bei jedem Schiff einer Klasse oder bei vergleichbaren Segeln an einer identischen Stelle zu finden.

Der Segeldruckpunkt agiert meist gemeinsam mit dem Lateraldruckpunkt. Bei ihm sind die unter Wasser auf den Rumpf oder das Schwert eintreffenden Strömungen gemeint, die ebenso wie der Segeldruckpunkt die Eigenschaften der Fahrt beeinflussen können.

Beide Kräfte sind für den Bootsführer nur bedingt sichtbar, müssen aber dennoch einkalkuliert und als Kriterium der Fahrt betrachtet werden. Wer sie unterschätzt, setzt sich und die Crew daher vermeidbaren Gefahren aus, die selbst ein Kentern umfassen können.

Die Segelnummer

Möchte sich ein Auto im Straßenverkehr bewegen, so benötigt es die Autonummer. Gleiches gilt auch für das Segelboot. Dieses verfügt zwar in vielen Fällen über einen Namen; eine Identifizierung fiele damit im Zweifel aber schwer. Erforderlich ist somit die Segelnummer, die sich aus drei Aspekten zusammenstellt.

  1. Einerseits bestehen diese aus dem Segelzeichen und somit einem Aufdruck auf dem Segel, der über die Bootsklasse Auskunft gibt.
  2. Andererseits ist dabei auch die Länderbezeichnung in Kurzform von drei Buchstaben enthalten. In Deutschland wäre somit die Abkürzung "GER" gebräuchlich.
  3. Letztlich verfügt die Nummer noch über eine Zahlenfolge, die international oder national fortlaufend für alle Schiffe gezählt wird.

Verfügt ein Boot nicht über diese Möglichkeit der Identifikation, darf es sich nicht auf den Gewässern fortbewegen.

Ebenso wäre damit die Einschränkung verbunden, an keiner Regatta antreten zu dürfen. Denn im Gegensatz zum Autosport, bei dem die Wagen unter speziellen Nummernschildern starten, wäre bei einer Regatta die tatsächliche Nummer vorzuweisen.

Der Segeltörn

Es gibt unterschiedliche Gründe, sich segelnd voranzubewegen. Sei es

  • der Urlaub auf dem Wasser
  • der sportliche Wettkampf mit der Konkurrenz oder
  • das Transportieren von Mensch und Material an ein bestimmtes Ziel.

Sobald ein Schiff unter Segeln liegt und sich fahrend fortbewegt, wird dabei von einem Törn gesprochen.

Die unterschiedlichen damit verbundenen Zwecke gleichen sich also darin, dass der Hauptsinn der Fahrt in dem Segeln selbst gesehen wird, dieses also nicht nur ein Mittel zum Zweck darstellt, sondern bewusst gewählt wurde.

Ein Törn kann aber mit diversen Nebentätigkeiten verbunden sein:

  • Der Meilentörn ist auf lange Distanzen ausgelegt,
  • der Ausbildungstörn soll jungen Rekruten die erste Teilnahme an den auf einem Schiff anfallenden Aufgaben ermöglichen und
  • der Segeltörn stellt eben auf den Genuss des Segelns an sich ab.

Dieser kann alleine oder mit mehreren Personen für einige Stunden, Tage, Wochen oder sogar Jahre in Anspruch genommen werden.

Der Segeltrimm

Beim Segeln kommt der Stellung der Segel eine wichtige Bedeutung zu. Je besser und größer sich das Tuch entfalten kann, desto mehr Wind nimmt es auf. Unterschiedliche Eigenschaften der Fahrt resultieren daraus. Der Törn kann also in seinem Kurs, der Geschwindigkeit und dem Maß der Vermeidung von Gefahren beeinflusst werden, indem sich die Segel in bestimmter Weise positionieren lassen.

Hierbei wird vom Segeltrimm gesprochen, der dem Bootsführer nicht nur die Kenntnis des Gefährts, sondern auch der Eigenarten des Windes und des Wassers abverlangt. Wird das Segel optimal getrimmt, wird eine sichere und schnelle Fahrt das Ergebnis sein. Kommt es dabei zu Fehlern, lauern

  • Tempoverluste
  • ein unkontrolliertes Abdriften oder
  • sogar das Kentern.

Gerade bei mehreren Segeln muss zudem deren Zusammenspiel beachtet und beherrscht werden, kann es widrigenfalls doch erneut zu Gefahren kommen. Wichtig ist es somit, das Trimmen alleine dem Kapitän zu überlassen.

Das Smeerreep

Je nach Lage des Windes kann es erforderlich sein, das große Segel eines Bootes zu reffen und damit die Angriffsfläche für den Wind zu verringern. Hauptsächlich wird diese Tätigkeit immer dann vorgenommen, wenn die Fahrt sicher zu gestalten ist, Unfälle oder ein Kentern also vermieden werden sollen. Möglich wird das Manöver erst durch das Smeerreep.

Dabei handelt es sich um eine Leine, die das Segel in seiner Position hält und dieses mit dem Mast verbindet. Durch ein Ziehen oder Zugeben der Leine können die Stellung des Segels und seine Größe verändert werden.

Sowohl bei diesen Bewegungen als auch beim anschließenden Befestigen des Seils wird weiteres Zubehör benötigt, das etwa in Ösen, Rollen und Ähnlichem zu sehen ist.

Daneben erfordert die korrekte Handhabung des Reeps auch ein Vorwissen des Bootsführers oder jenes Teils der Crew, der mit dem Reffen der Segel beauftragt wird. Ungefährlich ist dieser Vorgang in seiner Auswirkung nämlich nicht.

Der Sonnenschuss

Nicht jede fachspezifische Bezeichnung hält auch tatsächlich, was sie verspricht. Wer beim Segeln von einem Sonnenschuss spricht, meint nichts, was die Einstrahlung des gelben Himmelskörpers meint. Vielmehr wird damit ein unkontrollierter und meist unerwünschter Kurswechsel definiert, bei dem sich das Schiff mit dem Bug – also seiner vorderen Seite – in den Wind stellt.

Im Regelfall ist dieses Manöver von dem Bootsführer nicht gewollt. Sobald es dazu kommt, wird er mit der Stellung des Ruders gegensteuern und das Abdriften vermeiden. Vielfach gelingt ihm das – in den wenigen Fällen des Sonnenschusses kommt es aber dennoch zu dem kleinen Schlenker, bei dem das Schiff in unerwünschter Position zum Stehen kommt und erst einmal wieder auf Kurs gebracht werden muss.

Je nach Stärke des Windes können die Möglichkeiten der Crew variieren, den Sonnenschuss zu vermeiden. Je stärker die Luftmassen einwirken, desto spontaner kann der Kurswechsel auftreten – und desto schwerer lässt er sich einplanen.

Das Strandsegeln

Nicht alleine auf dem Meer bläst zumeist eine Brise, mit der sich ein Boot antreiben lässt. Das Prinzip des Segelns kann ebenso auf das Land verlagert werden. Meist wird dabei in der Nähe einer Küste oder sogar direkt am Strand gesegelt.

Zur Verwendung kommen Boote, die mit Rädern versehen sind und sich somit auch auf dem sandigen Untergrund fortbewegen können. Durch den geringeren Widerstand lassen sich dabei meist höhere Geschwindigkeiten erzielen, die Fahrt kann rasanter und schwungvoller vorgenommen werden.

Zur noch besseren Ausgestaltung dieses Sports wird auf Umbauten breiterer Boote verzichtet, vielmehr kommen bevorzugt Kajaks und Kanus zum Einsatz. Sie erweisen sich durch ihre schlanke Form und das spitze Zulaufen beider Enden als sehr gut geeignet, um sich auch gegen den Wind bewegen zu können und den Luftwiderstand auf geringem Niveau zu halten.

Das Strandsegeln ist darüber hinaus jedoch nur dort erlaubt, wo sich keine Badegäste aufhalten. Das Verletzungspotenzial dabei ist im Regelfall sehr hoch, nicht immer lassen sich die beräderten Boote wie gewünscht lenken.

Der Stropp

Auf einem Segelboot lassen sich nicht selten mehrere hundert, wenn nicht gar tausend Knoten finden. Alles, was sich in irgendeiner Weise bewegen kann, muss fixiert werden. Allerdings geht das im Regelfall nicht mit harten Materialien, da die Bewegungen des Bootes ein Aufschunkeln des Interieurs bewirken und alle Befestigungen daher flexibel gewählt sein sollten.

Meist sind diese aus kurzen Seilenden gefertigt und verfügen an beiden Seiten über metallische Vorrichtungen zum Verschließen. Ein solcher Stropp kann für alle Sicherungsmaßnahmen eingesetzt werden, die an Bord oder unter Deck anfallen:

  • Das Festbinden der Segel
  • das Sichern der Fracht und
  • ähnliche Aufgaben

werden dem kleinen Tau überlassen. In den letzten Jahren hat sich zuweilen aber die Verwendung von Gummi und anderen elastischen Kunststoffen als sinnvoller erwiesen. Das ist meist dann der Fall, wenn der Stropp aus Fasern unter der Einwirkung von Wind und Wasser zu Veränderungen neigt, sich also ausdehnt und damit die Last nicht mehr halten könnte.

Der Takler

Ein Segelschiff kann sich nur dann fortbewegen, wenn sich genügend Wind in den Segeln fängt. Diese wiederum sind an den Masten angebracht.

Das gesamte System aus stehenden und laufenden Gütern verfügt dabei über die Takelage, ein Netz aus unzähligen Seilen und Tauen, die alle Bestandteile in Position halten, ein Abknicken selbst unter hoher Einwirkung vermeiden und einem jedem Teil die Übernahme der ihm aufgetragenen Tätigkeiten gewährleistet.

Das Knüpfen der Netze und das Verbinden der Elemente wird dem Takler überlassen. Dabei handelt es sich um ein maritimes Berufsbild, das sich ausschließlich der vorgenannten Tätigkeit annimmt. Gerade bei längeren Törns sollte ein solcher Takler daher auch zum festen Bestandteil der Crew gehören, um etwaige Ausbesserungen vornehmen zu können.

Hierbei ist das Arbeiten in Gefahrenlagen sowie unter Aufwendung aller körperlichen Kraft meist erforderlich. Zudem sollte der Takler über keine Ängste verfügen, auch in der Höhe und bei erheblichem Seegang zu agieren.

Der Vorschoter

Ein klassisches Segelboot sollte über wenigstens zwei Personen verfügen, um die Fortbewegung zu gewährleisten. Dabei handelt es sich einerseits um den Steuermann. Er ist weit hinten an Bord positioniert und wird das Ruder bedienen. Er wird häufig als Großschoter bezeichnet.

Andererseits muss eine zweite Person das Setzen und Austarieren der Segel übernehmen. Bei ihm handelt es sich um den Vorschoter, der sich sehr weit vorne im Boot aufhält. Dem Vorschoter kommt ebenso die Aufgabe zu, das Schiff bei starker Einwirkung des Windes durch den Gewichtstrimm so zu verlagern, dass es sich ideal auf Kurs befindet und bei aller Schräglage nicht kentern kann.

Eine schnelle und sichere Fahrt wird dabei meist nur gewährleistet, wenn der Großschoter und der Vorschoter Hand in Hand agieren und sich in ihrer Tätigkeit aufeinander abstimmen. Je mehr es dabei zu Differenzen kommt, desto schwerer kann der Kurs gehalten werden.

Grundinformationen und Hinweise zum Segeln

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: skipper © Darren Baker - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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