Das perfekte Trainingsprogramm für Schwimmer - Aufwärmen, Technik, Ausschwimmen und Co.

Beim Schwimmen können unterschiedliche Ziele gesetzt werden. Die einen möchten sich einfach mehr bewegen, die anderen haben den Wunsch, möglichst schnell am Ziel anzukommen. So oder so - mit einem Trainingsprogramm für Schwimmer wird man die Wirkung des Sports schneller erfahren und generell mehr davon profitieren. Lesen Sie, wie ein perfektes Trainingsprogramm für Schwimmer aussehen kann.

Wer schwimmt, benötigt Kraft und Ausdauer - ein umfangreiches Training sowohl an Land, als auch im Wasser, ist nötig, um sich vorzubereiten, aber auch um fit zu bleiben

Alle Körper, die im Wasser nicht untergehen, können schwimmen. Fehlt ihnen der eigene Antrieb, werden sie ausschließlich durch die Kraft des Wassers bewegt. In diesem Falle spricht man vom Treiben.

Als Art der Fortbewegung reicht das Treiben aber nicht aus. Schwimmern ist daran gelegen, dass sie im Wasser möglichst schnell vorwärts kommen. Hierfür nutzen sie physikalische Gesetze aus.

Tiere als Vorbilder

Durch geeignete Arm- und Beinaktionen bewegen sie das Wasser in eine Richtung, während ihr Körper in die andere Richtung gleitet. Die Gliedmaßen sorgen für einen entsprechenden Vorschub. Diese Art der Fortbewegung wurde im und auf dem Wasser lebenden Tieren abgeschaut.

Besonders schnell können sich Tiere im Wasser bewegen, wenn sie leichte Schlängelbewegungen ausführen. Schlanke, keilförmige Fische mit einer glatten Haut schwimmen optimal.

Auch diese Eigenschaften versuchen Schwimmer zu imitieren. Insbesondere in Gleitphasen können große Ähnlichkeiten in den Bewegungsabläufen von Schwimmern und Fischen beobachtet werden.

Schwimmer mit Taucherbrille und Kappe
Schwimmer mit Taucherbrille und Kappe

Auch die Sportindustrie trägt ihren Teil zur Verbesserung der Schwimmleistungen bei. Das Material von Schwimmanzügen soll so konzipiert sein, dass ihr Wasserwiderstand so gering wie möglich ist.

Perfekte Schwimmleistungen sind also das Ergebnis aus

  • optimalen Wasserverhältnissen
  • hochwertiger Schwimmbekleidung und
  • den Fertigkeiten des Schwimmers.

Letztere beinhalten vor allem das Beherrschen der Schwimmtechniken, die an physikalische Gesetze anknüpfen.

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Das Schwimmen übt einen positiven Effekt auf die Gesundheit des Menschen aus.

  • Es kräftigt die Muskulatur auf schonende Weise, da der Körper im Wasser einen entsprechenden Auftrieb erhält. Selbst Menschen, die unter Gelenkbeschwerden leiden, profitieren vom Schwimmen, die Gelenkbelastungen sind im Vergleich zu anderen Sportarten sehr gering.

  • Das Schwimmen balanciert die Wirbelsäule. Rückenbeschwerden lässt sich durch ein regelmäßiges Schwimmtraining vorbeugen. Obendrein trainiert es Herz und Kreislauf, die vermehrte Durchblutung der Organe regt den Stoffwechsel an.

  • Beim Schwimmen werden sehr viele Kalorien verbraucht. Wer etwa 70 Kilogramm wiegt, verbrennt beim Brustschwimmen in einer Viertelstunde 160 Kilokalorien. Beim Kraulen sind es etwas weniger.

    Muskulöser Mann mit Taucherbrille beim Schwimmen unter blauem Himmel
    Muskulöser Mann mit Taucherbrille beim Schwimmen unter blauem Himmel

    Wer abnehmen möchte, ist also mit dem Schwimmen gut beraten, zumal Übergewichtige in anderen Sportarten ihre Gelenke schnell überlasten. Beim Schwimmen besteht dieses Risiko nicht.

  • Da das Schwimmen eine Ausdauersportart ist, besitzt es auch einen erholsamen Effekt. Alltagsstress lässt sich durch ein regelmäßiges Training optimal abbauen. Auch mit neuen Herausforderungen kommt der Körper besser zurecht.

Es gibt also Gründe genug, mit dem Schwimmsport zu beginnen. Selbst für ältere Erwachsene werden in Schwimmbädern Kurse angeboten.

Das richtige Training

Doch ohne Kraft und Ausdauer kommt ein Schwimmer nicht aus. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass er einen Trainingsplan nutzt, der

  • seine Muskulatur auf das Training vorbereitet
  • die Schwimmtechniken perfektioniert sowie
  • Kraft und Ausdauer schult.

Da das Schwimmen hauptsächlich in tiefen Gewässern stattfindet, ist es sinnvoll, dass das Training auch auf Notfallsituationen vorbereitet. Diese Trainingsphase wird als Atemnot-Training bezeichnet. Es sorgt dafür, dass sich das Lungenvolumen erhöht, was wiederum gleichzeitig zu einer besseren Versorgung der Organe mit Sauerstoff beiträgt. Hieraus ergeben sich bessere Leistungen.

Eine Trainingseinheit im Schwimmen ist daher in unterschiedliche Trainingsphasen unterteilt, den größten Teil nehmen

  • Technikübungen
  • Ausdauer- und
  • Tempotraining

ein. Obwohl der Schwimmer sehr viel theoretisches Wissen besitzen muss, darf der Spaßfaktor nicht verloren gehen. Sportwissenschaftler halten es für uneffektiv, wenn der Schwimmer im Training eine Bahn nach der anderen im selben Tempo zieht. Sie empfehlen das Intervalltraining, in dem Streckenlängen und Geschwindigkeiten variieren.

Auch das Erlernen unterschiedlicher Schwimmstile bringt Abwechslung in den Trainingsablauf. Bei der Trainingsintensität wird unterschieden werden müssen, ob es sich um einen Freizeit- oder um einen Leistungssport handelt.

Trockenübungen für ein leichteres Schwimmtraining

Regelmäßig durchgeführte Dehn- und Kräftigungsübungen tragen dazu bei, das Schwimmtraining zu erleichtern und bessere Ergebnisse zu erzielen. Wer für einen Wettkampf übt, sollte entsprechende Trockenübungen mindestens dreimal in der Woche durchführen.

Übung für die Beine

Eine kräftige und bewegliche Beinmuskulatur sorgt für den gewissen Vorschub beim Schwimmen.

  • Um sie zu dehnen, legt sich der Schwimmer mit dem Rücken auf den Boden.
  • Die Beine werden mit angezogenen Fußspitzen gestreckt, die Arme liegen auf Schulterhöhe ausgestreckt auf dem Boden. Beide Handflächen zeigen nach unten.
  • Während das linke Bein auf dem Boden liegen bleibt, wird das rechte Bein gestreckt nach oben geführt, bis es einen 90-Grad-Winkel mit dem Boden bildet. Im hinteren und im inneren Oberschenkelbereich sollte ein leichtes Ziehen zu spüren sein.
  • Nachdem die Position eine Weile gehalten wurde, rollt das rechte Bein gestreckt vor dem Körper zur linken Seite ab, bis es auf dem Boden liegt.
  • Der Schultergürtel darf dabei nicht verdreht werden. Aus diesem Grunde sollten die Schultern und Arme flächig auf dem Boden liegen bleiben. Die Dehnung erfasst nun auch die Gesäßmuskulatur sowie den unteren und mittleren Rückenbereich.
  • In dieser Stellung verbleibt der Schwimmer eine Weile. Er atmet tief und gleichmäßig, bevor er das Bein wieder langsam in die obere Position rollt. Dann kann es auf dem Boden abgelegt werden.

Anschließend wird das linke Bein gedehnt. Pro Seite sollten etwa 5-8 Wiederholungen erfolgen.

Übung für Schultern und Arme

Auch die Schulter- und Armmuskulatur müssen beweglich und kräftig sein, damit der Vorschub beim Schwimmen ökonomisch ist.

  • Zur Dehnung von Schulter und Latissimus nimmt der Schwimmer auf dem Boden den Kniestand ein.
  • Die Hände werden unterhalb der Schultern auf dem Boden positioniert. Die Arme sind gestreckt.
  • Dann gleitet der Schwimmer mit dem Gesäß auf die Fersen, die Hände verbleiben weiterhin in ihrer Position.
  • Das Gesicht wird zum Boden geführt, so dass Hinterkopf, Nacken und Rücken eine Linie bilden. Es sollte eine Dehnung des oberen Rückenbereichs zu spüren sein.
  • Der Schwimmer verbleibt für eine Weile in dieser Position und atmet gleichmäßig ein und aus. Dabei kann er der Bewegung nachspüren.
  • Anschließend begibt er sich langsam in die Ausgangsposition zurück.

Diese Übung sollte noch 5-8 Mal wiederholt werden.

Übung für Hüfte und Bauch

Der Hüftbeuger und die seitliche Bauchmuskulatur effektivieren insbesondere die Beinbewegungen beim Brustschwimmen. Um diese beweglicher zu machen, empfiehlt sich folgende Dehnübung:

  • Der Schwimmer legt sich bäuchlings auf den Boden.
  • Beide Arme werden gestreckt über den Kopf geführt, dabei zeigen die Handflächen nach unten.
  • Die gestreckten Beine liegen mit angezogenen Zehenspitzen nebeneinander.
  • Anschließend kippt das Gesäß zur rechten Seite nach hinten und nimmt das linke gestreckte Bein mit. Dessen Innenfläche sollte auf dem Boden aufliegen.
  • Der rechte Fuß dreht analog zum rechten Bein mit.
  • Der Oberkörper wird während dieser Übung nicht verdreht, Schultern und Arme bleiben auf dem Boden liegen. Das Gesicht zeigt weiterhin nach unten.
  • Während der Schwimmer in dieser Position für ungefähr eine halbe Minute langsam und gleichmäßig atmet, spürt er der Bewegung nach. Dann rollt er in die Ausgangsposition zurück und übt mit der anderen Seite.

Die Übung sollte pro Seite noch 2-3 Mal wiederholt werden.

Wie ein Fisch im Wasser - So schlagen Sie schneller an!

Schwimmen ist die perfekte Sportart für alle, die sich gelenkschonend in Form bringen wollen. Es trainiert nicht nur so gut wie jede große Muskelgruppe des Körpers, sondern verlangt auch unserer Ausdauer einiges ab.

Selbst erfahrene Laufsportler kommen schnell aus der Puste, wenn man sie ins kalte Becken schmeisst. Das ist besonders dann kritisch, wenn eben jene Laufsportler eine Bestzeit im Triathlon anstreben. Auf dem Lande schneller zu werden, ist im Vergleich zum Schwimmen eine ziemlich einfache Angelegenheit. Aber selbst wenn Sie nicht in frühen Kindesalter das Schwimmen erlernt haben, können Sie mit den folgenden Tipps ihre Paddeltechnik in elegante Armschwünge verwandeln.

Arbeiten Sie an Ihrer Technik

Es bringt nichts, mit seinem Schicksal zu hadern. Nur weil Sie nicht als kleines Kind in einem Schwimmverein das Schwimmen erlernt haben, ist das keine Rechtfertigung, nicht intensiv an Ihrer Technik zu arbeiten. Wahrscheinlich werden Sie sich nie ganz so natürlich und effizient durch das frische Nass bewegen, wie Sportler, die das Schwimmen von Kindesbeinen an trainieren.

Aber das bedeutet nicht, dass Sie sich nicht deutlich verbessern können. Letztendlich sind Sie selbst ihre stärkste Konkurrenz. Geben Sie ihr Bestes, um morgen schneller als heute zu sein.

Vergessen Sie das Tempo-Training nicht

Nicht wenige Sportler konzentrieren sich zu stark auf das so genannte Sammeln von Metern. Aber wie im Laufsport müssen Sie auch im Wasser aktiv an Ihrer Geschwindigkeit arbeiten und regelmäßig Sprints in Ihr Training integrieren.

  • Wenn Sie immer nur lange Schwimmstrecken bei lockerem Tempo absolvieren, können Sie im Wettkampf nicht die nötig Spritzigkeit entwickeln.

Selbst wenn Sie nur aus Spaß schwimmen, sollte Tempo-Training ein fester Bestandteil Ihrer Workouts sein, da Sie hierbei Ihren Fettstoffwechsel auf Touren bringen.

Versuchen Sie beim Tempo-Training, die 25m so schnell wie möglich zu schwimmen. Tun Sie das vier bis sechs Male und pausieren Sie 30-60 Sekunden zwischen den einzelnen Sprints.

Schwimmer mit Taucherbrille und Kappe im Becken
Schwimmer mit Taucherbrille und Kappe im Becken

Üben Sie den Beinschlag

Gerade Triathleten unterliegen dem Irrtum, dass Sie beim Schwimmen ihre Beine für das Rad und das Laufen schonen müssten, um dann die Konkurrenz abhängen zu können. Tatsache ist jedoch, dass das Schwimmen die Basis für den späteren Zieleinlauf legt.

Je mehr Zeit Sie im Wasser liegen lassen, um so schwerer haben Sie es auf restlichen beiden Teilstrecken. Trainieren Sie deshalb Ihre Beinschlagtechnik sehr intensiv.

Halten Sie sich dafür mit beiden Händen am Beckenrand fest und treten Sie in waagerechter Lage für zwei bis drei Minuten so kräftig gegen den Wasserwiderstand wie Sie können.

Werden Sie stärker

Im Gegensatz zu vielen anderen Ausdauersportarten ist das Schwimmen ein echter Kraftakt. Mit jeden Armschlag müssen Sie einen Widerstand überwinden und Ihren Körper aus dem Wasser stemmen. Es liegt auf der Hand, dass Krafttraining der Schwimmleistung zu Gute kommt.

Zögern Sie also nicht, regelmäßig mit Hanteln und Gewichten zu trainieren. Insbesondere Übungen wie

sind gut für Schwimmer geeignet.

Richtiges Aufwärmen/Einschwimmen

Jedes Schwimmtraining sollte mit dem Aufwärmen beginnen. Anschließend folgt die Phase des Einschwimmens. Erst dann sind die Muskeln bereit für den Hauptteil des Trainings.

Übungen am Beckenrand

Das Aufwärmen der Muskulatur erfolgt nicht im Wasser, sondern am Beckenrand. Da die Lufttemperatur im Allgemeinen höher ist als die Wassertemperatur, erwärmt sie die Muskeln teilweise mit. Insbesondere der Rücken- und Schulterbereich sollten auf das Training vorbereitet werden.

  • Zügiges Armkreisen, das abwechselnd nach vorn und hinten beziehungsweise entgegengesetzt ausgeführt wird, eröffnet die Aufwärmphase.
  • Das mehrfache Kreisen der Schultern nach vorn und hinten intensiviert die Durchblutung der Schultermuskulatur. Die Arme werden dabei locker seitlich neben dem Körper gehalten.
  • Anschließend wird der Oberkörper in der Hüfte abwechselnd zu den Seiten sowie nach vorn und hinten gebeugt. Diese Übung sorgt für mehr Beweglichkeit.
  • Wer sich kraftvoll in den Zehenstand und wieder zurück auf die Fersen begibt, bereitet die Beine auf ihre Arbeit vor.

Von Sprüngen am Beckenrand ist abzuraten, da diese eine hohe Verletzungsgefahr durch das Ausrutschen bergen würden. Das abwechselnde Ausschütteln beider Beine aktiviert die Muskulatur ebenfalls.

Übungen im Wasser

Anschließend geht es ins Becken. Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss vor allem die Schwimmtechnik stimmen. Das Schwimmen hat nur wenig mit völliger Verausgabung gemein. Daher sollte bereits in der Einschwimmphase auf Lockerheit geachtet werden. Große Leistungen will beim Einschwimmen niemand erzielen.

  • Der Schwimmstil kann beliebig gewählt werden, bei Bedarf kann man ihn zwischenzeitlich wechseln.
  • Die Distanz für das Einschwimmen sollte zwischen 200 und 300 Meter betragen.
  • Damit der Körper auf einen harmonischen Schwimmstil vorbereitet wird, können in jede Wende möglichst lange Gleitphasen eingebaut werden. Die Arme sind dabei weit über den Kopf gestreckt, die Beine übernehmen die alleinige Arbeit.
  • Auch das Tempo kann während des Einschwimmens variiert werden. Allzu schnelle Bewegungen sind aber stets zu vermeiden.

Wer hingegen die gesamte Strecke in konstanter Geschwindigkeit zurücklegt, hat den Vorteil, dass er besonders schnell seinen Rhythmus findet. Auch die Atmung erfolgt gleichmäßiger, so dass der Kreislauf allmählich auf die Belastung vorbereitet wird.

Natürlich lässt sich auch in die einzelnen Einschwimmphasen des Trainings Abwechslung bringen. Wer allerdings routiniert trainiert, kann gleichmäßigere Bewegungsabläufe erzielen. Auch die Konzentration auf die folgenden Trainingsphasen wird geschärft.

Schwimmer mit roter Badekappe und roter Schwimmshort von oben, die Arme nach vorne gestreckt
Schwimmer mit roter Badekappe und roter Schwimmshort von oben, die Arme nach vorne gestreckt

Effektive Technikübungen

Technikübungen im Schwimmtraining haben das Ziel, die Bewegungsabläufe zu optimieren. Außerdem kommt es auf die perfekte Lage des Schwimmers im Wasser an.

Um die Schwimmtechnik zu verbessern, konzentriert sich der Schwimmer in der Technikphase auf einzelne Körperabschnitte. Es kommt nicht darauf an, dass er hohe Geschwindigkeiten erreicht. Je sorgfältiger die Technikübungen durchgeführt werden, desto bessere Ergebnisse lassen sich im späteren Hauptteil des Schwimmtrainings erzielen.

Kraulen

Der effektivste Schwimmstil ist das Kraulen. Ein guter Kraulstil macht den Schwimmer besonders schnell. Dabei nimmt er eine gestreckte Haltung ein, bei welcher das Gesicht unter das Wasser getaucht wird. Der kraftvolle Armzug ermöglicht einen guten Vorschub.

  • Um möglichst viel Kraft zu sparen, wird der Arm nur in einem 30-Grad-Winkel zur Wasseroberfläche gestreckt eingetaucht und dann im Ellenbogen angewinkelt.
  • Anschließend zieht er in S-Form unter dem Körper hindurch.
  • Erst im letzten Teil der Unterwasser-Phase wird der Arm erneut gestreckt, bis er auf Hüfthöhe gelangt, um anschließend gebeugt aus dem Wasser abzuheben.

Physikalisch nutzt der Schwimmer das Entstehen unterschiedlicher Druckverhältnisse aus, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Da sich der Kopf während des Kraulens größtenteils unter Wasser befindet, muss auch die Atmung zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Das regelmäßige Trainieren der einzelnen Bewegungsphasen optimiert das Timing für diesen Stil.

Schwimmer kraulen nicht ausschließlich mit beiden Armen gleichzeitig. Sie ziehen einzelne Bahnen mit jeweils einem Arm. Die Streck- und Gleitphase ermöglicht dem Schwimmer einen guten Vorschub nach der Wende, ohne dass er viel Kraft aufbringen muss.

Schwimmer in Anzug und Schwimmbrille krault im freien Gewässer
Schwimmer in Anzug und Schwimmbrille krault im freien Gewässer

Abschlagschwimmen

Eine weitere technische Übung ist das Abschlagschwimmen. Der Schwimmer zieht dabei mit lediglich einem Arm, während der andere vor dem Kopf auf dem Wasser liegt. Zum Ende des Armzugs schlägt der aktive Arm den Letzteren ab. Dieser wird nun aktiv.

  • Übt der Schwimmer mit dem vorgehaltenen Brett, kann er sich voll und ganz auf die Wasserlage und die Beinarbeit konzentrieren.
  • Wird das Brett hingegen zwischen die Beine geklemmt, kann die Armarbeit an Priorität gewinnen.

Im Allgemeinen wird im Schwimmen für jede Technikübung eine Strecke von 50 Metern gewählt. Insgesamt übt der Schwimmer zwischen 7 und 10 Fertigkeiten in einem Training.

Atemnot-Training

Das Atemnot-Training hat die Aufgabe, das Lungenvolumen des Schwimmers zu erweitern. Sollte er sich in kritischen Situationen längerfristig unter Wasser befinden müssen, ist er eher in der Lage, die Luft anhalten zu können. Diese Fertigkeit kann nicht nur ihm selbst hilfreich sein, sondern auch verunglückten Personen, die der Schwimmer retten will.

Um die Atmung gezielt zu trainieren, atmet er auf einer 200- oder 300-Meter-Strecke nicht bei jedem Armzug, sondern pyramidenförmig. Das bedeutet, er atmet

  • bei jedem 2., 3., 4. und 5. Zug,
  • anschließend bei jedem 4., 3., und 2. Zug.

In Abwandlung wird bei jedem ungeraden Zug Luft geholt. Je nach Länge der Strecke und nach Leistungsniveau können andere Intervalle festgelegt werden.

Haupttraining

Im Haupttraining geht es darum, die Schnelligkeit und die Ausdauer des Schwimmers zu trainieren. Dabei legt er eine vorgegebene Strecke 8-12 Mal in ein und demselben Schwimmstil zurück, wobei zwischenzeitliche Pausen von einer halben Minute eingelegt werden.

In der Regel beträgt die Distanz 100 Meter. Die Einzelstrecken von jeweils 25 Metern werden in unterschiedlichen Geschwindigkeiten trainiert. Auf dem letzten Abschnitt geht der Sportler über die gesamte Strecke bis an seine Belastungsgrenze.

Um das Training aufzulockern, können auch andere 100-Meter-Strecken mit voller Belastung geschwommen, andere hingegen recht locker zurückgelegt werden. Im Anschluss an das Intervalltraining findet ein Belastungstraining statt. Die zwischenzeitlichen Pausenzeiten werden dann auf eine Minute ausgedehnt.

Im Hauptteil des Trainings besitzt das Kraulen eine besondere Bedeutung, weil es die höchste Geschwindigkeit erlaubt. Aber auch andere Schwimmstile, wie das Brust- oder Rückenschwimmen, werden in Intervallen geübt. Das Hauptaugenmerk wird immer auf der Disziplin liegen, die der Schwimmer als nächste im Wettkampf bestreiten will.

Ausschwimmen

Obwohl der Schwimmer bereits über zwei Kilometer zurückgelegt hat, ist das Training noch nicht zu Ende. Den Abschluss jeder Trainingsstunde bildet das Ausschwimmen, das den Kreislauf zur Ruhe bringt.

Je nach Trainingsintensität und Leistungsniveau hat der Schwimmer während der ersten drei Trainingsphasen zwischen zwei und drei Kilometer zurückgelegt. Falls er sich auf einen Wettkampf vorbereitet, kann es sogar eine noch größere Strecke sein.

In der vorherigen Trainingsphase hat er alles gegeben, Kreislauf und Stoffwechsel arbeiten auf Hochtouren. Im Körper befindet sich eine Menge Adrenalin. Durch das Intervalltraining hat der Schwimmer an Kraft und Ausdauer zugelegt, eigentlich könnte er das Training nun beenden. Doch Fachleute empfehlen, wie bei jeder Sportart eine Phase des Abwärmens einzuplanen.

Tipps zum Abwärmen

Das Abwärmen wird im Schwimmen als Ausschwimmen bezeichnet. Hierbei legt der Schwimmer nochmals eine Strecke von 200 bis 300 Meter zurück. Der Schwimmstil bleibt dem Ermessen des Schwimmers überlassen.

  • Etwa die Hälfte der Distanz sollte in Rückenlage geschwommen werden. Sie ermöglicht eine optimale Dehnung der Brustmuskulatur und auch die Atmung wird nicht behindert.

Beim Rückenschwimmen nimmt der Schwimmer besonders viel Sauerstoff auf. Außerdem entspannt dieser Stil die Nackenmuskulatur und balanciert die Wirbelsäule.

Da das Ausschwimmen in sehr ruhigem Tempo erfolgt, werden alle beim Training angespannten Muskeln gelockert. Auch der Adrenalinspiegel sinkt auf ein Normalniveau, Kreislauf und Atmung kommen zur Ruhe. Die meisten Schwimmer lassen in der Phase des Ausschwimmens das Training im Kopf noch einmal Revue passieren.

Trainingsbestandteile eines Schwimmers
TrainingsartTrainingsziel
KräftigungErleichterung des Schwimmtrainings
EinschwimmenVorbereitung auf das Haupttraining
TechnikOptimierung der Bewegungsabläufe
Atemnot-TrainingErweiterung des Lungenvolumens
HaupttrainingTraining von Schnelligkeit und Ausdauer
AusschwimmenBeruhigung des Kreislaufs

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?
Quellenangaben
  • sportilia 2.02 © Gordon Bussiek - www.fotolia.de
  • Swim © Christophe Schmid - www.fotolia.de
  • swimmer © Robert Gortana - www.fotolia.de
  • swimmer © Orlando Florin Rosu - www.fotolia.de
  • Healthy lifestyle © diego cervo - www.fotolia.de
  • tri-athlete © Torsten Lorenz - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema