Boote des Kanusports, Organisation im Verein und Trainingsmöglichkeiten im Winter

Verschiedenfarbige Kanus, hellblau, gelb, orange, rot, nebeneinander im Wasser, davor schwimmende Baumstämme

Wir informieren über die unterschiedlichen Bootstypen sowie die Kanusportvereine - auch in der kalten Jahreszeit muss man auf den Kanusport nicht verzichten

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  • von Paradisi-Redaktion

Dass Kanu gar keine eigene Bootsgattung, sondern nur ein Oberbegriff für Kajak und Kanadier ist, wissen nur die Wenigsten. Der Kanusport ist sehr vielfältig, daher bedarf es im Verein einer guten Organisation.

Die Boote im Kanusport

Wir stellen beide Boote einmal vor und geben Tipps für den Einstieg in den Kanusport.

Kajak - das Boot der Eskimos

Der Kajak stammt ursprünglich von den Eskimos, genauso wie die allgemein bekannte Eskimorolle. Die Eskimorolle ist ein schwieriges Rettungsmanöver, mit dem man den Körper im Falle des Kenterns durch großen Schwung aus den Hüften wieder aus dem Wasser befreit.

Der Kajak ist völlig geschlossen, bis auf die Sitzöffnung, die meist noch mit einer Spritzdecke bedeckt ist, um hereinspritzendes Wasser aus dem Kajak fernzuhalten. Die Fortbewegung geschieht mit Hilfe eines Doppelpaddels. Da der Kajak relativ leicht und sehr wendig ist, wird er vor allem für sportliche Touren und für Wildwasserfahrten verwendet.

Kanadier - das Boot der Indianer

Der Kanadier

  • ist relativ groß
  • verfügt über genügend Stauraum und
  • ist im Gegensatz zum Kajak offen.

Die Indianer in Amerika entwickelten dieses Boot zum Jagen und zum Transport Ihrer Güter. Die Fortbewegung erfolgt im Knien und mit Hilfe eines Stechpaddels. Der Kanadier eignet sich aufgrund seiner Größe eher für Spazierfahrten und Abenteuertouren als für sportliche Fahrten.

Kanadier eignen sich vor allem für Familien mit kleineren Kindern, da sie relativ sicher im Wasser liegen und nicht so leicht kentern wie Kajaks. Befahren Sie mit Ihren Kindern aber nur sanfte Gewässer und versorgen Sie Ihren Nachwuchs unbedingt mit passenden Schwimmwesten. Diese halten Sie und Ihre Kinder im Notfall nicht bloß über Wasser, sondern schützen auch vor Unterkühlung.

Kanus und Zubehör

Kanus sind zwar auch als Schlauchboote erhältlich, in der Regel aber aus robustem Kunststoff. Sollten Sie sich für den Kauf eines Kanus entscheiden, dann gehören außerdem

  • Paddel
  • Spritzdecke und
  • Schwimmweste

zur Pflichtausrüstung. Beim Paddel haben Sie die Wahl zwischen Holz und Kunststoff; empfehlenswert für Anfänger sind allerdings die Kunststoffpaddel, da sie recht preiswert zu haben und außerdem pflegeleichter sind. Je nach Art und Temperatur des Gewässers ist eine wärmende und vor allem wasserfeste Bekleidung angemessen.

Kanusportvereine und wie sie organisiert sind

Die Organisation von Kanusportvereinen unterscheidet sich stark von der anderer Sportvereine. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Während sich in nahezu jeder Kleinstadt ein Fußball- oder ein Leichtathletikverein findet, so sind Kanusportvereine zahlenmäßig deutlich unterlegen. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich nur dort ansiedeln, wo auch die nötigen Gewässer und Trainingsmöglichkeiten vorhanden sind.

Demzufolge sind Kanusportvereine meist immer gleich

  • größere Organisationen
  • mit deutlich mehr Mitgliedern
  • und einem erweiterten Einzugsbereich.

So ist es notwendig, sich straff zu organisieren und die Mitglieder in entsprechende Trainingsgruppen fest einzuteilen, die sich danach ausrichten, welche Sportart das Mitglied ausüben möchte.

Denn der Kanusport ist sehr vielfältig, und die einzelnen Untergruppen benötigen eine ganz unterschiedliche Betreuung, sowohl von der technischen Seite her gesehen, als auch unter dem Aspekt der Intensität. Im Wesentlichen kann man beim Kanusport zwischen den Freizeitsportarten und den Wettkampfsportarten unterscheiden.

Freizeitsportarten

  • Zu den Freizeitsportarten zählt das Kanuwandern, das auch als Tourenpaddeln oder Wanderpaddeln bekannt ist. Hier werden meist ruhige Gewässer befahren. Sowohl kurze Strecken als auch längere Touren sind möglich.

  • Das Küstenkanuwandern oder Küstenpaddeln findet auf Großgewässern statt. Hier werden bevorzugt Kajaks eingesetzt. Wichtig sind hier gute Kenntnisse von Gezeiten und Wetter.

  • Auf unruhigeren Gewässern wird das Wildwasserpaddeln betrieben, dabei kommen unterschiedliche Bootstypen zum Einsatz.

In den Kanuvereinen werden die Freizeitsportler in den Techniken und auch in Rettungstechniken für die unterschiedlichen Sparten unterwiesen.

Wettkampfsportarten

Zu den Wettkampfsportarten zählen:

  • Kanurennsport als Olympische Disziplin mit einer langen Tradition im Einer- als auch Zweier-Kanadier.
  • Ferner wird Kanuslalom gefahren.
  • Wildwasserkanu gehört zu den ältesten Wettkampfdisziplinen.
  • Neuer dagegen ist das Kanupolo, bei dem ein Ball ins gegenerische Tor befördert werden muss.
  • Inzwischen ist auch die Sportart Kanumarathon bekannt, die über die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern ausgetragen wird. Meist liegt der Schwerpunkt auf der Mannschaftswertung.
  • Eine Variante des Segelsports ist das Kanusegeln, für das spezielle Boote notwendig sind.
  • Rafting und Kanu-Freestyle zählen zu den härteren Wettkampfvarianten.
  • Daneben gibt es noch reine Sprintrennen.

Kanusport im Winter - Welche Möglichkeiten gibt es?

Viele Sportarten sind durch ihre Ausrichtung an eine bestimmte Saison gebunden. Doch was tun die Wintersportler im Sommer und die Sommersportler im Winter, um sich fit zu halten und sich nicht zu langweilen? Welche Möglichkeiten haben Kanusportler im Winter, ihrem Hobby nachzugehen und ihre gute Form zu halten?

Zugegeben, hier ist etwas Phantasie gefragt. Und selbst die nützt nichts, wenn keine geeignete Infrastruktur vorhanden ist. Im Winter ist es nicht mehr möglich, auf Flüssen und Seen mit dem Kanu zu fahren. Selbst wenn die Gewässer noch nicht zugefroren sind, so sind die Wassertemperaturen doch viel zu niedrig.

Würde ein Kanute kentern, so könnte er im nur wenige Grad kalten Wasser höchstens ein paar Minuten überleben. Einmal ganz davon abgesehen, dass er beim Fahren so viel wärmende Schutzkleidung tragen müsste, dass ihm diese beim Sturz ins Wasser das Schwimmen unmöglich macht. Das Trainieren im Freiwasser ist also zu gefährlich.

Kanutraining im Schwimmbad

Es mag überraschend klingen, aber es ist durchaus möglich, mit dem Kanu auch in einem Schwimmbad zu trainieren. Natürlich können hier keine Strecken gefahren werden, doch ein Techniktraining kann durchgeführt werden.

Dazu muss die Schwimmhalle für einen bestimmten Zeitraum vom Betreiber gemietet werden. Auf diese Weise können die Kanuten ihre Technik verbessern und zum Beispiel

  • Rollen
  • Wendemanöver oder
  • Rettungstechniken

üben.

Kanutraining im warmen Urlaubsland

Wer im Winter nicht aufs Kanufahren verzichten kann, der hat die Möglichkeit, seinen Urlaub in wärmeren Gefilden zu verbringen und sich dort seinem Sport zu widmen. Viele Sportreiseveranstalter bieten ein extra Kanuprogramm in den Wintermonaten an. Auf diese Weise lassen sich neue Länder und Kontinente entdecken.

Grundkondition beibehalten

Wer all diese Möglichkeiten nicht hat oder nicht nutzen möchte, der sollte im Winter darauf achten, dass er seine gute sportliche Form nicht einbüßt. In fast allen Sommersportarten werden die Wintermonate jedoch hauptsächlich zur Regeneration genutzt.

Das bedeutet, dass das Training nicht auf Verbesserung und Wettkampfvorbereitung ausgelegt ist, sondern dass vielmehr eine gute Grundkondition erhalten, der Körper aber gleichzeitig geschont wird. So können mögliche Sportverletzungen oder Überlastungserscheinungen aus der letzten Saison gründlich ausgeheilt werden.

Für Kanuten bietet sich das Krafttraining im Fitness-Studio an. Wer sich in der frischen Luft bewegen möchte, der kann

Auch das Klettern ist bei vielen Kanuten beliebt, da es Kraft für die Arme bringt.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: kanuparkplatz © bierchen - www.fotolia.de

Autor:

Christian Steinfort - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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