Merkmale der Jolle und Unterschiede des Jollensegelns zum Segeln

Die Jolle zum Jollensegeln unterscheidet sich von ihrer Bauart und Handhabung von anderen Segelschiffarten. Typisch ist das Krängen, was zum Herausheben des Bootes an einer Seite aus dem Wasser bedeutet, sobald Wind in die Segel drückt. Hier ist vor allen Dingen ein schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Informieren Sie sich über die Merkmale der Jolle sowie die Unterschiede des Jollensegelns zum klassische Segeln.

Wir stellen die Jolle und das Jollensegeln kurz vor und informieren Sie, welche Gewässer sich für das Jollensegeln eignen

Die Jolle - ein ganz spezielles Segelschiff

Häufig ist beim Segelsport die Rede vom Jollensegeln. Bei der Jolle handelt es sich um eine Form des Segelschiffs, die sich vor allem durch ihre Konstruktion von anderen Booten unterscheidet. Diese wirkt sich auf die Fahreigenschaften aus, so dass auch die Aufgaben der Mannschaft und der Segelcrew ganz eigenen Gesetzen gehorchen.

Ein herkömmliches Segelboot wird durch seine Kielbauweise ins Wasser gedrückt und dort in einer stabilen Position gehalten. Zwar kann es auch kentern, dies geschieht jedoch nicht ganz so schnell.

Bei einer Jolle dagegen gehört das Krängen praktisch zum normalen Fahrverhalten. Sobald mehr Wind in die Segel drückt, hebt sich eine Seite der Jolle aus dem Wasser.

Eigenschaften der Jollenboote im Detail

Jollen neuerer Bauart sind häufig mit speziellen Auftrieben versehen, die durch aufgeschäumte Hohlräume oder andere Schwimmkörper erzielt werden können. So kann die Jolle zwar kentern, versinkt dann aber nicht im Gewässer, sondern treibt kieloben an der Oberfläche.

Ein zusätzlicher Doppelboden ist so ausgelegt, dass das beim Kentern aufgenommene Wasser automatisch wieder abfließen kann, sobald die Jolle wieder in Fahrposition gebracht wird. Eine bestimmte Anzahl von Auftriebskörpern ist hier Vorschrift, damit die Jolle auch bei starker Beschädigung nicht sinkt, und die Mannschaft in Sicherheit ist.

Die Jolle dagegen ist mit einem Schwert ausgestattet; ihr Konstruktionsschwerpunkt dagegen liegt oberhalb des Wasserspiegels. Von unten betrachtet ist das Schiff nahezu platt.

Dennoch hat es genügend Auftrieb, denn die große Auflagefläche lässt sie mit Hilfe des Wasserdrucks sehr gut schwimmen. Auch viele kleine Ruder- und Segelboote werden im Volksmund als Jolle bezeichnet. Die einzelnen Kategorien der Jolle sind die Rennjolle und die Wanderjolle.

Vorteile der Jolle

Die Jolle bietet ganz entscheidende Vorteile:

  • So kann mit ihr schon bei geringen Windstärken und auf vergleichsweise kleinen Gewässern gefahren werden.
  • Sie reagiert schnell auf Steuerbewegungen und hat einen recht kleinen Wendekreis. Wer die Jolle beherrscht, kann ohne großen Platzbedarf mit ihr fahren.
  • Die Segel der Jolle haben ein geringes Gewicht, so dass mehr mit Technik als mit Kraftaufwand gefahren wird. Dies macht Jollen zum idealen Übungsgerät für größere Kinder und Jugendliche.

Merkmale des Jollensegelns

Beim Jollensegeln ist ein gutes und schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Krängt die Jolle, so richtet sie sich meist nicht von selbst wieder auf, sobald sie einen bestimmten Krängungswinkel überschritten hat. Nun muss sich die Besatzung mit dem ganzen Körpergewicht nach außen in die Windrichtung - also nach Luv - lehnen, um ein Kentern zu verhindern. In gewisser Weise erinnert das Jollensegeln damit auch an das Windsurfen.

Dies ist so lange nötig, bis der Impuls nachlässt, der die Krängung verursacht hat. In den meisten Fällen ist die der Wind, doch auch Wellengang kann das Krängen auslösen. Damit die Mannschaft beim Gegensteuern nicht aus dem Boot fällt, und damit die Kräfte besser eingesetzt und übertragen werden können, ist eine Trapezsicherung erforderlich.

Zusätzlich zum Trapezgang müssen jedoch die Segel noch gefiert werden, das bedeutet, sie werden für den Wind geöffnet und der Winddruck kann abfließen. Bei Fahrfehlern können Jollen sehr schnell kentern.

Das Jollensegeln ist eine vorwiegend sportliche Betätigung. Während beim normalen Segeln auch nicht aktive Passagiere an Bord sein können, so ist dies beim Jollensegeln nicht möglich. Ein gemütliches Kaffeetrinken an Bord entfällt ebenfalls.

Beim Jollensegeln ist die Mannschaft ständig im körperlichen Einsatz, und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelligkeit ist gefordert. Denn auf die jeweiligen Gegebenheiten muss umgehend reagiert werden, da die Jolle sonst kentert.

An Bord

  • Alle Gegenstände an Bord müssen in wasserdichten und schwimmfähigen Behältern aufbewahrt werden, da mit dem Kentern der Jolle grundsätzlich gerechnet werden muss.
  • Doch auch wenn das Schiff nicht kentert, müssen die Segler wasserfest angezogen sein und davon ausgehen, dass Gischt und Wellen sie komplett durchnässen. Eine geeignete Sportkleidung und -ausrüstung ist deshalb beim Jollensegeln dringend erforderlich.

Traumhafte Gewässer zum Jollensegeln

Das Jollensegeln bietet viele Vorteile. Einer davon ist es, dass die meist sehr kleinen und leichten Jollen nicht unbedingt einen eigenen Bootsliegeplatz benötigen. Sie können relativ problemlos nach dem Segeln aus dem Wasser genommen und auf einem Anhänger mit einem durchschnittlichen PKW transportiert werden.

Im Unterschied zu größeren Booten bieten sie damit ihrem Besitzer eine Menge Freiraum. Segelausflüge übers Wochenende sind gut organisierbar, und auch die Wahl des Gewässers ist relativ unproblematisch. Welche Möglichkeiten Jollensegler haben, und wo sich traumhafte Gewässer finden, das verraten wir Ihnen hier.

Ideale Gewässer

Ideal zum Jollensegeln sind Binnengewässer, da sie keine Brandung aufweisen. Bei stürmischen Windverhältnissen und starkem Wellengang kommen hier auch die ganz wilden Segler auf ihre Kosten.

Bei normalen Bedingungen und schwachem bis mittlerem Wind eignen sich die ruhigen Seen sehr schön zum genussvollen Segeln oder zum Erlernen der Sportart für Einsteiger. Das meist etwas wärmere Wasser erhöht den Fahrspaß auch bei Manövern oder versehentlichem Kentern.

Ideale Windverhältnisse

Optimale Windverhältnisse finden sich meist an Seen, die in der Nähe von Bergen liegen. In Deutschland sind dies neben

aber auch viele kleinere Seen laden zum Jollensegeln ein. In Norddeutschland lockt die Mecklenburger Seenplatte zu idyllischen und unvergesslichen Segeltouren. Das niederländische IJsselmeer ist darüber hinaus ein sehr begehrter Spot für sportlich ambitionierte Jollensegler, da die Windverhältnisse hier zuverlässig stark sind.

Jollensegeln auf dem Meer

Doch auch weiter im Süden laden viele Reviere zum Jollensegeln ein. Geübte Segler werden sich auch im Meer versuchen. Wichtig ist es hier, nicht zu weit aufs offene Meer hinaus zu fahren, sondern sich möglichst in Strandnähe, jedoch nicht unmittelbar in der Brandungswelle aufzuhalten.

In vielen Urlaubsgebieten können Jollen gemietet und Segelkurse gebucht werden. Eine gute Gelegenheit, den schönen Sport einmal ganz in Ruhe kennen zu lernen und zu testen.

Fazit

  • Jollensegeln ist auf nahezu jedem Gewässer möglich und zudem bei vielen unterschiedlichen Windverhältnissen machbar.
  • Egal ob Starkwind oder nur ein laues Lüftchen, mit der Jolle kann sich der Segler aufs Wasser begeben und die Natur in ihren vielen Varianten genießen.
  • Egal ob im oberen oder im unteren Leistungsbereich, beim Segeln mit der Jolle erlebt der Segler viele große und kleine Abenteuer und kann inmitten der Natur wunderbar abschalten und entspannen.

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