Trotz des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts, der unsere Welt täglich etwas erklärbarer und verständlicher macht, gilt der Mensch nach wie vor als eine Art Black-Box. Zwar sind viele physiologische und psychologische Vorgänge erkannt und untersucht worden, aber mathematische Modelle, die sie abstrakt greifbar machen, konnten bisher nicht aufgestellt werden. Deshalb ist in der Sportwissenschaft die sogenannte Studie, also eine Versuchsreihe, das wichtigste Instrument, um Antworten auf Fragen wie die nach der besten Diät oder der optimalen Trainingsmethode zu finden. Doch wann ist eine Studie eigentlich aussagekräftig und wann kann sie verlässliche Erkenntnisse für die eigene Trainingsgestaltung oder Ernährungsweise liefern?
"Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast." - Dieses leicht sarkastische Sprichwort könnte auch grundsätzliche für Studien gelten. Denn gerade weil Studien so einen hohen Stellenwert in der Wissenschaft und auch in der Wirtschaft haben, sind Interessensgruppen nicht selten bemüht, auf die Ergebnisse Einfluss zu nehmen. Insofern gewinnt eine Studie an Anerkennung, wenn sie von einem unabhängigen Institut durchgeführt wurde. Dennoch darf man nicht vergessen, dass viele Forschungseinrichtungen trotz staatlicher Subventionen auf private Geldgeber angewiesen sind. Im Zweifel muss man also kritisch den Aufbau der Studie betrachten, um zu erkennen, ob es Möglichkeiten für eine gewisse "Unschärfe" gegeben hat.
Damit eine Studie eine gewisse Allgemeingültigkeit erreicht, muss die Versuchsreihe mit einer Anzahl an Probanden oder Testobjekten durchgeführt werden, die eine repräsentative Größe hat. Je mehr Probanden an den Versuchen teilgenommen haben, um so wahrscheinlicher ist es, dass die Ergebnisse auch auf den Durchschnittsmenschen zutreffen. Studien mit weniger als zehn Teilnehmern können höchsten einen Ansatz, aber keine konkrete Aussage liefern.
Um auszuschließen, dass die Ergebnisse durch einen Placeboeffekt verfälscht werden, sollte neben der eigentlichen Testgruppe, eine Kontrollgruppe gebildet werden. Wenn beispielsweise ein Eiweißpräparat in seiner Effektivität getestet werden soll, erhält die Kontrollgruppe lediglich ein Placebo. Die eigentliche Testgruppe hingegen das Präparat. Je ähnlicher die Ergebnisse der beiden Gruppen ausfallen, um so eher ist von einer Placebo-Wirkung des Testpräparates auszugehen. Gleiches trifft zum Beispiel auch auf Trainingsmethoden zu.
Wird eine Studie doppelblind durchgeführt, wissen weder Forscher noch Probanden, ob es sich bei der Messung bzw. Einnahme um das Placebo oder Testpräparat handelte. Durch ein Entschlüsselungsverfahren kann erst bei der Auswertung festgestellt werden, wer was bekommen hat. So wird verhindert, dass die Messergebnisse durch die eigenen Erwartungen der Wissenschaftler verfälscht werden.
Zu guter Letzt müssen alle Ergebnisse mit einfachen mathematischen Mitteln interpretiert werden. Bei allen Messungen können naturgemäß Messfehler und natürliche Schwankungen der Messwerte auftreten. Misst man zum Beispiel den Körperfettanteil, ist ein Fehlerbereich von 1 bis 1,5 Prozent nicht ungewöhnlich. Weist eine Versuchsreihe Ergebnisse in diesem Bereich auf, wäre sie nur beschränkt aussagekräftig, da es sich bei den Veränderungen auch um schlichte Messfehler handeln könnte. Eine statistische Bereinigung solcher Fehlerbereiche verhilft der Studie also zu wissenschaftlicher Korrektheit.
Zusammenfassend sind demnach vier Faktoren zu nennen, die eine Studie aussagekräftig und auf den durchschnittlichen Athleten übersetzbar machen.
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