Die wichtigsten Regeln im Fechtturnier - Altersklassen, Turniere, Wertung und Fechtbahn

Zwei Fechter kämpfen beim Turnier

Die Bahn beim Fechten muss gewissen Standards entsprechen - die Endmarkierung dieser Fechtbahn darf nicht überschritten werden

Das Sportfechten wird in Einzel- und Mannschaftskämpfen ausgetragen, wobei eine entsprechende Trefferwertung vorgenommen wird. Wer gegen die Vorschriften verstößt, erhält Verwarnungen, Straftreffer oder wird mit Disqualifikation bestraft.

Altersklassen

Fechtturniere werden zunächst als Setzrunden ausgetragen, später gibt es Direktentscheidungen. Gefochten wird in verschiedenen Altersklassen, die in der Sportordnung des DFB festgehalten sind.

  • Die jüngsten Fechter sind 9 Jahre bis 11 Jahre alt. Sie treten in der C-Jugend an.
  • Für Jugendliche ab 12 Jahren gelten die allgemeinen Vorschriften zur Schutzausrüstung des Fechters.

Die Fechtturniere

Einzelgefechte

Einzelgefechte werden bis zu 5 beziehungsweise 15 Treffern ausgetragen, Mannschaftskämpfe bis zu 45 Treffern. Wenn es nach Ablauf der Kampfzeit zum Gleichstand kommt, losen die Gegner einen Vorteil aus.

Anschließend wird bis zum Sudden Death gekämpft, bei dem der entscheidende Treffer erzielt werden sollte. Geschieht dies nicht, erhält derjenige Fechter den Sieg zugesprochen, der den Vorteil ausgelost hatte.

Mannschaftskämpfe

Bei Mannschaftskämpfen kann während der Kampfzeit ein Ersatzfechter eingewechselt werden. Ansonsten tritt jeder Fechter gegen jeden Gegner aus der anderen Mannschaft an. Bei Gleichstand erfolgt ebenfalls das Auslosen eines Vorteils sowie das Fechten bis zum Sudden Death.

Florett- und Säbelfechten

Beim Florettfechten und beim Säbelfechten bekommt derjenige Fechter den Treffer zugesprochen, der den Angriff übernommen hat. Diese Regelung wird als Angriffsrecht oder Konvention bezeichnet.

Wird der Angriff unterbrochen, wechselt das Angriffsrecht. Im Degenfechten gibt es diese Regelung nicht. Außerdem unterscheiden sich die Trefferflächen zwischen den einzelnen Fechtsportarten.

  • Beim Florett gilt der gesamte Rumpf als gültige Trefferfläche, wobei Arme, Beine und Kopf ausgenommen sind.
  • Beim Degenfechten wird der gesamte Körper als Trefferfläche zugelassen.
  • Beim Säbelfechten gilt wiederum der Oberkörper als Trefferfläche, wobei nur Treffer mit der Klingenspitze angezeigt werden.

Mögliche Regelüberschreitungen

Als Ausgangsposition ist die Fechtstellung an der Startlinie vorgeschrieben. Alle Endbegrenzungen der Bahn müssen vom Fechter eingehalten werden, da es ansonsten zu Sanktionen kommt. Diese werden als gelbe, rote oder schwarze Signalkarte angezeigt, wobei nach vier Schweregraden der Vergehen unterschieden wird.

Schwerste Regelüberschreitungen führen zur sofortigen Disqualifikation. Hierunter fallen unter anderem

  • der Einsatz von Dopingmitteln
  • absichtliche Brutalität oder
  • das Präparieren der Waffe.

Aber auch beim Einsatz anderer unsportlicher Aktionen, wie etwa

  • beim Verweigern des Fechtergrußes oder
  • beim Verweigern eines Kampfes

wird der Fechter unverzüglich aus dem Wettkampf genommen.

Die Fechtbahn

Auch die Fechtbahn muss gewissen Standards entsprechen. Dabei gibt es neben Markierungen auf der Fechtbahn entsprechende Auslauf- und Sicherheitszonen.

Länge, Breite und Material

Das Sportfechten wird auf einer Fechtbahn ausgetragen, auf der sich die Fechter bewegen dürfen. Sie wird auch als Planche bezeichnet. Ihre Länge beträgt 14 Meter, ihre Breite zwischen 1,50 und 2,00 Meter.

Als Material wird ein Metallgeflecht aus Kupfer, Stahl oder Aluminium verwendet, welches leitfähig ist. Möglich sind auch mit Drahtgeflecht durchwirkte Textilbahnen, die extrem leicht sind. Das Material schützt davor, dass Bodentreffer mitgezählt werden.

Markierungen, Auslauffläche und Sicherheitszonen

Auf der Planche befinden sich Markierungen, welche den Fechtern und den Kampfrichtern, die als Obmänner bezeichnet werden, als Entscheidungshilfe dienen. Mittig ist die Mittellinie gekennzeichnet.

Zwei Meter nach links beziehungsweise rechts von ihr entfernt befinden sich die Startlinien, an denen die Fechter ihre Ausgangsstellung beziehen. Hier finden sie sich auch nach jedem Treffer ein.

Das Ende der Fechtbahn befindet sich jeweils fünf Meter hinter den Startlinien. Damit der Fechter frühzeitig vor dem Überschreiten der Fläche gewarnt wird, sind die letzten zwei Meter farbig gekennzeichnet. Im Anschluss an die Fechtbahn gibt es eine etwa 1,5 Meter lange Auslauffläche.

Einige Fechtturniere werden auf Hochbahnen ausgetragen, die sich auf einem Podest befinden. Aus Sicherheitsgründen besitzen sie seitliche Sicherheitszonen von jeweils 0,25 Metern.

Wertung und Regeln

Das Reglement beim Fechten schreibt vor, dass die Endmarkierungen der Fechtbahn nicht überschritten werden dürfen. Tritt ein Fechter mit beiden Beinen über das Bahnende hinaus, wird ihm ein Straftreffer angezeigt.

Wird die Fechtbahn seitlich übertreten, muss der Fechter einen Meter zurückweichen. Bahnüberschreitungen führen zu jeweils einem Straftreffer. Der gegnerische Fechter hingegen erhält einen Bodenvorteil von einem Meter.

Jedes Duell beginnt an der Startlinie in der Ausgangsposition, die als Fechtstellung bezeichnet wird.

  • Die Füße des Fechters stehen im 90-Grad-Winkel zueinander, wobei der Abstand der Fersen etwa 1,5 Fußlängen beträgt.

Die Aktionen werden in Bein- und Klingenaktionen unterschieden. Beim Florett- und Säbelfechten besteht ein Angriffsrecht, das bei Unterbrechung des Angriffs auf den Gegner wechselt. Im Degenfechten gilt diese Konvention nicht, hier kann es auch zu Doppeltreffern kommen. Sanktionen werden mit gelben, roten und schwarzen Karten angezeigt.

Grundinformationen und Hinweise zum Fechten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Escrime © lilufoto - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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