15. September 2011
Soloklettern, auch unter der Bezeichnung Free Solo bekannt, ist eine Extremsportart, bei der ein einzelner Kletterer eine bestimmte Kletterroute ohne die Verwendung von Hilfs- und Sicherungsmitteln bewältigt. Kletterer betrachten die Strecken als persönliche Herausforderung, wollen aber auch Aufmerksamkeit bei Zuschauern erregen.
Der Reiz bei wohl allen Extremsportarten liegt an der persönlichen Herausforderung. Man will sich von der Leistung des Körpers überzeugen, Ängste überwinden, den Geist fordern. Die meisten Extremsportler suchen aber auch nach der Aufmerksamkeit von Zuschauern, selbst, wenn diese nicht den größten Teil der Motivation ausmachen sollte. Anders ist es auch beim Soloklettern nicht.
Die zu überwindenden Hindernisse beim Klettern sind die eine Herausforderung. Die Faszination, die von der Natur ausgeht, das Eins-Sein-Wollen mit ihr macht den anderen Reiz am Soloklettern aus. Der Sportler ist sich durchaus bewusst, dass er nur der Route und sich selbst vertrauen kann. Deswegen bereitet er sich entsprechend sorgfältig auf die Klettertour vor. Risiken und Todesgefahren werden bei der Streckenauswahl mit einkalkuliert.
Zu den besonderen Situationen, denen der Kletterer sich aussetzt, zählen unter anderem Deep-Water-Kletterabschnitte, die an Felswänden direkt über dem Wasser entlang führen. Ihre Höhe beträgt 25 Meter und mehr. Aus Sicherheitsgründen müssen diese Wände senkrecht aufragen, sofern sie nicht gar einen Überhang besitzen. Der Wasserstand muss eine ausreichende Tiefe besitzen. Gefahren, wie Felsvorsprünge unterhalb der Wasserfläche, dürfen nicht vorhanden sein. Die Motivation, einen solchen Streckenabschnitt zu absolvieren, dürfte in der besonderen Gefahr liegen. Der Kletterer entscheidet frei darüber, wann, wie und auf welcher Höhe er klettern wird. Kletterer sind also völlig weisungsunabhängig.
Wer sich der Gefahren bewusst wird, die das Leben auslöschen können, der lebt intensiver. Intensiver zu leben bedeutet nicht, sich täglich in Todesgefahr zu begeben. Intensiv bedeutet nachhaltig, gründlich. Man lernt, sich an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen, man setzt Prioritäten. Solokletterer sind Menschen, die, obwohl sie einen Extremsport betreiben, nachhaltiger, gründlicher, intensiver leben.
Letztendlich geht es aber auch beim Soloklettern darum, die Aufmerksamkeit von Zuschauern zu erregen. Schließlich ist das Klettern kein besonders lukrativer Sport, bei dem extrem viel Geld zu verdienen ist. Doch gäbe es das öffentliche Interesse nicht, wüsste kaum jemand um diese faszinierende Sportart.
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