Schultertraining - Nutzen, Übungen und Trainingstipps

Sehr häufig wird bei der Zusammenstellung eines Trainingsplans das Schultertraining vernachlässigt oder gar ganz vergessen. Das Augenmerk liegt meist auf den größeren Muskelgruppen der Arme, der Brust und des Rückens. Die Schulter ist das Bindeglied zwischen Armen und Rumpf, und nur wenn sie stark genug ist, kann sie den Anforderungen eines Trainings standhalten. Lesen Sie über den Nutzen des Schultertrainings, und holen Sie sich Tipps fürs Workout.

Möglichkeiten, die Muskeln der Schulter gezielt zu trainieren

Aufgaben des Schultergelenks und häufige Beschwerden

Die Schultermuskulatur besitzt vielfältige Aufgaben. Hauptsächlich stabilisiert sie die Schultergelenke, die aus je einem Gelenkkopf und einer Gelenkpfanne bestehen. Das Schultergelenk ermöglicht es, dass sich die Arme nach oben, nach unten und zu den Seiten bewegen lassen.

Doch nur eine starke Schultermuskulatur lässt das schmerzfreie Heben und Senken der Arme zu. Außerdem macht sie das Bewältigen von Lasten möglich.

Der berufliche Alltag und die moderne Lebensweise bringen es mit sich, dass die Schultermuskulatur einseitig oder überhaupt nicht belastet wird. Unter anderem zwingen Bildschirmarbeiten den Körper dazu, oft stundenlang in derselben Position zu verbringen. Das Bedienen der Tastatur nötigt dem oberen Rücken- und Schulterbereich eine völlig unergonomische Arbeitsweise auf.

Der Nutzen der Schultertrainings

Die Schulter ist das Verbindungsglied zwischen den Armen und dem Rumpf. Sie besitzt eigene Muskeln, wird jedoch auch von den angrenzenden Muskelgruppen gestützt und in ihrer Funktion positiv oder negativ beeinträchtigt.

Häufig findet sich die leider falsche Meinung, dass die Halsmuskulatur einen Teil der Arbeit der Schultermuskulatur übernehmen könne. Dies kann jedoch ein verhängnisvoller Irrtum sein.

Wer ausschließlich im Bereich des Gesundheits- und Fitness-Sports trainiert, dem werden keine unmittelbaren Nachteile dadurch entstehen, dass er das Training seiner einzelnen Schultermuskeln vernachlässigt. Bei einem niedrigeren Aufwand kommen die negativen Faktoren nicht so sehr zum Tragen. Jedoch kann sich jeder gesundheitsbewusste Sportler einen großen Gefallen tun, wenn er seine Schultermuskulatur auch optimal in den Trainingsaufbau mit einbezieht.

Mögliche Folgen des vernachlässigten Schultertrainings

Für leistungsorientierte Athleten dagegen ist es immens wichtig, auch der Schultermuskulatur entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn die einzelnen Muskeln der Schulter nicht gezielt trainiert und gestärkt werden, dann sind sie bei einem Athleten, der sehr stark auf Muskel- und Kraftzuwachs hin trainiert, bald nicht mehr in der Lage, das Verbindungsglied zwischen Armen und Rumpf zu bilden.

Genau wie in dem alt bekannten Sprichwort bilden sie dann das schwächste Glied einer Kette. Die Muskeln der Schulter werden überlastet und verursachen Probleme. Diese können in Form von Zerrungen oder auch Muskelfaserrissen auftreten.

Rotes und blaues Kinesio-Tape auf Schulter
Rotes und blaues Kinesio-Tape auf Schulter

Nicht selten sind auch die Bänder und Sehnen betroffen, wenn diese die Arbeit der Muskeln übernehmen und stützen sollen. Es wirken Kräfte aus stärkeren Körperregionen auf die weniger gut trainierten Muskeln des Schulterbereichs, der diese nicht ausgleichen kann.

Häufig machen sich diese Probleme nur langsam und schleichend bemerkbar. Manchmal treten sie sogar mit einer Verschiebung auf, das heißt, die Schmerzen strahlen in die angrenzenden Regionen aus. So wird zum Beispiel häufig eine Verspannung des Nackens wahrgenommen, die sich zu starken Kopfschmerzen ausweiten kann, während das eigentliche Defizit jedoch im Schulterbereich sitzt.

Deshalb sollte, wer intensiven Kraftsport betreibt, auf jeden Fall auch ein gutes Schultertraining einplanen. Mit welchen Sportarten Sie generell gegen Schulterschmerzen angehen können, erfahren Sie übrigens hier.

Nahaufnahme dunkelhaarige Frau massiert ihren Nacken, Schulterschmerzen
Nahaufnahme dunkelhaarige Frau massiert ihren Nacken, Schulterschmerzen

Lockerungsübungen und Krafttraining können helfen

Es empfiehlt sich, während der Arbeitszeit in gewissen Abständen Pausen für Lockerungs- und Stretchübungen einzulegen. Viele Arbeitnehmer oder deren Arbeitgeber vertreten allerdings die Auffassung, es wäre keine Zeit für solche Pausen. Spätestens nach Feierabend spüren die Betroffenen die Folgen ihrer Fehlbelastung.

Schulter- und Nackenbereich sind verspannt, das Heben der Arme über den Kopf ist mit Schmerzen verbunden. In der Folge kommt es zu gesundheitlichen Beschwerden, die oftmals nur durch längere Krankschreibung und damit verbundene physiotherapeutische Behandlungen gebessert werden können.

Vergleicht man die während des Heilungsprozesses verloren gegangene Arbeitszeit mit der Zeit, die für kleine Erholungspausen zwischendurch in Anspruch genommen würde, wären Arbeitgeber gut damit beraten, ihren Angestellten kleine Erholungsphasen zu erlauben. Diese sollten dann allerdings wirklich für die Lockerung der Muskulatur verwendet werden.

Doch Lockerungsübungen allein reichen nicht aus, die Schultermuskulatur so zu stabilisieren, dass sie effektiv arbeiten kann. Obendrein benötigt sie ein regelmäßiges und wohldosiertes Krafttraining, das im Fitness-Studio oder zu Hause durchgeführt werden kann.Zum Inhaltsverzeichnis

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Geeignete Übungen und Trainingstipps

Übrigens: Bereits beim Training der Brustmuskulatur können Sie etwas für Ihre Schultern tun. Denn bei vielen Brustübungen werden automatisch auch die Schultern mit trainiert.

Vor allem bei Übungen, bei denen die Arme in Schulterhöhe gehalten werden, ist dies der Fall. Verstärken Sie also die Intensität dieser Übungen, so können Sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und Zeit sparen.

Arbeiten Sie gezielt an Ihren Schwachstellen. Speziell die Schultermuskulatur zeigt häufig ein sehr schnelles Wachstum. Das heißt, die Muskelgruppen sprechen vergleichsweise schnell auf das Training an. Umso mehr lohnt es sich, sich auf die Muskelgruppen zu trainieren, die bislang vernachlässigt wurden.

Wechseln Sie die Übungen also immer wieder ab, so dass Sie nicht wochenlang immer nur denselben Muskel trainieren. Auf diese Weise erhalten Sie eine gut ausgeprägte und stabile Schultermuskulatur.

Grundsätzlich ist es möglich, das Schulterworkout ganz ohne Hilfsgeräte durchzuführen. Als Trainingswiderstand dient dann nur das eigene Körpergewicht.

Empfehlenswerter allerdings sind Sportgeräte, die den Trainingswiderstand erhöhen. Es empfehlen sich beispielsweise Lang- oder Kurzhanteln beziehungsweise das Theraband.

Vor jedem Training sollte die Muskulatur erwärmt und ein leichtes Stretching durchgeführt werden. Letzteres macht den Muskel dehnbarer. Nach dem Training macht ein ausgiebiges Stretching die verkürzte Muskulatur geschmeidig und löst Versp

annungen.

Den Schwimmern nachgemacht

Eine sehr effektive Übung für das Schultertraining wurde dem Schwimmsport nachemfpunden. Denn es liegt ganz klar auf der Hand: Schwimmer sind diejenigen Sportler, die über die breitesten Schultern verfügen. Also tun Sie, was Schwimmer tun:

Für die Übung legen Sie sich bäuchlings auf eine Trainingsbank. Die Körperhaltung ist dabei waagrecht. Trainiert wird mit zwei leichten Hantelgewichten. Die Arme werden nach vorne gestreckt.

Von hier aus werden die Schwimmbewegungen des Freistilschwimmens simuliert. Diese sind einfacher auszuführen als die des Brust- oder Delfinschwimmens.

Auch wenn Ihnen diese Übung zuerst ungewohnt erscheint, Sie werden sehen, dass sie sehr effektiv ist. Übrigens ist sie auch ohne Hanteln für den Einsteiger meist schon anstrengend genug.

Schwimmer bei Kraulen im Schwimmbad mit goldener Badekappe, Gesicht im Wasser, linker Arm oben
Schwimmer bei Kraulen im Schwimmbad mit goldener Badekappe, Gesicht im Wasser, linker Arm oben
Übungen mit der Hantelstange

Auch mit der Hantelstange und zwei leichten bis mittelschweren Gewichten können Sie Ihre Schultern sehr gut trainieren. Stehen Sie stabil und etwa schulterbreit in aufrechter Haltung. Die Hantelstange wird zuerst über den Kopf gestreckt, und dann langsam nach hinten abgesenkt, so dass die Hände sich in Richtung der Schultern bewegen.

Tipp: Greifen Sie die Hantelstange in einer bequemen Breite. Die Intensität der Übung kann durch die Verringerung des Griffabstands erhöh

t werden.

Frontdrücken

Beim Frontdrücken setzt der Sportler sich aufrecht auf die Übungsbank, wobei darauf zu achten ist, dass der Rücken vollständig gestützt ist. Die Füße stehen hüftbreit fest auf dem Boden.

Die Langhantel wird mehr als schulterbreit gefasst. Es wird Körperspannung aufgebaut. Dabei zieht der Bauchnabel nach innen, die Schultern ziehen nach hinten. Die Langhantel wird etwa in Brusthöhe aus der Halterung gehoben.

Anschließend werden während der Ausatmung die gestreckten Arme über den Kopf gehoben, wobei darauf zu achten ist, dass die Ellenbogen nicht ganz durchgedrückt sind. Mit der Einatmung wird die Hantel langsam in die Ausgangsposition zurückgeführt.

Frau und Mann beim Krafttraining mit Langhanteln
Frau und Mann beim Krafttraining mit Langhanteln
Anzahl der Wiederholungen

Um die Kraftausdauer zu trainieren, sollten 15-20 Wiederholungen dieser Übung in jeweils 2-3 Durchgängen erfolgen. Soll nur die Kraft trainiert werden, reichen 8-12 Wiederholungen. Diese Übung trainiert hauptsächlich den vorderen Teil des Deltamuskels.

Das Training mit der Langhantel sollte immer mit Hilfe eines Hantelständers oder eines Trainingspartners erfolgen. Alternativ kann das Frontdrücken mit zwei Kurzhanteln durchgeführt werden. Hierbei ist auf eine besonders präzise Ausführung der Übung zu achten.p>