9. April 2010
Für eine ganze Gruppe von Menschen verantwortlich zu sein ist eine große Herausforderung. Besonders beim Klettern und Bergsteigen müssen sich die Teilnehmer stets auf ihren Führer verlassen können, schließlich verfügen sie bei Weitem nicht über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um im Notfall alleine zurecht zu kommen. Jeder Berg- oder Kletterführer muss daher eine anspruchsvolle staatliche Prüfung ablegen, bevor er offiziell Gruppen leiten darf.
Viele Laien glauben, dass eine Art Crashkurs ausreichen würde, um offiziell zum Kletterführer werden zu können. Dabei ist dies alles andere als der Fall. Schon allein um zur Ausbildung überhaupt zugelassen zu werden, muss man über herausragende Fähigkeiten verfügen.
Bewerbungen sind an den Verband Deutscher Berg- und Skiführer e.V. zu richten. Um gute Chancen auf eine Zusagen zu haben, benötigt man neben dem Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs auch ein ärztliches Gesundheitszeugnis sowie ein amtliches Führungszeugnis. Kletterführer müssen das vollste Vertrauen ihrer Gruppe genießen dürfen, weshalb sich Personen mit einer kriminellen Vergangenheit natürlich absolut nicht für diesen Beruf eignen.
Zusätzlich zu den genannten Nachweisen benötigt jeder Bewerber auch einen sehr detaillierten Tourenbericht, der mindestens drei Jahre an Erfahrung umfasst. Hier müssen die angehenden Berg- und Kletterführer darlegen, welche Herausforderungen sie bereits in verschiedenen Gebieten gemeistert haben. Allerdings geht es hier nicht darum, sich möglichst heldenhaft darzustellen. Wichtig sind einzig und allein die erworbenen Kenntnisse und die Sicherheit, mit der man sich in verschiedenen Elementen wie Fels, Eis und Schnee bewegt.
Ein Abprüfung der praktischen Fähigkeiten erfolgt vor Beginn der Ausbildung nicht. Jeder Bewerber muss also selbst wissen, ob er den hohen Ansprüchen gewachsen ist oder nicht.
Während der Ausbildung werden die Anwärter vor allem in der Theorie geschult, es werden aber auch Lehreinheiten direkt am Fels abgehalten. Um ein staatlich geprüfter Kletterführer zu werden, muss man sich gegen jedes Gestein behaupten können. Auch poröse Wände wie zum Beispiel aus Kalk dürfen für einen Profi kein größeres Problem darstellen. Die Ausbilder verlangen zudem, dass der Kandidat auch mit festen Wanderschuhen und schwerem Gepäck sicher am Fels bleibt.
Nach der Ausbildung und einem begleiteten Praktikum erfolgt dann endlich die staatliche Prüfung. Nur wer diese besteht, darf sich nachher offiziell Berg- beziehungsweise Kletterführer nennen.
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