20. August 2009
Von Viola Reinhardt
Wer glaubt, dass Bergsteigen nur für den Körper gut ist, liegt damit nicht ganz richtig. Denn beim Bergsteigen wird man mehr gefordert, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Neben der ganz offensichtlichen, körperlichen Anstrengung, spielen auch noch viele andere psychische Aspekte eine Rolle.
Einen Berg zu erklimmen, bedeutet nicht immer nur den Rucksack umzuschnallen und bei gutem Wetter loszumarschieren. Wenn es auch die am meisten verbreitetet Art ist, gibt es da noch einige andere Formen, die unter das Bergsteigen fallen. Kategorisiert wird in alpines Klettern, das die einfachste Variante ist und meist auf vorgegebenen Routen verläuft. Eine Hochtour, die dann schon etwas Können abverlangt, allein schon, weil es sich in Höhenzonen befindet, die ganzjährig vom Eis bedeckt sind. Kletterfähigkeiten, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, sowie eine gute körperliche Verfassung sind Voraussetzung zum Ausüben dieser nicht ganz einfachen Bergsteigervariante. Gleiches gilt für das Höhenbergsteigen, das sich in den Sieben- und Achttausendern abspielt und deswegen nur den Profis vorbehalten ist oder zumindest mit dessen Begleitung durchgeführt werden sollte. Desweiteren gibt es dann noch das Winterbergsteigen mit Eisklettern, Schneeschuh- oder Skitouren. Abschließend sei noch das Expeditionsbergsteigen erwähnt, das in abgelegenen Gebieten oder sehr großen Höhen stattfindet und neben dem Reiz des Bergsteigens vor allem auch das naturnahe Erlebnis beinhaltet.
Dabei stößt man an eine Vielzahl von psychischen Vorkommnissen, die von dem Einzelnen erhebliche Fähigkeiten erfordern, jedoch auch Unmengen an positiven Inhalten aufzeigen. Beim eigenen grenzbedingtem Kampf, doch noch weiter zu klettern, bei der Veränderung des Sauerstoffgehalts oder bei verschiedenen Wetterbedingungen, wer hier nicht voll und ganz bei der Sache ist, wird nicht nur rasch an seine Grenzen stoßen, sondern auch zahlreichen Risiken unterliegen.
Desweiteren sind die Gruppenerfahrungen immer etwas Besonderes. Momente beim Überwinden eines Hindernisses, das nur zusammen als Team möglich war, der kleine Wettstreit, das Vesper auf dem Gipfel oder der typisch humorvolle Smalltalk unter freiem Himmel, weg von all den störenden Geräuschen der Zivilisation, erlauben es wieder mit sich und der Natur eins zu werden.
Eine gemütliche Tour allein oder in der Gruppe kann aber auch wie eine Kur wirken. Bei bestem Wetter die Natur auf sich wirken lassen, dann einfach nur genießen und das bis zum Ende der Tour, natürlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Wie man sieht, ist beim Bergsteigen eine Menge geboten. Und dabei gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Es ist die Vielfalt der äußeren Einflüsse, die das Bergsteigen zu einem Ganzkörpertraining machen. Die visuellen Eindrücke der Natur, in all Ihren Arten, die dünne Luft, die Herausforderung, das gute Gefühl den Berg erklommen zu haben, bis hinzu den Gemeinschaftsmomenten gehören ebenso dazu als auch das Wissen über die in einem wohnenden Fähigkeiten.
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