Zahnimplantate - Merkmale, Funktion und Behandlungsablauf

Als Implantatprothetik bezeichnet man das Einpflanzen von künstlichen Zahnimplantaten. Diese dienen u.a. als Stützpfeiler für Prothesen. Für Zahnimplantate kommen unterschiedliche Materialien in Frage. Meist werden sie unter lokaler Betäubung eingesetzt. Lesen Sie über Merkmale und Funktion von Zahnimplantaten, und informieren Sie sich über Techniken der Implantatprothetik.

Techniken der Implantatprothetik

Zahnimplantate - Merkmale und Funktion

Als Zahnimplantat bezeichnet man eine künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, die in den Kieferknochen verpflanzt wird. Im Laufe der Zeit umhüllt das Knochengewebe das Implantat immer mehr, wodurch es schließlich ausreichend Stabilität erhält.

Oftmals bezeichnet man auch den Ersatzzahn als Implantat, was jedoch nicht korrekt ist, da der künstliche Zahn von dem Implantat getragen wird. Ein Implantat kann auch als Haltevorrichtung für eine Brücke oder Zahnprothese dienen.

Bei Zahnimplantaten handelt es sich um alloplastische Konfektionsteile, die nach einem Zahnverlust in den Kieferknochen eingepflanzt werden. Das Implantat fungiert dann als Zahnwurzel.

Ein zweiteiliges System

Im Gegensatz zu dem Zahn, den es zu ersetzen gilt, ist das Implantat nicht in einem Stück gefertigt. Vielmehr wird es aus zwei Elementen zusammengesetzt.

Hierbei handelt es sich zunächst um den Schaft. Er stellt einen kleinen Stab mit einem außen liegenden Gewinde dar. Dieser besteht in der Regel aus hochwertigen Metallen wie Titan.

Implantate aus Titan sind sehr biokompatibel (gewebefreundlich) und bilden mit dem Kieferknochen einen sicheren und haltbaren Verbund. Nach etwa drei bis sechs Monaten ist das Implantat fest mit dem umgebenden Knochen verwachsen.

Titan hat den großen Vorteil, dass es keine Fremdkörperreaktionen oder Allergien auslöst, wodurch es vom Körper ideal angenommen wird, als wäre es ein Teil des Körpers. Dieser Vorgang wird auch als Osseointegration bezeichnet.

Der Schaft wird in einer Bohrung, die in dem Kiefer vorgenommen wird, eingesetzt und dort verankert. Von ihm ragt letztlich nur etwa ein Drittel der gesamten Länge aus dem Knochen heraus. Auf diesem überstehenden Teilstück kann später der Kopf und somit der eigentlich sichtbare Zahn aufgeschraubt werden.

In früheren Versuchen, die zuweilen bis in die antiken Kulturen hineinreichen, war die Auswirkung des Schaftes auf den Kiefer nicht gänzlich erschlossen. So gingen die Mediziner bis vor wenigen Jahrzehnten davon aus, dass das metallene Implantat den Knochen angreifen, ja sogar zerstören könnte.

Daher wurden die Maßnahmen auch nur an wenigen Patienten durchgeführt. Solchen also, die über einen ohnehin starken und nicht eben porösen Kiefer verfügten.

Heute weiß man jedoch, dass der Stab binnen weniger Monate von dem Gewebe des Knochens gänzlich umhüllt wird. Ein Effekt des Abstoßens findet also ebenso wenig statt wie eine negative Beeinflussung untereinander.

Besondere Maßnahmen

Jedoch ist es gewiss keine Seltenheit, auch solche Patienten zu finden, deren Kieferknochen tatsächlich nicht die gewünschte Struktur aufweist. Diese kann aufgrund des Alters oder durch Krankheiten beschädigt sein. Auch das Tragen früherer Implantate hat oft seine Spuren hinterlassen.

Liegt ein solcher Fall vor, muss der Knochen zunächst vorbereitet werden. Hierbei werden ihm Mittel eingegeben, die dem Gewebe zu einem natürlichen Wachstum verhelfen. Dieses ist somit in der Lage, das Implantat wie gewünscht zu umschließen und dessen festen Sitz somit zu gewährleisten.

  • Würde eine solche Maßnahme nicht vorgenommen, könnten Kopf und Stäbchen herausfallen und verschluckt werden.
  • In anderen Situationen kam es dabei auch schon zu einem Herausbrechen, womit natürlich auch Teile des Knochens beschädigt wurden und rekonstruiert werden mussten.

Anwendung ohne größere Komplikationen

Das Setzen eines solchen Implantats wird heute nicht mehr klinisch vorgenommen. Bei jedem Zahnarzt kann der Eingriff ambulant behandelt werden.

Selbst die Vollnarkose ist dabei nicht nötig, verläuft die Maßnahme an sich doch weitgehend schmerzfrei. Vor der Entfernung des Zahnfleisches, das mittels weniger Schnitte geöffnet wird, kommt aber natürlich eine örtliche Betäubung zur Anwendung

Der Kiefer selbst kann ohne größere Hindernisse eingebohrt werden, da hier das Nervensystem nicht derart ausgeprägt ist wie in der Zahnwurzel oder dem Zahnfleisch. In der Regel wird der Verlauf der Wundheilung zudem nach etwa einer bis anderthalb Wochen beendet sein, wogegen das Implantat erst nach wenigen Monaten seinen sicheren Halt findet. Zuvor kann es jedoch schon belastet werden.

Anwendungsgebiete: Indikationen für die Implantatprothetik

Zur Anwendung kommt die Implantatprothetik, wenn mehrere oder sogar alle Zähne fehlen. Ein zahnloser Kiefer bietet einer Zahnprothese zwar erst einmal einen guten Halt. Im weiteren Verlauf verliert der Kieferknochen jedoch immer mehr an Substanz, was wiederum die Haftstärke der Prothese vermindert. Durch die Implantatprothetik lässt sich der Halt der Prothese jedoch deutlich verbessern.

Darüber hinaus leiden zahlreiche Prothesenträger darunter, dass ihre Prothese schlecht sitzt und schmerzhafte Druckstellen verursacht. Auch in solchen Fällen kann die Implantatprothetik hilfreich sein. So werden die typischen Nachteile, die durch das Tragen einer Zahnprothese entstehen, mithilfe der Implantatprothetik beseitigt.

Dazu gehören vor allem Probleme beim Sprechen und Kauen sowie die optische Auffälligkeit. Selbst ein kompletter Zahnverlust lässt sich durch die Implantatprothetik ausgleichen.

Richtige Planung ist beim Einsetzen von Zahnimplantaten wichtig

Eine überaus wichtige Rolle bei der Durchführung der Implantatprothetik spielt die richtige Planung. Für diese ist der behandelnde Zahnarzt oder Kieferchirurg verantwortlich.

So ist es notwendig, vor der Behandlung einige Untersuchungen vorzunehmen. Zum Beispiel muss festgestellt werden, ob sich die jeweilige Zahnlücke auch für das Einsetzen eines Implantats eignet.

Darüber hinaus gilt es, sorgfältig die Stellen zu planen, an denen man die Implantate anbringt. Des Weiteren muss der behandelnde Zahnmediziner berücksichtigen, dass später möglicherweise noch weitere Zähne durch ein Implantat zu ersetzen sind.

Kontraindikationen: Wann dürfen Zahnimplantate nicht eingesetzt werden?

In bestimmten Situationen kann es nötig sein, auf den Einsatz von Zahnimplantaten zu verzichten. Zu diesen zählen etwa

  • ein stark geschrumpfter Kieferknochen
  • Blutgefäße oder Nerven, die nah am Implantat verlaufen
  • Zähneknirschen
  • ein zu kleiner Kiefer
  • starkes Rauchen
  • eine regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • schwere Herz-Kreislauferkrankungen

Vor- und Nachteile von Zahnimplantaten

Der größte Vorteil von Zahnimplantaten gegenüber der Befestigung an vorhandenen Zähnen ist der sichere Halt. Zudem können durch die künstliche Zahnwurzel durch das Tragen einer Teilprothese entstehende schmerzhafte Druckstellen vermieden werden.

Teilweise sind die echten Zähne durch kleine Beschädigungen nicht geeignet um einen Zahnersatz daran zu befestigen. Zudem kann dieser beim Essen oder Sprechen leicht verrutschen.

Im Normalfall bleiben die Implantate ein Leben lang im Kiefer verankert. Bei entsprechender Mundhygiene ist die Lebensdauer der künstlichen Zahnwurzel nicht beschränkt.

Ist das Implantat komplett eingewachsen und alle Wunden verheilt, kann es wie die übrigen Zähne mit Zahnbürste und Zahncreme gereinigt werden.

Bei Zahnlücken kann es passieren, dass sich der Kieferknochen mit der Zeit zurückbildet. Dadurch kann sich die Gesichtspartie teilweise verändern oder es kann zu einer unschönen Faltenbildung an den betroffenen Gesichtspartien kommen. Dem Knochenabbau wird durch dem Einsetzen eines Implantates entgegen gewirkt.

Der größte Nachteil von Zahnimplantaten sind die vergleichbar hohen Kosten. Hat man keine Zahnzusatzversicherung, welche als besonderen Vertragsbestandteil auch das Einsetzen von Implantaten abdeckt, muss eine hohe Eigenleistung erbracht werden.

Für das Einsetzen des Implantates müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So darf der Patient zum Beispiel nicht jünger als 12 Jahre sein und es muss eine ausreichend gute Knochenqualität und –menge nachgewiesen werden. Beim Einsetzen der künstlichen Zahnwurzel ist ein operativer Eingriff erforderlich.

Die Ausheilung der Wunden kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Um diese Schwachstelle vor bakteriellen Entzündungen zu schützen, muss zudem besonders auf die Mundhygiene geachtet werden.

Um den schlimmsten Fall - den Verlust des Implantates - zu verhindern, sollte regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung durchgeführt werden.

Da das Implantat starr in den Kiefer einwächst kann es zu einer Mehrbelastung des Kiefergelenks kommen. Anders als bei einer natürlichen Zahnwurzel wird der Kaudruck nicht abgefedert.

Materialien für Zahnimplantate

Ein Zahnimplantat dient als künstliche Zahnwurzel. Wer einen Zahn durch Unfall oder schlechte Mundhygiene verloren hat, kann mit Hilfe des Implantates die Funktion und Ästhetik wieder herstellen. Bei der Implantation wird ein Stift in den Kieferknochen fest verankert und verwächst mit der Zeit mit umliegendem Gewebe. Diese künstliche Zahnwurzel kann aus verschiedenen Materialien bestehen.

Zahnimplantate aus Titan

Üblicherweise bestehen Zahnimplantate aus Titan. Titan bringt die optimalen Eigenschaften mit, um als künstliche Zahnwurzel verwendet zu werden. Die Vorteile liegen vor allem in der Beschaffenheit des Metalls.

Durch die Härte und Dichte bringt es eine hohe Druckfestigkeit bei ausreichender Elastizität. So ist Titan gut für die Kaubelastung geeignet. Der nächste Vorteil liegt darin, dass Titan meist sehr gut vom Körper vertragen wird. Die Verträglichkeit wird durch spezielle Behandlungen des Zahnimplantates mit Beschichtung oder Ätzung erhöht. Durch die gute Verträglichkeit kann das Implantat schnell einheilen.

Titan wird schon seit Jahren für die Herstellung von Zahnimplantaten verwendet. Gegenüber einem Keramikimplantat ergeben sich also Vorteile durch Erfahrungswerte.

Zahnimplantate aus Keramik

Sowohl Titanimplantate als auch Keramikimplantate weisen bei guter Pflege eine sehr lange Lebensdauer auf.

Neue Keramikimplantate bestehen aus spezieller Keramik, welche extrem bruchsicher und gut verträglich ist. Der größte Vorteil liegt darin, dass mit dem Material die Zahnfarbe nachgebildet werden kann. Dies ist besonders bei ästhetischen Fragen wichtig.

Bei dünnem Zahnfleisch scheinen Titanimplantate meist gräulich hervor. Die Keramik dagegen ist kaum zu erkennen. Besonders für Patienten, welche auf ein Metallimplantat reagieren ist das Keramikimplantat eine gute Alternative.

Nachteilig sind die höheren Kosten zu werten. Ein Zahnimplantat aus Keramik bedarf spezieller Herstellung und Behandlung. Ebenfalls ein Nachteil gegenüber dem Titanimplantat ist der längere Heilprozess. Während der Einheilzeit von etwa 20 Wochen darf das Implantat nicht belastet werden.

Um die Einheilung zu beschleunigen wird das Implantat aus Keramik angeraut. Dadurch kann es bei Bedarf jedoch weniger leicht entfernt oder ausgetauscht werden.

Der Behandlungsablauf: vom Zahnverlust zum Zahnimplantat

Es gibt verschiedene Hintergründe für einen Zahnverlust. Egal ob der Zahn durch einen Unfall oder schlechte Mundhygiene nicht mehr vorhanden ist, ein Implantat kann Abhilfe schaffen und das schöne Lächeln wieder herstellen. Bei einem Implantat handelt es sich um eine künstliche, fest mit dem Kiefer verbundene Zahnwurzel, auf die eine Krone - ein Kunstzahn - aufgesetzt wird.

Schritt 1: die Beratung

Bevor die Entscheidung für oder gegen das Implantat getroffen werden kann, muss eine Beratung beim Zahnarzt oder Implantologen stattfinden. Die Beratung beinhaltet

  • Alternativen zum Implantat,
  • Hinweise zu Risiken und
  • die Beantwortung aller Fragen des Patienten.

Ein Zahnimplantat wird fest im Knochen des Kiefers verankert, lediglich die Krone des Implantates ist abnehmbar. Um einen Überblick über die Knochenverhältnisse zu erhalten und somit die Entscheidung für das Implantat zu beeinflussen, ist es wichtig, bereits zur ersten Beratung ein Röntgenbild vorzulegen.

Bei Knochenverlust oder schwacher Knochenstruktur ist es ratsam ein Computertomogramm durchzuführen zu lassen. Anhand dieser dreidimensionalen Ansicht des Kiefers kann eine bessere Planung vorgenommen werden.

Schritt 2: Auswahl und Anfertigung des Implantats

Zur Erstellung des Implantates wird ein Abdruck vom Kiefer benötigt. Dieser gibt Aufschluss über die Verhältnisse im Kiefer und wird verwendet, um das Implantat optimal in das Gebiss einzupassen. Das Implantat kann aus verschiedenen Materialien, wie zum Beispiel Titan, bestehen.

Die Krone welche auf das Implantat gesetzt wird, wird optisch genau den Nachbarzähnen angepasst. So fällt das Zahnimplantat kaum mehr auf.

Einteilige Implantate

Einteilige Implantate, auch einphasige Implantate genannt, bestehen aus einem Stück. Der Aufbau und die Halterung für den Zahnersatz sind direkt am eigentlichen Implantatkörper befestigt und lassen sich nicht auseinander schrauben. Nach dem Einsetzen ist der Aufbau aus dem Zahnfleisch heraus zu sehen.

Einteilig Implantate sind hauptsächlich für die Sofortversorgung nach einem Zahnverlust gedacht. So wird gewährleistet, dass der Patient den Zahnersatz schnell wieder in normalem Maß belasten kann. Dieses System kann allerdings von großem Druck nach dem Einsetzen begleitet werden, wodurch die Mundschleimhaut gereizt und der Heilungsprozess verlangsamt wird.

Der Vorteil von einteiligen Implantaten sind, neben der sofortigen Versorgung, auch die niedrigeren Kosten im Vergleich zu mehrteiligen Implantaten sowie die höhere Belastbarkeit.

Mehrteilige Implantate

Mehrteilige Implantate bestehen im Gegensatz zu einem einteiligen Implantat aus mehreren Teilen. Der Implantatkörper, welcher in den Kieferknochen eingesetzt ist, wird mit dem Aufbau verschraubt. Nun wird das bisher zweiteilige Implantat noch der Suprakonstruktion versehen, welche den Zahnersatz trägt. Teils bestehen mehrteilige Implantate auch lediglich aus zwei Teilen:

  1. dem Implantatkörper und
  2. einem Aufbau mit integrierter Halterung für den Zahnersatz.

Nachteil bei mehrteiligen Implantaten ist, dass der Aufbau erst nach der Ausheilung der durch das Einsetzen des Implantatkörpers entstehenden Wunden aufgeschraubt werden kann. Dieses System ist also nicht für die Sofortversorgung geeignet.

Vorteil ist, dass die mehrteiligen Implantate eine höhere Flexibilität bei der Anfertigung von Zahnersatz aufweisen als einteilige Systeme. Zudem kann die Wundheilung ohne Druck auf die umliegenden Mundschleimhäute problemlos stattfinden.

Schritt 3: das Einsetzen des Implantates

Meist wird das Implantat mit Hilfe einer lokalen Betäubung eingesetzt. So wird nicht nur das medizinische Risiko minimiert, sondern auch die Mithilfe des Patienten gefördert. Schließlich kann nur der Patient selbst beurteilen ob das Implantat im täglichen Gebrauch nicht als störend empfunden wird.

  1. Um das Implantat im Knochen verankern zu können muss das Zahnfleisch geöffnet werden. Dies geschieht durch einen kleinen Schnitt oder einer Stanze.

  2. Nun wird mit Hilfe eines speziellen Bohrers der Knochen für das Implantat aufbereitet und selbiges eingesetzt.

    Um die optimale Position zu kontrollieren, wird der Kiefer mit einem speziellen Metallstift vor dem Einsetzen des richtigen Implantates geröntgt. Die meisten Implantate besitzen ein Schraubgewinde, welches in den Knochen eingedreht wird.

    Doch auch mit Einklopfen kann das Zahnimplantat fest im Kieferknochen verankert werden.

  3. Sitzt das Implantat am richtigen Fleck, wird die Stelle im Zahnfleisch vernäht um das Implantat einheilen zu lassen.

Schritt 4: die Nachsorge

Nach der Operation sollte direkt mit dem Kühlen begonnen werden. So wird nicht nur der Schmerz gelindert, sondern auch einem Anschwellen entgegen gewirkt.

Mit Schmerzen muss gerechnet werden. Diese lassen sich jedoch durch leichte Schmerzmittel bekämpfen.

Techniken der Implantatprothetik

Unter einer Sofortimplantation versteht man das Einsetzen eines Implantats kurz nach dem Entstehen einer Zahnlücke. Das Verfahren kommt zumeist nach unfallbedingten Zahnverlusten zur Anwendung. Als Augmentation bezeichnen Zahnmediziner den Wiederaufbau des Kieferknochens. Durch dieses Verfahren soll das Einsetzen eines Zahnimplantats ermöglicht werden. Bei der Distraktionsosteogenese handelt es sich um eine chirurgische Methode zur Knochenverlängerung.

Dient das Zahnimplantat als Stützpfeiler für Zahnersatz wie Zahnprothesen, Brücken oder Kronen, bezeichnet man dies als Implantatprothetik.

Zahnimplantate werden nach dem Verlust eines Zahns oder mehrerer Zähne eingesetzt. Zu Zahnverlust kann es aus verschiedenen Gründen kommen. Als häufigste Ursachen gelten Unfälle, Zahnerkrankungen oder Parodontitis.

In der Regel werden an einem Implantat Kronen oder Brücken als Zahnersatz befestigt. Es ist aber ebenso möglich, die Haltestruktur für eine Zahn-Teilprothese an einem Implantat anzubringen. Durch die Implantatprothetik lässt sich eine Prothese optimal verankern.

Oftmals befestigt man die Zahnprothese mithilfe einer mechanischen Vorrichtung. In manchen Fällen kann jedoch auch das Anheften mit einem Magneten sinnvoll sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mehrere Implantate durch einen Halterungssteg miteinander zu verbinden. Auf diesen Steg setzt man dann die Zahnprothese.

Die Augmentation (Knochenaufbau) bei unzureichender Knochensubstanz

Für das Einsetzen eines Zahnimplantats kann es in manchen Fällen erforderlich sein, eine Augmentation durchzuführen. Das heißt, dass der Kieferknochen mithilfe von körpereigenen Knochen oder künstlichem Material aufgebaut wird, weil die Knochensubstanz unzureichend ist.

Aufbau des Kieferknochens

Reicht die Knochensubstanz eines Patienten nicht aus, um ein Implantat einzusetzen, besteht die Möglichkeit, den Kieferknochen wiederaufzubauen. Damit ein Zahnimplantat genügend Stabilität erhält, ist es wichtig, dass es sich fest genug in den Knochen integrieren lässt.

Nicht selten kommt es durch eine Parodontitis zum Ausfall von Zähnen. Außerdem ist durch den Knochenabbau nicht mehr genügend Knochensubstanz im Kiefer vorhanden. Ohne ausreichende Substanz kann das Zahnimplantat jedoch nicht in den Kiefer einwachsen.

Durchführung einer Augmentation

Normalerweise erfolgt das Einsetzen eines Implantats erst 3 bis 6 Monate nach dem Ausfall oder dem Ziehen eines Zahns. Während dieses Zeitraums kann in der Zahnlücke, die man als Alveole bezeichnet, wieder neue Knochensubstanz entstehen.

Für den Fall, dass diese Knochenneubildung zum Einsetzen eines Zahnimplantats nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit, eine operative Augmentation vorzunehmen. Dazu entnimmt man Knochenmaterial aus einer anderen Körperregion und transplantiert dieses in den Kiefer.

Auf diese Weise wird der Knochenaufbau gefördert, sodass sich das Implantat besser verankern lässt.

In der Regel entnimmt der Chirurg das Material für die Augmentation aus dem Kinn des Patienten. Handelt es sich um einen ausgeprägten Defekt, greift man auf Knochensubstanz aus dem Schädel oder dem Becken zurück.

Eine Augmentation mit körpereigenem Material gilt als sinnvoll, weil der Körper es besser verträgt als fremdes Material. Von Nachteil ist allerdings, dass eine weitere Operation sowie der Aufenthalt in einem Krankenhaus erforderlich sind. Außerdem kommt es zu zusätzlichen Schmerzen.

Künstlicher Knochenersatz

Eine Alternative zur Eigentransplantation stellt das Einsetzen von künstlichem Knochenersatzmaterial dar. Zur Anwendung kommen dabei

  • spezielle Kunstmaterialien,
  • Tierknochenmaterial oder
  • Materialien aus Algen.

Im Rahmen der Augmentation ersetzt dieser künstliche Knochenersatz kontinuierlich das körpereigene Knochengewebe. Allerdings können mit dieser Methode nur kleinere Defekte behandelt werden.

Kieferknochenspreizung und Kallusdistraktion

Weitere Möglichkeiten zur Augmentation sind die Kieferknochenspreizung sowie die Kallusdistraktion, die auch Distraktionsosteogenese genannt wird. Beide Verfahren haben miteinander gemeinsam, dass man dabei den Knochen durch einen operativen Eingriff trennt.

Dies bewirkt, dass die Neubildung der Knochen angeregt wird. Des Weiteren vergrößert sich der knöcherne Bereich.

Die Methode kommt auch in der Orthopädie bei Röhrenknochen zur Anwendung. Bei der Kallusdistraktion erfolgt zudem das Einarbeiten einer speziellen Vorrichtung, mit der sich der Knochen jeden Tag etwas weiter auseinander ziehen lässt, wodurch es an der vorgesehenen Stelle allmählich zu einer Verdickung kommt.

Aufbau des Kieferhöhlenbodens mit dem Sinuslift

Unter einem Sinuslift versteht man eine spezielle kieferchirurgische Operationsmethode. Dabei wird der knöcherne Boden der Kieferhöhle verdickt.

Der Begriff Sinus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Hohlraum. Eine Sinuslift-Operation ist oftmals die Voraussetzung für das Einsetzen eines Zahnimplantats im Oberkiefer. So ist die Höhe des Knochens im Oberkieferseitenzahnbereich bei manchen Patienten so gering, dass es nicht möglich ist, ein Implantat stabil genug einzusetzen.

Ausgangssituation

Damit ein Zahnimplantat im Kiefer stabil verankert werden kann, ist ein bestimmtes Mindestmaß an Länge und Durchmesser erforderlich. In manchen Fällen besteht jedoch das Problem, dass nicht mehr genügend Knochensubstanz vorhanden ist.

So kommt es nach der Entfernung eines oder mehrerer Backenzähne aufgrund des Rückgangs des Knochens zu einer deutlichen Abnahme des Sinusbodens, der die knöcherne Trennung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle bildet.

Als Ursache für das Verschwinden des Knochens gilt dessen fehlende Kaukraftbelastung. Ist die Knochensubstanz jedoch zu gering, lassen sich sogar kleine oder kurze Implantate nicht erfolgreich anbringen. Eine Möglichkeit, dieses Problem operativ zu beheben, bietet die Sinuslift-Operation.

Ziel und Zweck einer Sinuslift-Operation ist die Verdickung der Knochenschicht des Sinusbodens. Dabei wird die Innenseite der Kieferhöhlenschleimhaut angehoben. Erstmals durchgeführt wurde eine Sinuslift-Operation im Jahr 1977 von dem US-amerikanischen Zahnmediziner O. Hilt Tatum.

In der heutigen Zeit zählt sie zu den Standardverfahren in der zahnärztlichen Implantologie. Bei der Sinuslift-Operation unterscheidet man zwischen dem direkten Sinuslift sowie dem indirekten Sinuslift.

Direkter Sinuslift nach O. Hilt Tatum

  1. Bei dieser Operationsmethode, die erstmals von O. Hilt Tatum angewandt wurde, legt der Operateur zunächst die seitliche Kieferhöhlenwand frei, indem er das Zahnfleisch abklappt.

  2. Dann schwächt er mithilfe eines kugelförmigen Diamantbohrers die Wand derart, dass man sie wie eine Eierschale eindrücken kann.

  3. Den Deckel, der dadurch entsteht, klappt der Chirurg zusammen mit der Innenauskleidung der Kieferhöhle hoch. Auf diese Weise entsteht schließlich ein Hohlraum.

  4. In diesen Hohlraum bringt man dann synthetisches Knochenmaterial oder Knochenchips ein. Nach einigen Monaten oder Jahren kommt es zu einem biochemischen Abbau des Materials, das durch Knochen, die neu einwachsen, ersetzt wird.

  5. In einer zweiten Operation setzt man schließlich das Implantat in die verdickte Knochenschicht ein.

Indirekter Sinuslift

Eine andere Methode ist der indirekte Sinuslift. Dabei bringt man das Bohrloch des Implantatlagers so nahe wie möglich an der Innenauskleidung der Kieferhöhle an. Außerdem hebt man es durch leichte Schläge mit einem Hammer etwas in die Höhe.

Als nächstes füllt der Chirurg das Bohrloch mit Eigenknochen-Stücken oder fremden Material. Auf diese Weise lässt sich der Anteil des Implantates, der ansonsten in der Luft stehen würde, mit Material umhüllen.

Genau wie beim direkten Sinuslift kommt es in der Folgezeit zu biochemischen Zersetzungsprozessen sowie zur Ersatzbildung durch einen natürlichen Knochen.

Distraktionsosteogenese (Knochenverlängerung) in der Zahnmedizin

In der Zahnmedizin bzw. Kieferchirurgie kommt die Distraktionsosteogenese vor dem Einsetzen von Zahnimplantaten zur Anwendung. So führen länger bestehende Zahnlücken zum Abbau des Kieferknochens.

Soll eine Zahnlücke mit einem Implantat versehen werden, doch reicht das vorhandene Knochenmaterial dazu nicht aus, besteht die Möglichkeit, durch die Kallusdistraktion neues Knochengewebe aufzubauen.

Durchführung der Distraktionsosteogenese

In der Kieferchirurgie wird eine Distraktionsosteogenese zumeist am Unterkiefer vorgenommen. Erster Schritt des Verfahrens ist die behutsame Durchtrennung des Kieferknochens.

Danach setzt der Kieferchirurg eine Distraktionsschraube ein. Diese besteht aus zwei Lochplatten. Verbunden werden die beiden Platten durch eine Rändelschraube.

Nach dem Durchtrennen des Kieferknochens dauert es etwa eine Woche, bis sich neues Knochengewebe, das man als Kallus bezeichnet, bildet. Die Distraktionsschraube zieht das Knochengewebe Stück für Stück immer weiter auseinander.

Für ein Implantat werden ca. 15–20 Millimeter benötigt. Dieser Umfang entsteht nach 2 bis 3 Wochen.

Weitere Wochen nimmt das Umwandeln des Kallus in echte Knochensubstanz in Anspruch. Ist der Vorgang abgeschlossen, lässt sich ein Zahnimplantat an der behandelten Stelle einsetzen.

Vorteile der Kallusdistraktion

Größter Vorteil der Distraktionsosteogenese ist, dass auf die Entnahme von körpereigenem Knochenmaterial verzichtet werden kann, was dem Patienten einen weiteren operativen Eingriff erspart. Auch die Verwendung von körperfremdem Material ist nicht nötig.

Darüber hinaus gelten die Erfolgsaussichten der Kallusdistraktion als höher als die der Knochenanlagerung.

Worauf der Patient achten muss

Während der Distraktionsosteogenese sollte der Patient konsequent auf eine gute Mundhygiene achten, da sonst die Gefahr von Infektionen durch Bakterien besteht. So ist es wichtig, sich häufiger als sonst die Zähne zu putzen und Mundspüllösungen zu verwenden.

Darüber hinaus darf der Patient im Laufe der Behandlung nur weiche Kost wie zum Beispiel Suppe zu sich nehmen. Unbedingt zu verzichten ist auf den Konsum von Zigaretten, da das Rauchen ein optimales Behandlungsresultat verhindert.

Distraktionsosteogenese bei Zahnfehlstellungen

Die Kallusdistraktion lässt sich nicht nur bei Zahnimplantaten verwenden, sondern auch bei Zahnfehlstellungen. Dazu gehören zum Beispiel Engstände der Zähne, ein offener Biss oder Knochendefizite im Kiefer.

Zu Problemen kann es bei Patienten kommen, die unter den folgenden Krankheiten leiden:

Sofortimplantation

Bei der so genannten Sofortimplantation handelt es sich um ein neuartiges Verfahren der Zahnmedizin. Dabei wird ein Zahnimplantat unmittelbar nach dem Verlust des natürlichen Zahns in die noch frische Lücke eingesetzt.

Normalerweise wartet der Zahnarzt nach einem Zahnverlust mit dem Einsetzen eines Implantats mindestens einige Wochen oder sogar Monate. In diesem Zeitraum hat der Kieferknochen Gelegenheit, sich in der Zahnlücke, die man auch als Alveole bezeichnet, auszubreiten und stärker zu werden.

Im Rahmen einer Sofortimplantation ist es aber auch möglich, das Implantat schon kurz nach der Entstehung der Alveole einzupflanzen.

Anwendungsgebiete der Sofortimplantation

In den meisten Fallen erfolgt eine Sofortimplantation nach einem unfallbedingten Zahnverlust. Doch auch wenn ein Zahn nicht mehr erhaltungswürdig ist und gezogen werden muss, kann im Anschluss an die Extraktion eine sofortige Implantation des Zahnersatzes erfolgen.

Das heißt, dass der Zahnarzt zuerst den Zahn zieht und anschließend das Implantat in die entstandene Lücke einsetzt. Es ist aber ebenso möglich, einige Tage mit dem Einpflanzen zu warten.

Genau wie ein herkömmliches Implantat besteht auch das Sofortimplantat aus Titan. Außerdem verfügt seine Oberfläche über eine spezielle Beschichtung. Auf diese Weise kann der Knochen schneller anwachsen.

In seiner Form ähnelt das Sofortimplantat einem Zylinder. Diese Form gewährleistet gute Stabilität innerhalb der Knochenlücke. Auf dem Sofortimplantat lässt sich ohne Zeitverzögerung eine künstliche Zahnkrone anbringen.

Voraussetzungen für eine sofortige Implantation

Um eine Sofortimplantation durchführen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So ist es wichtig, dass der Patient nicht unter Parodontitis leidet und das Knochenfach beim Ziehen des Zahns erhalten bleibt.

Des Weiteren sollte eine gute Primärstabilität herrschen. Werden diese Bedingungen erfüllt, ist die Prognose für eine Sofortimplantation ähnlich positiv wie bei einer herkömmlichen Implantation.

Da es jedoch nur wenige Zahnärzte und Kieferchirurgen gibt, die eine Sofortimplantation anbieten, ist es nicht so einfach, eine geeignete Praxis zur Durchführung zu finden.

Nicht vorgenommen werden darf eine Sofortimplantation, wenn sich die Extraktionsalveole infiziert hat oder ein Knochendefekt bzw. eine Knochenentzündung vorliegt.

Ablauf einer Sofortimplantation

Eine Sofortimplantation setzt sich zumeist aus drei Schritten zusammen:

  1. Erster Schritt ist das Entfernen von Zähnen, die nicht mehr erhaltungswürdig sind, sowie das Schaffen eines passenden Implantatbettes. Dieses legt der Zahnarzt mithilfe von rotierenden Fräsen an.
  2. Im Anschluss daran wird das Implantat in die Zahnlücke an der vorgesehenen Stelle eingesetzt.
  3. Letzter Schritt ist das Versorgen des Sofortimplantats mit Zahnersatz.

Risiken einer Sofortimplantation

Ein Risiko der Sofortimplantation ist der Verlust des eingesetzten Implantats. Durch bestimmte Faktoren kann sich das Verlustrisiko erhöhen. Dazu gehören vor allem schlechte Mundhygiene, Nikotinkonsum oder allgemeine Erkrankungen.

Außerdem besteht die Gefahr von Entzündungen nach frischen Zahnextraktionen. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch die Gabe von Antibiotika verringern.

Wichtig ist, dass der Patient verantwortungsbewusst ist und gut an der Erhaltung seines Implantats mitarbeitet.

Vor- und Nachteile einer Sofortimplantation

Als größter Vorteil der Sofortimplantation gilt der ästhetische Aspekt. So entsteht keine unansehnliche Zahnlücke, was dem Patienten ein Gefühl der Vollständigkeit vermittelt. Darüber hinaus wird auch die Funktion des Gebisses verbessert.

Die moderne Methode bringt jedoch auch einige Nachteile mit sich. So lässt sich das Sofortimplantat nach dem Einsetzen beim Kauen noch nicht vollständig belasten. Daher kann es einige Monate dauern, bis vollständige Stabilität erreicht wird.

Neue minimalinvasive Methode für Zahnimplantate: Mini-Implantate

Mittlerweile werden immer häufiger Mini-Implantate eingesetzt. Sie haben lediglich einen Durchmesser von 2,5 Millimeter und weisen damit eine geringere Größe als gängige Implantate auf.

Das Einsetzen der "Minis" ist deutlich angenehmer für den Patienten und zudem einfacher. Es ist meistens kein Aufschneiden der Schleimhaut nötig, und die Wunde, die im Knochen entsteht, fällt kleiner aus.

Auf diese Weise können Schmerzen und Schwellungen möglichst gering gehalten werden. Durch die kürzere Behandlungszeit fallen auch geringere Kosten für den Patienten an.

Allerdings können nicht alle Materialien bei dieser geringen Implantatgröße verwendet werden. Es werden spezielle Legierungen aus Titan genutzt, worauf jedoch einige Menschen allergisch reagieren.

Kosten von Zahnimplantaten und mögliche Zuschüsse von den Krankenkassen

Neben der Wahl des Zahnersatzes und dessen Befestigung im Kiefer an den eigenen Zähnen oder durch ein Implantat spielen auch die Kosten häufig eine große Rolle. Wie viel das Einsetzen eines Implantates kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zudem sollte man sich im Vorfeld informieren, ob und in welcher Höhe das Implantat von einer Krankenkasse bezuschusst wird.

Preise: Was kosten Zahnimplantate?

Je nach Aufwand und anderen Kostenfaktoren kostet ein Implantat zwischen 1.600 und 2.500 Euro. Möchte man Kosten einsparen, kann man sich bei verschiedenen Zahnärzten einen Kostenvoranschlag unterbreiten lassen.

Man sollte jedoch genau darauf achten, dass die gleichen Leistungen geboten sind und die Qualität des Implantates nicht leidet.

Die Kosten für eine künstliche Zahnwurzel setzen sich aus verschiedenen Kostenblöcken zusammen. Hierzu gehört das Honorar für den Implantologen. Kosten fallen unter anderem für die Diagnose und Planung über Zahnersatz und Implantat an.

Auch die Implantation der künstlichen Zahnwurzel und der Wechsel von Aufbauteilen gehören in diesen Kostenbereich.

Der Implantologe übernimmt zudem, falls zu wenig natürliches Knochenmaterial vorhanden ist, den Aufbau des Kieferknochens. Die Herstellung der Krone sowie von Bohrschablonen für die Implantation der künstlichen Zahnwurzel in den Kieferknochen erfolgt in einem Zahnlabor, was weitere Kosten verursacht.

Einen großen Anteil der Kosten macht das eigentliche Implantat aus. Besonders hoch sind die Kosten bei Implantaten aus Titan. Es gibt jedoch auch günstigere Alternativen aus Keramik. Zu diesen Grundkosten kommen noch Aufbauteile und OP-Utensilien wie Bohrer und anderes Verbrauchsmaterial.

Muss Knochenersatzmaterial verwendet werden, um der künstlichen Wurzel Halt zu verleihen, steigert diese ebenfalls die Kosten für das Implantat.

Zuzahlungen von der Krankenkasse für ein Zahnimplantat

Zuschüsse von der Krankenkasse sollen den Eigenanteil bei einem benötigten Zahnersatz verringern und diesen ermöglichen. Die Höhe der Zuschüsse hängen hauptsächlich von der Kiefersituation ab, welche durch den zahnärztlichen Befund geklärt sein muss.

Bei Implantaten sollte man beachten, dass diese nicht bezuschusst werden, da diese nicht im Leistungskatalog vorhanden sind. Lediglich der gefertigte und eingesetzte Zahnersatz wird teils reguliert.

Das Einsetzen von Implantaten ist eine reine Privatleistung. Möchte man die Kosten nicht alleine tragen, sollte man eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Hierbei sollte beachtet werden, dass diese auch das Einsetzen der künstlichen Zahnwurzeln abdeckt.

Anders sieht es bei privaten Krankenversicherungen aus. Diese übernehmen häufig den Großteil der Kosten. In Ausnahmefällen werden sogar die kompletten Kosten übernommen.

Haltbarkeit und Pflege von Zahnimplantaten

Besonders die Langlebigkeit von Implantaten sprechen für eine solche Versorgung. Grundvoraussetzung für eine lange Lebensdauer des Implantates ist eine erfolgreiche Einheilung.

Bei korrekter Mundhygiene und wenn keine Überbelastung erfolgt kann ein Implantat mindestens 10 Jahre in der Mundhöhle verbleiben. Wird das Implantat gut gepflegt und frei von Entzündungen gehalten, ist die Lebensdauer kaum eingeschränkt.

Im Vergleich zu anderen Zahnersätzen, wie Brücken oder Kronen, kann das Implantat in Sachen Lebensdauer durchaus überlegen sein.

Die Lebensdauer von Implantaten wird enorm von der Mundhygiene und Pflege beeinflusst. Durch Zahnfleischentzündungen kann sich eine tiefe Infektion bilden, welche zum Knochen führt.

Diese Bakterienverschleppung in die Tiefe nennt man Periimplantitis. Durch diese wird das Implantat gefährdet und muss unter Umständen frühzeitig entfernt werden.

Wer glaubt normales Zähneputzen alleine reicht, um das Zahnimplantat ausreichend zu pflegen, der irrt. Ein Implantat benötigt intensivere Pflege, weit über die eigene Mundhygiene hinaus. Schon wegen der anatomischen Unterschiede zwischen natürlichem Zahn und Implantat ergibt sich die Notwendigkeit intensiverer Pflege.

Der Zahn ist fest mit dem umliegenden Zahnfleisch verbunden. So können weniger Bakterien eindringen als beim Implantat. Beim Zahnimplantat liegt das Zahnfleisch lockerer an und bietet somit eine Angriffsfläche für Bakterien und somit Entzündungen. Wichtig ist eine optimierte, auf das Implantat abgestimmte Zahnpflege. Diese muss Beläge und damit Bakterien um das Implantat und von den Zähnen entfernen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Übergang von Zahnfleisch zum Implantat schenken. Hier sollte es durch die intensive Pflege nicht zu Ablagerungen kommen. Die Putztechnik entspricht der, wie auch bei normaler Mundhygiene.

Es sollte allerdings nur mit wenig Druck geputzt werden. Durch zu hohen Druck kann es zu Zahnfleischbluten und Entzündungen des Implantatbettes kommen. Empfehlenswert ist eine professionelle Betreuung durch einen Zahnarzt in Form von zum Beispiel einer professionellen Zahnreinigung oder Prophylaxebehandlung. Diese Maßnahmen entfernen auch hartnäckige Beläge von Zähnen und Implantaten.

Die Hilfsmittel zur Pflege von Zahnimplantaten

Für eine optimale Reinigung der Zähne und des Implantates sollte eine Handzahnbürste mittlerer Härte verwendet werden. Auch der Bürstenkopf sollte nicht zu groß sein, um auch schwer zugängliche Stellen im Mundraum zu erreichen.

Die Borsten sollten abgerundet sein, um das empfindliche Zahnfleisch nicht zu verletzen. Dies gilt auch beim Einsatz einer elektrischen Zahnbürste.

Quellen:

  • Otto Zuhr, Marc Hürzeler: Plastisch-ästhetische Parodontal- und Implantatchirurgie: Ein mikrochirurgisches Konzept, Quintessenz, 2011, ISBN 3868670211
  • Louie Al-Faraje: Chirurgische und radiologische Anatomie für die orale Implantologie, Quintessence Publishing, 2018, ISBN 3868674039
  • Fouad Khoury: Augmentative Verfahren in der oralen Implantogie, Quintessenz, 2009, ISBN 3938947748
  • Peter Borsay: Zahnimplantate & Co.: Die Implantologie in der modernen Zahnheilkunde, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2007, ISBN 3830433980
  • Daniel Buser, Urs Belser, Daniel Wismeijer: ITI Treatment Guide Band 1: Ästhetische Implantattherapie, Quintessenz Verlag, 2007, ISBN 393894711X
  • Anthony G. Sclar: Weichgewebe und Ästhetik in der Implantologie, Quintessenz, 2004, ISBN 3876525977
  • Douglas Deporter: Kurze und ultrakurze Implantate, Quintessence Publishing, 2019, ISBN 3868674187
  • Carola D'Mexis: Zahnmaterialien und Implantate - Ihre Wirkung auf Körper, Kopf und Psyche: Krankheitszeichen erkennen, Ursachen beseitigen, Aminosäuren als Therapieansatz, Mediengruppe Oberfranken, 2016, ISBN 3945695422
  • Carl E. Misch: Dental Implant Prosthetics, Mosby, 2014
  • Dr. Regina Schindjalova: Besser behandelt: Möglichkeiten und Methoden der modernen Zahnmedizin und Implantologie, agenda Münster, 2018, ISBN 389688607X
  • Louie Al-Faraje: Komplikationen in der zahnärztlichen Implantatchirurgie: Ätiologie, Prävention und Management, Quintessenz Verlag, 2013, ISBN 3868671870
  • Ralf Gutwald: Einführung in die zahnärztliche Chirurgie und Implantologie: Für Studium und Beruf, Deutscher Ärzteverlag, 2010, ISBN 3769134184

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