Vorsicht vor dem Putzwahn - übertriebene Hygiene ist gesundheitsschädlich

Fließendes Wasser aus Wasserhahn, Zahnputzbecher auf Waschbecken

Wer es mit dem Putzen, Waschen und Duschen übertreibt, gefährdet seine Immunabwehr

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  • von Paradisi-Redaktion

Vor allem Frauen sind Weltmeister im Wienern, Schrubben und Waschen. Aggressive Putzprodukte und Desinfektionsmittel stapeln sich in den Schränken. Auch in Sachen Körperhygiene ist Non-Stop-Reinlichkeit angesagt. Doch Mediziner warnen immer wieder vor dem Putzwahn, denn übertriebene Hygiene ist nachweislich gesundheitsschädlich.

Den Keimen keine Chance

Die Werbung suggeriert, dass Schmutz und Bakterien gefährlich sind und alles auf Hochglanz poliert sein muss – ob Küche, Bad oder der eigene Körper. Keime haben keine Chance und werden rigoros plattgemacht. Doch übertriebene Hygiene schadet der Gesundheit, denn der Kontakt zu Umweltkeimen ist wichtig, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Besonders Frauen verfallen dem Putz- und Waschwahn und horten ein komplettes Arsenal an Desinfektionsmitteln, Waschmitteln und Körperpflegeartikeln, einsetzbar gegen Viren, Bakterien, Pilze und andere Erreger. Einige Zeitgenossen kippen gleich einen ordentlichen Schuss Desinfektionsmittel in die Waschmaschine.

Auch bei der Intimpflege sind Frauen nicht zu stoppen. Sie verwenden Cremes, Lotionen und Sprays, die hartnäckige Ekzeme auslösen können. Überzogene Hygienemaßnahmen machen krank, doch ein Großteil der Bevölkerung glaubt fest an eine gefährliche Invasion von Mikroorganismen und kauft alles, was der Markt hergibt.

Ein Zuviel an Körperpflege zerstört die natürliche Hautflora

Die Haut schützt den Menschen vor Infektionen und ist durchaus in der Lage, gefährliche Krankheitserreger abzutöten. Die regelmäßige Körperpflege ist wichtig und richtig, doch wer ständig mit Shampoos, Duschgels, Seifen und Körperlotionen hantiert, riskiert Hautschäden.

Ständiges Duschen oder Baden trocknet die Haut aus und entzieht ihr wertvolle Fette. Durch die Zerstörung des natürlichen Hautschutzmantels kann eine Vielzahl von Hautkrankheiten entstehen. Dermatologen verzeichnen einen stetigen Anstieg von Hauterkrankungen, die durch übertriebene Körperhygiene mit ungeeigneten Pflegeprodukten entstehen.

An sich reicht es, mit warmem Wasser zu duschen, zumindest wenn man nicht den ganzen Tag im Dreck wühlt. Seife und Duschcremes sollten nur sparsam eingesetzt werden und möglichst wenig Duftstoffe enthalten, denn aggressive Duschbäder zerstören innerhalb von Minuten rund 90 Prozent der natürlichen Mikroorganismen.

Pilzinfektionen durch übertriebene Intimpflege

Viele Frauen leiden unter Pilzinfektionen im Intimbereich und kaufen zusätzliche Körperpflegemittel, um die Pilze wieder loszuwerden. Gynäkologen schlagen Alarm, denn viele Intimpflegemittel können in Kombination mit übertriebener Genitalhygiene das natürliche, leicht saure Scheidenmilieu aus der Bahn werfen.

Ein pH-Wert von 4 bis 4,5 ist ideal, doch viele Duschcremes oder Intimpflegeprodukte weisen ph-Werte von 9 bis 11 auf und sind viel zu alkalisch. Frauen sollten beim Kauf von Körperpflegeprodukten auf einen ph-Wert von 5 bis 5,5 achten.

Warnhinweise für eine Scheideninfektion oder eine Infektion des Gebärmutterhalses sind

Statt Selbstbehandlung ist ein Termin beim Frauenarzt die richtige Wahl.

Gefahr: Putzen mit Chemiekeulen

In Millionen Haushalten reihen sich Putzmittel aller Couleur aneinander. Frauen und auch immer mehr Männer sind dem Putzwahn verfallen und merzen sämtliche Bakterien, Viren und Keime aus - egal, ob gut oder schlecht. Doch Putzen mit Chemiekeulen kann schwere Gesundheitsschäden verursachen. Einige Desinfektionsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die sogar das Erbgut beeinflussen und krebserregend sein sollen.

Reiniger mit antibakterieller Wirkung betrachten Experten schlicht als unsinnig, denn die Mittel zerstören nützliche Bakterien auf der Haut und lösen häufig Allergien aus. Auch Stoffe wie Triclosan oder Natriumhypochlorit, die in vielen Putzmitteln zu finden sind, können der Gesundheit schaden und beispielsweise die Schleimhäute reizen. Viele Reiniger und Desinfektionsmittel töten darüber hinaus wichtige Wasserorganismen und beeinträchtigen die Arbeit von Kläranlagen.

Zu viel Chemie macht krank und schwächt das körpereigene Abwehrsystem. Auch für Kinder sind überzogene Hygienemaßnahmen ungeeignet, denn sie brauchen Umgebungskeime, um ein starkes Immunsystem zu entwickeln.

Vier Mittel für streifenfreie Sauberkeit

Statt für jeden Raum und jede Fläche einen anderen Reiniger zu verwenden sollten Putzteufel auf die wirklich wichtigen Helfer zurückgreifen. Schon vier Mittel reichen, um das Wohnparadies streifenfrei sauber zu halten.

  • Für alle glatten Oberflächen wie Fliesen und Böden ist ein guter Neutralreiniger völlig ausreichend.
  • Kalk auf Armaturen lässt sich prima mit Essig oder einem Schuss Zitronensäure entfernen.
  • Zum Fensterputzen ist das gute alte Spülmittel genau richtig.
  • Und wer Flecken auf Polstermöbeln oder Teppichen zu Leibe rücken will, sollte eine lauwarme Lauge mit Feinwaschmittel anrühren.

Tipp: Der "Blaue Engel" signalisiert Umweltverträglichkeit. Ob Im Haushalt oder im Bereich Körperpflege - ein Feldzug gegen Keime aller Art schadet Klima und Gesundheit. Besser: Einfach mal die Putzlappen wechseln, regelmäßig Händewaschen und brav den Müll entsorgen.

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  • Bildnachweis: Wasser © PhotoSG - www.fotolia.de

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