22. September 2008
Von Sandra Spönemann
Ohrenpflege sollte zur regelmäßigen Körperpflege dazugehören. Falsch betrieben oder zu häufige Reinigung des Gehörganges bzw. der Ohrmuschel kann jedoch zu negativen Effekten führen.

Vorsicht bei der Ohrensäuberung mit einem Wattestäbchen
Bei der Ohrenpflege hat jeder so seine eigenen Methoden, für den einen ist die tägliche Verwendung eines Wattestäbchen zur Reinigung vollkommen normal, dem Nächsten genügt das drüber wischen mit dem Handtuch nach dem Duschen oder schlicht der Zeigefinger.
Der Gehörgang bzw. das Innenohr ist ein unterschätzt empfindlicher Bereich. In ihm befinden sich lauter Flimmerhärchen, die wichtig für unsere akustische Wahrnehmung sind. Gelingt der Schall an unser Ohr beginnen die Härchen zu schwingen und geben dadurch Informationen weiter, die letztlich im Gehirn ankommen und weiter verarbeitet werden. Werden diese Härchen, beispielsweise durch extrem laute Musik, umgeknickt, ist dies ein irreparabler Zustand. Das Hörvermögen kann dadurch erheblich beeinflusst werden.
Ein gewisser Grad an Ohrenschmalz ist notwendig, damit die Flimmerhärchen richtig funktionieren können, sodass es nicht empfehlenswert ist täglich mit dem Wattestäbchen zu Werke zu gehen. Dabei ist wichtig das Stäbchen nicht zu tief ins Ohr zu schieben, da sonst das Trommelfell verletzt werden könnte. Viele sind der Ansicht, Wattestäbchen seien im Allgemeinen nicht zur Ohrenpflege geeignet, da sie den Schmalz eher tiefer ins Ohr schieben, anstatt ihn zu beseitigen. Auch HNO-Ärzte raten zu vorsichtigerer Reinigung, z.B. mit dem Finger. Obwohl sogar neue Produkte zur Ohrenreinigung in der Apotheke erhältlich sind, sind diese eigentlich kaum notwendig. Einige Menschen leiden jedoch unter häufiger Verstopfung des Gehörganges und müssen sich das Ohr beim Arzt oder in Eigenbehandlung zu Hause ausspülen.
Außerdem ist es nicht jedem möglich Druck im Ohr aufzubauen, d.h. das z.B. im Flugzeug oder beim Tauchen durch das Zuhalten der Nase und Einatmen kein Druckabbau erreicht wird. In diesen Fällen entsteht oft schon durch eine Erkältung Verstopfungen, die nur beim Arzt mit entsprechenden Geräten "durchgepustet" werden können.
Da Verletzungen am Trommelfell oft irreparabel sind, ist es auch nicht zu empfehlen mit langen Fingernägeln ins Innenohr zu gehen.
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