31. August 2009
Im Handel gibt es zahlreiche Produkte für die Intimpflege. Meist sind diese für den Genitalbereich der Frau konzipiert, da das Männliche genital durchaus mit Seife oder Duschgel sauber gehalten werden kann. Ob eine Frau Intimpflegeprodukte benutzt und wie häufig, sollte sie selbst entscheiden.
Die Scheidenflora ist durch weist eine ganz natürliche mikrobielle Besiedlung auf. Diese besetzen sozusagen den Platz, den unter Umständen, schädliche krank machende Keime einnehmen können. Neben diesem Schutzmechanismus, gibt es jedoch noch einen Zweiten, denn die Scheidenflora ist von Natur aus im sauren pH-Bereich angesiedelt. In einem sauren Milieu können sich Bakterien schlechter ansiedeln als beispielsweise in einem alkalischen Umfeld.
Die mikrobakterielle Besiedlung der Scheide besteht bei einer normal gesunden Frau, ab der Geschlechtsreife aus verschiedenen Milchsäurebakterien. Dazu gehören unter anderem: Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium spp., Lactobacillus jensenii und Lactobacillus gasseri. In welchem Anteil die jeweiligen Arten der Milchsäurebakterien vertreten sind, ist von Frau zu Frau unterschiedlich, sie alle zusammen werden aber als Döderlein-Bakterien zusammengefasst. In der Medizin wird der sogenannte Nugent-Score benutzt, um die Qualität der Scheidenflora zu bewerten. So kann etwa der Gynäkologe bestimmen, ob eine Scheide behandelt werden muss, weil ihr Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist.
Entscheidet sich eine Frau dazu Produkte zur täglichen Intimpflege zu benutzen, so muss sie sich darüber bewusst sein, dass sie damit in das empfindliche Milieu der Scheide eingreift. Im Handel sind Produkte in zahlreichen Darreichungsformen zur Intimpflege erhältlich. So etwa Intimpflegetücher, die zur Reinigung zwischendurch gedacht sind. Oder aber spezielle Slipeinlagen, die parfümiert sind und somit den natürlichen Geruch der Scheide abdecken sollen. Es gibt auch verschiedene Lotionen, die den gleichen Zweck haben. Aber auch spezielle Waschgels, die dazu beitragen, sollen die Intimpflege zu vervollständigen.
Alle diese Produkte bekämpfen in erster Linie nur eines, das viele Frauen vereint: nämlich die Angst im Intimbereich unangenehm zu riechen. Wir alle kennen die Witze, die den Geruch der weiblichen Scheide mit der eines Fisches vergleichen. Und tatsächlich kann eine Scheide auch so riechen, aber nur wenn ihre natürliche Scheidenflora zerstört wurde und sich die falschen Bakterien in ihr angesiedelt haben.
Man kann durchaus Produkte für die Intimpflege verwenden, aber nicht täglich! Und auf jeden Fall sollte man vorher überprüfen, ob diese den gleichen pH-Wert wie die Scheide aufweisen, damit sie die empfindliche Scheidenflora nicht zerstören.
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