Die richtige Intimpflege für Männer und Frauen

Nackter Frauenkörper in einem Bett von roten Rosenblättern, der Intimbereich ist mit Rosenblättern bedeckt

Tipps und Hinweise für sie und ihn, über das richtige Waschen des Intimbereichs für ein gepflegtes Gefühl

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  • von Paradisi-Redaktion

Ausreichende Körperpflege gehört zum täglichen Alltag dazu. Wer jedoch den Intimbereich täglich mit Seife oder Duschgel reinigt, kann sich schnell Pilzinfektionen und ähnliche Krankheiten einfangen, da zu viel Pflege genauso schlecht ist wie keine Pflege. Was man tatsächlich benötigt und wie man vorgehen sollte, erfahren Sie hier.

Richtige Intimpflege

Keine Frage - regelmäßige Intimpflege schützt vor Krankheiten, die durch Bakterien entstehen können. Zur richtigen Intimpflege sollte man jedoch einige Dinge beachten. Duschgels und Seifen können aggressive Reinigungsstoffe enthalten, die für die empfindliche Haut im Intimbereich nicht geeignet sind und sogar Hautreizungen auslösen können.

Daher gilt: Für die Intimpflege genügt klares Wasser und ein Waschhandschuh, der täglich in der Waschmaschine gereinigt und von Bakterien befreit wird, oder einen Einmalwaschlappen.

Einmalwaschlappen

Nicht empfehlenswert für die Intimpflege sind Waschlappen, denn auf diesen finden Keime und Bakterien eine ideale Siedlungsgrundlage. Vor allem die Wärme und die Feuchtigkeit des Badezimmers können zu ihrer explosionsartigen Vermehrung führen. So können beim Versuch, die Scheide zu reinigen, unzählige Bakterien und Keime hineingeraten, die zu Entzündungen und im schlimmsten Fall zu einer Pilzinfektion führen können.

Besser ist es, sogenannte Einmalwaschlappen zu verwenden; diese werden aus einem reißfesten Zellstoff hergestellt und können nach einmaligem Benutzen entsorgt werden.

Wie viel Intimpflege nötig und schädlich ist

Duschgels tabu - für die richtige Intimpflege reicht warmes Wasser völlig aus

Nahaufnahme von Unterleib und Oberschenkel einer Frau mit braunem Slip
freeze4photo © Gordon Bussiek - www.fotolia.de

Frauen und Männer legen immer mehr Wert auf Pflege und Reinigung ihres Körpers. Dazu gehört natürlich auch die Reinigung und Pflege der empfindlichen Intimzone. Dass es hier einiges zu beachten gibt, ist vielen Menschen nicht klar. Doch wer falsche Produkte anwendet, oder diesen Bereich schlichtweg überpflegt, muss mit bösen Infektionen und Hautreizungen rechnen.

Duschgel tabu

Egal ob Mann oder Frau: Im Prinzip reicht Wasser für die Intimpflege völlig aus. Seifen oder Duschgels haben in diesem Bereich nichts verloren, da sie durch die vielen zugesetzten Farb- und Parfümstoffe meist nur Schaden anrichten.

Symptome bei Überpflegung

Die Haut im Intimbereich ist äußerst empfindlich, deshalb reagiert sie auf zu viel Pflege auch gereizt. Kleine Pickelchen und Rötungen sind noch eher harmlos, doch im schlimmsten Fall können schmerzhafte Infektionen auftreten, wenn die Intimflora aufgrund von Duschgel und Seife zerstört ist.

Warmes Wasser oder Intimlotion

Wer sich also immer frisch fühlen möchte, kann sich ein- bis zweimal täglich mit warmem Wasser waschen. Dies reicht völlig aus, um wieder sauber zu werden. Cremes zur Pflege der Haut im Intimbereich sind nicht nötig. Wem warmes Wasser zu wenig ist, der kann zu speziellen Intimlotions mit abgestimmtem pH-Wert greifen.

Vorsicht: Auch wer sich zu oft wäscht, kann Schaden anrichten!

Produkte gegen unangenehme Gerüche

Im Handel sind Produkte in zahlreichen Darreichungsformen zur Intimpflege erhältlich:

  • So etwa Intimpflegetücher, die zur Reinigung zwischendurch gedacht sind.
  • Oder aber spezielle Slipeinlagen, die parfümiert sind und somit den natürlichen Geruch der Scheide abdecken sollen.
  • Es gibt auch verschiedene Lotionen, die den gleichen Zweck haben.
  • Aber auch spezielle Waschgels, die dazu beitragen, sollen die Intimpflege zu vervollständigen.

Alle diese Produkte bekämpfen in erster Linie nur eines, das viele Menschen vereint: nämlich die Angst im Intimbereich unangenehm zu riechen. Tatsächlich kann es zu unangenehmen Gerüchen "untenrum" kommen, aber nur wenn die natürliche Flora der Schleimhäute zerstört wurde und sich die falschen Bakterien angesiedelt haben.

Man kann durchaus Produkte für die Intimpflege verwenden, aber nicht täglich! Und auf jeden Fall sollte man vorher überprüfen, ob diese den richtigen Ph-Wert aufweisen, damit sie die empfindlichen Schleimhäute nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Wer sich ohne Reinigungsmittel nicht sauber fühlt, sollte am besten milde Waschgels verwenden, die speziell für den Intimbereich hergestellt wurden.

Hände weg von Spezialpflege für den Intimbereich

Für die Intimpflege ist Wasser in der Regel ausreichend

Oberkörper blonde Frau unter Dusche, grafisch dargestellt
dusche © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Für den Intimbereich gibt es eine Vielzahl an speziellen Pflegeprodukten.

Christian Albring, Gynäkologe aus Hannover und Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte warnte jetzt eindringlich vor diesen Seifen und Lotionen. "Frauen wollen gut riechen und sauber sein, aber das Saubersein vorne an der Scheide ist etwas anderes als hinten am Po", erklärt er.

Klares Wasser reiche für den vorderen Bereich vollkommen aus. Die Schleimhaut der Vagina ist dicht mit Mikroorganismen besiedelt, die eigenständig für ein gesundes Milieu sorgen und vor Krankheitserregern schützen.

Störungen des vaginalen Milieus

Aggressive Seifen, Duftwässerchen oder gar Deos bringen dieses natürlich saure Milieu aus dem Gleichgewicht. Wenn das geschieht, können Bakterien und Pilze in die Scheide eindringen und dort Infektionen hervorrufen.

Nach dem Toilettengang richtig abwischen

Albring räumt ebenso mit einem weiteren viel zitierten Mythos auf: Die Empfehlung nach dem Toilettengang immer von der Vagina zum Po zu wischen, sei falsch. "Der Abstand zwischen Scheide und Po beträgt nur drei Zentimeter, deshalb sollte man vorne und hinten trennen". Stattdessen solle man die Scheide einfach nur abtupfen.

Bei der Intimhygiene gilt: Weniger ist häufig mehr

Hygiene ist schön und gut, doch sollte man es dabei auf keinen Fall übertreiben. Insbesondere eine gesteigerte Pflege des Intimbereichs schadet häufiger mehr als dass sie nützt. Dies ist insbesondere dadurch zu begründen, dass die dabei verwendeten Substanzen meist sehr aggressiv sind und aufgrund dessen die Vaginalflora mit ihrem natürlichen Schutzmantel aus dem Gleichgewicht bringen.

Um nicht unter lästigen Beschwerden und Infektionen im Genitalbereich zu leiden, empfiehlt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf seifen-, parfüm- und alkoholfreie Pflegeprodukte zurückzugreifen und diese auch nur äußerst sparsam zu verwenden. Am effektivsten bei der Intimhygiene ist nach Meinung der Experten übrigens lauwarmes Wasser.

Duschgel, Enthaarungscreme und Seife - Was im Intimbereich alles schaden kann

Überpflege und der Einsatz von den falschen Produkten ist bei der Pflege des Intimbereichs schädlich

Junge Frau unter der Dusche
Beautiful attractive happy naked girl taking shower © Valua Vitaly - www.fotolia.de

Keine Frage - Intimpflege ist wichtig! Doch viele Menschen übertreiben es mit der Pflege und setzen Produkte ein, die sich nicht für den Intimbereich eignen. Die Inhaltsstoffe dieser Produkte können unter Umständen Reizungen der empfindlichen Schleimhäute hervorrufen, was im schlimmsten Fall sogar zu einer Infektion führen kann.

Warmes Wasser reicht aus

Der Intimbereich sollte grundsätzlich nur mit warmem Wasser gewaschen werden. Dies reicht im Normalfall aus, um Schmutz und andere Rückstände zu vertreiben und sich wieder frisch zu fühlen. Wem dies nicht ausreicht, der kann zu speziellen Lotions für den Intimbereich greifen. Diese haben einen abgestimmten pH-Wert und sind nicht so aggressiv wie gewöhnliche Shampoos und Duschgels.

Duschgel

Viele Duschgels beinhalten besonders viele Farb- und Duftstoffe, damit sie toll riechen, doch für den Intimbereich sind diese Inhaltsstoffe Gift. Empfindliche Schleimhäute werden gereizt, die Intimflora zerstört.

Seife

Seife spielt in der gleichen Kategorie wie Duschgel und Shampoo. Gewöhnliche Seife ist nichts für den Intimbereich und sollte hier auch nicht angewendet werden.

Enthaarungscreme

Auch bei Enthaarungscreme sollte man vorsichtig sein. Mittlerweile gibt es zwar schon spezielle Produkte für die Bikinizone, doch auch diese sollte man nur in der Bikinizone und nicht im Intimbereich verwenden, da es ebenfalls zu Reizungen kommen kann.

Intimsprays zerstören die natürliche Barriere in der Scheide, Wasser reicht zur Intimpflege aus

Wir übertreiben mit der Intimhygiene, sagt Professorin Daniela Schultz-Lampel vom Kontinenzzentrum Villingen-Schwenningen in der „Apotheken Umschau“: „Intimsprays zerstören die natürliche Barriere in der Scheide, die sonst die Bakterien abwehrt“, erklärt die Urologin.

Escherichia-Coli-Darmkeime seien die Hauptauslöser von Blasenentzündungen. Sie finden zum Beispiel durch falsche Toilettenhygiene den Weg in die Scheide. Aber auch beim Geschlechtsverkehr können sie in die Harnröhre gelangen.

Deshalb der Rat: Nach dem Sex zur Toilette, um die Keime auszuspülen. Besondere Intimsprays sind dazu nicht nötig, Wasser genügt. Wer doch eine Waschlotion verwenden will, sollte Produkte benutzen, die auf den niedrigen pH-Wert der Intimzone abgestimmt sind und keine Duft- oder Farbstoffe enthalten.

Hinweise zur Unterwäsche

Für beide Geschlechter gilt, dass die Unterwäsche mindestens einmal pro Tag gewechselt werden sollte. Bei der Auswahl der Unterwäsche ist darauf zu achten, dass diese zu einem möglichst hohen Teil aus Naturfasern besteht. Denn diese sind in der Lage Schweiß aufzunehmen und die Atmung der Haut nicht zu behindern.

Schwierig bei den meisten künstlichen Fasern ist, dass die Haut sich unter ihnen stark erhitzt, weil die Hautatmung behindert wird. So wird das empfindliche Milieu der Haut im Intimbereich empfindlich gestört.

Außerdem ist es wichtig die Unterwäsche bei mindestens 60 Grad zu waschen. Auch Hygienespüler für die Wäsche können gute Dienste leisten, da Keime und Bakterien wirksam abgetötet werden.

Intimrasur

Für viele Frauen und Männer gehört auch die Intimrasur zur Intimpflege dazu. Beim Rasieren sollte man auf keinen Fall einen stumpfen Rasierer verwenden, da die Verletzungsgefahr höher ist - auch wenn es komisch klingt.

Die Haut sollte immer mit einer Hand straff gezogen werden, sodass man sich nicht schneiden kann. Nach der Rasur kann die Haut mit speziellen Aprés-Rasur-Lotions verwöhnt werden, die die Haut pflegen und beruhigen.

Worauf beim Waxing im Intimbereich geachtet werden sollte

Frau in schwarzem Slip fasst sich an Unterleib und Intimbereich
woman has pain in the genital area and ovarian © vladimirfloyd - www.fotolia.de

Brazilian Waxing hat sich mittlerweile zum echten Trend gemausert, immer mehr Frauen und auch Männer lassen sich lästige Körperhaare mit dem heißen Wachs entfernen. Steht der Sommer vor der Tür, steht bei den Damen die Bikinizone an erster Stelle. Doch bevor man sich einen Termin im nächsten Kosmetikstudio geben lässt, sollte man in Sachen Waxing über einiges informieren.

So kann es unter Umständen sein, dass das Abziehen des heißen Wachsstreifens zu Entzündungen führen kann, da kleine Hautrisse entstehen, durch die Bakterien leicht eindringen können. Daher sollten Menschen, die zu Hautproblemen neigen, lieber auf diese Art der Haarentfernung verzichten.

Vor dem Wachsen hilft es, die betroffene Stelle zu kühlen und wer sehr schmerzempfindlich ist, kann vor der Behandlung eine Schmerztablette nehmen. Generell wird empfohlen, den Termin auf einen Nachmittag zu legen, da zu diesem Zeitpunkt die Schmerzempfindlichkeit am niedringsten ist Nach dem Wachsen sollte zwei Tage lang auf Sport und zu enge Kleidung verzichtet werden. Für die Nachbehandlung empfiehlt sich die Anwendung von entzündungshemmenden Salben. Sollten nach der Behandlung Hautentzündungen auftreten, sollte vorsichtshalber ein Hautarzt zu Rate gezogen werden.

Mit weniger Schmerzen ist die Laserbehandlung verbunden; diese ist besser für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet.

Intimpflege für die Frau

In den meisten Fällen sind Intimpflegemittel gar nicht vonnöten, da sie die empfindliche Scheidenflora der Frau angreifen können. Ist diese Flora erst einmal beeinträchtigt, können Keime und Bakterien schneller eindringen und verursachen lästige

So waschen Sie sich richtig

Zu einer gründlichen Intimpflege bei der Frau gehört das regelmäßige Waschen der inneren und äußeren Schamlippen. Dies erfolgt meist unter der Dusche, kann aber auch außerhalb der Dusche erledigt werden, indem man ein Bein auf eine leichte Erhöhung (zum Beispiel Badewannenrand) stellt und die Schamlippen mit einem feuchten Waschhandschuh reinigt.

Wichtig ist, dass beim Waschen des Anus von vorne nach hinten vorgegangen wird, so verhindert man das Eindringen von Darmbakterien in die Scheide oder Blase.

Wie man den weiblichen Intimbereich richtig pflegt

Frau in rotem Slip betrachtet ihren Intimbereich mit einer Lupe
Frau schaut mit Lupe im Intimbereich nach © SENTELLO - www.fotolia.de

Intimpflege ist kein Thema, über dass man sich regelmäßig austauscht. Dennoch ist es ein sehr wichtiges Thema, und anders als bei der normalen Körperpflege, sollte man hier durchaus einiges beachten. Besonders im Sommer, wenn es heiß ist, aber auch etwa während der Monatsblutung sollte man dann nochmal gesondert darauf achten, die grundlegenden Regeln zu befolgen.

Produkte, die eigens für die Intimpflege entwickelt wurden, sind kein hohles Werbeversprechen, sondern sinnvoll. Sie reizen die Schleimhaut nicht und haben den entsprechend richtigen PH-Wert. Zum Waschen, das natürlich täglich erfolgen sollte, verwendet man ansonsten am besten nur klares, warmes Wasser sowie die eigenen Hände, die gewaschen sein sollten.

Wer einen Schwamm oder Waschlappen nutzen möchte, sollte darauf achten, dass der Stoff weich ist, und dass das Utensil nach jeder Nutzung heiß gewaschen wird. Übrigens kann eine Intimrasur beziehungsweise das Wachsen des Intimbereichs Abhilfe schaffen, wenn man anfällig für Infektionen ist.

Was man selbst gegen Gebärmutterhalskrebs tun kann - Stichwort Intimhygiene

Grafik 3D weiblicher durchsichtiger Körper, schmerzende Gebärmutter rot gekennzeichnet
schmerzender uterus © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Wer an Gebärmutterhalskrebs erkrankt, der riskiert die Fruchtbarkeit und sogar sein Leben. Um die eigenen Chancen auf einen Krebsausbruch zu verringern, sollte frau ganz besonders auf ihre Intimhygiene achten. Hier kann man aktiv dazu beitragen, dass ein Risiko auf das Minimum gesenkt wird.

Besonders nach dem Sex sollte man sich gründlich im Intimbereich waschen. Das stört vielleicht die Romantik, ist aber die beste Vorgehensweise, damit man sich nicht mit dem HP-Virus infiziert. Der sogenannte humane Papillomvirus wird nämlich vor allen Dingen beim Sex übertragen und kann so vom Penis in die Scheide gelangen und natürlich auch umgekehrt. So steigt bei Frauen das Risiko auf Gebärmutterhalskrebs extrem an und Männer können Peniskrebs bekommen.

Frauenärzte melden jährlich gut 5.000 Fälle neuer Erkrankungen. Leider versterben auch 1.700 der Betroffenen jedes Jahr deswegen. Diese Zahlen könnten wohl deutlich gesenkt werden, wenn Mann und Frau eine gründliche Intimhygiene nach jedem Geschlechtsverkehr betreiben würden. Infiziert sind viele nämlich ganz ohne ihr Wissen und stecken den Partner dann ungewollt an. Tatsächlich war in einer Studie mit 1.159 Männern jeder Zweite ein Träger des Virus. Auch Frauen hatten ähnlich oft eine Infektion ohne ihr Wissen.

Die Scheidenflora: gute und schlechte Bakterien

Eine gesunde Scheidenflora ist von unzähligen kleinen Milchsäurebakterien besiedelt ist. Dazu gehören unter anderem:

  • Lactobacillus acidophilus,
  • Lactobacillus acidophilus,
  • Bifidobacterium spp.,
  • Lactobacillus jensenii und
  • Lactobacillus gasseri.

In der Medizin wird der sogenannte Nugent-Score benutzt, um die Qualität der Scheidenflora zu bewerten. So kann etwa der Gynäkologe bestimmen, ob eine Scheide behandelt werden muss, weil ihr Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist.

Diese aus verschiedenen Arten bestehende Besiedlung wird unter dem Namen Döderlein-Bakterien zusammengefasst. Durch die Besiedlung mit diesen Bakterien, ist der Platz den schlechte, ungesunde Bakterien einnehmen könnten schon besetzt. Die Döderlein-Bakterien haben somit eine Art Stellvertreterfunktion, mit der sie eine Erkrankung beispielsweise durch eine Pilzinfektion verhindern.

Zusätzlich stellen die Bakterien noch ein saures Milieu in der Scheide her. Denn Bakterien benötigen für ihre Stoffwechselvorgänge Zucker, welcher von den Döderlein-Bakterien in Milchsäure umgewandelt wird. Solange dieses körpereigene Schutzsystem im Gleichgewicht ist, sind Frauen vor der Infektion mit Pilzen oder anderen Bakterien höchst wirksam geschützt.

Die Scheide ist ein äußerst empfindliches Organ. Das Innere der Scheide ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, die einen pH-Wert von 4 hat. Ist die Flora gestört, kann es zu Pilzen und Infektionen kommen.

Frauen sollten wissen, dass ungesunde Ernährung, Stress und die Einnahme von Antibiotika die empfindliche Scheidenflora stören können.

Die Scheidenflora schützen und Pilzinfektionen vorbeugen

Frau in schwarzem Slip fasst sich an Unterleib und Intimbereich
woman has pain in the genital area and ovarian © vladimirfloyd - www.fotolia.de

Die Scheide ist von einer Menge nützlichen Pilzen und Bakterien besiedelt, die für ein relativ sauers pH-Mileu sorgen und so Infektionen vorbeugen. Ist die Scheidenflora gestört, haben beispielsweise Pilzinfektionen leichtes Spiel. Gründe für eine gestörte Scheidenflora können etwa ein geschwächtes Immunsystem oder Veränderungen im Hormonhaushalt sein, aber auch synthetische Unterwäsche, ein feuchtes Klima im Intimbereich, etwa beim Anbehalten des nassen Badeanzugs, und falsche Pflege können den pH-Wert der Scheide beeinflussen.

Der Intimbereich sollte täglich mit lauwarmem Wasser oder speziellen Intim-Waschlotinen ausschließlich im äußerlichen Bereich gereinigt und Handtücher regelmäßig gewechselt werden. Übertriebene Hygienemaßnahmen wie etwa Scheidenspülungen, Intim-Deos oder Feuchttücher sollte Frau vermeiden, ebenso wie die Verwendung von Waschlappen.

Beschwerden vorbeugen

Auch wer aufgrund von Beschwerden (beispielsweise bei einer Pilzinfektion) ein erhöhtes Bedürfnis nach Sauberkeit hat, sollte den Intimbereich nicht mit aggressiven Seifen oder Duschgels und auch auf keinen Fall zu oft reinigen. Dies könnte die Beschwerden verstärken und zu einem weiteren Andauern der Pilzinfektion führen.

Scheidenpilz vom Facharzt behandeln lassen

Wer sich einen Scheidenpilz eingefangen hat, sollte auf keinen Fall auf Hausmittelchen zurückgreifen, sondern sich von einem Facharzt untersuchen lassen. Dieser verschreibt im Normalfall Zäpfchen und eine Creme, die gegen den Pilz wirken und weitere Infektionen verhindern.

Zu beachten ist, dass auch der Partner mitbehandelt werden sollte, um weitere Ansteckungen zu vermeiden

Blasenentzündungen nach dem Sex

Zur Intimpflege im weiteren Sinn zählt auch das Urinieren nach dem Geschlechtsverkehr. Bei vielen Damen kommt es zu schmerzhaften Blasenentzündungen nach dem Geschlechtsverkehr. Wer nach dem Sex die Toilette aufsucht, spült eventuell eingedrungene Bakterien gleich wieder hinaus und die Gefahr ist gebannt.

Unfruchtbarkeit durch Intimduschen

Frauen sollten ihren Intimbereich nur von Außen pflegen. Eine Intimdusche, bei welcher ein Irrigator in die Scheide eingeführt wird und diese mit Wasser ausspült, ist nicht sinnvoll. Denn dadurch kann das empfindliche Scheidenmilieu beeinträchtigt werden.

Dies kann im schlimmsten Fall zu einer temporären Unfruchtbarkeit führen, da die Samenfäden des Mannes einen bestimmten pH-Wert in der Scheidenflora benötigen, um sich in Richtung Eizelle bewegen zu können. Ist das Milieu spermienfeindlich, so werden die Bewegungen der Spermien immer langsamer und können sogar vollständig zum Erliegen kommen.

Intimpflege beim Mann

Entfernt man das Smegma nicht regelmäßig, kann dies zu unangenehmen Entzündungen in der Eichel führen. Diese werden durch Bakterien hervorgerufen, die sich in dem Sekret ablagern, und sind mit großen Schmerzen verbunden.

Beim Mann genügt es, die Vorhaut vollständig zurückzuziehen und den Penis gründlich mit klarem Wasser zu waschen, sodass das Smegma entfernt wird. Außerdem empfiehlt es sich auch bei ihm, die Unterwäsche jeden Tag zu wechseln, da sich auch hier Bakterien ansiedeln können.

Ist die Eichel sauber, so wird der Hoden gewaschen. Hier kann man eventuell etwas Seife benutzen. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass keine Seife in die Harnröhre dringt.

Auf unnötige Waschgels verzichten

Einen gewisse Intimpflege ist für Männer genauso wichtig wie für Frauen. Und auch für Männer gilt: Spezielle Intimpflegegels oder Waschgels sind nicht nötig, da es bei einer übertriebenen Hygiene zu Hautreizungen und Ausschlägen kommen kann. Auch der Säureschutzmantel der Männerhaut kann durch Waschlotions angegriffen werden.

Beim Urinieren sollte die Vorhaut immer zurückgezogen werden, so können sich unter der Vorhaut keine Bakterien ansiedeln. Wer sich täglich mit klarem Wasser wäscht, sollte eigentlich keinerlei Probleme mit Pilzinfektionen oder Hautirritationen haben.

Infos und hilfreiche Tipps zur Intimpflege

  • Die richtige Intimpflege für Männer und Frauen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: female body with red rose petals © sdubrov - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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