Normale Pickel oder richtige Akne? - Wann man wegen Pickeln zum Hautarzt gehen sollte

Arzt mit Halbglatze und weißem Poloshirt sitzt mit Patient in der Sprechstunde

Was normale Pickel von Akne unterscheidet, wann man zum Dermatologen gehen sollte und wie Akne behandelt wird

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Treten Pickel vermehrt auf, liegt häufig der Verdacht nahe, man könnte unter der gefürchteten Akne leiden. Liegt diese tatsächlich vor und möchte man keine hässlichen Narben riskieren, dann sollte man rechtzeitig einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen. Wie Sie normale Pickel von einer Akne unterscheiden können und was im Kampf gegen die Hauterkrankung nützlich sein kann, erfahren Sie deshalb hier.

Warum die Haut unter seelischen Belastungen leidet und Pickel blühen

Die Haut gilt als Spiegel der Seele. Auf Stress reagiert sie oft mit Rötungen und Entzündungen, auch Pickel blühen auf. Warum das so ist, fanden Forscher der Universität Kalifornien im Versuch mit Mäusen heraus, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Bei den Tieren nahm unter Stress die Menge keimtötender Substanzen in der oberen Hautschicht deutlich ab. Aufregung und Ärger schwächen demnach den Schutzschild der Haut.

Wer ab und zu unter wenigen Pickeln leidet, der muss sich darüber keine großen Gedanken machen. Die meisten Menschen haben - je nachdem, was sie Essen und wie sie ansonsten so leben - irgendwann einmal vereinzelte Pickel. Treten diese jedoch gehäuft auf und überziehen

sollte man sich mit der Ursache dieser Hauterscheinung beschäftigen.

Pickel durch Unverträglichkeiten und Allergien

Pickel aufgrund einer Allergie sind leicht zu bekämpfen
Pickel als Folge einer Allergie

Oft sind Pickel die Folge einer plötzlich auftretenden Unverträglichkeit auf ein Körperpflegeprodukt. Hier liegt dann einesogenannte Kontaktallergie vor. Diese zeigt sich in der großflächigen Bildung von Ausschlag, der Pickeln sehr ähnlich sieht.

Erkennungsmerkmale

Die "Pickelchen", die aufgrund von Unverträglichkeiten und Allergien auftreten, sind zwar rot, bilden jedoch keinen Eiterherd aus. Anders als Pickel jucken die vom Ausschlag bedingten Hautveränderungen aber extrem.

Hat man den Verdacht, es könne sich um eine Unverträglichkeit handeln, ist es ratsam, einfach die Körperpflegeserie zu wechseln. Hilft das nichts, sollte doch einmal ein Facharzt für Allergologie aufgesucht und ein Allergietest durchgeführt werden.

Akne

Wann man einen Dermatologen aufsuchen sollte
Wann man einen Hautarzt aufsuchen sollte

Besonders wichtig einen Dermatologen aufzusuchen ist es, wenn es zu einer vermehrten Bildung von Eiterherden bei den Pickeln kommt. Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern kann auch zu einer extremen Narbenbildung führen, da der Eiter unter der Haut gesundes Gewebe zerstören kann.

Spätestens bei der Eiterbildung sollte daher ein Dermatologe aufgesucht werden, um zu klären, ob man vielleicht unter einer der verschiedenen Formen der Akne leidet.

Ursachen von Akne

Hormonschwankungen

Die Akne gehört zu den weltweit am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 30. Lebensjahr leiden häufig an der sogenannten Acne vulgaris.

Ursache für diese Erkrankung ist die Umstellung des Hormonhaushaltes und damit einhergehende Hormonschwankungen. Besonders, wenn ein Übermaß an männlichen Geschlechtshormonen im Körper vorhanden ist, reagiert die Haut mit der Bildung von Pickeln und Mitessern.

Schnelle Klärung kann hier ein Test des Hormonstatus im Blut bringen. In der Regel wird solch ein Test vom

Jedoch kann Akne auch andere Ursachen haben. Diese können im Körper liegen oder in den äußeren Umständen zu finden sein. Nicht zu unterschätzen ist dabei vor allem die Akne, die als Folge von einer Erkrankung des Stoffwechsels ausbricht.

Wie Akne entsteht, und was man gegen die Pickel tun kann

Gesicht einer Frau mit Akne, Pickeln
Acne skin © Ocskay Bence - www.fotolia.de

Pickel sind das Erkennungszeichen von Jugendlichen. Mit dem Hormonumschwung in der Pubertät bildet sich in der Haut verstärkt Talg, der die Poren verstopft. Schmutz, Make-up und abschuppende Hautzellen verstärken das Problem. Sie verschließen die Pore wie ein Pfropf, unter dem sich dann eine Entzündung entwickelt. Eitrige Pickel sind die Folge.

Solange die Hormone verrücktspielen, bleibt also auch die Neigung zu Pickeln. Durch konsequente Reinigung und Pflege der Haut, lassen sich die Symptome jedoch lindern. Das Wichtigste: nicht an dem Pickel herumdrücken. Das reizt die Haut nur zusätzlich, um schlimmsten Fall entstehen dadurch sogar Narben.

Besser ist es, die Haut täglich mit einem milden Reinigungsgel zu waschen. Viele Hersteller bieten auch darauf abgestimmte Pflegeprodukte, die Talgdrüsen beruhigen. Wenn die Entzündungen damit nicht den Griff zu bekommen sind, verschreibt der Arzt antibiotische Cremes. In hartnäckigen Fällen helfen Medikamente, die die Talgproduktion drosseln. Die Betroffenen brauchen allerdings etwas Geduld.

Intensive Sonneneinstrahlung

Aber auch eine zu intensive Sonneneinstrahlung kann zum Auftreten von Akne führen. Diese im Volksmund als "Mallorca-Akne" bezeichnete Form entsteht durch eine fototoxische Reaktion zwischen

  • Kosmetika, wie zum Beispiel Sonnencreme, und
  • der Haut.

Verschiedene Krankheitsgrade

In der leichtesten Form, in welcher die Akne auftreten kann, sind nur Verdickungen der Haut spürbar und sichtbar. In diesem Anfangsstadium, das auch Acne comdonica genannt wird, kommt es nur zu wenigen Entzündungen und die Bildung von Narben ist nicht zu befürchten.

Der zweitschwerste Grad dieser Hauterkrankung ist die Acne papulo-pustulosa. In dieser Stufe bilden sich vermehrt Papeln und Pickelchen, die sich leicht entzünden. Beim Abheilen dieser Hautreaktionen kann es in Folge der Entzündung zu einer Narbenbildung kommen.

Bei der schwersten Form der Akne, der Acne conglobata entwickeln sich die Papeln und Pusteln zu Fisteln. Diese Fistelkomedonen sind große, weitverzweigte Eiterherde welche unter der Haut verlaufen. Diese ziehen die Bildung von erheblichen Narben mit sich.

Normale Pickel oder richtige Akne?

Die Verwechslungsgefahr zwischen Akne und Pickeln besteht meist in der ersten Phase der Akne. Denn beginnende Akne bildet genauso wie heranwachsende Pickel kleine Knoten unter der Haut.

Entscheidendes Kriterium für eine realistische Einschätzung ist hier die Schnelligkeit der Entwicklung:

Ein Pickel

  • entwickelt sich relativ schnell,
  • zeigt zeitnah Entzündungszeichen in den benachbarten Hautarealen und
  • bildet schnell Eiter aus.

Die Knoten, die sich bei einer Akne bilden,

  • bleiben monatelang unter der Haut und
  • entzünden sich sehr langsam.
  • Auch die Bildung von Eiter ist stark zeitverzögert.

Ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung zwischen Akne und anderen Pickel-Arten ist auch, wenn Pickel in unterschiedlichen Reifegraden zusammen auftreten. Das heißt, es bilden sich kleine Knötchen im Unterhautfettgewebe, die an der Hautoberfläche nur durch eine Rötung auffallen. Gleichzeitig gibt es

  • Pickel,
  • reifende Pickel und
  • abheilende Pickel.

Bei diesem Hautbild liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht um einfache Pickel handelt, sondern um eine Akneerkrankung.

Unreine Haut bei Babys – welche Pickelchen sollte man behandeln lassen?

Baby bekommt Massage auf Brust
Baby massage © Dmitry Naumov - www.fotolia.de

„Weich wie ein Babypopo“, „Babys zarte Haut“ – diese Ausdrücke kennt wohl jeder. Die zarte Haut der Säuglinge ist jedoch auch sehr empfindlich, was in vielen Fällen zu Unreinheiten, kleinen Pickelchen, führen kann.

Von einer makellosen Haut ist dann nichts mehr zu sehen und die Eltern sorgen sich, dass es sich um eine ernsthafte Hauterkrankung handeln könnte. Doch meist handelt es sich um eine der typischen drei Hautveränderungen bei einem Baby, welche hauptsächlich darauf zurück zu führen sind, dass die Talgproduktion noch nicht ausgereift ist. Zu den Hautunreinheiten gehören:

Neugeborenen-Akne

Bei der Neugeborenen-Akne handelt es sich um kleine Mitesser, die manchmal mittig einen gelben Punkt aufweisen. Sie entstehend vorwiegend auf dem Kinn, der Stirn sowie der Nase. Die Ursache ist hormoneller Natur; es kommt zur vermehrten Produktion von Talg. Normalerweise ist nach etwa drei Monaten nichts mehr von den Pickelchen zu sehen, sie verschwinden von ganz allein.

Wichtig: Eltern sollten niemals Akne-Mittel zur Behandlung benutzen.

Milien

Finden Eltern kleine, weiße Knoten auf Kinn oder Stirn vor, sind dies vermutlich Milien, auch Grießkörner genannt. Auch sie entstehen durch Umstellung der Hormone: der hohe Östrogenspiegel nach der Geburt führt dazu, dass sich die Talgdrüsen verstopfen. Auch hier ist in der Regel keine Behandlung notwendig, die Abheilphase beläuft sich ebenfalls auf etwa drei Monate.

Säuglings-Akne

Vor allem Jungen sind von der Säuglings-Akne betroffen. Sie entsteht ab einem Alter von drei Monaten und bedarf einer Behandlung durch den Kinderarzt. Die eitrigen Pickel sind hormonell oder genetisch bedingt und können dauerhaft bestehen bleiben, wenn sie nicht ärztlich behandelt werden. Zur Linderung der Entzündung werden meist bestimmte Salben verschrieben; bei stärkerer Ausprägung kann auch schon mal ein Antibiotikum verwendet werden.

Passend zum Thema

    Wann man wegen Pickeln zum Hautarzt gehen sollte

    Wer die Befürchtung hat, er könnte unter Akne leiden, der sollte unbedingt einen Dermatologen aufsuchen. Denn nur ein ausgebildeter Hautarzt kann eine Akne richtig diagnostizieren und die entsprechende Therapie einleiten. Diese sollte immer schon im Anfangsstadium begonnen werden, um sich vor einem langwierigen und schwierigen Verlauf zu schützen.

    Behandlung

    Wird mit der Behandlung in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung begonnen, ist Akne in der Regel gut zu behandeln und auch die Narbenbildung größtenteils zu vermeiden. Dennoch muss sich aber jeder bewusst sein: Auch die beste Aknetherapie lässt die Entzündungen nicht von heute auf morgen verschwinden. Bei der Behandlung ist sehr viel Geduld gefragt, auch eine vorübergehende Verschlechterung des Hautbildes ist ganz normal.

    Die Pille

    Beispielsweise kann Akne, die aufgrund von hormonellen Schwankungen auftritt, mit herkömmlichen Anti-Pickel Mitteln nicht bekämpft werden. Ist die Ursache für die Pickel tatsächlich ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen, wird Frauen häufig empfohlen die Pille einzunehmen, um dem Körper weibliche Hormone zuzuführen.

    Cremes und Tabletten

    Außerdem gibt es heute viele spezielle Cremes, die mithilfe von Hormonen oder dem Inhaltsstoff Antibiotika die Hauterscheinungen, die mit Akne einhergehen, schnell und effizient bekämpfen. Zu ihnen greifen Hautärzte sehr gerne. Bei einem schweren Verlauf der Akne ist darüber hinaus

    • Antibiotika oder
    • Isotretinoin

    auch in Tablettenform angebracht.

    Allerdings sind alle diese Mittel verschreibungspflichtig und dürfen nicht frei in Apotheken und Drogerien verkauft werden.

    Weitere Möglichkeiten

    Letztlich gibt es noch die Möglichkeiten der

    Über die Therapieform entscheidet jedoch der Hautarzt.

    Lesen Sie hier außerdem, was als Sofortmaßnahme bei Hautunreinheiten und Akne zu tun ist und was man bei Pickeln generell beachten sollte..

    Erste Hilfe gegen Akne und Hautunreinheiten

    Als Soforthilfe bei Hautunreinheiten und Akne ist zudem das zweimal tägliche Waschen (nicht häufiger) mit einem pH-hautneutralen Wasch-Syndet (pH-Wert 5,5) das beste Mittel. Der Säureschutzmantel der Haut wird hierbei besonders geschont und damit das Eindringen von Bakterien vermindert. Gleichzeitig wird die Haut aber gründlich von Schmutzpartikeln und überschüssigem Hautfett gereinigt.

    Sehr wichtig ist auch das Abtrocknen. Hierfür sollte täglich ein frisches Handtuch verwendet und die Gesichtshaut sanft trockengetupft werden. Nach der gründlichen Reinigung benötigt die Haut dann eine leichte, feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion.

    Die Finger aus dem Gesicht lassen

    Auch wenn es noch so schwer fällt: Das

    • Quetschen,
    • Drücken und
    • Betasten

    der Pickel und Mitesser ist das Schlimmste, was man tun kann. Die Pickel können nach innen aufplatzen und noch stärker entzünden, schlimmstenfalls können Narben zurückbleiben. Das Ausdrücken der Pickel sollte immer von einer Kosmetikerin oder dem Hautarzt vorgenommen werden.

    Grundinformationen und Hinweise zu Pickeln

    War der Artikel hilfreich?

    Fehler im Text gefunden?

    Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

    Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

    Quellenangaben

    • Bildnachweis: Allgemeinmedizin © ISO K° - photography - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Hand hält Schild © purplequeue - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Acne skin © Ocskay Bence - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Young girl with skin problem © Ocskay Bence - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Portrait of woman with problem skin © Olga Sapegina - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

    Weitere Artikel zum Thema