Aufbau, Funktion und Verwendung unterschiedlicher Waagenarten

Mit einer Waage wird gemessen und gewogen. Dabei geht es in den meisten Fällen um das Messen von Gewichtskraft. Mit Verbreitung des Autos und seiner umgangssprachlichen Bezeichnung als Wagen wurde die bis dahin gleichlautende Pluralbezeichnung Wagen Mitte der 1920er Jahre in die heutigen Waagen geändert.

Die heutigen Waagenmodelle haben nicht mehr viel gemein mit den Modellen längst vergangener Zeiten

Geschichte

Das Wiegen gehört seit jeher zum familiären, privaten und beruflichen Alltag. Bereits einige tausend Jahre vor Christi Geburt wurde mit ersten Balkenwaagen gearbeitet. Die Genauigkeit ihrer Arbeitsweise und der damit verbundenen Anzeige wurde im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich verbessert.

Der deutsche Ingenieur Philipp Matthäus Hahn aus Echterdingen bei Stuttgart konstruierte in den 1760er Jahren die Neigungswaage mit einer direkten Gewichtsanzeige. Hundert Jahre später wurden Wäge-Ergebnisse automatisch ausgedruckt. Und ab Beginn der 1940er Jahre waren in den USA die ersten elektrischen Waagen verfügbar - also Waagen, bei denen die Widerstandsänderungen automatisch angezeigt wurden.

Seitdem wird in mechanische sowie in elektrische Waagen unterschieden.

Voraussetzungen einer guten Waage

Die Erwartungen an eine Waage und das damit verbundene Wiegen sind seit jeher hoch. An oberster Stelle steht

  1. die Genauigkeit, gefolgt vom
  2. Wäge-Bereich,
  3. dem Ablesen sowie
  4. der Reproduzierbarkeit, also der Möglichkeit, den Wäge-Vorgang nochmals oder beliebig oft zu wiederholen.

Die Genauigkeit der Waage kann buchstäblich über Geld oder Geldwert entscheiden, wenn beispielsweise Gold oder anderes Edelmetall gewogen wird. Hier kommt es nicht nur auf ein Gramm, sondern auf die Genauigkeit von einem Milligramm an.

Das Ablesen des Wiegeergebnisses ist auch sehr wichtig, und zwar sowohl möglichst schnell als auch genau. Genauigkeit und Ablesen stehen in einem direkten Zusammenhang, hier darf es keine Abweichungen voneinander geben.

Verschiedene Waagenarten

Waagen werden unter anderem

  1. nach ihrer Anwendung,
  2. ihrer Bauart sowie
  3. nach der Genauigkeit

kategorisiert. Anhand von Bauarten wie

  • der Balkenwaage,
  • der Feder-,
  • der Neigungs-,
  • der Baby- oder
  • der Körperfettwaage

lässt sich auch erkennen, welche von ihnen in der heutigen Zeit, im letzten Jahrhundert oder in vergangenen Jahrtausenden entwickelt worden ist.

Mit einer Balkenwaage in einfacher Ausführung wurde schon einige Jahrtausende vor Christi Geburt gearbeitet. Eine moderne Körperfettwaage misst den Fettanteil am menschlichen Körper. Das klingt recht spektakulär, hat aber mit der sonstigen Genauigkeit einer Waage wenig gemeinsam. Die heutigen elektronischen Waagen lassen sich in

  1. Tischwaagen,
  2. Präzisionswaagen sowie
  3. industriell genutzten Waagen

unterteilen. Ergänzt werden sie um Waagen für Physik und Technik wie

  • die Wattwaage,
  • die Drehmomentwaage oder
  • die Cottonwaage, mit der das Gewicht von Münzen gemessen wird.

Präzision

Je präziser gemessen, also gewogen werden soll, umso genauer muss die Waage eingestellt werden. Dazu wird sie am jeweiligen Standort justiert, um die unterschiedliche Erdbeschleunigung auszugleichen. Deren Abweichung liegt deutlich unter einem Prozent, was bei einer Haushaltswaage zum Auswiegen von Zutaten wie Mehl oder Zucker unerheblich ist.

Anders sieht das bei einer Mikrowaage oder bei einer Feinwaage aus. Je geringer der Ziffernschritt auf der Anzeigetafel der Waage ist, umso genauer wird gewogen. Wenn der Apotheker wiegt oder ein Medikament zusammenstellt, dann muss das Ergebnis bis zum Bruchteil eines Milligramms genau stimmen und angezeigt werden.

Energie

Außer den mechanischen werden alle anderen Waagen heutzutage mit Batterie oder über einen direkten Anschluss an das Stromnetz betrieben. Während beim Batteriebetrieb und abhängig von der Qualität der Waage die Wiege-Genauigkeit mit schwächer werdender Batterieleistung nachlässt, besteht diese Gefahr beim Anschluss über ein Netzteil an den Stromkreis in der Steckdose nicht. Hier ist das Kalibrieren der Waage ausschlaggebend für eine normale oder sehr hohe Genauigkeit beim Wiegeergebnis.

Waagen als Ausstellungsstück

Alte und historische Waagen gehören in jedem Museum zu den besonderen Sehenswürdigkeiten. Ein gewisses Maß an Nostalgie vermischt sich mit der Wissbegierde darüber, wie in früheren Jahrhunderten gewogen und gemessen wurde. Wer mit einer heutigen elektronischen Waage und der damit verbundenen Technik aufgewachsen ist, der wird nur wenig Vertrauen in eine Balkenwaage aus vergangenen Zeiten entwickeln können.

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