Die Meridiane unseres Körpers im Überblick

Unter einer Meridianmassage versteht man das Stimulieren von bestimmten Akupunkturpunkten und Energieleitbahnen des Körpers, den so genannten Meridianen. Auf diese Weise soll die Lebensenergie wieder zum Fließen gebracht werden. Die wichtigsten Meridiane liegen paarig auf der linken und rechten Körperseite. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Meridiane des menschlichen Körpers.

Man behandelt die zwölf Hauptmeridiane sowie zwei Nebenmeridiane

Bei der Meridianmassage handelt es sich um eine fernöstliche Massagetechnik, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat. So geht man in der Traditionellen Chinesischen Medizin davon aus, dass der menschliche Körper über zwölf Hauptmeridiane verfügt. Jedem dieser Meridiane ordnet man ein bestimmtes Organ oder Organsystem zu.

Die Meridiane fungieren als Kanäle, die vom Qi, der Lebensenergie, durchflossen werden. Auf den zwölf Hauptmeridianen sind auch die Akupunkturpunkte zu finden.

Ein typisches Merkmal dieser Punkte ist die Empfindlichkeit gegen Schmerzen und Druck. Darüber hinaus weisen sie einen geringeren Hautwiderstand auf.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es verschiedene Behandlungsmethoden wie zum Beispiel die Akupunktur oder die Meridianmassage, die dazu dienen, über die Akupunkturpunkte mögliche Blockaden aufzulösen und das Qi wieder zum Fließen zu bringen. Strömt das Qi nämlich in zu geringer Menge durch den Körper, kommt es zu Beschwerden und Krankheiten.

Ziel der Meridianmassage

Im Rahmen einer Meridianmassage stimuliert man die Akupunkturpunkte und Leitbahnen gezielt, damit der Energiefluss wieder ungehindert stattfinden kann, was zur Besserung der Beschwerden führen soll. Durch das Lösen von Blockaden und verhärteten Strukturen lässt sich das ganze System des Organismus wieder in harmonischen Einklang bringen.

Dazu setzt der Masseur auch die Akupunkturtechnik ein. Anwendung findet die spezielle Massage, um

  • die Selbstheilungskräfte zu aktivieren
  • verschiedene Beschwerden zu lindern, oder
  • Stress abzubauen.

Bei der Massage konzentriert man sich auf die zwölf Hauptmeridiane sowie zwei Nebenmeridiane.

Die verschiedenen Meridiane

Zu den wichtigsten Meridianen zählt man

  • den Gallenblasenmeridian, das Konzeptionsgefäß
  • den Lungenmeridian, den Dickdarmmeridian
  • den Magenmeridian, den Milz-Pankreasmeridian
  • den Nierenmeridian, sowie
  • den Blasenmeridian.

Weitere Hauptmeridiane sind

  • der Herzmeridian
  • der Dünndarmmeridian
  • der Lebermeridian
  • der Perikardmeridian und
  • der dreifache Erwärmer (Schilddrüsenmeridian).

Sämtliche Hauptmeridiane befinden sich paarig sowohl auf der linken als auch auf der rechten Körperseite. Je nachdem, an welcher Stelle die Akupunkturpunkte der Meridiane liegen, kommt es zu verschiedenen Effekten, die sowohl beruhigend und entspannend als auch aufbauend und belebend sein können. Ebenso gibt es Punkte, die für eine ausgleichende Wirkung sorgen.

Zu den unterschiedlichen Funktionen der Meridiane zählt:

  • über sie fließt die Lebensenergie durch den Körper, die wiederum alle Organe und das Gewebe versorgt
  • sie stellen die Verbindung zwischen den Organen dar
  • sie wirken Faktoren entgegen, die Krankheiten auslösen können, indem sie mögliche Störfaktoren aufnehmen und somit ein tiefes Eindringen in den Körper verhindern
  • sie zeigen Krankheitsanzeichen an - bestehende Probleme äußern sich in einem gestörten Fließen des Qi

Beeinflussen lassen sich die Meridiane - neben der Meridianmassage - durch

Auf Papier gezeichnete Hand mit Meridianpunkten für Akupunktur
Auf Papier gezeichnete Hand mit Meridianpunkten für Akupunktur

Im Folgenden gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Meridiane ein.

Gallenblasenmeridian

Durch die Behandlung des Gallenblasenmeridians lassen sich verschiedene Beschwerden wie

lindern. Zu finden ist der Meridian am äußeren Augenwinkel. Von dort aus läuft er über Kopf und Schulter bis zur Hüfte und von dieser Stelle weiter bis zur Beinaußenseite und den Füßen. Die Akupunkturpunkte, die sich auf dem Gallenblasenmeridian befinden, bezeichnet man als G1, G2, G3 und so weiter.

Konzeptionsgefäß

Eine Sonderrolle unter den Meridianen nimmt das Konzeptionsgefäß (Ren mai) ein. So zählt man es zu den acht außerordentlichen Gefäßen (Qi jing mai), die auch Ozeane genannt werden.

Außerordentliche Gefäße eignen sich nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin gut zur Behandlung von strukturellen Problemen wie Verspannungen oder Fehlhaltungen. Auch psychovegetative Funktionsstörungen lassen sich durch das Stimulieren der Akupunkturpunkte lindern.

Seinen Verlauf hat das Konzeptionsgefäß vom Mund bis zum After. Die Akupunkturpunkte, die sich auf diesem Meridian befinden, werden KG1, KG2, KG3 usw. genannt.

Lungenmeridian

Die Akupunkturpunkte, die auf dem Lungenmeridian liegen, kennzeichnet man als Lu1, Lu 2, Lu 3 und so weiter. Durch ihre gezielte Stimulation ist es möglich, Schmerzen am Ellenbogen und an der Schulter zu behandeln. Auch auf Bewegungseinschränkungen wirkt sich das Stimulieren der Punkte positiv aus.

Seinen Anfang nimmt der Lungenmeridian unterhalb des Schlüsselbeins. Von dort aus zieht er sich bis zur Daumennagelwurzel hin.

Dickdarmmeridian

Auch der Dickdarmmeridian ist gut geeignet, um Schmerzen zu behandeln. Die Akupunkturpunkte des Meridians werden mit Di1 bis Di20 gekennzeichnet. Beginn des Dickdarmmeridians ist die innere Nagelwurzel des Zeigefingers. Sein Endpunkt befindet sich am Nasenflügel.

Magenmeridian

Stimuliert wird der Magenmeridian vor allem zur Behandlung von Magen- und Verdauungsproblemen. Außerdem eignet er sich, um Müdigkeit und Schwächegefühlen entgegenzuwirken. Bezeichnet werden die Akupunkturpunkte des Meridians als M1, M2, M3 usw.

Zu finden ist der Magenmeridian im Zentrum des unteren Randes der Augenhöhle. Von dort aus verläuft er über

Milz-Pankreasmeridian

Eine Stimulation des Milz-Pankreasmeridians (MP) ist hilfreich, wenn man an

leidet. Seinen Anfang nimmt der Meridian an der inneren Nagelwurzel der Großzehe. Von dort aus zieht er über die Innenseite des Beins weiter zum Bauch- und Brustraum. Endstation ist schließlich die Achselhöhle.

Nierenmeridian

Die Akupunkturpunkte des Nierenmeridians werden Ni1, Ni2, Ni3 und so weiter genannt. Eine besondere Bedeutung in der Traditionellen Chinesischen Medizin hat der Akupunkturpunkt Ni1, der sich im Zentrum der Fußsohle befindet.

So symbolisiert er die menschliche Verwurzelung mit der Erde. Außerdem ist er wichtig für bestimmte Übungen des Qi Gong.

Hilfreich ist die Behandlung des Nierenmeridians für Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden. Seinen Ausgangspunkt hat der wichtige Meridian in der Mitte der Fußsohle. Dann läuft er um den Innenknöchel herum und zieht von der Beininnenseite zu Bauch und Brust hinauf. Sein Endpunkt befindet sich am Schlüsselbein.

Blasenmeridian

Ebenso wie beim Nierenmeridian eignen sich auch die Akupunkturpunkte des Blasenmeridians zur Behandlung von Rückenschmerzen. Aber auch Kopfschmerzen können wirkungsvoll durch die Stimulation bekämpft werden. Die Abkürzungen für die verschiedenen Akupunkturpunkte lauten B1, B2, B3 usw.

Der Anfang des Blasenmeridians befindet sich am inneren Augenwinkel. Von dieser Stelle aus zieht er sich über Stirn und Nacken. Dann kommt es zu einer Verzweigung in zwei Äste, deren Ausläufer von der Wirbelsäule über den Oberschenkel bis zu den Fußzehen reichen.

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Quellenangaben
  • acupuncture © fuyi - www.fotolia.de
  • Acupuncture meridians © microimages - www.fotolia.de

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