2. November 2009
Unter Schröpfen versteht man ein traditionelles Therapieverfahren der Alternativen Medizin. Dabei sollen schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeleitet werden.
Ziel und Zweck des Schröpfens, das zu den ausleitenden Verfahren zählt, ist die Behandlung von Krankheiten durch die Ausleitung von Giftstoffen aus dem menschlichen Körper. Dabei werden spezielle Glasgefäße, die als Schröpfköpfe bezeichnet werden, verwendet, um einen Unterdruck zu erzeugen. Diese werden auf die Haut gesetzt und sollen durch den entstehenden Unterdruck, die im Körper vorhandenen Giftstoffe über die Haut ableiten. Der Unterdruck wird durch die Erhitzung der Luft im so genannten Schöpfkopf erzeugt. Der Schröpfkopf wird dann umgehend auf die zu behandelnde Stelle gesetzt.
Die Methode des Schröpfens entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin und fand auch bei den alten Ägyptern und den alten Griechen Verwendung. Dabei benutzte man auch Bambusgefäße und Tierhörner für die Behandlung. In der heutigen Zeit sind die Schröpfköpfe in der Regel mit Gummisaugvorrichtungen ausgestattet. Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin sollen durch das Schröpfen Yin und Yang wieder ins Gleichgewicht gebracht und somit die Harmonie des Organismus wiederhergestellt werden. Daher dienen die Akupunkturpunkte oder Reflexzonen oftmals als Ansatzstellen für die Schröpfköpfe. Ebenso kommen Verhärtungen oder Unebenheiten des Gewebes als Ansatzpunkte für eine Behandlung in Frage.
Beim Schröpfen unterscheidet man zwischen dem trockenen Schröpfen und dem blutigen Schröpfen. Während beim trockenen Schröpfen der Schröpfkopf auf unversehrte Stellen der Haut gesetzt wird, ritzt man beim blutigen Schröpfen die Haut vorher an. Durch diese Form von Aderlass soll das Blut durch den Unterdruck verstärkt aus dem Körper herausgezogen werden, um auf diese Weise Giftstoffe und Stoffwechselschlacken herauszuschwemmen. Die Wirksamkeit des Schröpfens konnte wissenschaftlich jedoch nicht erwiesen werden.
Anwendungsgebiete des Schröpfens sind Verspannungen, Schmerzen, Erkältungen, Rheuma, Bandscheibenbeschwerden, Bluthochdruck, Migräne sowie Magen- und Darmbeschwerden. Nicht zur Anwendung kommen sollte das Schröpfen hingegen bei Niereninsuffizienz, Blutarmut, Blutgerinnungsstörungen oder bei lokalen Entzündungen der Haut an den Schröpfstellen.
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