20. Juni 2008
Von K. Schumann
Das Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren der Alternativmedizin. Es gehört zu den Ausleitungsverfahren, die den Körper bei der Ausscheidung vorhandener Schlackenstoffe unterstützen sollen.

Durch den Unterdruck saugen sich die Schröpfköpfe auf dem Rücken fest
Sowohl in der Medizin des alten Ägypten und Griechenlands als auch in der traditionellen chinesischen Medizin fand das Schröpfen Anwendung. Im 20. Jahrhundert wurde das Schröpfen durch den Arzt Dr. Aschner zusammen mit anderen Ausleitungsverfahren wie dem Baunscheidtieren, dem Aderlass oder der Blutegelbehandlung in die traditionelle europäische Medizin wieder aufgenommen.
Beim Schröpfen wird in so genannten Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt, so dass der Schröpfkopf sich auf der Haut des Patienten festsaugt. Dafür wird die Luft in dem Schröpfglas durch einen in Alkohol getränkten und entzündeten Wattebausch erhitzt. Danach wird der Schröpfkopf direkt auf die Haut des Patienten aufgesetzt. Der Schröpfkopf kann auch mit Alkohol ausgespült werden und dann durch eine offene Flamme erhitzt werden. Eine andere Möglichkeit Unterdruck zu erzeugen sind spezielle Schröpfköpfe, die mit einer Gummi-Saugvorrichtung versehen sind. Allerdings ist der Unterdruck bei dieser Methode nicht so stark.
Man unterscheidet zwei Arten von Schröpfen: Das blutige und das trockene Schröpfen.
Beim blutigen Schröpfen, wird die Haut des Patienten angestichelt, bevor der Schröpfkopf aufgesetzt wird. Somit ist es dem Körper möglich, seine Schlackenstoffe direkt auszuscheiden. Diese Technik wird vor allem angewendet, wenn ein zuviel an Energie vorhanden ist.
Beim trockenen Schröpfen, wird der Schröpfkopf auf die unverletzte Haut aufgesetzt. Diese Methode wird meist eingesetzt bei energetischen Leerezuständen.
Nach dem Schröpfen bildet sich in der Regel ein Hämatom, welches sich nach einigen Tagen jedoch wieder zurückbildet. Durch den Unterdruck wird sowohl die Durchblutung als auch das Lymphsystem angeregt.
Das Schröpfen wird unter anderem bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Verspannungen, Bronchitis, Rheuma, Kopfschmerzen, Migräne, Durchblutungsstörungen oder lokalen Schmerzzuständen angewendet.
Im Bereich von entzündeten Hautstellen, frischen Wunden oder Narben sowie bei Hautkrankheiten sollte nicht geschröpft werden.
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