Lichttherapie - Unterschiedliche Anwendungsgebiete und Durchführung

Als Lichttherapie bezeichnet man eine spezielle Behandlungsmethode. Dabei benutzt man künstliches Licht, um Depressionen, Schlafstörungen oder Stresszuständen entgegenzuwirken. Somit dient die Lichttherapie beispielsweise der Stimmungsaufhellung oder auch der Entspannung. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Anwendungsgebiete sowie die Durchführung der Lichttherapie.

Die Lichttherapie zur Bekämpfung von Stress und Depressionen

Vielen Menschen fällt der Abschied vom Sommer nicht gerade leicht, andere geben sich von der kalten Jahreszeit wenig beeindruckt. Doch für manche Menschen ist die dunkle Jahreszeit besonders belastend. Sie leiden unter SAD, der saisonal abhängigen Depression.

Regelmäßig wenn der Winter vor der Tür steht, stellen sich

ein. Ein auffälliges Merkmal der SAD ist die Verbesserung der Symptome wenn die Betroffenen genug Licht tanken. Aber auch Personen mit anderen Depressionsformen sprechen auf Licht an.

Da Sonnenlicht im Winter sehr spärlich gesät ist, sind künstliche Lichtquellen eine gute Möglichkeit, um das Wohlbefinden zu steigern. Gerade Menschen, die herkömmliche Antidepressiva nicht vertragen oder einnehmen dürfen, profitieren von den künstlichen Lichtbädern.

Lichttherapie - Ziel und Zweck

Ziel und Zweck einer Lichttherapie ist die Behandlung durch die Anwendung von Kunstlicht von verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen wie:

Die Lichttherapie ist eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode, bei der die Patienten hellem künstlichem Licht ausgesetzt werden. Dieses Verfahren wird auch Lichtdusche genannt.

Wird UV-A- und UV-B-Strahlung, also unltraviolette Strahlung eingesetzt, können besonders dermatologische Erkrankungen therapiert werden. Zu diesen zählen neben Schuppenflechte und Neurodermitis auch:

Als effektiveste Form der Lichttherapie gilt die Psoralen und UV-A-Phototherapie (PUVA).

Auch zur Vorbeugung gegen einen Jetlag gibt es eine Art der Lichtterapie, die von Fluggesellschaften verwendet wird. Dafür werden besondere Kopfbedeckungen, an denen sich eine Lichtquelle befindet, angeboten.

Darüber hinaus lässt sich eine Lichttherapie auch mit anderen Therapien wie zum Beispiel der Schlafentzugs- oder Wachtherapie kombinieren. Dabei kommt die Lichttherapie am frühen Morgen nach dem Aufwachen zur Anwendung, um bei Menschen, die unter Depressionen leiden, einen positiven Stimmungsumschwung zu erzielen.

Positive Effekte

Zu den positiven Effekten einer Lichttherapie gehören

  • die Verbesserung der Stimmung,
  • die Anregung der allgemeinen körperlichen Aktivität sowie
  • ein tiefer, erholsamer Schlaf.

Auf diese Weise kann auch beginnenden Winterdepressionen gut entgegengewirkt werden. Zudem wird die Entstehung von Vitamin D gefördert, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Funktionsmechanismen und Auswirkungen der Lichttherapie

Die Photonen, die gewissermaßen die Bausteine des Lichts darstellen, gelangen über den Sehnerv in unser Gehirn. Dieses reagiert mit dem Ausschütten zahlreicher Hormone wie etwa Serotonin und Noradrenalin. Der Neurotransmitter Serotonin verbessert das allgemeine Befinden und die Stimmungslage und hat eine positive Wirkung auf den Tiefschlaf.

Bereits nach einer Behandlungsdauer von vier Tagen sorgt der Hormoncocktail dafür, dass

abgebaut werden. Doch nicht nur Menschen mit Depressionen profitieren von der Lichttherapie. Jeder kann - ins recht Licht gerückt - seine Konzentration verbessern und das Wohlbefinden steigern.

Eher durch Zufall konnte unlängst belegt werden, dass die Lichttherapie auch Menschen mit Neurodermitis helfen kann. Denn Licht hat bei einer bestimmten Wellenlänge die Eigenschaft, entzündete Hautzellen abzutöten.

Diese werden dann von körpereigenen Fresszellen aufgenommen und zu den Lymphknoten transportiert. Über den Lymphknoten erhält das Knochenmark das Signal, die Produktion von Neurodermitis auslösenden Zellen zu stoppen. So kann sich die Haut nach und nach erholen und schließlich ganz ausheilen.

Lesen Sie hier weiter, um mehr über die notwendige Helligkeit für den Menschen zu erfahren...

Der Mensch und die nötige Helligkeit

Eine ungefähre Schätzung besagt, dass der Mensch am Tag 10.000 Lux aufnehmen sollte. Um einschätzen zu können, wie weit man davon entfernt ist oder ob man genügend Licht aufnimmt, bedarf es eines grundlegenden Wissens bezüglich der herrschenden Helligkeiten bei verschiedenen Umgebungen oder Räumlichkeiten.

Lichtwerte in Räumen und im Freien

  • Bei Vollmond zum Beispiel wird gerademal 1 Lux erreicht.
  • Sitzt man vor dem Fernseher, kommt man im Schnitt auf 1 bis 100 Lux.
  • In Räumen während des Tages sind es weniger als 100 Lux,
  • während es im Freien, selbst im Schatten oder bei bewölktem Himmel, bereits 500 bis 2.000 Lux sind.
  • Hat man Sonnenschein, werden 3.000 bis 10.000 Lux ausgestrahlt.
  • Beim Blick in Richtung Sonne hat man 100.000 Lux.

Um also die nötige Menge an Helligkeit aufnehmen zu können, sollte man mindestens eine Stunde am Tag im Freien verbringen. Gerade dies ist für viele schon ein Ding der Unmöglichkeit.

Eine starke Glühbirne könnte schon Abhilfe schaffen, wird aber so wie die Dinge scheinen, bald der Vergangenheit angehören, da ja der erzwungene Trend in Richtung Energiesparlampen geht, die so sparsam ja doch nicht sind und einen Ersatz für die Sonne im Vergleich zu den Glühbirnen nicht schaffen können, geschweige denn von dem enthaltenen schädlichen Quecksilber, das in der geringen Menge schwer einzufüllen ist, sodass meist etwas mehr genommen wird, was laut Expertenaussage nicht gerade der Gesundheit zwingend gut tut.

So wird einem die Möglichkeit genommen, den Raum, in dem man sich befindet, genügend auszuleuchten. Der höhere Stromverbrauch hätte mit der Anbringung der Lampen in Augennähe ausgeglichen werden können, aber auch dies wird dann nicht mehr möglich sein.

Die richtige Beleutung in den Wohn- und Büroräumen ist sehr wichtig für die richtige Stimmung
Die richtige Beleutung in den Wohn- und Büroräumen ist sehr wichtig für die richtige Stimmung

Die Folgen von Lichtmangel

Die Folge wird sein, das man zu wenig Helligkeit aufnimmt, was wiederum zu

  • schlechter Laune
  • Depressionen und sogar
  • Schlafstörungen

führen wird. Denn zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit kommt es zu der Ausschüttung des Hormons Melatonin, was allerdings nur dann zufriedenstellend ist, sofern man tagsüber ausreichend Licht aufgenommen hat. Eine Unstimmigkeit diesbezüglich wird unseren Tag-Nacht Rhythmus aus der Bahn werfen und gewiss für die eine oder andere körperliche und seelische Beschwerde verantwortlich sein.

Angesichts dieser Tatsachen kann man dann nur noch hoffen, dass ein absolutes Glühbirnenverbot nun doch nicht erwirkt wird oder man eine entsprechende Alternative erfindet, um den Menschen denen es nicht möglich ist, mindestens eine Stunde am Tag im Freien zu verbringen, nicht auch noch die letzte Möglichkeit zu nehmen, sich wohl und somit auch gesund zu fühlen.

Anwendung einer Lichttherapie

Die Lichttherapie kann in speziellen Zentren, in Arztpraxen oder in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Eine entsprechende Lampe mit mindestens 2.000 Lux kann man im Fachhandel erwerben.

Das verwendete Vollspektrumlicht kommt ohne UV-Strahlen aus und ermöglicht damit eine schonende Anwendung. Die Behandlung sollte gerade in den Morgenstunden erfolgen, um Geist und Körper Energie für den Tag zu spenden.

Die Durchführung

Ausgeführt wird eine Lichttherapie in der Regel von einem Psychiater oder Psychotherapeuten.

Bei der Durchführung einer Lichttherapie erhält der Patient eine Art Lichtdusche. Das bedeutet, dass man die zu behandelnde Person einem künstlichen hellen Licht aussetzt.

Dafür setzt sich der Patient mindestens einen Meter vor eine Tageslichtlampe oder eine andere Lichtquelle, die vergleichbar hell ist und lässt das Licht auf sich einwirken. Es ist jedoch nicht erforderlich direkt in die Lampe zu blicken.

Die Dauer einer Lichtdusche beträgt normalerweise 20-60 Minuten. Die Dosierung bei einer Lichttherapie liegt zwischen 2.500 Lux für eine Dauer von zwei Stunden und 10.000 Lux für die Dauer von 30 Minuten. Dabei wird helles weißes Licht eingesetzt.

Anwendung zu Hause

Eine Lichttherapie kann aber auch ohne einen Therapeuten in den heimischen vier Wänden durchgeführt werden. Auf diese Weise kann man die Lichtdusche bereits unmittelbar nach dem Aufwachen anwenden. Dieser Zeitpunkt wird besonders empfohlen, da das Hormon Melantonin, das für die Entstehung von Depressionen verantwortlich ist, am frühen Morgen am besten abgebaut oder gehemmt werden kann.

Auch Winterdepressionen lassen sich auf diese Weise wirkungsvoll bekämpfen. Wer sich also eine spezielle Lichttherapie-Lampe zulegen möchte, kann diese im Handel oder über das Internet erhalten.

Wissenswertes zur PUVA

Bei der PUVA handelt es sich um eine Form der Lichttherapie. Man arbeitet mit dem Lichtsensibilisator (Psoralen), mit dem man die Haut für die anschließende Behandlung mit UV-A-Strahlen empfindlicher macht.

Man unterscheidet die topische und die systemische PUVA-Therapie. Bei der erstgenannten Form behandelt man lediglich die betroffenen Hautregionen. Bei kleineren Stellen ist eine Psoralen haltige Creme ausreichend - diese zieht unter einer Folie ein. Die Bade-PUVA beschreibt eine Variante, bei der das Badewasser mit Psoralen versehen wird.

Der ganze Körper wird hingegen bei der systemischen PUVA-Therapie behandelt. Hierbei nimmt der Betorffene ca. zwei Stunden vor der Bestrahlung Tabletten ein.

Zu den Beschwerden bzw. Erkrankungen, bei denen Creme und Bade-PUVA besonders effektiv sind, zählen

  • Knötchenflechte
  • Schuppenflechte und
  • Neurodermitis.

Die systemische Form findet vor allen Dingen bei der Weißfleckenkrankheit sowie beim chronisch-kutanem T-Zell-Lymphom Anwendung.

Therapiebestandteile

Zunächst wird eine erhöhte Lichtempfindlichkeit ausgeschlossen, die auf bösartige Hauttumoren oder Medikamente zurückzuführen ist. Auch wird die MPD, die minimale phototoxische Dosis ermittelt, um eine Aussage darüber treffen zu können, wie hoch die UV-Dosis sein muss, um einen Effekt zu erzielen.

Zunächst arbeitet man mit einer 20- bis 30-prozentigen Dosis und steigert diese dann langsam. Während der Behandlung muss der Patient eine spezielle Brille tragen.

Man behandelt stets an zwei nacheinander folgenden Tagen; dann folgt ein Tag Pause. 10 bis 30 Sitzungen werden für eine erfolgreiche Behandlung empfohlen.

Mögliche Risiken

Die PUVA stellt eine sehr intensive Form der Lichttherapie dar. Es gibt ein paar Risiken, vor denen Augen und Haut geschützt werden müssen. Zu diesen zählen

Nach der Behandlung sollte man beachten, dass die Haut für einige Stunden - bei der systemischen PUVA bis zu 12 - sehr sensibel ist, sodass ein konsequenter Sonnenschutz sehr wichtig ist.

Quellen:

  • Jacob Liberman: Die heilende Kraft des Lichts., Piper, 1996, ISBN 3492220053
  • Siegfried Kasper und Hans-Jürgen Möller: Herbst-/Winterdepression und Lichttherapie, Springer, Wien, 2003, ISBN 3211404813
  • Jürgen Zulley und Anna Wirz-Justice: Lichttherapie, Roderer, 1999, ISBN 3897830205

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