Koffein Artikel
Dank Koffein schneller, höher und weiter? - Teil 1: Koffein und Dehydration
Von Andreas Hadel
Viele Menschen auf unserem Globus greifen regelmäßig gern zu einer Tasse Kaffee. Meist in der Hoffnung, die morgendliche Müdigkeit schneller vertreiben, den Durchhänger am Nachmittag bekämpfen oder aber um beim Training oder Wettkampf mehr geben und mehr erreichen zu können.
Wir möchten uns in diesem Artikel damit beschäftigen, wie der Stoff, der den Kaffee zum wahren Energiegetränk macht, im Rahmen einer sportgerechten Ernährung zu verwenden ist. Wann macht eine regelmäßige Zufuhr von Koffein für eine Leistungssteigerung Sinn und wie viel Gramm Koffein müssen Sie zu sich nehmen, um eine messbare Reaktion erfahren zu können? Auf diese und weitere Fragen, werden Sie am Ende des Artikels die Antwort kennen.

Lange Zeit nahm man an, dass Kaffee als Durstlöcher ungeeignet ist
Koffein und Dehydration
Es gilt als allgemein bekannt, dass man Kaffee nicht als normales durstlöschendes Getränk betrachten sollte, weil es einen diuretischen, also entwässernden, Effekt hat. Obwohl diese gut gemeinte Warnung einst als wahr betrachtet wurde, weiß es die Sportwissenschaft heute besser.
Die Wahrheit ist, dass Kaffee, Tee und andere koffeinhaltige Getränke wie Cola und Energiedrinks zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme hinzugezählt werden können. Allein der Alltag macht das deutlich. Denn kennen wir nicht alle mindestens eine Person, die ausschließlich Kaffe oder Cola und keine anderen Getränke trinkt und trotzdem keine typischen Entwässerungsanzeichen zeigt?
Angesichts der Tatsache, dass laut Statistiken rund 80 Prozent der Bevölkerung westlicher Kulturen regelmäßig Kaffee trinken, ist davon auszugehen, dass die meisten Athleten mit der erhöhten Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit, die mit der Koffeineinnahme einhergeht, vertraut sind.
Das US-Militär ist wegen seiner in Wüstengebieten stationierten Soldaten sehr an der dehydrierenden Wirkung von Koffein interessiert. Deshalb haben sie in den letzten Jahren die Forschungen in dieser Richtung intensiviert und den Effekt von hohen (6 mg/ kg Körpergewicht) und von niedrigen (3 mg/kg Körpergewicht) Koffein-Konsum untersucht.
Die US-Forscher heuerten für ihre Studien nur Probanden an, die nicht bereits an einer hohen Koffeinzufuhr gewohnt waren. Dh. sie haben täglich nicht mehr als eine Tasse Kaffee getrunken, was in etwa einen Koffeinkonsum von circa 1,3 mg pro Kg Körpergewicht gleichkam. Bei der Auswertung der Testergebnisse konnten die Wissenschaftler keine schädliche Wirkung des Koffeins hinsichtlich des täglichen Urinvolumens feststellen. Unter dem Strich war die Urinausscheidung in etwa gleich, egal ob der Proband viel oder wenig Koffein zu sich genommen hatte.
Wie also ist der Mythos, dass Koffein entwässert, zu Leben erweckt worden? Die ersten Untersuchungen, die sich mit der Thematik beschäftigten, schauten nur auf die Urinausscheidung innerhalb der Koffeinaufnahme folgenden zwei Stunden und berücksichtigten nicht die tägliche Gesamtausscheidung. Andere Studien setzten unrealistisch hohe Koffeindosen ein, die zu Ergebnissen führten, die im normalen Leben nur bedingt reproduzierbar wären. Die Forschungen des US-Militärs hat nun ein umfangreicheres und klareres Bild gezeichnet, das zeigt, dass Menschen unabhängig von der Art der aufgenommenen Getränke eine halbwegs von Koffein unabhängige Urinausscheidung haben.
Dank Koffein schneller, höher und weiter? - Teil 2: Einfluss von Koffein auf die Leistungsfähigkeit