Analfissur - Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugemöglichkeiten

Unter einer Analfissur versteht man einen Einriss an der Afterhaut oder Afterschleimhaut. Ein Afterriss verläuft meist sehr schmerzhaft.

Die Entstehung einer Analfissur und wie man sie erkennen und behandeln kann

Definition

Spricht man von einer Analfissur, ist damit ein schmerzhafter Einriss der oberflächlichen Haut oder Schleimhaut des Analkanals (Canalis analis) gemeint. Man bezeichnet diese Verletzung auch als Ulcus (Geschwür), Afterriss oder Analriss.

Von einer Analfissur, die in der Regel strahlenförmig verläuft, ist zumeist die hintere Verbindung des Analkanals betroffen. Zu einem Analriss kann es prinzipiell in jedem Lebensalter kommen. Männer und Frauen haben gleichermaßen unter dieser unangenehmen Verletzung zu leiden, die am häufigsten zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr auftritt.

In der Medizin unterscheidet man zwischen:

  1. einer akuten Analfissur
  2. einer chronischen Analfissur

Normalerweise heilt eine Analfissur nach ein paar Tagen wieder ab. Geschieht dies jedoch nicht, besteht das Risiko einer chronischen Fissur, während sich zur gleichen Zeit Narben bilden.

Bei einem chronischen Analriss ist es möglich, dass es am After zur Ausbildung einer verdickten Hautfalte kommt. Auch narbige Afterränder und gutartige Polypen (Fibrome) sind im Bereich des Möglichen.

Ursachen

Zu einer Analfissur kann es durch verschiedene Faktoren kommen. In den meisten Fällen sind mechanische Einflüsse für einen Einriss des Analkanals verantwortlich.

Dazu gehören zumeist harter Stuhl infolge einer längeren Verstopfung oder starkes Pressen. Begünstigt werden Analfissuren auch durch chronischen Durchfall oder Hämorrhoiden.

Gelegentlich kann ein Analriss auch durch eine Grunderkrankung wie beispielsweise Morbus Crohn, verursacht werden. In diesem Fall spricht man von einer sekundären Analfissur. Auch ungewöhnliche Sexualpraktiken wie Analverkehr, Fisting oder das Einführen von Gegenständen können zu einem Einriss des Analkanals führen.

Verlauf

Der Verlauf einer Analfissur ist in der Regel positiv. Im Falle einer akuten Fissur genügt meist eine Selbstbehandlung durch den Patienten, indem er seinen Stuhlgang reguliert. So kann sich der Analkanal durch die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit und Ballaststoffen wieder von selbst dehnen.

Kommt es jedoch zu einer chronischen Analfissur mit ausgeprägten narbigen Veränderungen oder sogar zur Bildung einer Fistel, muss meist ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Symptome

Bemerkbar macht sich eine Analfissur vor allem durch stechende Schmerzen und ein brennendes Gefühl nach dem Gang zur Toilette. Da die Schmerzen einen reflektorischen Spasmus des Schließmuskels auslösen, geben die Betroffenen ihren Stuhl meist nur in Form eines dünnen Strangs ab.

Manchmal wird der Stuhl aus Angst vor den Schmerzen zurückgehalten, was zu Verstopfung führen kann. Am Kot oder auf dem Toilettenpapier sind zudem oft hellrote Blutspuren zu finden.

Weitere Symptome der Analfissur können Juckreiz und Schwellungen des äußeren Gewebes sein.

Kommt es zu einem Riss im After, führt dies rasch zu einer Entzündung. Der Schließmuskel zieht sich aufgrund der Fissur stark zusammen. Dies hat jedoch ein weiteres Einreißen der Schleimhaut zur Folge.

Erschwerend kommt hinzu, dass Fissuren, die gerade wieder verheilt sind, häufig erneut einreißen. Darüber hinaus kann es durch eine Analfissur zu Fisteln und hartnäckigen Abszessen kommen.

Diagnose

Die Diagnose bei einer Analfissur lässt sich normalerweise von einem Arzt rasch erstellen. In der Regel sind die Angaben des Betroffenen sowie eine Untersuchung des Afters dazu ausreichend. Meistens zeigt sich der Riss in Steinschnittlage in Richtung Steißbein.

Oftmals lässt sich auch ein schmerzhaftes Geschwür ertasten. Da es bei Hämorrhoiden zu ähnlichen Beschwerden kommen kann, sind diese differentialdiagnostisch auszuschließen.

Therapie

Im Falle einer akuten Analfissur sind meist einfache Behandlungsmaßnahmen ausreichend. So sollten die Betroffenen viel trinken und genügend Ballaststoffe zu sich nehmen, um für die Regulation ihres Stuhlgangs zu sorgen. Auf diese Weise kann sich der Analkanal auf natürliche Weise dehnen.

Zur Bekämpfung der unangenehmen Schmerzen werden Salben empfohlen, die eine örtlich betäubende Wirkung haben. Darüber hinaus gibt es Salben, die die Abheilung der Verletzung fördern. Ebenfalls hilfreich können

sein. Dabei handelt es sich um ein spezielles Gerät aus Kunststoff, mit dem der Afterschließmuskel entlastet wird.

Operationsverfahren

Führen die konservativen Therapiemaßnahmen nicht zum Erfolg oder handelt es sich um einen chronischen Afterriss, ist meist eine Operation erforderlich. Dabei greift man auf zwei Operationsverfahren zurück, die sich auch miteinander kombinieren lassen.

Bei der ersten Methode handelt es sich um die Schließmuskelerweiterung. Während dieses Eingriffs trennt man die Schleimhaut neben dem Anus auf und schneidet eine Kerbe in die untere Region des äußeren Schließmuskels. Auf diese Weise verringert man die Spannung des Schließmuskels, was zu einer mechanischen Beruhigung des Gewebes und somit zu einer Abheilung des Risses führt.

Die zweite Operationsmethode ist die Ausschneidung. Diese kommt zur Entfernung von entzündeten Fissuren zur Anwendung. Auf das Zunähen der Wunde wird dabei verzichtet, um dem Wundsekret das Abfließen zu ermöglichen. Mitunter werden auch Fisteln oder Hämorrhoiden, die zuvor nicht bemerkt wurden, bei dem Eingriff entfernt.

Komplikationen sind bei beiden Operationsverfahren nur selten zu befürchten. Manchmal kommt es zu:

Leidet der Patient nach dem Eingriff unter Beschwerden beim Stuhlgang, kann er diese durch die vorübergehende Einnahme von Abführmitteln abmildern. Auch Ballaststoffe und Sitzbäder tragen zur Linderung bei.

Vorbeugung

Um den Unannehmlichkeiten durch eine Analfissur vorzubeugen, wird empfohlen, sich viel zu bewegen und genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wichtig ist zudem eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

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