8. September 2009
Als Lumbalpunktion bezeichnet man in der Medizin eine Untersuchung von Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit). Das Verfahren dient zur frühzeitigen Erkennung von Hirn- und Rückenmark-Erkrankungen.
Ziel und Zweck einer Lumbalpunktion ist die Entnahme von Nervenwasser (Liquor cerebrospinalis) bzw. Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit. Dafür wird eine Punktion des Duralsacks, der sich in der Lendenwirbel-Region befindet, vorgenommen. Zur Entnahme der Flüssigkeit wird eine Punktionskanüle (Hohlnadel) auf der Höhe der Lende in den Lumbalkanal eingeführt. Der Einstich erfolgt im Bereich der Dornfortsätze zwischen dem zweiten und dem fünften Lendenwirbel. Eine Lumbalpunktion ist das gängigste Verfahren, um Liquor zu entnehmen. Erstmals angewendet wurde diese Untersuchungsmethode im Jahr 1891 von dem deutschen Mediziner Heinrich Irenaeus Quincke (1842-1922).
Durchgeführt werden Lumbalpunktionen bei Gehirnentzündungen (Enzephalitis), Gehirnhautentzündungen (Meningitis), Multipler Sklerose (MS), SAB (Subarachnoidalblutungen) im Gehirn sowie bei Rückenmark- und Gehirntumoren. Ebenso kann auf diese Weise ein Krebsbefall der Hirnhäute, wie bei Lymphomen oder Leukämie, festgestellt werden. Darüber hinaus lässt sich eine Lumbalpunktion auch für bestimmte Behandlungen einsetzen. So können auf diese Weise spezielle Präparate in den Rückenmarkskanal eingebracht werden. Durch das Verabreichen von lokalen Betäubungsmitteln kann mit einer Lumbalpunktion zum Beispiel eine Spinalanästhesie durchgeführt werden. Für Menschen, die unter einem Wasserkopf (Hydrozephalus) leiden, kann eine Lumbalpunktion erleichternd wirken, da überschüssiges Hirnwasser abgeleitet wird.
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