9. September 2009
Als Gleichgewichtsprüfung bezeichnet man eine Untersuchung des Vestibularapparates (Gleichgewichtsorgan). Auf diese Weise können mögliche Ursachen für Schwindelanfälle festgestellt werden.
Gemeinsam mit dem Hörorgan zählt das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat) zu den Sinnesorganen im Innenohr. Um festzustellen, ob das Gleichgewichtsorgan von einer Erkrankung betroffen ist, wird eine Gleichgewichtsprüfung durchgeführt, für die es verschiedene Verfahren gibt. Solche Gleichgewichtsprüfungen sind für Diagnose und Therapie von größter Bedeutung. Zudem kann dadurch auch die Genesung oder die Fahrtauglichkeit eines Patienten beurteilt werden.
Häufig entstehen Schwindelanfälle nicht nur durch Innenohr-Erkrankungen, sondern ebenso durch Verletzungen der Halswirbelsäule oder durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vielfach werden die Beschwerden auch durch Störungen des Gehirns oder der Gleichgewichtsnerven verursacht. Mögliche Ursachen für eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans sind beispielsweise Ohrenentzündungen, Stoffwechselstörungen im Innenohr wie die Meniere-Krankheit, Durchblutungsstörungen des Gehirns sowie Tumore wie das Akustikusneurinom oder Verletzungen wie ein Schädelbasisbruch.
Bei einer Erkrankung des Gleichgewichtsorgans kommt es meist zu Schwindelanfällen. Diese können einige Minuten dauern oder gar mehrere Stunden lang anhalten. Auch chronischer Dauerschwindel ist möglich. Ausgelöst werden kann der Schwindelanfall durch eine bestimmte Körperhaltung oder bei einem Wechsel der Körper- und Kopfhaltung. Für die Ermittlung der Schwindelursache stehen dem behandelnden Arzt mehrere Testmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören der Romberg-Versuch, bei dem der Patient mit geschlossenen Augen auf einem oder beiden Beinen steht, der Tretversuch nach Unterberger, bei dem der Patient mit geschlossenen Augen auf der Stelle tritt sowie die Prüfung der Gangabweichung, die auch Seiltänzergang genannt wird, bei der die Testperson mit geschlossenen Augen auf einer gedachten Linie läuft.
Eine weitere Variante sind die Zeigeversuche wie der Finger-Nase-Versuch, der Knie-Hacken-Versuch oder der Fingerspitzen-Folge-Versuch, bei der der Patient bestimmte Körperteile berühren muss.
Durch diese Versuche, die miteinander kombiniert werden können, lässt sich erkennen, ob Schädigungen des Gleichgewichtsorgans, des Gehirns oder der Nerven vorliegen. Danach kommt es zur Auswahl der eigentlichen Gleichgewichtsprüfungen.
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