27. Dezember 2008
Von Elke Imle
Atmung ist lebensnotwendig, jeder weiß das. Gegenmaßnahmen, die ergriffen werden, wenn mit der Atmung einmal nicht alles in Ordnung ist, sehen bei vielen Menschen ähnlich aus: Zunächst probiert man es mit Warten, dann vielleicht mit Stressreduzierung, irgendwann folgt der Arztbesuch und wenn die Ursache immer noch nicht geklärt werden konnte, die Bronchoskopie.
Eine Bronchoskopie ist die Untersuchung der Atemwege mit Hilfe eines so genannten Bronchoskops. Ein Bronchoskop ist ein biegsamer Schlauch, an dessen Ende eine Kamera angebracht ist. Am Bronchoskop befinden sich außerdem eine Spül- und Absaugvorrichtung sowie ein kleines Licht. Ohne das Licht könnte der Arzt mit dem Bild, das auf einem Monitor in Echtzeit erscheint, nichts anfangen, da er zu wenige Details sehen würde.
Bevor eine Bronchoskopie durchgeführt wird, wird zunächst ein Röntgenbild des Brustkorbs und ein EKG angefertigt. Durch das EKG werden schon einige Patienten herausgefiltert, die für eine Bronchoskopie nicht geeignet sind. Nicht alle Menschen werden zu einer Bronchoskopie zugelassen, da für Menschen, die zum Beispiel ausgeprägte Blutgerinnungsstörungen oder eine Herzmuskelschwäche haben, ein zu hohes Gesundheitsrisiko besteht.
Eine Bronchoskopie wird bei Patienten angewandt, bei denen zum Beispiel ein Verdacht auf Tumore in der Lungengegend (Bronchialtumore), unklare Lungenveränderungen oder eine Infektionen der Atemwege besteht.
Für den Eingriff sollte der Patient nüchtern sein, das heißt nicht geraucht, nichts gegessen noch getrunken haben. Direkt vor der Bronchoskopie bekommt der Patient noch ein Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Da der Eingriff schmerzlos ist, wird auf weitere narkotisierende Mittel verzichtet. Das bleistiftdicke Bronchoskop wird dann durch Nase oder Mund in die Luftröhre eingeführt und bis in die Lunge geschoben.
Durch die Spül- und Absaugvorrichtung kann der Arzt dort zähen Schleim und auch eingeatmete Fremdkörper absaugen, womit schon viele Atembeschwerden gelindert oder gelöst werden. Zusätzlich können mit dem Bronchoskop auch Gewebeproben (Biopsien) genommen werden, die nach weiteren Untersuchungen Aufschluss über eventuelle (z.B. krebsartige) Veränderungen geben.
Dass die Bronchoskopie heutzutage in der Regel ambulant vorgenommen wird, ist ein Zeichen für die Routine bei diesem Eingriff. Die Bronchoskopie selbst dauert ungefähr 20 Minuten. Danach bleibt der Patient noch circa zwei Stunden unter Beobachtung. Nach circa vier Stunden darf er wieder trinken und essen und schließlich auch am selben Tag nach Hause.
Zu schwerwiegende Komplikationen kommt es äußerst selten. Die häufigsten Komplikationen sind Blutungen, die aber noch während des Eingriffs selbst gestoppt werden können. Der Arzt wird den Patienten trotzdem auf weitere mögliche Komplikationen wie eine Verletzung des Bronchialsystems oder dem Zusammenbrechen der Lungenaktivität informieren.
Aufgrund der hohen Erfolgsrate ohne jegliche Zwischenfälle ist allerdings Durchatmen angesagt. Während und vor allem nach der Bronchoskopie.
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