Wadenwickel und Co. - Natürliche Mittel zur Fiebersenkung bei Kindern

Warm eingepacktes kleines Mädchen liegt mit Fieberthermometer im Bett

Kühle Speisen, Wadenwickel, Essigsocken - viele natürliche Mittel wirken fiebersenkend

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  • von Paradisi-Redaktion

Fieber ist als Symptom eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers. Die meisten Kinder können auch hohe Temperaturen problemlos verkraften. Bevor starke Fiebermedikamente zum Einsatz kommen, können zahlreiche natürliche Hausmittel das Fieber senken.

Auch hohes Fieber ist nicht unbedingt gefährlich

Kinder leiden häufig unter Fieberattacken. Fieber unterstützt das natürliche Abwehrsystem und dient der Bekämpfung von Krankheitserregern. Deshalb ist es nicht immer sinnvoll, umgehend fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen.

  • Um Fieber handelt es sich, wenn die Fiebermessung mindestens 38°C ergibt,
  • hohes Fieber besteht bei Temperaturen von 39,5°C und darüber.

Die Höhe der Fiebertemperatur ist allerdings nicht ausschlaggebend, ob eine Erkrankung gefährlich ist oder nicht. Das Dreitagefieber bleibt zum Beispiel über mehrere Tage konstant hoch, obwohl es sich nicht um einen schweren Infekt handelt. Eltern sollten besorgt sein, wenn Kinder schon morgens unter hohem Fieber leiden und verschiedene Maßnahmen keinerlei Wirkung zeigen.

Die Höhe des Fiebers ist auch kein klarer Hinweis auf den gefürchteten Fieberkrampf. Hierbei kommt es vor allem auf Symptome an wie

Kinder mit normalem Fieber sollten möglichst viel Ruhe haben. Fühlen sich die Kleinen noch fit genug, können sie warm angezogen ein Buch lesen oder Spiele spielen, bei starker Erschöpfung sollten Kinder im Bett bleiben.

Wadenwickel bei hohem Fieber

Eine heiße Stirn und gerötete Wangen sind klare Anzeichen für Fieber. Doch statt gleich zu Tabletten zu greifen, können Wadenwickel wahre Wunder wirken. Die Wickel sollten allerdings erst ab Fiebertemperaturen von 39°C zur Anwendung kommen, da sie dem Körper viel Wärme entziehen. Steigt das Fieber auf 40°C, ist der Einsatz von Fieberzäpfchen oder rezeptfreiem Fiebersaft sinnvoll.

Wenn Kinder frieren, sind Wadenwickel nicht geeignet, doch wenn die Kleinen schwitzen, sich die Haut rötet und feucht anfühlt, kann das bewährte Hausmittel eingesetzt werden. Babys sollten jedoch mindestens ein halbes Jahr alt sein.

  • Als Wadenwickel eignen sich zwei dünne Handtücher, die in kühles Wasser getaucht und ausgewrungen werden.
  • Bei Babys sollte das Wasser eher lauwarm sein.

Jedes Handtuch wird jeweils um eine Wade gewickelt und mit einem weiteren trockenen Tuch abgedeckt. Die Wadenwickel sollten etwa 10 bis 15 Minuten und bei zurückgeschlagener Bettdecke am Körper verbleiben. Nach dieser Zeit fühlen sich die Tücher warm an und können etwa dreimal erneuert werden.

Über den Tag verteilt sollten die Wickel nicht länger als 45 Minuten auf den Waden verbleiben.

Rasche Fiebersenkung mit Essigsocken

Viele Eltern setzen zur schnellen Fiebersenkung auf Essigsocken. Bei dieser Methode werden Kniestrümpfe in kaltes Wasser getaucht, das mit fünf Esslöffeln Essig versetzt ist.

Nach dem Auswringen können die Kniestrümpfe angezogen werden. Ein zweites paar trockene Strümpfe verhindert eine zu schnelle Erwärmung. Essigsocken können wie Wadenwickel mehrmals ausgetauscht werden.

Wenn Kinder sich unwohl fühlen, weil das Fieber rasch sinkt, ist eine Pause empfehlenswert. Besonders wichtig ist es, dass weder Wickel noch Socken die Temperatur zu drastisch senken. Eine Temperaturreduzierung von einem halben bis einem Grad ist ausreichend, ansonsten kann es zu erhöhten Belastungen des Herzkreislaufsystems kommen.

Sind Füße und Hände besonders kalt, kann das ein Hinweis auf eine Kreislaufschwäche sein. Auch Essigstrümpfe dürfen nur dann angewendet werden, wenn sich die Haut warm und feucht, bei Babys häufig auch trocken, anfühlt.

Innere Abkühlung mit Eis, Quark und Joghurt

Bei Fieber müssen Kinder in erster Linie ausreichend Wasser, Saft oder Tee trinken. Daneben sorgen Lebensmittel wie Eis, Quark und Joghurt für innere Abkühlung. Zudem liefern diese Speisen gleichzeitig viel Flüssigkeit.

Erleichterung bei starkem Schwitzen verschafft auch ein Ventilator, jedoch nur auf sehr niedriger Stufe und wenn Kinder nicht frösteln. Ventilatoren sollen die Luft zum Zirkulieren bringen, aber niemals direkt auf das fiebernde Kind gerichtet werden.

Eltern, die beobachten, dass die Kleinen sehr schwitzen, sollten deren Oberkörper freimachem und mit einem atmungsaktiven Bettlaken abdecken.

Kommt es zu Schüttelfrost, helfen zusätzliche Decken und ein warmer Frotteeschlafanzug.

Medikamentöse Fieberbehandlung

Bei Babys und Kindern lassen sich auch fiebersenkende Mittel einsetzen, wenn andere Methoden erfolglos bleiben.

  • Für Babys ab sechs Monaten eignen sich vor allem Fieberzäpfchen mit dem Wirkstoff Nurofen oder Ibuprofen.
  • Auch Fiebersäfte mit diesen Inhaltsstoffen senken hohe Körpertemperaturen.

Allerdings sollten Eltern auf keinen Fall Präparate mit Acetylsalicylsäure, wie in Aspirin enthalten, verabreichen, da diese Mittel das Reye-Syndrom auslösen können, eine schwerwiegende Erkrankung, die zu gefährlichen Schäden im Gehirn und in der Leber führen kann.

Wann müssen Kinder mit Fieber zum Arzt?

Wenn Säuglinge unter drei Monaten plötzlich hohes Fieber bekommen, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die Kleinen nicht trinken wollen oder die Fieberattacken länger als drei Tage anhalten, ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.

Beim Auftreten von Fieberkrämpfen und bei anhaltender Erschöpfung ist ebenfalls ärztliche Hilfe nötig. Auch bei Anzeichen wie

ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Starke Hals- oder Ohrenschmerzen in Verbindung mit Fieber können Hinweise auf eine Mandelentzündung oder eine Mittelohrentzündung sein.

Auch wenn Antibiotika nach drei Tagen keine deutliche Besserung erzielen, ist ein erneuter Besuch beim Kinderarzt der richtige Weg.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: sick child © Mat Hayward - www.fotolia.de

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