9. August 2007
Obst und Gemüse sind gesund. Das wissen wir. Sie beherbergen Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe und sollten daher auf keinem Speiseplan fehlen. Aber die grünen Vitalquellen sollen auch im Kampf gegen Infektionskrankheiten eingesetzt werden.
Charles Arntzen von der Cornell Universität Ithaka/New York war einer der Vorreiter in Sachen essbare Impfstoffe. Er manipulierte Pflanzen genetisch so, dass sie selbst Impfstoffe (Vakzine) produzierten. Der Vorteil dieser Vakzin-Gewinnung ist immens: Die Pflanzen können überall dort angebaut werden, wo die Vakzine gebraucht werden. Ein großes Problem der herkömmlichen Impfstoffe ist die nötige kühle Lagerung. In vielen heißen Erdteilen, gerade in Entwicklungsländern, machte dieser Umstand eine Anwendung mitunter unmöglich.
Ein weiteres Plus gegenüber klassischen Impfungen sind die mit der einfachen Herstellung verbundenen geringen Herstellungskosten.
Die bisherigen Resultate können sich sehen lassen. In der Vergangenheit gelang es bereits, Kartoffeln gegen das Hanta-Virus und Hepatitis-B-Viren, Tomaten gegen Bronchitits und das Papilloma-Virus und Spinat gegen das Tollwutvirus zu entwickeln.
Damit die Pflanzen gegen diese Viren Antikörper bilden kann, die dann als Vakzine eingesetzt werden können, müssen sie im Vorfeld genetisch verändert werden. Zunächst muss ein Gen für ein so genanntes Antigen in das Erbgut der Pflanzen eingebracht werden. Dieses Antigen kann ein spezielles Protein sein, an dem unser Körper einen Krankheitserreger ausmachen kann. Letztendlich liegt dieses Fremdprotein in jeder Zelle der Pflanze vor.
Ein großes Problem bereitete die Konzentration der Vakzine. Anders als bei Injektionen muss der Wirkstoff hier den Magen-Darmtrakt passieren. Ein Großteil wird daher schlichtweg verdaut. Daher müssen viel größere Mengen der Vakzine eingenommen werden, damit eine ausreichend große Immunisierung erreicht wird.
Sehr problematisch ist auch der Umstand, dass die genetisch veränderten Pflanzen unbeabsichtigt in den Handel gelangen können. Niemand kann kontrollieren, wer die veränderten Nahrungsmittel konsumiert und vor allem, wie hoch die eingenommene Dosis der Vakzine ist. Aus diesem Grund wurden weitere Forschungen an Nahrungsmitteln zunächst eingestellt.
Eine neue Hoffnung könnten genetisch veränderte Tabakpflanzen sein, die den großen Vorteil haben, dass sie nicht ungewollt auf den Lebensmittelmarkt gelangen. Aktuell forschen Wissenschaftler weltweit an den Möglichkeiten der Tabakpflanzen bei der Produktion von Impfstoffe.
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