Aufbau und Aufgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um eine Sonderorganisation der UNO. Sie koordiniert das internationale öffentliche Gesundheitswesen.

Ziele und Niederlassungen der WHO

Die Abkürzung WHO steht für World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation). Gemeint ist damit eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die insgesamt 194 Mitgliedstaaten umfassende Koordinationsbehörde der UNO hat ihren Sitz in Genf.

Ziele der WHO

Gegründet wurde die Weltgesundheitsorganisation am 7. April 1948. Zu ihren Zielen gehört,

  • den Menschen der Welt das bestmögliche Gesundheitsniveau zu ermöglichen und
  • Krankheiten global zu bekämpfen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten.

Darüber hinaus will die WHO die allgemeine Gesundheit der Menschen fördern. Jedem Staat steht es offen, Mitglied in der WHO zu werden. Abgesehen von Liechtenstein, handelt es sich bei sämtlichen UNO-Mitgliedsstaaten auch um Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation.

Staaten, die nicht der UNO angehören, haben die Möglichkeit, der Weltgesundheitsorganisation als assoziierte Mitglieder beizutreten. Assoziierte Mitglieder sind Tokelau und Puerto Rico. Sie verfügen allerdings nur über ein eingeschränktes Recht zur Teilnahme und Abstimmung.

Organe und Niederlassungen

Die Weltgesundheitsorganisation nimmt ihre Geschäfte durch drei Organe wahr. Dabei handelt es sich um

  • die Weltgesundheitsversammlung (WHA), die das höchste Organ darstellt,
  • den Exekutivrat, der aus 34 Gesundheitsexperten der Mitgliedsländer besteht, die alle drei Jahre von der WHA gewählt werden, sowie
  • das Sekretariat, das sein Hauptbüro in Genf hat.

In Genf kommen auch Jahr für Jahr die WHO-Mitglieder zusammen und befassen sich dort mit den organisatorischen und finanziellen Abläufen. Außerdem legen sie zukünftige Programme fest.

Neben dem Hauptsitz in Genf unterhält die WHO noch sechs Regionalbüros. Diese befinden sich in:

Geleitet werden diese Büros von einem Regionaldirektor. Darüber hinaus gibt es rund um den Erdball ca. 200 Kooperations- und Forschungszentren, die dazu dienen, die Programme der Weltgesundheitsorganisation zu unterstützen.

Aufgaben

Laut Verfassung der Weltgesundheitsorganisation besteht ihre Aufgabe darin, sämtlichen Völkern der Erde dabei zu helfen, den bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, wurde 1998 die Strategie "Gesundheit für alle" entworfen.

Dazu soll ein Gesundheitsniveau erzielt werden, welches es allen Menschen möglich macht, ein wirtschaftlich und sozial produktives Leben führen zu können. So gilt die Gesundheit als essentieller Bestandteil der menschlichen Entwicklung.

Die WHO definiert Gesundheit als Zustand von körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden, der sich nicht nur auf die Abwesenheit von Krankheiten und Behinderungen beschränkt.

Zu den verschiedenen Aufgaben der Weltgesundheitsorganisation gehört vor allem das weltweite Koordinieren von internationalen und nationalen Aktivitäten, die dem Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten dienen, wie:

So entwickelt die WHO Leitlinien und Methoden für den Gesundheitsbereich, die weltweit gelten sollen.

Außerdem fördert sie globale Impfprogramme, um Pandemien vorzubeugen und entwickelt Programme gegen gesundheitsschädliche Risikofaktoren wie Übergewicht und Tabakkonsum. Regelmäßig werden von der WHO weltweite Daten zu Gesundheit und Krankheit erhoben und ausgewertet.

Des Weiteren unterstützt die Weltgesundheitsorganisation Entwicklungsländer dabei, effiziente und kostengünstige Gesundheitssysteme aufzubauen und erstellt Modelllisten von Medikamenten, die als unentbehrlich gelten.

Zudem gibt die WHO jedes Jahr einen Weltgesundheitsbericht heraus, der sich mit der globalen Gesundheitsversorgung sowie Problemen durch Krankheiten befasst.

Aktionstage

Von der WHO wurden im Laufe der Jahre verschiedene Aktionstage ins Leben gerufen, die einmal im Jahr weltweit stattfinden. Dazu zählen u.a.

  • der Weltgesundheitstag am 7. April
  • der Weltmalariatag am 25. April
  • der Weltnichtrauchertag am 31. Mai oder
  • der Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember.

Darüber hinaus unterstützt die Weltgesundheitsorganisation auch gesundheitsbezogene Aktionstage von anderen Organisationen wie zum Beispiel

  • den Welttuberkulosetag
  • den Weltblutspendetag
  • den Weltherztag
  • den Welt-Polio-Tag oder
  • den Weltdiabetestag.

Erfolge der WHO

Ihre größten Erfolge konnte die Weltgesundheitsorganisation bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten verbuchen. Dazu gehört vor allem die Ausrottung der Pocken durch weltweite Impfprogramme.

Kritik

Nicht immer blieben die Aktionen der Weltgesundheitsorganisation frei von Kritik. So wurde vor allem ihr Vorgehen nach dem Ausbruch der Vogelgrippe und der Schweinegrippe angeprangert, weil führende WHO-Mitglieder von einer weltweiten Pandemie mit Millionen von Toten sprachen, woraufhin viele Staatsregierungen Grippemittel und Impfstoffe in großen Mengen anschafften, obwohl weniger Menschen an diesen Grippeformen erkrankten als an der saisonalen Grippe.

Da einige hochrangige WHO-Mitglieder später zu Pharmaunternehmen wechselten bzw. vor ihrer Arbeit bei der Weltgesundheitsorganisation in solchen Firmen tätig waren, warfen Kritiker der WHO ein zu enges Zusammenwirken mit der Pharmaindustrie vor.

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  • Tetanus vaccination © Keith Frith - www.fotolia.de

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